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	<title>enjoying the postapocalypse &#187; Zeppelin</title>
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		<title>Wind</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Apr 2011 23:05:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich blicke in den Spiegel und sehe mir selbst in die Augen. Seit ein paar Wochen mag ich meine Augen. Ich weiß nicht, ob es sonst einen Menschen gibt, der mir in die Augen sieht und sich denkt: "Das sind schöne Augen!", aber ich tue es. Wenigstens einer. Die Haare gefallen mir nicht mehr. ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich blicke in den Spiegel und sehe mir selbst in die Augen. Seit ein paar Wochen mag ich meine Augen. Ich weiß nicht, ob es sonst einen Menschen gibt, der mir in die Augen sieht und sich denkt: &#8220;Das sind schöne Augen!&#8221;, aber ich tue es. Wenigstens einer. Die Haare gefallen mir nicht mehr. Anders sollen sie. Da anders nicht so hinhaut, wie ich mir das vorgestellt hatte, kommen sie ganz ab. Kahlschlag, wie Anno 2008.</p>
<p>Während dem Schneiden habe ich Stöpsel in den Ohren, weil die Haarschneidemaschine so unglaublich laut ist. So höre ich nur, wie das Metall an meinen Schädel stößt. Ich kann nicht genau ausmachen, ob ich die Vibrationen mehr spüre oder mehr hören. Letzten Endes ist es das Gleiche, die Biologie bietet uns keine Hilfe.</p>
<p><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2011/04/4558555228_ef82f3d506_z.jpg" alt="" title="4558555228_ef82f3d506_z" width="640" height="454" class="aligncenter size-full wp-image-3433" /></p>
<p>Ich spüre den Wind um meinen Kopf wehen. Von unten weht der Wind hoch, an den steilen, verzierten Häuserwänden der majestätischen Stadt entlang zu den Häusergiebeln bis hoch über die Dächer der Stadt, dort, wo das Zeppelin steht.</p>
<p>Das mächtige Seelenzeppelin rührt sich nicht, trotz des heftigen Windes, der mir um die Ohren weht. Und ich wähne mich am Steuer, im Auge des Sturms. Die Nacht ist lauwarm und ich muss an k. denken. Einen kurzen Moment lang vermisse ich ihre Lippen. Vor meinem geistigen Auge nur postapokalyptische Sperrzone, in dem ein paar japanische Hunde bellen. Solange ich am Steuer stehe, kann mir nichts etwas anhaben, denn dies ist mein Luftschiff.</p>
<p>Die Stadt ist gut zu mir. Ich habe seit Monaten endlich wieder das Gefühl, wirklich zu leben. Vielleicht liegt es an den Haaren, die ab sind, vielleicht liegt es an dem Herzchaos, das begraben ist, vielleicht liegt es tatsächlich auch an der Sonne, die immer öfters kommt, vielleicht liegt es an den Sternen, die ich an unbekannter Stelle erblickte, aber ich habe das Gefühl, dass es mir gut geht. Und gleichzeitig wünsche ich mir endlich mehr Poesie in diesem verficktem Leben. </p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.joeladami.net/?flattrss_redirect&amp;id=3429&amp;md5=52258b9eda406898436077f22a2ed11f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Müllverbrennungsanlage Canossa</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Jan 2011 22:50:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fi sieht mich verständnislos an.



Ich blicke verständnislos zurück, ziehe meine Mütze tiefer ins Gesicht, will gehen. Sie legt ihre Hände in mein Gesicht, drückt meine Mundwinkel nach oben, so dass ich lächele. 
Ich muss an diese Party denken, auf die ich eigentlich nicht gehen wollte, weil ich mal wieder zu müde war. Auch da ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fi sieht mich verständnislos an.</p>
<p><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2011/01/muellverbrennungsanlagecanossa.jpg" alt="Canossa" title="Müllverbrennungsanlage Canossa" width="755" height="501" class="aligncenter size-full wp-image-3354" /></p>
<p>Ich blicke verständnislos zurück, ziehe meine Mütze tiefer ins Gesicht, will gehen. Sie legt ihre Hände in mein Gesicht, drückt meine Mundwinkel nach oben, so dass ich lächele.<br />
Ich muss an diese Party denken, auf die ich eigentlich nicht gehen wollte, weil ich mal wieder zu müde war. Auch da hat eine Person meine Mundwinkel nach oben gezogen, so dass es aussah, als würde ich lächeln. Danach hatte ich tatsächlich noch etwas Spaß auf der Tanzfläche. Als der DJ dann &#8220;<a href="http://www.youtube.com/watch?v=HBjDZMJUduo">Nein Mann</a>&#8221; spielte, sind wir gegangen. Oder vielmehr: Ich bin gegangen. Diesen verheerenden Nachhauseweg, den ich schon viel zu oft alleine gegangen bin. Das mit dem Abschleppen kann ich nämlich überhaupt nicht. Vielleicht bin ich auch zu blöd, mich abschleppen zu lassen.</p>
<p>Ich verlasse die Wohnung, ziehe abermals an meiner Mütze, die mir gut steht und von der ich immer das Gefühl habe, sie würde falsch sitzen. Ich stapfe durch den Schnee, der erst nächste Woche fallen wird. Zur Bushaltestelle. In meinem Mund eine Zigarette, obwohl ich eigentlich überhaupt nicht … Krampfhaft halte ich mich an ihr fest. Wie an einem Rettungsring.<br />
Ich bin auf dem Weg zu Ruth. Ruth, die ich eigentlich schon vergessen hatte. In letzter Zeit war sie nicht mehr als ein Name auf meinem Handydisplay gewesen. Ohne Gesicht, ohne Stimme, nur Buchstaben in einem flüchtigen digitalen Speicher. Und nun bin ich auf dem Weg zu ihr, schaffe es kaum, meine Füße zu heben.</p>
<p>Der Bus lässt auf sich warten. Der Bus lässt immer auf sich warten. Manche Busse haben Spitznamen, werden &#8220;die rote Rakete&#8221; genannt. Dieser Bus lässt nur auf sich warten. Als ich nach kaum vier Stationen wieder aussteige, wähne ich mich in einer anderen Welt, mindestens aber in einem anderem Land. Das hier könnte genauso gut ein kleines Dorf im unbekannten Osten Luxemburgs sein. Die Straßenschilder sprechen eine andere Sprache. </p>
<p>Ich war schon einmal hier. Eigentlich war ich schon viel zu oft hier. Ich kenne die Straßen, als sei ich sie eine Zeit meines Lebens jeden Tag gegangen. Dort haben wir damals Y. getroffen, dort hat Ruth mal Menschen den Weg erklärt, nicht ohne unabsichtlich einen Fehler dabei zu begehen. Unwillkürlich muss ich grinsen, obwohl mir gar nicht zum Grinsen zu Mute ist. Ich schleppe mich den Hügel hoch, von dem aus man über die ganze verdammte Stadt sieht. Wenn nicht gerade dicker Nebel die Sicht versperrt. Die Müllverbrennungsanlage (oder das Fernwärmekraftwerk, je nach Betrachtungsweise) Spittelau stößt bedrohlich ihre (oder seine, je nach Betrachtungsweise) ungefährlichen Dämpfe aus.</p>
<p>Ruth also.<br />
Einen kurzen Moment erfasst mich eine Woge der Einsamkeit. Das Meer der Verdammnis umspült mich mit seinen eiskalten, harten Wellen, als ich in der Brandung stehe. Am Horizont das große Seelenzeppelin.<br />
Ich lächele. Ganz ohne fremde Hilfe.</p>
<p><small><a href="http://www.flickr.com/photos/sayimsorry/1264741599/sizes/l/in/photostream/">photo</a>: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/" title="Attribution-NonCommercial License">Some rights reserved</a> by <a href="/photos/sayimsorry/">sayimsorry</a><br />
</small></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.joeladami.net/?flattrss_redirect&amp;id=3351&amp;md5=048cf0e6b6f46ff3f019c5de1869bb3a" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Never love again.</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Dec 2010 11:05:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Große Wahrheiten]]></category>
		<category><![CDATA[Melancholie]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn ich in den Spiegel sehe, sehe ich nur Narben. Jetzt, da das große Seelenzeppelin so kurz davor ist, Segel zu setzen, muss ich mir diesen einen Satz hierhin schreiben, um mich daran zu erinnern, dass ich ihn – zumindest jetzt – für wahr erachte.
Never love again.

Aber vielleicht stimmt das ja alles nicht. Aber ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn ich in den Spiegel sehe, sehe ich nur Narben. Jetzt, da das große Seelenzeppelin so kurz davor ist, Segel zu setzen, muss ich mir diesen einen Satz hierhin schreiben, um mich daran zu erinnern, dass ich ihn – zumindest jetzt – für wahr erachte.<br />
<em>Never love again.</em><br />
<img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2010/12/neverloveagain.jpg" alt="View in winter over Saltsjön (Salt water sea) from Katarinahissen (the Katarina Lift), built in 1883. The Old Town to the left and Skeppsholmen in the background. " title="neverloveagain" width="755" height="556" class="aligncenter size-full wp-image-3258" /><br />
Aber vielleicht stimmt das ja alles nicht. Aber in mir ist alles so voller Melancholie, die fast schon Verzweiflung ist, dass ich ein Dogma daraus machen will.<br />
<em><br />
Seal my heart and break my pride,<br />
I&#8217;ve nowhere to stand and now nowhere to hide,<br />
Align my heart, my body, my mind,<br />
To face what I&#8217;ve done and do my time.</em></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.joeladami.net/?flattrss_redirect&amp;id=3256&amp;md5=2a2098e6a9ddde765ad4c65bf2ac9097" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Soul Zeppelin</title>
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		<pubDate>Tue, 14 Dec 2010 13:22:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Manchmal ist das einzige, was noch hilft, eine Reise mit dem großen Seelenzeppelin.

Manchmal ist alles, was ich brauche, um die Welt wieder klar zu sehen, eine Reise mit dem großem Seelenzeppelin.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Manchmal ist das einzige, was noch hilft, eine Reise mit dem großen Seelenzeppelin.<br />
<img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2010/12/soulzeppelin.jpg" alt="Das große Seelenzeppelin über London" title="Das große Seelenzeppelin über London" width="755" height="914" class="aligncenter size-full wp-image-3234" /><br />
Manchmal ist alles, was ich brauche, um die Welt wieder klar zu sehen, eine Reise mit dem großem Seelenzeppelin.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.joeladami.net/?flattrss_redirect&amp;id=3233&amp;md5=6430731b5298de1c6ef89ff2d6d6b941" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Yogaübung</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Nov 2010 23:01:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
Auf meiner Teepackung ist die Anleitung zu einer Yogaübung aufgedruckt. Man sitzt dabei im Schneidersitz und steckt sich abwechselnd Finger in die Nasenlöcher. Klein und kursiv gedruckt steht am Rand der Packung, ich solle seinen Arzt fragen, ob die Übung für mich geeignet sei. Ich gehe also mit der Teepackung zu meinem Arzt und ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2010/11/yogauebung.jpg" alt="" title="yogauebung" width="755" height="579" class="aligncenter size-full wp-image-3209" /><br />
Auf meiner Teepackung ist die Anleitung zu einer Yogaübung aufgedruckt. Man sitzt dabei im Schneidersitz und steckt sich abwechselnd Finger in die Nasenlöcher. Klein und kursiv gedruckt steht am Rand der Packung, ich solle seinen Arzt fragen, ob die Übung für mich geeignet sei. Ich gehe also mit der Teepackung zu meinem Arzt und frage ihn, ob ich im Schneidersitz sitzen und mir abwechselnd Finger in die Nasenlöcher stecken darf. Er sieht mich nur irritiert an und antwortet nicht, bis ich aus lauter Verlegenheit fluchtartig seine Praxis verlasse und beschließe, nie wieder zu diesem Arzt zu gehen. Im Treppenhaus bedauere ich dies kurz, denn der Arzt war stets freundlich und wirkt kompetent. </p>
<p>Ich werde nie wieder zu ihm gehen können. Nicht nur aus Scham, sondern vielmehr, weil das Haus, in dem sich seine Praxis befindet, einstürzt, als ich es verlasse. Vor mir versinkt ein ganzer Häuserblock in den Boden. Ich ziehe meine Thermokanne aus meiner Tasche. Der Teebeutel schwimmt noch drin. Ein grauer, mit Kräutern gefüllter Schwamm. An der kleinen Papierfahne ist kein Logo zu sehen, sondern es steht ein Spruch drauf. Der Tee ist nämlich, wie bei Tees auf deren Packungen Yogaübungen drauf gedruckt sind zu erwarten, ein ausgesprochener Hippietee. Drauf steht: &#8220;Liebe ist ohne Schmerzen. Sie ist Blühen. Sie ist Segen.&#8221;</p>
<p>Wie gut, dass ich niemanden liebe und mich nur unglücklich, voller schmerzen und weder sehr segens- noch blütenreich durch die Weltgeschichte ficke. Während der Häuserblock vor mir einstürzt und/oder im Boden versinkt, das kann ich durch meine beschlagene Brille nicht erkennen, trinke ich meinen esoterischen Hippietee und höre James Blunt auf meinem iPod. Und ich habe nur noch so wenig Schamgefühl, dass einfach nicht mehr genug davon da ist, um mich dafür zu schämen. Nicht für den iPod, der von suizidgefährdeten chinesischen Arbeitern in lagerähnlichen Montagewerken zusammengeschraubt wurde und schon gar nicht für James Blunt, der schmalzig von Kindern im Kosovo plärrt. Zumindest scheint sein Schmerz, oder den Schmerz den er von den traurig dreinschauenden Kindern im Kosovo antizipiert hat, größer zu sein als meiner. Denn bei mir ist eigentlich alles Okay. Gut, ich habe mich gerade vor meinem Arzt, zu dem ich jetzt nicht mehr gehen kann, weil sein Haus eingestürzt ist, hochgradig lächerlich gemacht, aber …</p>
<p><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2010/11/klippe.jpg" alt="" title="klippe" width="755" height="592" class="aligncenter size-full wp-image-3207" /></p>
<p>&#8220;Aber …&#8221; denke ich und weiß nicht mehr weiter. Dort wo der Häuserblock war, ist jetzt der Blick auf ein rotes Meer. Ich kenne dieses Meer. Ich hasse dieses Meer. Nicht wegen dem Sand, der sich an meinen Körper klebt oder sich in alle möglichen und unmöglichen Körperöffnungen presst, sondern weil es halt dieses rote Meer des Verderbens ist, an dem ich schon so oft stand, an dem ich schon viel zu oft stand. </p>
<p>Und ich bin alleine hier. In der Ferne glaube ich Ruth über der See schweben zu sehen. Als sei sie ein mythologisches Wesen, als könne sie schweben! Ich bin alleine mit meinen Gedanken und wäre gerne alleiner.<br />
Die Einsamkeit hingegen halte ich kaum aus. Ich weiß nicht, was ich will.<br />
Ich weiß nicht einmal, ob ich gerne etwas wollen würde. Was würde <a href="http://www.joeladami.net/2010/10/30/zukunftsplane/">Kazuyoshi Funaki</a> in dieser Situation tun?</p>
<p>Ich möchte schreien, vor allem Leute an. Ich habe etwas Tee verschüttet. Es ist ziemlich schwer, mit dieser alten Thermokanne so zu schütten, dass der Tee nur in die Tasse kommt. Normalerweise fließt er nämlich überall hin, allem voran natürlich glühend heiß über die Finger, nur nicht in die Tasse. Ich habe übrigens eine Tasse aus Porzellan bei mir. Falls moderne Tassen überhaupt noch aus Porzellan sind. Vielleicht ist das längst irgendein Kunststoff, der sich bloß so anfühlt wie Porzellan. Auf jeden Fall ist sie schwer und lässt sich gut in der Hand halten, während ich vor dem Abgrund stehe, wo vor einigen Minuten ein Häuserblock eingestürzt ist und unter dem sich jetzt ein tosendes, rotes Meer steht. Der heiße Tee auf meiner Hand brennt und versichert mich, nicht zu träumen. Das wäre ja noch schlimmer. So eine tolle Geschichte und dann müsste ich nach der Erzählung immer sagen: &#8220;Und dann bin ich aufgewacht.&#8221;</p>
<p>Ich will mich in das Meer stürzen und in meiner Verzweiflung ertrinken. Eine Stimme hält mich davon ab. Buchstaben werden zu Menschen, das Meer aber nicht wieder zu einem Häuserblock. Wäre dies hier ein Traum, was wäre das alles für eine wunderbare Metapher! Freud, der alte perverse Sack hätte seine helle Freude daran und würde sich wohl erst die Unterhose wechseln müssen, bevor ich weitererzählen könnte. </p>
<p>Der Tee schmeckt nicht. Oder zumindest nicht so, wie er schmecken sollte. Ich gehe auf und ab, setze mich an den Rand der Klippe, stehe wieder auf, gehe wieder zwei, drei Meter, fühle mich wie an der belgischen Küste, drehe wieder um, setze mich auf den Asphalt, stehe wieder auf, gehe zu meinem Ausgangspunkt zurück. Der Tee schmeckt nicht so wie früher. Ich frage mich, ob das alles real ist, an was ich mich da zu erinnern glaube. Oder ob ich nicht einfach seit Anbeginn der Zeit vor diesem Bildschirm vor der weißen Wand saß und getippt habe. Ich traue mich nicht, nachzuschauen, wie lang der Text schon ist. Auch in meinen Augen würde James Blunt, der übrigens immer noch singt, keinen Mut entdecken. </p>
<p>Was ich mit diesem Text sagen will? Allgemeine Ratlosigkeit unter Germanist_innen in hundert Jahren. Die Orientierungslosigkeit im anfangenden einundzwanzigsten Jahrhundert. Wie immer! Als habe ich nur ein Thema, über das ich schreiben würde! Jetzt, wo ich mich noch aufregen kann, rege ich mich auf, als Nachhall durch die vierte Wand, die längst abgerissen wurde, genauso untergegangen mit dem Häuserblock, in dem einst mein Arzt wohnte. Ich knie nieder und bete, als mir einfällt, dass es keinen Gott gibt, an den ich glaube. </p>
<p>Ich blicke gen Himmel.</p>
<p><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2010/11/zeppelinuebermir.jpg" alt="" title="zeppelinuebermir" width="755" height="525" class="aligncenter size-full wp-image-3203" /><br />
Über mir schwebt ein Zeppelin.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.joeladami.net/?flattrss_redirect&amp;id=3202&amp;md5=8a02fe3f4c38a85f40b58d76772c87af" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>#################################</title>
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		<pubDate>Sat, 30 Oct 2010 23:23:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
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		<category><![CDATA[der Baron von Luxemburg]]></category>
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		<category><![CDATA[Ruth]]></category>
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"Das also ist mein Leben.", denke ich, "rauchend süßen Kaffee mit viel zu viel Milch zu trinken". In meinem Kopf rennen Landschaften vor meinem inneren Auge davon. "Will ich mich verlieben? Will ich ein Mann sein? Eine Frau? Was heißt das? Wo ist Ruth in dem Ganzen? Schmeck's Krapferl!" Wie sollte ein Zeppelin in ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2010/10/01.jpg" alt="Kriegsschiff auf rauer See" title="#####01" width="755" height="556" class="aligncenter size-full wp-image-3158" /><br />
&#8220;Das also ist mein Leben.&#8221;, denke ich, &#8220;rauchend süßen Kaffee mit viel zu viel Milch zu trinken&#8221;. In meinem Kopf rennen Landschaften vor meinem inneren Auge davon. &#8220;Will ich mich verlieben? Will ich ein Mann sein? Eine Frau? Was heißt das? Wo ist Ruth in dem Ganzen? Schmeck&#8217;s Krapferl!&#8221; Wie sollte ein Zeppelin in diesen Stürmen Kurs halten können? Wie sollte ich wissen, dass die See über dem hypertheoretischen Dänemark so rau-h ist? </p>
<p>Ich sollte mehr Texte über das Leben in Wien schreiben.</p>
<p>Ein Güterzug fährt durch. Wenn ich geradeaus blicke, flasht mich der Anblick der bunt bedruckten Container total. Werden Container bedruckt? Ich versuche über diese Frage nachzudenken, muss unwillkürlich einen Schritt zurück gehen, merke dabei nicht, dass ich schon gegen dem Betonblock, der glücklicherweise im Weg steht und meinem Rücken ergonomischen Halt bietet, laufe, weil mich der Anblick so in seinen Bann zieht, dass mir schwindlig wird. Wenn ich meinen Blick etwas abwende und schräg auf den schnell fahrenden Zug schaue, kann ich die Werbeaufdrucke lesen und dieses fiese flüssigkeitsgefüllte Organ in meinem Innenohr sendet keine verwirrenden Signale an mein sowieso schon verwirrtes Gehirn. Vestibularapparat. Allein das Wort schon. Vestibularapparat. Ist es überhaupt ein richtiger <abbr title="Ein Apparat ist in der Verfahrenstechnik ein Gebilde zur Umsetzung von Stoffen und/oder Energie, wobei - im Gegensatz zu einer Maschine - keine oder nur geringfügige mechanische Arbeit abgegeben oder aufgenommen wird..">Apparat</abbr>?<br />
Gegen den Betonblock gepresst blicke ich wieder nach vorne und lasse den brachialen Eindruck auf mich einwirken. In diesem Moment scheint es das visuelle Äquivalent zu &#8220;Vom Zug überfahren werden&#8221; zu sein. (Das stimmt nicht. Der Gedanke ist mir jetzt, beim Schreiben gekommen. Aber was heißt denn &#8220;<em>in diesem Moment?</em>&#8220;, frage ich euch, durch die vierte Wand hindurch!)</p>
<p>Ich suche auf Amateurvideopornoseiten nach bekannten Gesichtern. Ungute Vorahnungen, im Nachhinein betrachtet. Als hätten verwackelte Handyvideos irgendetwas mit der Realität zu tun. Die Realität ist, wie wir alle wissen, völlig haarlos, schönheitsoperiert, mit glänzendem Öl gefettet und von der ersten Berührung an laut stöhnend in HD gefilmt. (<em>Zu viel Porno? Fickt euch, hahaha!</em>) Ich kann nichts dafür, aber es ist meine Schuld. </p>
<p><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2010/10/02.jpg" alt="Zeppelin über Bergen" title="#####02" width="755" height="442" class="aligncenter size-full wp-image-3160" /></p>
<p>Das Zeppelin droht, abzustürzen. Zum Glück ist das Steuer kein Rad, sondern eine goldene Schreibmaschine mit tausend goldenen Hebeln. Ich sitze – nicht unbedingt vor Fachkenntnis strotzend – vor dieser Apparatur, aber der Quecksilberstreif am Horizont leuchtet schon golden in einer sich öffnenden Wolkengasse.</p>
<p>Mit einem Male stehe ich wieder am Strand des Meeres der Verzweiflung. Ein trauriger, unheimlicher Ort, den ich nicht selbst erfunden habe und dessen Existenz ich beinahe vergessen hätte. Ein zufällig gelesener Kommentar bringt mich darauf, dass eine geheime Botschaft hinter diesen Filmen stecken könnte, die mich wieder einmal völlig flashen. Ich könnte auch sagen, sie hätte mein Gehirn total gefickt, aber ich schreibe ja zu viel über Sex, wenn ich mich auf die Meinung derjenigen, die es sich trauen, das auszusprechen, vertrauen kann. Die schweigende Mehrheit sagt selbstverständlich naturgemäß nie etwas dazu.<br />
Rotes Meerwasser umspielt meine Knöchel. <em>Ein guter Pirat …</em> Ich versuche, all diese schrecklichen Gedanken mit &#8220;Blub&#8221; zu vertreiben. Manchmal schreibe ich auch &#8220;BLUB&#8221; auf meinen Notizblock oder sonstiges Papier, wenn ich nicht laut reden kann oder will. Oft funktioniert das. Fragt sich nur, ob die Luftblasen, die ich dazu denke, über die Oberfläche steigen oder ob die Gedanken nur sinken wie leckgeschlagene Erdöltransporter und am Grund verbleiben wie Seeminen, aus denen man später Möbeln bauen wird, falls sie entgegen aller Erwartungen nicht detonieren und mich – zumindest metaphorisch – in Stücke reißen. Oder hässliche Flecken auf Textilien hinterlassen.</p>
<p><div id="attachment_3162" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2010/10/03.jpg" alt="Der Baron von Luxemburg" title="Der Baron von Luxemburg" width="300" height="431" class="size-full wp-image-3162" /><p class="wp-caption-text">Der Baron von Luxemburg</p></div>Vor der Bim-Haltestelle stehen Betrunkene mit fettigen Haaren, singen zuerst, reden dann über Zeitalter, sie das dritte Bier wegen dem dritten Jahrtausend, in dem wir uns befinden, er schon das Zwölfte. Die Zukunft hat schon begonnen. Unnötig zu sagen, dass sie beide betrunken sind, aber wie auf anderen Drogen wirken, oder zumindest wirkt das, was sie sagen, so. Nach dem kurzen Ausflug in die komplizierte Geometrie der vierten Dimension geht das Gespräch über historische Figuren. Ich kann meinen eigenen Gedanken derweil nicht folgen und erzähle wie automatisch von Ruth, die anscheinend mal wieder in der Stadt ist. Iwan der Schreckliche war kein Gläubiger, war Atheist. Ein Perverser war er! Hat dem Groszkni mit dem Florett den Damm aufgeschnitten. &#8220;<em>Einmal ließ er einen Fürsten in ein Bärenfell einnähen und auf das Eis bringen. Als seine großen Hunde den vermeintlichen Bären in Stücke rissen, belustigte der Zar sich so sehr, dass er vor Freude nicht wusste, auf welchem Bein er stehen sollte!</em>&#8221; Katherina die Große war da ganz anders, die war gottesfürchtig und steht heute noch im Ruf, sexbesessen und machtgierig gewesen zu sein. Sie lallen, aber ich, ich will auf die Bank springen, mit wehendem Umhang, will schreien:&#8221;<strong>ICH BIN DER BARON VON LUXEMBURG! ICH WOHNE DORT OBEN AUF DEM BERG UND SPIELE MERKWÜRDIGE SPIELE MIT PENDELN! SUPERDOPE! NIEMAND SOLL MICH DARAN HINDERN ZU SCHREIBEN, DENN FÜRWAHR ICH BIN DER ADELIGE, DEN MAN DEN BARON VON LUXEMBURG NENNT!</strong>&#8221;<br />
Ruth würde darüber nur lachen. Mein Basilikum ist verdorrt. Und mein neuer Freund, <em>Persea gratissima</em>, voll mit hoch-giftigem Persin, versucht mir zu entwachsen. Das an meinem Daumen scheint nur Farbe zu sein.</p>
<p>Ich überlege schon länger, mir Tee zu kochen. Beschließe immer wieder, es zu tun, vergesse es aber dann direkt wieder. Wenn es mir wieder einfällt, muss ich aufs Klo und vergesse es auf dem Rückweg wieder. Ein Teufelskreis, den zu durchbrechen ich nicht die Kraft habe.</p>
<p>Gänsehaut an meinen Knöcheln. Ich zittere, das rote Wasser ist kalt. Die Zigarette (obwohl ich ja überhaupt nicht rauche!) verformt sich zwischen meinen Fingern. Ruth. Ich spüre ihre Anwesenheit, ich weiß instinktiv, dass sie mein Revier betreten hat. Nur zu gerne würde ich mit ihr treffen und sie zum Duell auf Leben und blaue Flecken mit diesen Versandrollen, in denen man Poster verschickt, auffordern. Aber eigentlich bin ich nicht wegen ihr nervös. &#8220;Eigentlich&#8221;, sage ich mir, &#8220;sollte ich überhaupt nicht nervös sein! Ich sollte aufrecht, mutig und voller Tatendrang sein, ein kraftvoller Bursche in seinen besten Jahren!&#8221;.</p>
<p>Mein Bett ist groß und leer. Aber immerhin bequem.</p>
<p>Durch mein Hirn kriechen garstige Insekten aus dem Weltraum, in sauerstoffangereichterter Umgebung hochgezüchtet auf unglaubliche Größen. Ersticken können sie, dank Tracheenatmung, nur schwerlich. Ich suche verzweifelt nach einer Tube Bauschaum. Ich müsste mir einen extra langen, dünnen Aufsatz bauen, den ich in meine Nase, denn durch das Ohr geht es wegen übermäßiger Liebe zu meinem Trommelfell nicht, schieben könnte und mit dem ich den Viechern dann Baumschaum in ihre Atemorgane spritzen könnte, so dass sie ersticken und mich nicht länger belästigen würden! </p>
<p><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2010/10/3057385436_4c45f02dd1_o.jpg" alt="Schiff im Sturm" title="Schiff im Sturm" width="700" height="483" class="aligncenter size-full wp-image-3172" /></p>
<div style="text-align: center;">Zum Abschluss spielt Mozarts Requiem (KV 626). Das große Finale findet nicht statt.</div>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.joeladami.net/?flattrss_redirect&amp;id=3140&amp;md5=2532c951f95839a2151c0e68449caefa" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>setzt sich die Sonne besser durch</title>
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		<pubDate>Wed, 24 Feb 2010 13:26:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[literarische Spielwiese]]></category>
		<category><![CDATA[Einsam]]></category>
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		<description><![CDATA[photo cc by Richard Hemmer

Die ersten Sonnenstrahlen seit Dezember. Mit einem Male glänzt die Stadt wieder. Meine Stadt, wie ich übermütig behauptet habe, als wir die Prachtstraße entlanggelaufen sind, unwissend, was für Geheimnisse die Nacht bergen würde. Wir wussten nichts, nicht einmal den Weg.
Mein Abfluss ist wieder frei. Das schöne an Abflussreinigern ist ja, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2010/02/sonnesetzt.jpg" alt="" title="sonnesetzt" width="755" height="458" class="aligncenter size-full wp-image-2734" /><small><a href="http://www.flickr.com/photos/gibarian/114727895/">photo</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/">cc</a> by <a href="http://www.flickr.com/people/gibarian/">Richard Hemmer</a></small></p>
<p>Die ersten Sonnenstrahlen seit Dezember. Mit einem Male glänzt die Stadt wieder. Meine Stadt, wie ich übermütig behauptet habe, als wir die Prachtstraße entlanggelaufen sind, unwissend, was für Geheimnisse die Nacht bergen würde. Wir wussten nichts, nicht einmal den Weg.<br />
Mein Abfluss ist wieder frei. Das schöne an Abflussreinigern ist ja, dass sie nicht nur Verstopfungen lösen, sondern auch das Waschbecken wieder so sehr glänzt, dass die Augen schmerzen. Und du fast hoffst, dass es wieder verstopft, damit du beim Zähneputzen nicht dauernd die Augen zukneifen musst.<br />
Der Sommer steht hier schon verheißungsvoll vor den Toren der Stadt, beinahe spürst du schon die Sonne auf deiner Haut, deren Berührungen nie die Zärtlichkeit von jenen mythischen Wesen erreichen werden, die mir so sehr fehlen.<br />
Jeden Morgen das gleiche Lied.<br />
Jeden Abend der gleiche Text.<br />
Jede Sekunde ein Weltuntergang.<br />
Nichts bleibt so wie alles immer ist.</p>
<p>Weiß irgendwer, wo wir hingehen?<br />
Die mächtige Stadt, bis zum Horizont überall nur Dächer, fremdartig rot gebrannt, sie mag dich. Obwohl hier alles kalt sein könnte, flüstert der Wind leise Liebesbekundungen in dein Ohr. Die Schneeflocken sehen aus wie im Fernsehen, die Sonne strahlt um ein vielfaches heller, der Regen ist nasser und sogar die Werbung ist noch dümmer als sonst.<br />
Ein Windstoß, ein Wirbel, hoch zu den Seilen, die knarren wie Takelage. Sie führen zu dem Zeppelin, angetaut hoch oben über der Stadt, jeden Moment einsatzbereit. Es fehlt nur ein Kapitän, der da einen Kurs befiehlt.<br />
Dein Mobiltelefon vibriert. Erst jetzt bemerkst du die Gänsehaut auf einem Rücken.<br />
Die Ferne ruft an.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.joeladami.net/?flattrss_redirect&amp;id=2733&amp;md5=2e60ff050cbfe08e739f9658d135704c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Nicht nur Glühwein.</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Nov 2009 22:07:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[literarische Spielwiese]]></category>
		<category><![CDATA[Glühwein]]></category>
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		<category><![CDATA[Wien]]></category>
		<category><![CDATA[Winter]]></category>
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		<description><![CDATA[Na endlich. Seit ich meinen ersten Spaziergang durch Wien, genauer durch meinen eigenen Bezirk gemacht hatte, wusste ich, dass diese Stadt unglaublich/verdammt/sehr inspirierend sein kann. Und nachdem ich schon fast angefangen hatte, über einen Asiaten, der in Wirklichkeit ein Vampir oder zumindest ein Mystiker sei, zu schreiben, fing die Uni an zu brennen und ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Na endlich. Seit ich meinen ersten Spaziergang durch Wien, genauer durch meinen eigenen Bezirk gemacht hatte, wusste ich, dass diese Stadt unglaublich/verdammt/sehr inspirierend sein kann. Und nachdem ich schon fast angefangen hatte, über einen Asiaten, der in Wirklichkeit ein Vampir oder zumindest ein Mystiker sei, zu schreiben, fing die Uni an zu brennen und ich stürzte mich erstmal in einen Monat voll Protest. (Der übrigens immer noch anhält und über den ich auch gerne mal mehr schreiben werde.) Aber endlich habe ich wieder dieses Kribbeln in den Fingern. Merkwürdig auch, wie das sich ankündigt, wie ich immer wieder öfters in Backend wechsele, nur um mir die Statistiken anzusehen, wie ich darüber nachdenke, zu schreiben, ohne es wirklich zu tun, wie ich dann unwillkürlich auf den Link zum Backende klicke, nur um jetzt darüber zu schreiben, dass ich wieder Lust habe, zu schreiben. Und so was kann man ja einfach &#8220;meta&#8221; nennen, es kursiv setzen und anfangen. </em></p>
<p><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2009/11/nichtnurgluehwein.jpg" alt="nichtnurgluehwein" title="nichtnurgluehwein" width="756" height="242" class="aligncenter size-full wp-image-2508" /></p>
<p>Hier im Osten wird es viel zu früh dunkel. Ich werde mich daran wohl nie so richtig gewöhnen, genauso wenig wie da hier sein soll und dort da. Aber nicht umsonst komme ich aus dem Land, das den Mörtel für den großen Turm zusammen mischte. Fast unvorstellbar, zurückzukehren. Hier ist eine gute Fliehburg, ein sicherer Hafen für das Luftschiff während des Winters.<br />
Aber ist hier &#8220;Zuhause&#8221;? Ein Ort, der dir immer noch so fremd ist? Glaubst du überhaupt daran, dass du je ein Zuhause haben wirst? Ist es nicht eher so, dass dein Leben ein ewiges Roadmovie sein sollte? Hast du dir die Flucht vor der Apokalypse nicht auf die Fahnen geschrieben? Sesshaft werden ist für Menschen, die an die Ewigkeit glauben.<br />
Poetische Landschaften entfalten sich vor meinem geistigen Auge, und ich weiß nicht, wie ich sie beschreiben soll, ohne sie zu zerstören. Einfache Worte können unglaublich glücklich machen, sie können aber auch der vernichtende Strahl des Todessterns sein, der Planeten in Milliarden Stücke zerspringen lässt wie billiges Porzellan. An der Bushaltestelle atme ich &#8211; wieder einmal, jene Luft ein, die nach Winter und Frost schmeckt und frage mich, wann er wohl endlich kommt und dieser Stadt einen weißen Mantel anlegt. Vielleicht habe ich ihn auf vertrieben mit Fackel und Feder?</p>
<p>Wärme könnten wir gerade alle gut gebrauchen. Nicht nur Glühwein.</p>
<p><small><a href="http://www.flickr.com/photos/ethanlindsey/327409662/">photo</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">cc</a> by <a href="http://www.flickr.com/people/ethanlindsey/">ethan lindsey</a></small></p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Trockendock</title>
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		<pubDate>Tue, 19 May 2009 07:54:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[Meta:blog]]></category>
		<category><![CDATA[Das Leben - das Biest]]></category>
		<category><![CDATA[Zeppelin]]></category>

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		<description><![CDATA[

Falls sich irgendwer wundert: Ich tu gerade so, als würde ich für mein Abschlussexamen lernen. Deshalb befindet sich das Zeppelin gerade im Trockendock, während ich mich mit Fächern wie Wildmangement, Waldwegebau und Waldgesellschaften beschäftige. Den Computer ganz wegsperren bringe ich nicht übers Herz - wie sollte ich auch sonst meine Fortschritte und meinen Frust ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2009/05/trockendock.jpg" alt="trockendock" title="trockendock" width="750" height="148" class="aligncenter size-full wp-image-2327" /></p>
<p>Falls sich irgendwer wundert: Ich tu gerade so, als würde ich für mein Abschlussexamen lernen. Deshalb befindet sich das Zeppelin gerade im Trockendock, während ich mich mit Fächern wie Wildmangement, Waldwegebau und Waldgesellschaften beschäftige. Den Computer ganz wegsperren bringe ich nicht übers Herz &#8211; wie sollte ich auch sonst meine Fortschritte und meinen Frust twittern?<br />
Klickt euch einfach mal durch meine Blogroll, wenn euch langweilig ist oder stöbert im Archiv. Oder geht raus an die frische Luft und atmet tief durch.</p>
<p>(<a href="http://www.flickr.com/photos/spiderpop/2356188993/">Photo</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/deed.en">cc</a> by <a href="http://www.jeffreykeen.com/">Jeff Keen</a>)</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.joeladami.net/?flattrss_redirect&amp;id=2326&amp;md5=b030c4ea59eafc77728befba66a64c7e" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wolkendecke</title>
		<link>http://www.joeladami.net/2009/03/12/wolkendecke/</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Mar 2009 17:59:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[Project:SEELE]]></category>
		<category><![CDATA[A²]]></category>
		<category><![CDATA[Zeppelin]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich liege auf meinem Bett, starre in den grauen Himmel und träume mit offenen Augen von einem traumlosen Schlaf.
Ich bin müde, so müde. Schon die ganze Woche. Als habe mir irgendetwas allen Lebensmut geraubt. Heute gab es einen kurzen Gonzomoment, während dem ich mich besser gefühlt habe, Lust auf psychoaktive Drogen und eine uralte ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich liege auf meinem Bett, starre in den grauen Himmel und träume mit offenen Augen von einem traumlosen Schlaf.<br />
Ich bin müde, so müde. Schon die ganze Woche. Als habe mir irgendetwas allen Lebensmut geraubt. Heute gab es einen kurzen <em>Gonzo</em>moment, während dem ich mich besser gefühlt habe, Lust auf psychoaktive Drogen und eine uralte Schreibmaschine gehabt hätte und sicherlich einen verrückten Text produziert habe.<br />
A² wirkt immer noch wie eine starke Droge, ein Seelenopiat. Irgendeine Drüse in meinem Gehirn oder zwischen meinen Gedärmen hat sich in eine hochempfindliche Antenne entwickelt, mit denen ich, wenn sie sich, und das tut sie noch immer viel zu oft, vegetativ-selbstständig aktiviert, ihre Signale auffange, jedes Auf- und Ab ihrer Brust, jeder Herzschlag, und ich habe nicht die Kraft, mich gegen die Bilder zu wehren, die in meinem Kopf wuchern wie Geschwüre. <em><a href="http://www.joeladami.net/2009/02/04/tumor/">Ich habe einen Tumor in meinem Kopf. Zumindest einen metaphorischen.</a></em>. Manchmal, im Halbschlaf, habe ich die gleichen Wahnwunschvorstellungen wie vor jenem verhängnissvollen Donnerstag, der &#8220;eigentlich ein toller Tag&#8221; war und dennoch alles auf den Kopf stellte, was davor war. Ich wünsche mir dann nichts mehr als wieder in dieser <abbr title="Ich träume seit zwei Nächten den gleichen Traum. Ich sitze immer in einer Bar irgendwo im Norden des Landes, mehr eine Hütte als wirklich ein Haus. Und sie hat auch immer irgendwie damit zu tun. Ihre Rolle ist diffus. Heute Nacht hat sie mir einen Marijuanatee serviert. Mit Teebeutel. Alle drei Minuten unterbricht mich mein Wecker, ich schwöre mir, die nächsten drei Minuten von was anderem zu träumen, wie ich vor 2 Millionen Menschen als Präsident der Erde vereidigt werde oder den Ehrenoskar für mein Lebenswerk entgegennehme. Ich sehe all diese Bilder vor meinem geistigen Auge, aber sobald ich mein Unterbewusstsein für einen Augenblick walten lasse, bin ich wieder im hohen Norden in dieser gottverdammten Hütte.">Hütte zu sein, im hohen Norden, wo A² mir einen psychoaktiven Tee serviert hat.</abbr></p>
<p><code>Allein im Zeppelin. Klaustrophobie macht sich in den weiten Sälen breit.<br />
Der Himmel ist überall grau. Und du bist den Menschen noch zu weit entfernt, um unter die Wolkendecke zu tauchen. Du musst warten. Ausharren. Das letzte Mal, als du versucht hast, zu landen, war der Himmel voller Blendlichter, auf dass du das <abbr title="(February 27th, 2009 at 6:58) Thierry Says: Hier unten stehen deine Freunde mit Fackeln in der Dunkelheit, jede Nacht, damit du den Weg zurückfindest wenn es dir da oben irgendwann zu einsam werden sollte.">Leuchtfeuer deiner Freunde</abbr> nicht erkennen konntest. Leise zischte ein einzelner Feuerwerkskörper an der Gondel vorbei, ohne Schaden anzurichten. Sogleich hast du alle Hebel in Bewegung gesetzt, die das Luftschiff höher fliegen haben lassen.<br />
Ja, das ist Flucht, aber hast du je etwas anderes getan als flüchten?<br />
Hier oben ist es still und einsam. Keine Vögel. Keine Menschen. Keine Sorgen.<br />
<a href="http://www.joeladami.net/2009/02/27/leinen-los/">Nur ein Mann und sein Luftschiff.</a><br />
</code></p>
<p>Langsam wird es dunkler. Meine Augen sind immer noch nach oben gerichtet, zu dem Dachfenster, der Wolkendecke, dem Himmel, der keiner ist, dem <a href="http://www.neubauten.org/en-disca-10-02.html">unsichtbaren privaten Zeppelin</a>, dem tausendantennigen Funkturm, der da irgendwo in D. oder manchmal auch in N. wandelt und seine schrecklichen Signale aussendet, die zu empfangen nur ich in der Lage bin. Ja, Dunkelheit, lege dich auf mich, hülle mich ein und bedecke mit mit dem Regen.<br />
Das Wetter in diesen Tagen ist so ziemlich das einzige, was mich am Leben hällt, denn graue Wolken sind zumindest nicht für ihr Lachen bekannt. Vielleicht sollte ich mich in ein Dampfbad setzen und versuchen, alles Bedrückende aus mir heraus zu schwitzen und die dickflüssige, bräunlich glänzende Masse, die sich dann an meinen Körperhaaren sammeln würde, in ein Flakon tropfen lassen, um sie auf dem Gasherd stundenlang köcheln zu lassen, bis sie eingedickt ist und als psychoaktive Droge für schlechte Trips und Selbstmörder verkauft werden kann.</p>
<p><a href="http://www.neubauten.org/en-disca-07-02.html">Wir haben uns im Traum verpasst.</a></p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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