Drinnen/Draußen

Saturday, July 12th, 2008

Du schläfst nicht so, wie du schlafen solltest. Am Nachmittag nickst du ein, wachst Stunden später auf und fühlst dich den ganzen restlichen Tag wie in Watte eingepackt.
Und jetzt Pastis. Als wären die ganz normalen Einbildungen noch nicht genug, suchst du noch weitere Ablenkung im Anisschnaps. (Ich weiß nicht mal, ob das die richtige Bezeichnung ist. Was soll man zu einer gelben, dickflüssigen Materie sagen, die sich nur schwer mit Wasser vermischt und einen trüben gelblichen Nebel im Glas hinterlässt?)
Es schmeckt nach Lakritze, aber vielleicht ist es besser, nicht zu viel über Alkohol zu reden, da sich dann ja wieder jeder Gedanken macht, sich um deine Magenwände sorgt und überhaupt, was sollen die Leute denken?
“Se sollen denken, waat se wëllen, soot Kätt.”
Hörspielversionen von luxemburgischen Kinderbüchern. Schatten aus der Vergangenheit. Endlosband auf der Fahrt in den Süden. Immer geradeaus, Autobahn, Raststätte Autobahn, Autobahn, Tankstelle, Autobahn, durch die Nacht, Autobahn, Sonnenaufgang, Autobahn, Autobahn, Stahlflamingo, Landstraße, RiveGaucheoderRiveDroite?. Und immer die gleichen Geschichten.
Die Luft hier riecht fast gleich, fast kannst du diese seltsame Stimmung spüren, irgendwo zwischen Kind und Erwachsen werden, nie zufrieden, nie im Wasser, nie mit den Gedanken da. Und immer schwirren Geschichten umher, versunkene Schiffe voller Geheimnisse und japanische Kampfroboter.

Das ist alles nicht weit von hier und dennoch unendlich lange her.

Ich weiß nicht, was mich daran hat denken lassen. Es war ein grauer Abend, verbracht am Telefon mit I., die mich aus heiterem Himmel angerufen hat. Und so leben wir in irgendwelchen Studentenwohnheimen in die wir nicht gehören und erzählen uns von unseren Küchen und Pfannen und Sanitäranlagen.
Und wo findet das Leben statt? Darf ich Samstagabends in Marseille alleine vor meinem Laptop sitzen, Pastis trinken (Schon wieder! Was sollen nur die Leute denken!) und meine Gedanken niederschreiben? Oder müsste ich einsam durch die Straßen der Großstadt ziehen und mich dort mit Fremden betrinken, ohne Ziel, immer nur auf der Suche nach dem wahren Leben?
Was machen wir aus unseren Leben? Ist Leben arbeiten? Ist Leben nach der Arbeit, nach der Schule, nach der Uni? Findet das Leben nur in Bars und Diskos an Wochenenden statt? Lebe ich nur, wenn ich tanze und trinke und Sex habe? (Ich hatte “ficke” geschrieben, aber das war mit zu negativ.)
Ist Lebenszeit im Bus vergeudete Zeit? Wenn ich Zeitung lese, bin ich dann asozial? Ist es besser, auf einer Parkbank zu lesen als im Zimmer, nur weil die Sonne scheint?
Ist ein Telefongespräch besser als ein Chat? Sagt ein Brief mehr aus als eine Email? Was ist mit Fax? Sollte ich T. eine Postkarte mit meinen Einfällen schicken statt einer SMS?
Zählen virtuelle Umarmungen nicht?
Ist mein Blog nicht wichtig, weil es nicht “draußen” ist? Wenn ich im Park einen Eintrag schreibe, bin ich dann trotzdem nur virtuell unterwegs?
Darf ich meine Emails checken wollen, wenn ich heimkomme, aufstehe, schlafen gehe?
Ist Schlaf wirklich so wichtig?
Was ist besser? Eine Nacht in einer Disko oder eine Nacht vor der Schreibmaschine?
Wird ein Film besser, wenn ich ihn auf dem TV-Gerät ansehe und andere das auch tun?

Darf ich auch mal zu Hause bleiben, wenn ein tolles Konzert ist? Darf ich auch manchmal einfach nur müde und faul sein? Darf ich einen Abend mit Computerunsinn statt mit Tanzen verbringen?
Kann ich trotzdem voller Überzeugung sagen, dass ich gerne tanze und rausgehe und trinke und feiere und ich nicht antisozial bin?

Darf ich? Kann ich? Muss ich?

Das Leben findet draußen statt. Oder?
Alleine einen Artikel für die Wikipedia schreiben oder zusammen Thomas Gottschalk sehen?
In meinem Kopf ist immer Party.
Manchmal tanze ich, ganz für mich alleine, spiele Luftgitarre, ohne Zuschauer. Ist das schlechter als anders?
Da sind ja genug Stimmen, mit denen ich mich unterhalten kann.

Die Nacht ist jung und niemand weiß, was gespielt wird.
Der Tag ist alt und niemand weiß, woher die Lichter kommen.
Tote Sterne sagen nichts über die Zukunft.

Wollte ich nicht eigentlich über Ina schreiben, meine Ina, die mich nicht loslässt?

Auf einmal sind alle Zikaden still.

Fragen an die Veranstalter von blogdelux / Questions to the organisators of blogdelux

Tuesday, January 23rd, 2007

Für jene, die noch nicht wissen, um was es sich bei Blogdelux handelt: Die Einladung und die Wahrheit, Eine Antwort von Emmanuel, Entdeckungen auf der offiziellen Homepage von Vanksenmedia, Merkwürdige Einladungen und eine pikante Frage. Wem das alles zu viel ist, der darf sich die wunderbare Kurzfassung der Ereignisse in der blogbar durchlesen.

Dieser Post verreinigt einige Fragen an die Betreiber des angeblich nichtkomzeriellen “Bloggertreffen” blogdelux, das von der Marketingfirma “culture-buzz” organisiert wird. Diese Fragen sind teilweise nicht von mir selbst, sondern ich habe sie in den Kommentaren gefunden und finde es wichtig, dass sie gestellt werden.
Zuerst möchte ich allerdings noch ein Fundstuck zeigen, das wohl eine Antwort auf die Zwischenrufe gewisser Leute gibt, dass “blogdelux” angeblich ursprünglich eine Initiative von Bloggern war, die nichts mit culture-buzz zu tun haben und Anfang Dezember 2006 ins Leben gerufen wurde.
In dem französischsprachigen Blogverzeichniss mybloglog findet sich folgender Eintrag:
Blogdelux - Eintrag im Blogverzeichniss mybloglog datiert 10 November 2006.
Sehr merkwürdig, das. Für ein Bloggertreffen, dass angeblich im Dezember 2006 von Bloggern initiert wurde, existiert ein Eintrag vom 10. November 2006. Und die URL ist klar die eines gewissen Emmanuel Viviers, der ja nicht leugnen kann und will, zur Firma culture-buzz zu gehören.

Deshalb jetzt meine Fragen:

1. Wie lässt sich der Eintrag auf Mybloglog vom 10. November 2006 erklären, wenn Blogdelux im Dezember 2006 von Bloggern initiert worden ist, die überhaupt nichts mit culture-buzz zu tun haben?
2. WER sind die Leute, die nicht Blogger sind und Fragen zum Thema haben könnten, die Sie beantworten sollen?
3. Verfolgen Sie oder Culture-Buzz mit “Blogdelux” komerzielle Interessen? Und wenn nein, könnten Sie mir dies bitte erläutern?
4. Sind zu “Blogdelux.lu” auch Firmen, Firmenvertreter oder sonstige Personen eingeladen, die zu ihrem potentiellen Kundeskreis als Buzz-Marketingfirma gehören, besonders im Hinblick darauf, dass Sie Seminare über Blogs und Marketing angeboten haben und dies wohl auch wieder tun werden?
5.Es ist einfach, ein Weblog zu betreiben. Bei vielen Anbietern (eg. blogger.com, livejournal, usw.) geht das innerhalb von 10 Minuten und auch meine technikunbegabte Großmutter würde das mit ein wenig Geduld fertigbringen. Wieso müssen dann Professionelle auf ein Bloggertreffen kommen, wo, per Definition quasi NUR Menschen sind, die bloggen können, um den paar, die kommen, zu zeigen, wie das mit dem Bloggen funktioniert?
Ist das nicht ein klein wenig merkwürdig? Drängt sich da nicht im Kontext der von VanksenMedia für das ZUSAMMENBRINGEN VON FIRMEN UND BLOGGERN (co-)ORGANISIERTE “Bloggertreffen” die Frage auf, ob nicht auch Firmen/sonstige an komerziellen Blogs interessierte eingeladen sein könnten und die “Professionelle” für eben diese Menschen da sind?
6.Wenn Culture Buzz nur ein Gast ist, warum stellen sie sich gegenüber der Presse dann als GastGEBER dar??!
7.“Culture-buzz” ist eine Tochterfirma der “Vanksen Group S.A.” (ebenfalls ein privates Unternehmen aus dem Marketingsektor). Welches Interesse sollte ein privates Unternehmen (das ja im Gegensatz zu Organisationen wie z.B. “Caritas” Gewinn erwirtschaften muss, um existieren zu können), haben, ein paar Bloggern ein Kaffeekränzchen zu finanzieren und organisieren?
8.Wie kommt eine Firma, die unter anderem auch kostenpflichtige Seminare anbietet, auf den Gedanken, Bloggern kostenlos beizubringen, wie man “richtig” bloggt? Klingt das nicht ein wenig absurd und unglaubwürdig in ihren Ohren?

Questions to the organisators of blogdelux in english:
1. How can the entry at the website mybloglog from the 10th November 2006 be explained if blogdelux was initiated by bloggers who had nothing to do with culture-buzz?
2. WHO are the people, who are not blogger and that could have questions about the topic that you want to answer?
3.Do you or culture-buzz have commercial interest in blogdelux? If not, could you please explain this to me?
4. Are there people as for example companys invited to blogdelux who could be counted to your potential customers as Buzz-marketingcompany, especially that you organised comercial blog-seminars and are likley to do this in future?
5.It's very simple to use a weblog. Even my grandmother could do it. Why do you want to show the people on a blogger-meeting how to blog? Is there not poping up the question that there COULD BE some other people, in whom you have comcercial interests invited?
6.If culture-buzz is just a guest, as it was stated by one comment-poster in my blog, why does it displays itself as host?
7. Culte-buzz is a commcercial company. What interest should it have to organise a private blogger-meeting if not commercial one's?
8.Why does a company that is organising commercial seminars for blogging comes up with the idea to teach bloggers free of charge how to blog? Doesn't that sound absurd?

I want answers. Before January 27th.

Ich will Antworten. Vor dem 27. Januar.
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