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Cologne, after all

Tuesday, October 16th, 2007

(0710152005-Cologne)Da war sie wieder, die grösste Bahnhofskapelle der Welt. Und ich sitze davor, kaum 300 Meter Luftlinie von meiner Residenz von vor 3 Wochen (oder waren es vier?). Ich mag die Stadt, aber heute ist sie unheimlich. Von L. keine Spur. Es ist ja auch ein leichtes, in einer Millionenstadt wie dieser unterzutauchen. Ich bin in Starbucks und versuche, dieses merkwürdige Gefühl, das in meinem Bauch herscht, mit süssen Deuck und etwas, das früher wohl mal Kaffee gewesen war, zu bekämpfen. Ob ich sie nochmal anrufen sollte?
Starbucks ist ein wenig so wie Dönerladen. “Für hier oder zum Mitnehmen?” Und auch das “Mit Sahne?” klang für mich ein wenig wie “Mit alles?”. Ein süsses Mädel betritt den Laden. Sie setze sich an seinen Tisch und die beiden begannen eine Romanze.
Habe auf dem Hinweg quasi pausenlos in “Naked Lunch” gelesen. Macht einen verrückt. Ich frage mich, ob ich je etwas verrückteres gelesen habe. Vielleicht macht es auch krank? Ich kann keine Paranoia gebrauchen. Habe ich erwähnt, dass hier andauernd irgendeine Lennon-Platte läuft?
Das Mädchen ist weg. Ich sah noch ihren Schatten auf dem erleuchteten, aber trotzdem dunkeln Platz. Untergetaucht in der Grossstadt. Genau wie L. Du kannst mit dieser Niederlage nicht leben. Aber sowas von überhaupt nicht.
Was solls? In zwei Stunden flüchtest du wieder, nach Kopenhagen. Es gibt kein zurück mehr. Hier in Köln würdest du sicher irgendwen finden. Im schlimmsten Fall nach Rostock, und sei es nur über den Kupferdraht.
Du machst dich selbst verrückt. Oder dieses Gebräu bekommt dir absolut nicht. Was könnte man hier noch tun, nicht zu weit vom Bahnhof weg? Wieder ein liebes Mädchen, aber die vorhin war süsser. Wetten, dass sie verschwinden wird? Und?
Du musst dich peinlich nach vorne beugen, um es zu sehen. Und was siehst du?
Gar nichts. Im Starbucks verschwinden die Menschen einfach. Oder liegt es an der Stadt?
Dein blödes Geschreibsel bringt dich doch auch nicht weiter…
Es sind noch immer 2 Stunden, grob geschätzt. Wie wird wohl ein Schlafwagen aussehen? Europäer werden wohl immer mehr Komfort haben wollen als Japaner in Kapselhotels. Ein Mädchen kommt mit dem Fahrrad vorbei und du bemerkst, dass du jeden Sinn für die Realität verloren hast.
Los, raus, an die frische Luft mit dir!

teenage angst has pissed off well, I think

Tuesday, August 14th, 2007

Depressive Gedanken erleben, ohne welche zu haben. Ist es in der Dunkelheit gefährlicher? Wer weiß schon, was er wirklich denkt. Du willst doch auch nur Sex/ein Mädchen/jemanden, der dich verwirrt, um darüber schreiben zu können. Schwanger sein, die Angst davor und die wunderbare Welt der Schwerkraft. (Interpretiert das, sucker!)
In einem Raumschiff sitzen und ganz andere Probleme haben. Projektion der eigenen Wünsche nach Alpha Centauri. Welches ist der hellste Stern?

L. isn't a star anymore. No more light for the little dragon.

Der Zug entgleist, und man wird deine Stimme nie wieder hören. Schreiben aus Langeweile?
Dies ist der Sommer der Liebe. Wie oft hast du das schon gedacht? Und dann sind die Leute ausgewandert. Geht doch alle nach Kalifornien, Spanien, Neuseeland! Vielleicht sollte ein Drache zwischen diesen Hügeln bleiben. Es bleibt als Trost, einmal Paris gesehen zu haben. Und sei es nur der Untergrund. Das ist ein doofer Gedanke, und dennoch weiß niemand, was dich erwarten wird, welcher Stern als nächstes am Himmel aufgeht. Diese Züge sehen aus wie in Ostdeutschland, sagen sie. Eine Million grüne Punkte auf den Sitzen. Eine Million Ratten in New York. Facelifting à la Mayenne. Tu vas vomir, sagte er und nahm einen Zahnstocher. (Niemand wird das je verstehen!) Die Allmacht des Kapitals. Auf, auf, Genossen, marschieren wir in geschlossenen Reihen. Du solltest deinen Texten mehr Struktur geben!

Ruhig. Durchatmen. Bis 10 zählen. Eins, Zwei, Drei, Vier, Fünf, Sechs, Sieben, Acht, Neun, Zehn. 1,2,3,4,5,6,7,8,9,10.
Headbangen im Zug. Abrocken auf der Straße. Luftgitarre in der Kirche. Blub.
I.V.N. - alles neue Buchstaben. Und einer Idee dümmer als die andere. Bestätigt mich doch nicht noch in meinem Wahn! Nehmt Maschinengewehre und richtet sie gegen McDonalds! Nehmt Steine und schmeißt jedes gottverdammte Glasfenster der Banken ein! Schmeißt Molotovcocktails in die Börsen! Werft die Colaautomaten um! Auf, auf, schwarzer Block!
Der Zug riecht nach Suff! Und niemand glaubt nicht nachdem ich dies alles geschrieben habe.

Ich muss zurück in meine Höhle im Land der Metaphern und Metastasen der bildlichen Vorstellungskraft. Ich will an den Wurzeln horchen und hören, welcher Schmerz von der Oberwelt hierhin dringt. Das ist doch alles nicht wahr. Rosa Seifenblasen zerplatzen an den Dornen der Stäucher der Liebe. Wanna go for a ride? Fuck you!

Die Zeit, zu der alle drei Wörter ein »Fuck« oder »Kill« in meinen Texten vorkamen, sind lange vorbei. Ich brauche auch eine Liste mit Wörtern, die ich einmal verwenden will. Vielleicht animiert das ja. Ich meinen Hund auch Polly nennen. Aber es soll ein Rüde sein. Wer verwendet außer den Meldungen über vermisste und zugelaufene Tiere im Hausfrauenradio diese Begriffe?

Das ist etwas im Weg auf dieser Straße. Mein Leben ist wie ein Rollenspiel, und einen Quest kann ich einfach nicht beenden, weil mir allem Anschein nach irgendetwas fehlt. Die Fähigkeit, sich zu verlieben. Du hast es geschrieben. Du hast es tatsächlich geschrieben.
Eine weitere Blase zerplatzt.
Nicht meine Fruchtblase.

Vorbei

Saturday, August 4th, 2007

Und jetzt sind sie vorbei, die zwei Wochen Abenteuerspielplatz.
In deinem Bauch ein kleiner Stich, wohl ein Fünkchen Melancholie.
Und dir fällt kein Lied ein, was du jetzt hören könntest. Vielleicht »Muzzle«:

As all things must surely have to end
The great loves will one day have to part
I know that I am meant for this world

Die Sonne scheint. Beinahe möchtest du weinen.

Nacktschnecken. (in einer Welt ohne Jahreszeit)

Sunday, July 29th, 2007

Auf diesem Hügel sitzen und sich, einem merkwürdigen Impuls folgend, mit dem Kopf in Richtung Boden legen. Die Stadt steht Kopf und man hat das Gefühl zu fallen, obwohl man sicher liegt und die Kräfte der Schwerkraft einen sicher halten. Vertigo. Der Heimweg, mit Sigur Ros aus dem Paradies zurück in die Stadt. Die einsamen Laternen beleuchten das hohe Gras, das auf den Hügeln wuchert orange und gibt der Szenerie einen unwirklichen Schein.
Überall sind Nacktschnecken. Wieso überqueren sie die Straße? Es sieht aus wie in einem Film.
Darf die Realität nicht aussehen wie in einem Film? Muss immer alles so deutlich sein wie am Tag, so grell von der Sonne beleuchtet? Du bist doch auch eher ein Kind der Nacht?

Wieder wanderen deine Gedanken nach Paris. Du warst dort und hast es fast vergessen. Du warst genau zwei Stunden in der Stadt des Pendels. Im Untergrund, den Weg tastend, irgendjemanden fragend, der meinte, in Luxemburg wäre es legal, zu kiffen. Du hast ihn nicht berichtigt. Es ist gut, wenn die Menschen ihre Träume behalten. Es war dunkel, aber an den Mauern war Literatur. Oder hast du das alles nur geträumt? Du hattest keine Zeit, vor das Pendel zu treten und niederzuknien und endlich zu wissen. Bilder in deinem Kopf bauen sich auf und zerstören sich sobald sie ihren Zenit ereicht haben, wieder selbst, wie ein Kaladeidoskop der Herrlichkeiten in der Hölle.

Berührungen. Alles bloss geträumt? Du solltest morgen nach Krümmeln suchen. Aber was für Beweise wären das? Du bist dir nicht sicher, was in dir vorgeht. Alles ist vage, undefiniert. Ihr sitzt beide am Feuer, an der ewigen Flamme, die hier nicht einmal metaphorisch gemeint ist und du denkst, dass jetzt eigentlich der Moment wäre. Aber es passiert trotzdem nichts. Du bist zu feige, ihre Hand zu nehmen und zu gestehen, dass du gerne hättest, dass da etwas passieren würde. Und dann, obwohl du nicht einmal sicher bist, ob es nicht eine furchtbar dumme Idee ist, versuchen wollen, zu beweisen, dass es sich lohnt, zu hoffen. Die Sterne sind über dir, aber es gibt keine Hilfe. Diffuses Licht aus der Urzeit, nur dazu da, uns zu zeigen, wie klein wir sind.
Die Grillen singen, weil sie Sex haben wollen, nicht um zu zeigen, dass Sommer ist. Eine Welt ohne Jahreszeiten. NGE.

Nächtliche Wanderungen durch merkwürdige Konzeptgärten. Du möchtest fast stolpern, ohne genau zu wissen, was das auslösen würde. Gute Gespräche bei Sternenschein. Schreiben. So viel redest du übers Schreiben, dass du ganz vergisst, es zu tun. Und dann kommt ein Buch und bringt dich aus der Fassung, dass du eine Woche lang nichts liest. Du weißt nicht, wie lange es her ist, dass du so lange nichts gelesen hast. Und wieder bist du in deiner Kindheit, in der du tagelang gelesen hast, Bücher über Abenteuer, die du selbst hättest erleben wollen, die dir aber immer verwehrt blieben.

All die Leute tauchen wieder auf, teilweise scheinen sie die Erinnerungen verdrängt zu haben, teilweise ist es schön, immer noch gemeinsam daran denken zu können. Vater und Mutter spielen. Die Kindheit der Anderen. Erzählungen von früher, die sich anfühlen wie gezuckerte Fotographien mit Gelbstich. Technicolorschlittenfahrten, als das Farbfernsehen noch selten war. Elterliche Abenteuer, in der gleichen Reihe mit den Kindern von Büllerbö.

Was bleibt, ist das bittersüße Gefühl der Melancholie und des Versagens. Es wieder einmal nicht geschafft haben, den Kopf so zu leeren, wie es gut gewesen wäre. Metamechanik des Gehirngetriebes. Dieselpunkbiologie.

Schäume

Thursday, July 26th, 2007

Blub. Blub. Blub. Du magst dieses Wort. Wie ein Fisch. Blub. Into the White singt Kim Deal. Blub lässt dich die Dinge verdrängen. Du sagst es, wenn die Gedanken dir zu Kopf steigen und du merkst, dass sie zu lächerlich sind. Wenn deine Hände kribbeln und du dich nicht fragst, ob du jetzt einen Herzinfakt haben wirst.
Leuchtröhren aus der alten Eisenbahnwerkstatt mitgehen lassen. Die haben wir damals dort gefunden und spontan für eine Kunstinstallation benutzt. Ich glaube, so wird alle große Kunst geboren. Christo auf dem Weg zu seiner ersten Installation, lässt im Laden eine Rolle Geschenkpapier mitgehen.

Du hast vor einigen Tagen eine Schulkameradin aus alten Zeiten wiedergesehen, mehr aus Zufall. Und du hast dir mal wieder Gedanken gemacht, die du dann mit einem dicken »Blub« verscheucht hast.
Und dann träumst du von ihr. In deiner alten Schule, mit Leuten aus deinem jetztigen Leben. Und ihr. Komischerweise seid ihr euch ganz nahe. Sie sitzt zwischen deinen Beinen, ihr umarmt euch und ertragt doofe Kommentare von Aussenstehenden.

Du erinnerst dich nicht sofort an den Traum. Er taucht erst später einmal auf. Es ist seltsam.
Der Sommer verstärkt all diese Träume.

Ich hab mein Bett frisch bezogen. Wanna go for a ride?

Saturday, June 30th, 2007

Du hast deinen Pullover vergessen, also gehst du noch einmal zurück, um ihn zu holen.
Tür auf, schmaler Flur, Lift, Pullover nehmen, Lift, schmaler Flur, Tür zu. Sie fällt ins Schloß.
Du gehst wieder einmal gegen den Strom, blickst die Menschen, die da wohl gehen, um zu feiern, eher traurig an. In deinen Ohren spielt eine wilde Band. Auf dem Platz, den du mit der Kunst des seitlich-daran-Vorbeigehens überquerst, spielt ein Orchester. Einen Moment lang sind die Klänge synchron, dann wird daraus eine monströse Kakophonie.

Ehe du in den Bus steigst, siehst du ein Mädchen, das dir irgendwie gefällt und du sagst die selbst, dass du sie anlächeln willst. Nur um ein Lächeln zurück zu erhalten. Oder auch nicht. Aber die Gewissheit, über deinen eigenen Schatten gesprungen zu sein. Ein Erfolgserlebniss an diesem Abend.

Ihr steigt beide ein. Sie setzt sich zu ihrem Freund, der schon im Bus saß und fängt an, ihn wild zu küssen.
Als du danach auf dem Bahnhof im Regen stehst, macht dir das nichts mehr aus. Du könntest dich ins Trockene stellen, aber du brauchst das nicht mehr. Es ist nicht einmal mehr nötig, den Pullover anzuziehen.

Life on other planets is difficult
so difficult.

winterlong

Thursday, June 28th, 2007

Körperlich müde. Ohne etwas getan zu haben. Es ist tagelang weiß.
Schlafen? Ausschlafen, endlich mal? Ich fühle mich, als hätte ich wochenlang nicht geschlafen, obwohl ich ganz genau weiß, dass das Schwachsinn ist. Ich möchte um 6 aufstehen und mir ein Frühstücksei gönnen können. Eingemachte Erinnerungen und Buchdeckelsuppe. Dies ist keine Pfeife. Noch 4 Stunden. Zwei Wochen Ungewissheit. Die große Freiheit. Der Kreislauf beginnt von Neuem. Noch zwei mal, dann kocht das Wasser über und wir tanzen Tango. Der Unendliche Stringtanga im Angesicht Gottes. Die Pyramide von E. Der heilige Gral steht im Heimatkundemuseum. Alte Gemäuer, baufällig, ein Abenteuerspielplatz für den jungen Marx. Die Lieder der Revolution ständig im Ohr. Ich finde es halt entspannend, wenn Leute mit rostigen Kettensägen auf alte Fässer hauen und laut teilweise laut schreien. Kriegshelden, die die Stadt nie betreten haben. Ich fahre selbst mit dem Panzer. Ich schiesse selbst auf Unschuldige. Ich drücke den Knopf für die Atombombe. Ich befehle den Tod von Millionen. Ist denn letzendlich nicht alles nur ein Spiel? Was wieder heißt, dass auch alles real ist, was bloss Spiel war. Weltraumschlachen in frühster Kindheit. I was a star wars kid. Schleimfressende Monster, die in Sateliten hausen. Durch Star Trek wurde ich zum Pazifisten. Captain Kirk war ein Weiberheld.
In der Matratze versinken und an nichts mehr denken. Alles ist tagelang weiß.

Merkwürdig

Monday, June 25th, 2007

Du gehst durch den Regen und mit einem Male fällt dir auf, dass es dir nichts mehr ausmacht, nass zu werden. Du fragst dich kurz, ob du taub für Empfindungen geworden bist und entschliesst dich dann, diesem Thema lieber nicht auf den Grund zu gehen.
Eine kurze, hastige Begegnung. Wieso lässt du sie nicht einfach an die vorbeilaufen? Wäre das nicht unendlich einfacherer gewesen? Ein merkwürdiger Blick. Du nimmst nicht einmal die Kopfhörer aus dem Ohr, um mit ihr zu sprechen. Rennen, den ganzen Tag Rennen. Von A nach B, von A nach B, aber weswegen? Alles ist leer und dunkel.Was ist das in deinen Ohren? Nur Druck? Oder doch ekliges Krabbeltier from outer space? Es gibt heute keine Antworten. Heute war nicht einmal ein schlechter Tag. Alles ist vage, schwammig, mit einem feinen Nebel aus grauem Niesel überzogen. Manchmal möchtest du ein Wal sein. Der Regen stört dich nicht mehr.

Es gibt Momente, da atmest du so tief, dass du Angst hast, dein Bauch würde platzen.

Am Anfang

Wednesday, June 20th, 2007

Alle Krüge brechen. Es rieselt langsam dicke Ascheflocken, die sich ungleichmässig auf der schwarzgrauen Straße verteilen. Wie eklige Schneeflocken der Unterwelt.
Du bist wieder am Anfang. Der Sand ist in deinen Händen zerronnen. Und immer wieder die Frage: »Wieso ich? Wieso ich? Wieso kann ich nicht einfach einmal Glück haben?«
Und trotzdem denkst du, das Leben sei schön.
Ist das alles Blödsinn? Fußspuren in der Asche. Gelbe Blütenblätter auf dem Asphalt. Ein alter Mann beginnt, die Asche, die auf seine Treppe gefallen ist, mit einem altertümlichen Besen zu fegen. Er hat ein faltiges Gesicht. Und du fragst dich, wie sein Leben ausgesehen hat. Und was du erzählen kannst, wenn du erst einmal so alt bist wie er. Du willst nicht alt werden. Du willst aber auch nicht so sterben. Ficken Venedig sehen und sterben.

Irgendwann wird dein Tag kommen, rufen sie alle im Chor. Freiwillige vor, und alle treten einen Schritt zurück. Als ob du ein Drache wärst, den niemand lieben könnte, weil er alles verbrennt. Herzsprung. Kalle Blomquist der Meisterdetektiv. Am Samstag kam das Sams zurück. Das kleine Gespenst. das Tiger-Team und der Totenkopf-Helm. Antoine Blancpain, Collégien. Neon Genesis Evangelion. Heilsversprechen in Kinderbüchern.Ich höre nur noch Mittelwelle. Klingt wie früher, in meiner Jugend, möchte der alte Mann sagen, der aber dann merkt, dass es seine eigene Asche ist, die er da fegt.

Der Traum, der nie einer war, fällt zusammen wie ein Haus aus Legosteinen. Du bist wieder am Anfang.
Oder doch um eine Erfahrung reicher?

lookin' back

Wednesday, June 13th, 2007

Du hast gedacht, du könntest das merkwürdige Gefühl in deinem Bauch, diese Mischung auf Enttäuschung und Wut über dich selbst, einfach so verdrängen.
Doch hier, an diesem Bahnsteig kommt alles wieder. Umarmung, Abschied und dann bist du mit einem glücklichen Gefühl gegangen, hattest dir selbst gesagt, du solltest dir nicht zu viele Hoffnungen machen. Im Zu dann «Safe from Harm» gehört.
I was lookin' back to see if you were lookin' back at me
To see me lookin' back at you

Das schlechte Gefühl kommt wieder. Was, wenn du ihr begegnest? Sagen, du hättest keine Zeit. Was stimmt. Trotzdem: eine peinliche Situation, vor allem: Schock. Und der Wahrheit ins Gesicht sehen, wissen, wie man selbst reagiert, wie tief die Wunde wirklich ist. Eine Tauchfahrt ins Ungewisse, die du nicht unternehmen willst, nicht einmal mit Jacques Cousteau an Bord. Du stellst dir die Frage was schlimmer wäre: sie alleine oder in Begleitung.

Aber du begegnest ihr nicht, jedenfalls nicht im Bahnhof. Die Sonne scheint und du willst keine Musik hören. Alleine sein in der Masse, die umherwuselt, schlendert, den Tag genießt, sich nicht so fühlt wie du. (Woher willst du das wissen?) Ohne jemanden zu begegnen. Die Stadt ist voller asiatischer Touristen. Wie war das nochmal? Alle Japaner sind in Wahrheit immer öfter Chinesen? «Blödsinn», denkst du und gehst weiter. Alles scheint mit Erinnerungen behaftet, und was keine Erinnerung enthält, ist ein möglicher Treffpunkt.

Als ob sie nur auf dich lauern würde. Das sind doch alles nur Hirngespinste. Und trotzdem: Du bist nicht bei der Sache, musst ein paar mal warten, bis die Ampel auf Grün umspringt. Sonst hast du immer Glück. Oder läufst einfach bei Rot über die Straße. Heute aber bist du verletzlich, in Gedanken versunken und kannst dich auf nicht viel anderes konzentrieren. Vielleicht ist das auf die eine Art und Weise ein Weg, damit fertig zu werden, obwohl du dich selbst fragst, womit du denn fertig werden musst, denn eigentlich ist ja überhaupt nichts passiert, auf der anderen Seite weißt du selbst insgeheim, dass es dir gefällt, dich im Dreck deiner «Trauer» oder wie man auch immer dieses «Schlecht fühlen» nennen soll, zu suhlen.

Die Gedanken fliegen nur so, aber leider ist ihr Flug eine enge Kurve um dieses eines Problem, für das es keine Lösung gibt und bei dem man nur auf den Kopf hören und auf die Zeit hoffen kann.