Archive for the ‘Project:SEELE’ Category

eigentlich fängt der spaziergang gerade erst an…

Sunday, January 6th, 2008

wie sich herausstellte habe ich wohl doch etwas abstraktere kompetenzen was die welt der literatur anbelangt..bei diesem satz handelt es sich um einen euphemismus, ein ergebnis unbeholfner auto-manipulation…eigentlich möchte ich mich hier nur ansatzweise eloquent auskotzen..soviel zu meinem schreiberischen talent..schon komisch.. dass man sich die frage stellt ob freundschaft wirklich daraus besteht einem freund einen platz in der virtuellen welt zu schaffen damit jener sich einbilden kann er sei nicht allein.in diesem fall würde ich diese frage mit ja beantworten.einen grossen dank an joel..bin derzeit in einem zustand der teilweise aus professionnellem krampf und einer mir zeitweise unerklärlichen offenheit besteht..liebe deinen nächsten so wie dich selbst..sticht eine gewisse wahrheit dahinter? ich bringe es nicht fertig meine gedanken in einem heft festzuhalten da es mir so sinnlos scheint es nur für mich selbst zu schreiben und doch bin ich in keinsterweise davon überzeugt dass die welt auf meine literarischer ergüsse gewartet hat. eigentlich hab ich nur angst mit mir allein zu sein…wie so oft geht es nicht um die physische präsenz eines zweiten sondern darum zu wissen dass..ja…spaziergang…ein wort das nicht gerade wie massageöl langsam einen wunderschönen weiblichen oberkörper entlangt rinnt..es illustriert trotzallem meiner bildlichen vorstellung des lebens..es handelt sich hierbei auch nicht um das typische gassi ( hätte jemand die güte mir zu verraten wo solche ekelhaften wörter herstammen?) gehn mit dem kleinen kläffer..es geht mir um diesen prozess der kontinuierlichen beobachtung während der fortbewegung. es gibt momente in denen man sich niederlassen sollte..augenblick verweile doch du bist so schön.. goethe war schon n begabter knabe und verhilft mir sogar noch zu na auto-satire da ich mich noch nicht wirklich mit der situation zu recht finde und den schritt noch nicht wage mich selbst ernst zu nehmen.. dieses sich-zeit-nehmen und den moment geniessen bereitet mir im moment grosse probleme..das s-z auf der tastatur zu finden übrigens auch..suche EIGENTLICH ( hätte jemand ein patent für dieses wort, würde ich wohl für jenen die erhabenste geldquelle darstellen, die wörzter passen auch nicht zueinander aber ich bin müde und erlaubs mir halt…) nur einen weg um diese blockade los zu werden..und doch laufe ich sogar hier vor mir selbst weg…die wurzel des ganzen entsprang unintressanterweise leider in der schule..auch wenn ich es lange zu verstecken versuchte bin ich genauso auf der suche nach mir selbst wie alle anderen..und glaubte auch ein gewisses gleichgewicht erreicht zu haben ( gleichgewicht könnte in diesem fall schon fast als wortwitz gehandelt werden, wüsste jeder potentielle leser dieses blogs dass die autorin auf dem gebiet der anorexie gewisse erfahrungen sammelte, ob diese nötig waren oder doch eine weniger tragende rolle spielten sei zu diesem moment dahinn gestellt).wenn man schulisch gesehn zu spät merkt dass man sich in die falsche richtung bewegt und es zu diesem moment leider kein zurück gibt stellen fakten leider eine grosse belastung dar..ein halbes jahr und dann könnte dieser eine schritt getan sein und doch stellt er für mich momentan eine hürde dar deren überwindung sich ausserhalb meiner vorstellungskraft befindet…spielt die ablenkung sich jedoch auch noch in einem bereich ab den man als konstruktiv, produktiv oder was immer bezeichenen könnte wird es kompliziert…das bedürfnis diese einmal noch mal eine kleine etappe zu überspringen scheint zu feigen motiven zu entstammen…ich werde es versuchen..da sind noch viel zu viele wege die ich noch nicht gegangen bin die vielleicht nicht auf mich warten, die ich jedoch beschreiten möchte..womit ich bei einer ganz anderen frage angelangt wäre: woher kommt diese hoffnung oder dieses ständige bedürfnis neu anfangen zu wollen und zu glauben dass da nicht undedingt was grosses und doch was positives auf einen wartet? natürlich kann man keine städte errichten in denen nur gleichaltrige menschen herumlaufenund einem der blick in die zukunft als schutzmassnahme verwehrt wird und doch macht es mir manchmal angst das schicksal einzelner menschen mitzubekommen..ich spreche nicht vom freund des freundes der freundin der an ner überdosis krepierte sondern von jenen menschen die irgendwann verlernt haben zu leben..carpe diem..ja..dieser spruch provoziert einen gewissen brechreiz vor allem wenn jene leute ihn benutzen die weder die bedeutung darin sehen, noch ein einziges weiteres lateinisches wort kennen und trotzdem stolz sind dass sie diese beiden nach häufigem anstarren behalten haben..auf der einen seite hat dieser imperativ einen sehr nervenaufreibenden nachgeschmack und doch kann man ihn mit dem bild des spaziergangs in verbindung setzen..es ist unmöglich jeden tag vollends mit allen sinnen und vorzeigbaren resultaten zu erleben und doch kann man sogar unproduktiv produktiv beim nicht agieren agieren..dies ist mein ziel…es gilt sovieles wahrzunehmen bevor es sich langsam auflöst…

In the shadow of the war propaganda machine

Friday, December 21st, 2007

Ich sitze im Schatten der großen Kriegspropagandamachine, sammele leere Patronenhülsen und stelle sie wie russische Puppen ineinander. Ist mein Leben wie diese Schalen? Ineinander verschachtelte Hüllen einer einst tödlichen Mischung? Irgendwo spielt ein schlechter Pianist auf einem ungestimmten Flügel Weihnachtslieder. Ich war schon einmal an diesem Ort. Déja-Vue ohne Déja. Ich überlege, ob es Hitze oder Kälte ist, die mich umbringt. Meine Gefühle kleben an mir wie ein schweißnasses, braunes T-Shirt. Ob es mir besser geht, wenn ich meine Gedärme an einer langen Angelschnur aus mir rausziehe?

Diese Maschine macht mich verrückt. Irgendwo liegt ein automatisches Gewehr.
Es ist entsichert, nur für den Fall, wo.
Wenn alle Stifte versagen, muss ich mit meinem Blut weiterschreiben. Aber oxidiert das Eisen darin nicht sofort? Die Türen schliessen zwei Minuten früher, luftdicht. Dann werden die Passagiere mit dem Geruch von billigem Essen betäubt, bis sie ihre Sünden gestehen und sich in neun Klassen (nach Dante) setzen. Es wäre wirklich schade um das Papier, wenn das Blut oxidieren würde. Braunes Geschmiere, ohne wirklichen Sinn und Zweck, und das alles, weil der Autor einen an der Waffel hat/sich keine Tinte leisten kann/das für ein nettes Motiv hält.
Die Iraner haben waffenfähiges Plutonium aus Zigaretten angereichert. Wie schlimm kann das sein, wenn wir nicht einmal Türen auf und zu machen können? In einem Radius von 2 Metern vom Epizentrum, Ground Zero, schmilzt alles zu Gold, meldet das Radio mit stoischer Beharrlichkeit. (Gibt es zu, du wirst “stoisch” nachschlagen müssen, ehe du publizierst!) Die Ketten der Maschine sind ruhig, aber sie wird weiterfahren. KA-BOOM, mein einziger Glaube. 92: die heilige Zahl. Alle Generäle sind Priester, der Gott ist kein rachsüchtiger, sondern bloß totbringend.

Ein Lichterfaden in der Dunkelheit. Sie testen neue Flugzeuge. Diesmal werden sie mich erwischen. ich muss mich meiner Därme entledigen. Ohne Verdauung riechen mich ihre Sensoren nicht. Die Idee für zukünftige Dikatoren: den Chip in sensibles Nevengewebe einpflanzen. Da helfen auch keine langen Nägel mehr.
Zurück zu mir. Ich spiele weiter mit den Patronenhülsen, wie ein kleiner Junge. Alles nur noch Symbole. Jede Begegnung birgt neue Hoffnung. An das Ende des Gespräches kommen. Antarktis. Der strahlenfreie Kontinent. Pinguinfleisch und Schmelzwasser. Das beste Essen der Welt, zubereitet von zwei Roboterhänden in einem Wohnwagen. Winnie Pooh war ein Gin Tonic. Wie, sie haben keinen Kirschsaft? Drecksäcke! Ich fackele die Bude ab!

Mir bröckeln Stücke aus der Nase. Rohes Muskelfleisch quillt aus meinem After. Die Machine hat mich von Innen aufgelöst, wie mit Säure. Ein Mann mit Stock rettet mich im letzten Moment. Es ist Gandalf, der Sänger dieser Popband, der ständig Kaugummi schluckt. oder habe ich ihn mit jemanden verwechselt? Pass auf, dass dir kein Horn as der Stirn wächst, sagt er zum Abschied. Ich prüfe jeden Tag im Spiegel, aber am Morgen ist das Licht so fahl, dass ich lieber nicht zu oft daran kratze. Elektrisches Blitzen. Sie werden die Bombe werfen, ich werde zu Gold schmelzen und ewig davon träumen, zwischen Grabsteinen zu küssen.

Eine Allee aus Obelisken. Gigantische Phalli, voller Symbole der alten Götter und Helden. Ich will einer von ihnen werden. Apotheose. Schmelzen zu Gold. Zwei Engel heben dich empor, formen dich nach dem goldenen Schnitt. Du bist Adonis, du bist Venus, du bist Herakles, du bist Odysseus. Du bist Tim und Yoda. Der Gang über den roten Teppich, dabei Blitzlichtgewitter. Jeder einzelne so hell wie eine Atombombenexplosion. Abbdrücle deiner Hände, Füße und Genitalien in Gips für den Walk of Fame. Er ist geothermiegeheizt. Alle knien vor dir nieder. Du erblickst unter ihnen auch Einstein und Hendrix, beide mit einer Fender Stratocaster. Zeichen und Gesten der Ehrfurcht überall. Zwei pausbäckige, nackte Engel mit kurzen Flügeln krönen dich mit einem Lorbeerkranz aus kristallisiertem Uran.

Als ich erwache, bin ich noch im Vollbesitz meiner Gedärme. Ich sehe nur Schatten. In der Ferne dröhnt ein Dieselmotor.

Ka-BOOM²

Friday, November 23rd, 2007

Ich habe heut Nacht tatsächlich geträumt, die Atombombe würde fallen. In den Medien hieß es, die drei Meter um den Einschlagsort herum würden zu purem Gold schmelzen.
(edit 11:58)
Der Traum ging ungefähr so. Es war soweit. Wir hatten alle davon gewusst, dass dieser Tag einmal kommen würde, aber nun war er da. Die Atombombe würde fallen. Auf E. Aus irgendeinem merkwürdigen Grund wollte ich zuerst in der Mitte der Explosion sein, die in meinem Kleiderschrank sein würde. (Soweit ich weiß zündet man Atombomben noch über dem Boden, aber das sei mal dahingestellt.) Die Medien teilten jedoch irgendwie mit, dass in einem Radius von 3 Meter um den Einschlagsort alles zu purem Gold schmelzen würde. Da dies nicht unbedingt meinen Wünschen entsprach, flüchtete ich in die Küche, wo ich auf einen der Männer stiess, die dabei sind, unser Badezimmer zu renovieren. Er wollte einen Kaffee, und ich musste ihm unsere Kaffeemaschine erklären, die im Traum eine dieser merkwürdigen Senseodinger war. (In Wirklichkeit besitzt besitzen wir sowas nicht. Trotzdem konnte ich ihm das perfekt erklären.)
Nachdem der Handwerker mir nicht wirklich geholfen hatte und auch die Küche sich nicht wirklich lange »sicher« anfühlte. Irgendwann landete ich in einem kirchlichen Bunker, dessen Wände holzgetäfelt waren. Er war quasi leer. Dadrin gab es noch einiges Geplänkel, wobei ich mich nicht mehr erinnere, worum es dabei ging.

Ja, Thierry, ich will eine Interpreation. Weil, da bin ich ja mal gespannt.

Nervensäge

Friday, November 2nd, 2007

Könntet ihr bitte aufhören, in meinem Gefühlen rumzustocheren wie in einer Schüssel, wo ihr die letzten Reste angebackenen Käses herauskratzt?
Hirnsäge - Kopfsäge
Ich hab genung davon, mir von anderen Leuten sagen lassen zu müssen, was ich fühle, was ich denke, was ich will.
Hirnsäge - Bombenalarm
Ich sage, dass es da ein Problem gibt, eine Überlegung, etwas, das mich beschäftigt.
Hirnsäge - Augensäge
Und ihr plant gleich Hochzeiten, Begräbnisse, Terroranschläge.
Hirnsäge - Bombenalarm
Ich weiß, dass ich nichts weiß.
Kopfsäge - Tagesschau
Aber ihr, ihr wollt wissen, was ich fühle?
Hirnsäge - Atemsäge
Ihr sagt mir, gib’s doch zu!
Fleischsäge - Sendeschluss
Und im nächsten Moment: Hat doch eh keinen Zweck
Kopfsäge - Hirnsäge - Bombenalarm
Ja nachdem, wie eure Laune ist.
Hirnsäge - Vitamin
Was bleibt? Bloggen anstatt erzählen.
Hirnsäge - Hirnsäge
(Als ob das ein Ersatz sei!)

Night Train

Monday, October 22nd, 2007

Der Nachtzug als grosses Ungeheuer in der Nacht. Du verlierst jedes Gefühl für Richtung oder Orientierung, da sie den Zug ständig herumdrehen. Ein langer, stöhnender, ächzender, metallischer Levitan frisst sich durchs Land. Wäre die Lokomotive nur mit Diesel betrieben gewesen! Das ganze hätte noch sehr viel martialischer gewirkt, mit dem Ständigen Auf und Ab der Kolben.
Die Sterne sind deine einzigen Begleiter, wenn die Maschine dich in deinem Bett herumwirft, du verwirrt aufwachst und dich verwirrt daran zu erinnern versuchst, wann dich das letzte Mal der Mittagsdämon heimgesucht hat.

Metawurm

Du bist zusammen mit fünf anderen Personen in diesem kleinen, schmalen Abteil. Jemand schnarcht. Eine Person kommt – wo auch immer sie die Nacht verbracht haben mag, zurück und du riechst eine ganze Stange gerauchter Zigaretten. Wie viel muss ein Mensch rauchen, um so nach Rauch und Asche und stinken? Erst nach fünf Minuten nimmt deine Nase nichts mehr wahr.
Verwirrt suchst du deinen Weg auf die Toilette. Da die grosse Behindertentoilette besetzt ist, musst du wohl oder übel die für „normale“ Personen aufsuchen. Hier schwebt ein Hauch von Urin in der Luft, vielleicht klebt er auch einfach vertrocknet am Boden. Du stellst dich seitlich vor das Klo, weil du dich hier nicht setzen willst und vor dem Klo kein Platz ist.
Auch eine neue Erfahrung.
Irgendwann in der Nacht hast du eine Sternschnuppe gesehen, deutlich wie schon lange nicht mehr. Nach kurzem Überlegen (und doch eigentlich sofort!) hast du dir einen Kuss von I. gewünscht. Ist dies nun ein Geständnis? Wenn überhaupt, dann war es eins, während der Folter der Maschine in der Nacht erzwungen. Die Grenze. Irgendwie bedrohlich, der lange Stopp, dazu deine irrationale Angst vor Passkontrollen. Du bildest dir ständig Bewegung ein, glaubst, das Arbeiten der Maschine zu hören. Aber welche Kolben sollen da langsam anlaufen, zum ewigen Kreislauf Ansaugen, Verdichten, Verbrennen, Ausstossen, wie Atmung, Verdauung und Reproduktion in einem. Die Maschine hat kein Sperma, keinen Uterus, und trotzdem fickt sie.
Und dennoch, das Schnaufen ging weiter. Vorbei an Windmühlen. Friedlich. Hoffnung im eisern Griff des Halbschlafes und des Keuchens dieses metallischen Wurms. Meta-ll. Metawurm. Meta für Meter.

Am Morgen dann, der eigentlich noch Nacht ist, fahrt durch urbanes und suburbanes Gefilde. Fast schon behutsam kriecht der Metawurm durch die Dunkelheit. Durch namenlose Bahnhöfe zwischen den grossen Städten, wo nur ein paar müde, vom faden Licht der Bahnhofsbeleuchtung merkwürdig in Szene gesetzte Frühreisende stehen, von grossem Abenteuer der Reise durch die Nacht verkündend. Mord im Orientexpress, Transsibirische Eisenbahn, Norddeich-Mole, Kopenhagen-Düsseldorf.
Zum Abschied winkt die Schaffnerin mit leichtem Akzent.

Photo cc by blogeescht

Kopenhagen 6

Thursday, October 18th, 2007

Die OST-Sessions für heute sind vorrüber. Die Dinge werden langsam konkret, es geht mehr und mehr ans “eingemachte” und ich freue mich wirklich auf morgen, wo wir wohl richtig heftig an dem Konzept des YOURCE-Netzwerkes und der dazugehörigen Webseite werkeln werden.
Und wieder einmal: Müdigkeit, totale Unfähigkeit, die Konferenz, Dänemark, die Leute hier und Kopenhagen für einen Moment zu verdrängen und mich auf andere Dinge zu konzentieren. Und dennoch sind diese Dinge in meinem Untergrund drin und brodeln irgendwo. Aber ich geniesse die Zeit, die Nähe zum Meer und Atmosphäre hier. Meine Sorgen werden noch früh genung zurück kommen.

Heute Abend geht es erst einmal nach Roskilde zu diesem Konzert. Da bin ich ja mal sehr gespannt.

Cologne, after all

Tuesday, October 16th, 2007

(0710152005-Cologne)Da war sie wieder, die grösste Bahnhofskapelle der Welt. Und ich sitze davor, kaum 300 Meter Luftlinie von meiner Residenz von vor 3 Wochen (oder waren es vier?). Ich mag die Stadt, aber heute ist sie unheimlich. Von L. keine Spur. Es ist ja auch ein leichtes, in einer Millionenstadt wie dieser unterzutauchen. Ich bin in Starbucks und versuche, dieses merkwürdige Gefühl, das in meinem Bauch herscht, mit süssen Deuck und etwas, das früher wohl mal Kaffee gewesen war, zu bekämpfen. Ob ich sie nochmal anrufen sollte?
Starbucks ist ein wenig so wie Dönerladen. “Für hier oder zum Mitnehmen?” Und auch das “Mit Sahne?” klang für mich ein wenig wie “Mit alles?”. Ein süsses Mädel betritt den Laden. Sie setze sich an seinen Tisch und die beiden begannen eine Romanze.
Habe auf dem Hinweg quasi pausenlos in “Naked Lunch” gelesen. Macht einen verrückt. Ich frage mich, ob ich je etwas verrückteres gelesen habe. Vielleicht macht es auch krank? Ich kann keine Paranoia gebrauchen. Habe ich erwähnt, dass hier andauernd irgendeine Lennon-Platte läuft?
Das Mädchen ist weg. Ich sah noch ihren Schatten auf dem erleuchteten, aber trotzdem dunkeln Platz. Untergetaucht in der Grossstadt. Genau wie L. Du kannst mit dieser Niederlage nicht leben. Aber sowas von überhaupt nicht.
Was solls? In zwei Stunden flüchtest du wieder, nach Kopenhagen. Es gibt kein zurück mehr. Hier in Köln würdest du sicher irgendwen finden. Im schlimmsten Fall nach Rostock, und sei es nur über den Kupferdraht.
Du machst dich selbst verrückt. Oder dieses Gebräu bekommt dir absolut nicht. Was könnte man hier noch tun, nicht zu weit vom Bahnhof weg? Wieder ein liebes Mädchen, aber die vorhin war süsser. Wetten, dass sie verschwinden wird? Und?
Du musst dich peinlich nach vorne beugen, um es zu sehen. Und was siehst du?
Gar nichts. Im Starbucks verschwinden die Menschen einfach. Oder liegt es an der Stadt?
Dein blödes Geschreibsel bringt dich doch auch nicht weiter…
Es sind noch immer 2 Stunden, grob geschätzt. Wie wird wohl ein Schlafwagen aussehen? Europäer werden wohl immer mehr Komfort haben wollen als Japaner in Kapselhotels. Ein Mädchen kommt mit dem Fahrrad vorbei und du bemerkst, dass du jeden Sinn für die Realität verloren hast.
Los, raus, an die frische Luft mit dir!

teenage angst has pissed off well, I think

Tuesday, August 14th, 2007

Depressive Gedanken erleben, ohne welche zu haben. Ist es in der Dunkelheit gefährlicher? Wer weiß schon, was er wirklich denkt. Du willst doch auch nur Sex/ein Mädchen/jemanden, der dich verwirrt, um darüber schreiben zu können. Schwanger sein, die Angst davor und die wunderbare Welt der Schwerkraft. (Interpretiert das, sucker!)
In einem Raumschiff sitzen und ganz andere Probleme haben. Projektion der eigenen Wünsche nach Alpha Centauri. Welches ist der hellste Stern?

L. isn't a star anymore. No more light for the little dragon.

Der Zug entgleist, und man wird deine Stimme nie wieder hören. Schreiben aus Langeweile?
Dies ist der Sommer der Liebe. Wie oft hast du das schon gedacht? Und dann sind die Leute ausgewandert. Geht doch alle nach Kalifornien, Spanien, Neuseeland! Vielleicht sollte ein Drache zwischen diesen Hügeln bleiben. Es bleibt als Trost, einmal Paris gesehen zu haben. Und sei es nur der Untergrund. Das ist ein doofer Gedanke, und dennoch weiß niemand, was dich erwarten wird, welcher Stern als nächstes am Himmel aufgeht. Diese Züge sehen aus wie in Ostdeutschland, sagen sie. Eine Million grüne Punkte auf den Sitzen. Eine Million Ratten in New York. Facelifting à la Mayenne. Tu vas vomir, sagte er und nahm einen Zahnstocher. (Niemand wird das je verstehen!) Die Allmacht des Kapitals. Auf, auf, Genossen, marschieren wir in geschlossenen Reihen. Du solltest deinen Texten mehr Struktur geben!

Ruhig. Durchatmen. Bis 10 zählen. Eins, Zwei, Drei, Vier, Fünf, Sechs, Sieben, Acht, Neun, Zehn. 1,2,3,4,5,6,7,8,9,10.
Headbangen im Zug. Abrocken auf der Straße. Luftgitarre in der Kirche. Blub.
I.V.N. - alles neue Buchstaben. Und einer Idee dümmer als die andere. Bestätigt mich doch nicht noch in meinem Wahn! Nehmt Maschinengewehre und richtet sie gegen McDonalds! Nehmt Steine und schmeißt jedes gottverdammte Glasfenster der Banken ein! Schmeißt Molotovcocktails in die Börsen! Werft die Colaautomaten um! Auf, auf, schwarzer Block!
Der Zug riecht nach Suff! Und niemand glaubt nicht nachdem ich dies alles geschrieben habe.

Ich muss zurück in meine Höhle im Land der Metaphern und Metastasen der bildlichen Vorstellungskraft. Ich will an den Wurzeln horchen und hören, welcher Schmerz von der Oberwelt hierhin dringt. Das ist doch alles nicht wahr. Rosa Seifenblasen zerplatzen an den Dornen der Stäucher der Liebe. Wanna go for a ride? Fuck you!

Die Zeit, zu der alle drei Wörter ein »Fuck« oder »Kill« in meinen Texten vorkamen, sind lange vorbei. Ich brauche auch eine Liste mit Wörtern, die ich einmal verwenden will. Vielleicht animiert das ja. Ich meinen Hund auch Polly nennen. Aber es soll ein Rüde sein. Wer verwendet außer den Meldungen über vermisste und zugelaufene Tiere im Hausfrauenradio diese Begriffe?

Das ist etwas im Weg auf dieser Straße. Mein Leben ist wie ein Rollenspiel, und einen Quest kann ich einfach nicht beenden, weil mir allem Anschein nach irgendetwas fehlt. Die Fähigkeit, sich zu verlieben. Du hast es geschrieben. Du hast es tatsächlich geschrieben.
Eine weitere Blase zerplatzt.
Nicht meine Fruchtblase.

Vorbei

Saturday, August 4th, 2007

Und jetzt sind sie vorbei, die zwei Wochen Abenteuerspielplatz.
In deinem Bauch ein kleiner Stich, wohl ein Fünkchen Melancholie.
Und dir fällt kein Lied ein, was du jetzt hören könntest. Vielleicht »Muzzle«:

As all things must surely have to end
The great loves will one day have to part
I know that I am meant for this world

Die Sonne scheint. Beinahe möchtest du weinen.

Nacktschnecken. (in einer Welt ohne Jahreszeit)

Sunday, July 29th, 2007

Auf diesem Hügel sitzen und sich, einem merkwürdigen Impuls folgend, mit dem Kopf in Richtung Boden legen. Die Stadt steht Kopf und man hat das Gefühl zu fallen, obwohl man sicher liegt und die Kräfte der Schwerkraft einen sicher halten. Vertigo. Der Heimweg, mit Sigur Ros aus dem Paradies zurück in die Stadt. Die einsamen Laternen beleuchten das hohe Gras, das auf den Hügeln wuchert orange und gibt der Szenerie einen unwirklichen Schein.
Überall sind Nacktschnecken. Wieso überqueren sie die Straße? Es sieht aus wie in einem Film.
Darf die Realität nicht aussehen wie in einem Film? Muss immer alles so deutlich sein wie am Tag, so grell von der Sonne beleuchtet? Du bist doch auch eher ein Kind der Nacht?

Wieder wanderen deine Gedanken nach Paris. Du warst dort und hast es fast vergessen. Du warst genau zwei Stunden in der Stadt des Pendels. Im Untergrund, den Weg tastend, irgendjemanden fragend, der meinte, in Luxemburg wäre es legal, zu kiffen. Du hast ihn nicht berichtigt. Es ist gut, wenn die Menschen ihre Träume behalten. Es war dunkel, aber an den Mauern war Literatur. Oder hast du das alles nur geträumt? Du hattest keine Zeit, vor das Pendel zu treten und niederzuknien und endlich zu wissen. Bilder in deinem Kopf bauen sich auf und zerstören sich sobald sie ihren Zenit ereicht haben, wieder selbst, wie ein Kaladeidoskop der Herrlichkeiten in der Hölle.

Berührungen. Alles bloss geträumt? Du solltest morgen nach Krümmeln suchen. Aber was für Beweise wären das? Du bist dir nicht sicher, was in dir vorgeht. Alles ist vage, undefiniert. Ihr sitzt beide am Feuer, an der ewigen Flamme, die hier nicht einmal metaphorisch gemeint ist und du denkst, dass jetzt eigentlich der Moment wäre. Aber es passiert trotzdem nichts. Du bist zu feige, ihre Hand zu nehmen und zu gestehen, dass du gerne hättest, dass da etwas passieren würde. Und dann, obwohl du nicht einmal sicher bist, ob es nicht eine furchtbar dumme Idee ist, versuchen wollen, zu beweisen, dass es sich lohnt, zu hoffen. Die Sterne sind über dir, aber es gibt keine Hilfe. Diffuses Licht aus der Urzeit, nur dazu da, uns zu zeigen, wie klein wir sind.
Die Grillen singen, weil sie Sex haben wollen, nicht um zu zeigen, dass Sommer ist. Eine Welt ohne Jahreszeiten. NGE.

Nächtliche Wanderungen durch merkwürdige Konzeptgärten. Du möchtest fast stolpern, ohne genau zu wissen, was das auslösen würde. Gute Gespräche bei Sternenschein. Schreiben. So viel redest du übers Schreiben, dass du ganz vergisst, es zu tun. Und dann kommt ein Buch und bringt dich aus der Fassung, dass du eine Woche lang nichts liest. Du weißt nicht, wie lange es her ist, dass du so lange nichts gelesen hast. Und wieder bist du in deiner Kindheit, in der du tagelang gelesen hast, Bücher über Abenteuer, die du selbst hättest erleben wollen, die dir aber immer verwehrt blieben.

All die Leute tauchen wieder auf, teilweise scheinen sie die Erinnerungen verdrängt zu haben, teilweise ist es schön, immer noch gemeinsam daran denken zu können. Vater und Mutter spielen. Die Kindheit der Anderen. Erzählungen von früher, die sich anfühlen wie gezuckerte Fotographien mit Gelbstich. Technicolorschlittenfahrten, als das Farbfernsehen noch selten war. Elterliche Abenteuer, in der gleichen Reihe mit den Kindern von Büllerbö.

Was bleibt, ist das bittersüße Gefühl der Melancholie und des Versagens. Es wieder einmal nicht geschafft haben, den Kopf so zu leeren, wie es gut gewesen wäre. Metamechanik des Gehirngetriebes. Dieselpunkbiologie.