Archive for the ‘Politik und Graswurzeln’ Category

G8 - Eine Zusammenfassung

Saturday, June 9th, 2007

Nun ist er also vorbei, der vor allem in Deutschland übermediatisierte G8-Gipfel in Heiligendamm.
Es gab reichlich Kritik - an dem Gipfel selbst wie an den Demonstrationen. Alles nur heiße Luft?

Die G8, also die Gruppe der Acht, das sind Kanada, Frankreich, Deutschland, Japan, Italien, Russland, das Vereinigte Königreich, die USA und die EU. Halt, irgendwie klingt das nicht richtig. Die EU ist nicht wirklich ein Land, hat aber trotzdem sogenannten «Beobachterstatus». Den hatte Russland vor seinem offiziellen «Eintritt» in die Clique, die sich übrigens «rein informell» trifft, ebenfalls. Aber nicht nur das klingt irgendwie komisch: Die Gruppe der Acht war ursprünglich mal die Gruppe der acht größten Industrienationen, gemessen am Bruttonationaleinkommen (BNE).
Nach diesen Regeln dürften Kanada und Russland aber gar nicht erst mitspielen: Sie sind von «Schwellenländern» wie die Volksrepublik China (4. größtes BNE) und Indien (Platz 10) sowie Spanien überholt worden.
Das interessiert bei den G8 aber scheinbar niemanden. Muss es auch nicht, denn die G8 ist ein Club ohne rechtliche Grundlagen, irgendwelche Verträge oder sonstige Abkommen. Es ist eigentlich genauso, als ob ich mich mit ein paar Freunden in einer Kneipe treffen würde und Entscheidungen treffen würde. Nur, dass das wahrscheinlich keine 100 Millionen Euro kosten würde.

Von diesen 100 Millionen Euro gingen alleine 15,4 Millionen für das Pressezentrum, das man in einer Metropole wie Kühlungsborn (7400 Einwohner) sicherlich auch in Zukunft dringend benötigt, drauf. Und damit auch ja keine kritischen Stimmen zu den mächtigen der Welt durchdringen konnten, wurde ein Zaun gebaut, der 12,5 Millionen Euro kostete. So ein Zaun kann man auch sicher immer gebrauchen. Vielleicht vermietet man ihn einfach an Globalisierungsgegner, die dann dort für den nächsten Gipfel in Japan trainieren können?
Die gute Nachricht: Es bleiben noch 72,1 Millionen für Schnittchen, 1100 Bundeswehrmitglieder als Bodyguards für die Mächtigen und hässliche Sitzgelegenheiten für den Fototermin.

Und wofür all dieses Geld? Für ein paar informelle Gespräche über Afrika, den Klimawandel, sogenannte «Schwellenländer», internationale Finanzmärkte und Produktpiraterie. Mal abgesehen davon, dass diese Probleme nicht von den G8 (alleine) gelöst werden können, sie viele davon auch selbst ausgelöst haben und gegenwärtig noch verschlimmern: Könnte man das nicht per Telefonkonferenz bereden?

Wieso braucht es einen gigantisch inszenierten Gipfel, der nicht nur Millionen verschlingt, sondern auch noch in realen, politischen Auswirkungen völlig nutzlos ist? Auf G8-Gipfeln werden keine Verträge geschlossen, und Entscheidungen, die gefällt werden, sind oft nur schwammige Formulierungen, die niemanden helfen, aber einen guten Eindruck machen sollen. Der Schein ist alles. Lächelnde Politiker, großartig klingende Versprechungen und Friede-Freude-Eierkuchen Stimmung überall. Kunststück, wenn man kritischen Journalisten die Akkrediation verweigert und sich die Demonstranten mit einem 12km-Zaun vom Leibe hält.

Die Behauptung, dass Probleme auf einem G8-Gipfel nicht gelöst werden können, stammt übrigens nicht von mir, sondern von der diesjährigen Gastgeberin: Kanzlerin Angela Merkel meinte ganz richtig, dass weit reichende Beschlüsse in Heiligendamm nicht möglich seien.
Herausgekommen ist auch nur der schwammige Beschluss, «ernsthaft in Betracht zu ziehen», die weltweiten CO2-Emissionen bis 2050 um 50 % zu senken.
2050, das ist in 43 Jahren. Vor 43 Jahren lag der globale C02-Ausstoß noch unter 335 Teilen pro Million Volumenanteil (ppm), heute liegt et bei 380 ppm. Wie der C02-Ausstoß 2050 aussehen wird, mag ich mir gar nicht ausdenken. Weltweit soll die Temperatur bis dahin um 1 bis 2 ° C steigen.

Neben Terrorismus wird nun die Produktpiraterie ein neuer Motor für die Realisierung von Orwells «Utopie» 1984: Ein internationales, vernetztes Zoll-Informationssystem soll zur Verhinderung der Produktpiraterie aufgebaut werden.

Dann wurde noch beschlossen, Medikamente für Afrika zu spenden. Ein Sprecher der Afrikanischen Union meinte, der Kontinent wolle sich für die Welt öffnen. Dabei liegt das Problem eher anders: Afrika exportiert seine Nahrungsmittel und importiert billigere, konkurrenzlose Produkte aus Europa. Die Produzenten können sich diese jedoch nicht leisten. Ein Großteil der hungernden Bevölkerung auf der Erde produziert Nahrungsmittel. Doch über so etwas spricht man wohl nicht auf dieser auf Hochglanz polierter Politshow, bei der eigentlich nur eins zählt: die schauspielerischen Fähigkeiten der Politiker. Und wenn, dann unternimmt man nichts dagegen, eher im Gegenteil.

Bush und Putin sprachen außerdem über die «interessante Idee», Abwehrraketen gegen den unsichtbaren Feind in Aserbaidschan zu stationieren und einen gesundheitsschädlichen Radar für die Zielerfassung zu benutzen.

Bei den Finanzmärkten konnte man sich nicht einigen und die «Schwellenländer» will man künftig mit einbeziehen. Eigentlich nett, auch mal mit der Wirtschaftsmacht China reden zu wollen. Ansonsten ist nichts entschlossen worden. Aber eine tolle Show haben uns die Politiker geliefert. Man versucht krampfhaft, die Herrscher der freien Welt zu spielen, was aus zwei Gründen nicht gelingt: das deutsche Grundgesetz, der Schengen-Vertrag usw wurden reihenweise außer Kraft gesetzt, um die Kritik am Gipfel klein zu halten und die G8 sind nicht mehr die Herrscher der Welt, auch wenn sie noch so gerne überall westliche «Werte» hätten.

Traditionell gibt es zu jedem G8-Gipfel sehr große Proteste. Diese begannen das Wochenende vor dem Treffen in Heiligendamm und wurden von den Massenmedien hübsch medial aufbereitet. Wenn es gerade keine süßen kleinen Eisbären gibt, so sorgen Steine werfende Autonome und Randale auch für Quoten. Wenn die Steine werfenden Autonomen nur eine Minderheit sind und der größte Teil der Proteste zumindest auf Demonstrantenseite friedlich verläuft, ist das zwar eine Verknappung der Tatsachen, aber im Fernsehen muss man halt verknappen.

Und Zeitungen haben heute kein Geld und Journalisten allem Anschein nach keine Moral mehr und kopieren hübsch Falschmeldungen der dpa. So zum Beispiel das Gerücht - oder sollte man sagen: die Lüge, ein Redner habe die Demonstranten zur Gewalt, ja, zum Krieg aufgefordert. Die dpa zitierte wie folgt: Wir müssen den Krieg in diese Demonstration reintragen. Mit friedlichen Mitteln erreichen wir nichts. Walden Bello, ein philipinischer Globalisierungsgegner hat sich jedoch mit Bezug auf den Irakkrieg folgendermaßen ausgedrückt:
Two years ago they said: Do not bring the war into the discussions. Just focus on poverty reduction. Well, we say: We have to bring the war right into this meeting. Because without peace there can be no justice.
Es dauert drei Tage, bis die dpa den Fehler korrigiert. Unzählige Zeitungen übernehmen den Satz und phantasieren sich teilweise einen Kontext drumherum. Stefan Niggmeier hat auf seinem Blog die Chronologie dieser Falschmeldung zusammengefasst.

Desweitern las man Nachrichten über säuresprühende Clowns, die Polizisten mit ihren gefährlichen chemischen Waffen anspritzten. Es stellte sich heraus, dass die Polizisten ein wenig Seifenlauge in die Augen bekommen hatten und deshalb ein Brennen in den Augen verspürten. Der Traum der brutalen Kampfclowns platzte wie die Seifenblasen, die die durchaus reale “Rebel Clown Army” im Rahmen ihres kreativen Widerstands auf die Polizisten pustete.

Die Krawalle, die es in Rostock gegeben hat, erscheinen in einem anderen Licht, nachdem herausgekommen ist, dass die Polizei offenbar Agents Provocateurs einsetzte, um die Stimmung unter den Gegner anzuheizen. Bei einer Blockade vor dem Zaun hatten mehrere Demonstranten verdeckte Ermittler in Autonomenkleidung, welche zur Gewalt aufriefen und sich aggressiv verhielten, als eben solche Agents Provocateurs erkannt und nach einigen Rangeleien der Polizei übergeben, welche diese in ihren Reihen aufnahm. Solche Agents Provocateurs gab es schon in Deutschland und auch beim Gipfel in Genua 2001 ist die Situation wegen solchen “Anheizern” eskaliert. Die Spezialeinheit Kavala, welche speziell zum Gipfel geschaffen wurde, dementiert die Vorwürfe. Die Staatsanwaltschaft Rostock jedoch erwähnt eine Anzeige.

Ich will jedoch keineswegs sagen, dass es nur Polizisten waren, die Steine in Rostock geworfen haben und die Steinwerfer auch nicht verharmlosen. Gewalt ist bei solchen Protesten eher kontraproduktiv und nützt eigentlich nur einem: jenen Orwell-orientierten Politikern, die ständig schärfere Überwachung fordern. Friedliche Blockaden, kreative und «lustige» Protestformen wie zB. die Rebel Clowns Army nützen mehr.

Der Gipfel und die Proteste hatten schon zu genügend Maßnahmen getroffen, bei denen man schon zweifeln kann, ob sie noch mit dem Grundgesetz oder dem, was wir allgemein unter einer Demokratie verstehen, vereinbar sind.

Am 9. Mai wurden 42 Gebäude in ganz Deutschland durchsucht, weil «Verdacht der Bildung terroristischer Vereinigungen» bestand. Gefunden wurde dabei nicht viel. Einige Anleitungen, Wecker, Uhren (sic!), Drähte und größere Feuerwerkskörper. Ich bin mir relativ sicher, dass man sowas auch in meinem Keller finden würde, mit Ausnahme vielleicht der Feuerwerkskörper. Einige Böller liegen aber sicher bei vielen Leuten um, die dadurch trotzdem keine Terroristen sind.

Ebenso unverhältnismäßig und überzogen wie die Durchsuchungen waren die Brieföffnungen in Hamburg. Dort wurde auch versucht, Internetcafébesitzer dazu zu überreden, Überwachungskameras in ihren Lokalen aufzustellen, um die Daten danach auszuwerten.

Es scheint fast so, als würde man sich nach Jahren des Wartens auf islamistisch motivierten Terror nun linksextremen Terrorismus wünschen, um endlich den totalen Polizei- und Überwachungsstaat einrichten zu können und alles mit der wunderbaren Begründung, es sei doch bloß für die Sicherheit.

Das Grundgesetz und insbesondere Recht auf Versammlungsfreiheit sowie der Schengener Vertrag sind offenbar Dinge, die man sich beliebig zurechtbiegen kann, wenn man erst einmal an der Macht ist. Die Versammlungsfreiheit rund um den Zaun wurde nämlich aufgehoben und der Schengener Vertrag für die Dauer des Gipfel aufgehoben, um Grenzkontrollen durchführen zu können.

Auch während dem Gipfel gingen die Menschen- und Grundgesetzverletzungen munter weiter: Die festgenommenen Demonstranten wurden in sogenannten Gefangensammlungsstellen, im Polizeijargon «Gesa» genannt gebracht, wo sie bei ständiger Deckenbeleuchtung in Käfigen gehalten wurden. Ihr Recht auf Rechtsbeistand konnten sie nicht wahrnehmen oder wurden teilweise nicht einmal darauf hingewiesen, dass sie solche Rechte besitzen.

Manchen Politikern scheint das noch nicht genug negativer Publicity für die «freie westliche Welt» zu sein, forderten doch Mitglieder der CDU/CSU, die Spezialeinheit GSG9, die eigentlich für die Terrorbekämpfung zuständig ist, gegen den «schwarzen Block» einzusetzen.

Man darf auch die Frage stellen, was die Demonstrationen bringen, vor allem in Verbindung mit den einseitigen Medienberichten. Eigentlich sollte eine Demo die Menschen über die Regierungen aufklären bzw. die Kritik an der G8 «an den Mann» bringen. Inhaltlich berichteten die wenigsten Medien, lieber wurde ausführlich über Rangeleien der Demonstranten mit der Polizei oder Verfolgungsjagden auf hoher See berichtet. Da die Gipfeltreffen schon seit längerem nicht mehr in großen Städten stattfinden, sondern weit abgelegen und diesmal auch noch von einem Zaun geschützt, dringt die Kritik nicht zu den Staatschefs durch. Eine richtig erfolgreiche Demonstration müsste so laut sein, dass Bush, Merkel und Co. ihr eigenes Wort nicht mehr verstehen und die Zuschauer inhaltlich erreichen.
Nichtsdestotrotz ist es wichtig, zu zeigen, dass nicht jeder mit diesen Regierungen, ihren Entscheidungen und Einstellungen zufrieden ist. Und in einer Demokratie drückt man diese Meinung eben nicht bloß durch wählen aus, sondern auch durch Demonstrationen oder sonstige öffentliche Meinungsäußerungen.

Was hat der Gipfel nun gebracht, außer ein wenig heißer Politik-Luft, 50.000 bis 80.000 Gipfelgegnern und einer Menge sehr fragwürdiger Repression gegen die Demonstranten?

Nicht sehr viel. Die Herrscher der «freien westlichen Welt» haben wieder einmal gezeigt, wie unwillig sie sind, sich Kritik zu stellen, haben eine perfekte Show mit viel Lächeln und Versprechungen abgeliefert, Bob Geldorf und Bono konnten mal wieder ein Konzert veranstalten, und nebst der linken und autonomen Szene meldete sich auch der Papst zum Gipfel zur Wort.

Der Gipfel war also fast so schön wie die Fußball-WM: ein Ereignis für die ganze Familie. Nur dass es diesmal keine Gewinner gab, sondern bloß Verlierer.

Venezuela und die Medien

Wednesday, May 30th, 2007

Erschreckend, wie sehr die Wahrheit über das, was in Venezuela passiert ist, verdreht wird:
Mit RCTV sei der letzte Privatkanal in Venezuela geschlossen worden (so deutsche Medien):
Richtig: Neben RCTV gibt es in Venezuela ein dutzend weiterer Privatkanäle z.B. Globovision und Venevision- weitaus größere Privatkanäle als RCTV. Auch wurde RCTV nicht geschlossen, die staatliche Sendelizenz wurde nicht verlängert. Deswegen kann RCTV immer noch über Kabel und Satellit senden.

Weiteres zum Thema auf indymedia und im Parteibuch.
Ich hatte es schon merkwürdig gefunden, dass gerade die Regierung Bolivar Sender schliessen sollte und deswegen Tausende von Studenten auf die Straße gegangen sein sollten. Aber die Welt ist nunmal nicht immer so, wie sie in 30 Sekunden-Ausschnitten gezeigt wird.

G8-Razzia im Blogklumpen

Thursday, May 10th, 2007

Interessante Artikel aus der Blogosphäre:
Jens Scholz: Auf Konfrontation aus
Spreeblick: G-8-tung
Metronaut: Polizei gibt Startschuss für G8-Mobilisierung

Stasi 2.0 gegen Globalisierungegner

Wednesday, May 9th, 2007

Razzia bei G8-Gegnern, einmal bei indymedia.lu, bei telepolis und bei de.indymedia.org
Zu den Razzien kommt zusätzlich: Wolfgang “Dr Strangelove” Schäuble will für den G8-Gipfel kurzerhand das Schengener Abkommen ausser Kraft setzen. Eine Mauer wurde ja schon gebaut.

Brandsätze werfen ist nicht ok, aber die Mehrzahl der durchsuchten Häuser werden wohl nur “normale” G8-Gegner beiinhaltet haben, falls es überhaupt jemand gab, der eine “terroristische Vereinigung” gründen wollte. Interessant ist diese Feststellung aus dem TP-Artikel:
Besonders die Abschaltung des Servers S036.net lässt die Kritik an den Polizeimaßnahmen plausibel erscheinen. Dadurch sind seit Montag morgen zahlreiche zivilgesellschaftliche Projekte der Stadt nicht mehr über Internet zu erreichen. Dazu gehört auch das Berliner Sozialforum, welches bisher unter www.sozialforum-berlin.de/ präsent war. Es kann wohl kaum mit irgendwelchen militanten Aktionen in Zusammenhang gebracht werden. Doch eine Arbeitsgruppe innerhalb des Sozialforums ruft zu zivilgesellschaftlichen Protesten gegen den G8-Gipfel auf. So sehen Gipfelkritiker in den Polizeimaßnahmen in erster Linie den Versuch, die Protestvorbereitungen kurz vor Beginn der Aktionen zu behindern

Ich muss niemanden sage, was ich von den Grenzkontrollen halte. Freiheit wieder einmal nur für die Menschen auf dem “richtigen” Spektrums des politischen Denkens? Kritik am G8 und damit das, was wir Demokratie nennen, unerwünscht?
Man könnte auch mutmassen, das wäre eine geziehlte Aktion von Dr. Strangelove, um nicht nur die G8-Gegner zu verschrecken, sondern auch um die Terrorangst im eigenen Land zu schüren um dann seine mehr als fragwürdige Sicherheits- und Überwachungspolitik einzusetzen. Wahrscheinlich hofft er noch immer auf den Einsatz der Armee im Inneren, zu der es ja während der Weltmeisterschaft nicht geklappt hat.

Update: Spreeblick hat übrigens ein nettes Interview mit dem überraus passenden Titel “Ertrunken in der Datenflut” zum Thema Vorratsdatenspeicherung.

Die Führer

Sunday, May 6th, 2007

der freien Welt treffen sich…
G8-Zaun
cc alexander svenson
via wirres (via uniformation)

Nato-Stacheldraht und eine “Mauer” im Wert von 12 Millionen Euro, um das unlegitimierte Treffen der Mächtigen vor denen, die sie representieren und über die sie letztendlich entscheiden zu schützen. Demokratie, Freiheit, anyone?

Ein Ende der Polemik? Nicht mit mir!

Tuesday, March 13th, 2007

Im Tageblatt, zweitgrößtes/auflagestärktes Käseblatt in Luxemburg, steht heute sinngemäß, dass Umweltminister Lux ein “Ende der Polemik” um den Umweltschutz will. Daneben eine Karikatur mit Lux und einem Erdgasauto.
Ich finde, es ist gerade jetzt Zeit, eine ordentliche Polemik im schönsten Sinn des Wortes durchzuführen
Und täglich erreichen uns Jubelmeldungen von der Weltretterfront. 5% will die EU sparen. Ein Witz. Ein Hauch von Nichts inmitten der globalen Katastrophe. Und es ist bereits halb Eins, wenn ihr mich fragt. Der Winter 2006/2007 ist der erste ohne Schnee, und er wird wahrscheinlich nicht der letzte sein.
Es wird kräftig auf den Putz gehauen und Sündenböcke werden auserwählt. Zum Beispiel der internationale Flugverkehr, der jedoch nur einen geringen Anteil an der großen Katastrophe - und mittlerweile darf man das ganze ja offiziell so nennen, hat. Das Heizen von Gebäuden und der Verkehr, der ja zum allergrößten Teil in Autos stattfindet.

Und wo bleiben die wirklichen Lösungen? Ethanol als Kraftstoff würde auch das Problem der landwirtschaftlichen Überproduktion in der EU lösen. Getränkedosen sind eines der unnötigsten Dinge, die wir je erfunden haben und mit ein wenig politischem Druck wäre diese Erfindung bald Geschichte - was uns nicht nur Rohstoffe, sondern auch jede Menge Energie einsparen würde.
Die Brennstoffzelle mit Wasserstoff ist zu energieaufwändig, aber auch da gibt es Alternativen. Windparks und Wasserkraft werden als problematisch bezeichnet, wobei ich das Problem bei Windparks, außer der klaren landwirtschaftlichen Auswirkung nicht wirklich sehe/finde - die Herstellung vielleicht, das könnte ich mir vorstellen. 8 Lichtminuten von uns weg hängt ein riesiges Kraftwerk, das nur darauf wartet, genutzt zu werden.
Erdwärme und Passivhäuser könnten, insbesondere bei staatlichen Neubauten quasi ohne CO2-Verbrauch funktionieren.
Mehr Polemik, weniger Wischiwaschi!

Irankrieg noch im März?

Sunday, March 4th, 2007

Spreeblick berichtet, dass die Bank ING ihren Anleger folgendes rät: Buy Russia/Oil/Gold - Sell Turkey/Israel. In einem 24-seitigen Papier (pdf) werden die möglichen Folgen auf den Geldmarkt eines Angriffes des Irans von einer Koalition von Israel und den USA beschrieben.
Ausführlicher Bericht auf indymedia.lu

Blogdelux: Artikel der “Woxx”

Monday, February 5th, 2007

(Tags: )
Ich habe die freundliche Erlaubniss des Autors, den Artikel, der letzten Freitag in der Woxx erschienen ist, hier zu veröffentlichen. Somit bleibt er auch längere Zeit auffindbar, was Leuten, die sich über das Thema “Blogdelux” informieren wollen, sicher nur zur Gute kommen kann.

Ich weiß aus sicheren Kreisen, dass manche Autoren, die kritische Artikel über Blogdelux in Zeitungen veröffentlicht haben, Hassmails geschickt kriegen. Das ist eine sehr interessante Information, finde ich.

Der folgende Artikel ist © Luc Caregari.

BLOGS
Le Luxembourg, blogue-t-il?
Luc Caregari

Samedi dernier une initiative appelée “Blogdelux” a prétendue à grand renfort médiatique avoir organisé le premier rassemblement de bloggeurs au Luxembourg. Un avis contesté.

Un après-midi ensoleillé dans un bar branché de Differdange - probablement le seul de cette ville ouvrière du Sud. A la grande surprise de tout le monde, pas de champagne, mais des bières - des Super Bock en l'occurrence. Tout de même quelques plateaux avec des amuse-gueules font le tour. A en croire les organisateurs, cet événement est ultra-important. En visitant la “première rencontre de bloggeurs au Luxembourg”, on a plutôt l'impression d'avoir atterri dans un meeting de photographes amateurs, tant les flashs crépitent sur toute personne qui s'avance vers le fond du bar. Tout le monde est bien accueilli, et souvent la première question posée n'est pas le “Comment tu t'appelles?”, mais “C'est quoi l'adresse de ton blog?”. Quelques scènes drôles se passent - des reconnaissances réelles entre personnes qui se connaissent depuis des années, sans pourtant jamais s'être vues. Le monde virtuel donne la possibilité à chacun de se créer une identité inventée, et parfois les contrastes sont parlants. Mais l'ambiance reste bon enfant. Même quand les équipes de télé débarquent. RTL, TTV et même France3 se sont donnés rendez-vous dans la brasserie située place de l'hôtel de ville. Pourtant, on peut se demander ce qui peut bien les intéresser ici? Il n'y a qu'une trentaine de personnes tout au maximum qui discutent gentiment autour de quelques bières, tandis que dans une arrière-salle, les gens se montrent leurs blogs les uns aux autres par l'intermédiaire d'un projecteur raccordé à un ordinateur portable.

Ce à quoi on pouvait assister samedi dernier à Differdange était bien plus qu'une première rencontre de bloggeurs. Le visiteur pouvait témoigner en live de la création d'un buzz médiatique. Pour fabriquer un buzz: prenez un événement prétendument organisé par un groupe neutre de citoyens accros au web et des tonnes d'invitations ciblées à la presse. Mélangez bien tout ça et un après-midi dans un bar se transforme en sujet de journal-télévisé. Ca ne marche pas à tous les coups, mais c'est le fonctionnement des boîtes professionnelles spécialisées dans ce qu'on appelle le marketing viral. Entendez une sorte de marketing indirect qui passe par des bloggeurs auxquels on offre des produits pour qu'ils en parlent.

En ces derniers mois plusieurs cas de blog-marketing ont fait leur apparition dans le monde virtuel. Ils existent en deux variantes. La première est de loin la plus confortable, mais en même temps la plus risquée: ce sont les fakebloggers. Ces faux blogs sont tenus par des “ghostwriters” qui prétendent parler de leur vie et tout simplement donner leurs opinions, alors qu'entre les lignes ils font de la promo pour la marque qui les paie. Ce peuvent être des petites remarques sur telle ou telle crème ou soupe, tout comme la - fausse - identité du bloggeur. Comme dans le cas le plus célèbre de “fakeblogging”: la chaîne WalMart, géante des hypermarchés dans le monde globalisé et surtout connue pour le mauvais traitement de ses employé-e-s avait payé des faux bloggeurs pour inventer plusieurs employé-e-s-modèles et de tenir leur blog. Pour qu'ils puissent faire l'éloge de la politique sociale de la chaîne. Ce stratagème, qui servait avant tout à contrer les opposants politiques au système WalMart, a tourné court lorsque des vrais bloggeurs ont découvert l'appât. WalMart a dû se retirer. Mais d'autres cas, impliquant des fabricants de produits de beauté sont connus. Et donc aussi révélés comme des faux …

Donc, l'industrie des relations publiques - toujours soucieuse d'investir la blogosphère, car is ont reconnus son énorme potentiel - se rabat sur une deuxième méthode l'achat de vrais bloggeurs. Dans ce cas, le bloggeur est soumis aux mêmes tentations que n'importe quel journaliste, aussi chevronné soit-il. Le schéma est presque toujours le même: la boîte, ou son sous-traitant marketing, repère des blogs connus et propose à leurs tenant-e-s des produits à l'essai. Un cas-modèle est celui de la marque d'automobile Opel, qui a loué gratuitement ses nouveaux modèles à des bloggeurs pendant un mois, pour qu'ils en fassent la promotion dans leurs blogs.

Fakeblogging et marketing

Mais revenons à Differdange et à cette première rencontre, à première vue bien innocente. Le problème c'est l'organisateur. Ce n'est justement pas un groupement libre qui a pris l'initiative de se rassembler ici, mais “culture-buzz”. Comme le nom l'indique, “culture-buzz” est spécialisé dans le marketing viral et le buzz médiatique. Il s'agit d'un sous-groupe de la firme Vanksen, qui possède - comme par hasard - un siège social à Luxembourg-Ville. Alors, pourquoi culture-buzz organise-t-il un tel événement? Officiellement, il s'agissait de fédérer les bloggeurs luxembourgeois. Officieusement, on peut se douter qu'il s'agit aussi d'un essai de recupération de la blogosphère luxembourgeoise à des fins de marketing. L'historique de ce premier meeting varie selon les personnes interrogées. Une chose est claire: le nom Blogdelux a fait sa première apparition sur le net en novembre dernier. Mais à ce moment, personne n'avait l'intention d'organiser un meeting. Le bloggeur à l'origine de cette initiative - mais qui souhaite rester anonyme - a été contacté après-coup par des gens travaillant pour culture-buzz, qui lui ont proposé de prendre en main l'organisation. A la question s'il ne s'est pas fait récupérer, il répond: “Oui, c'est bien possible. Tout cela me dépasse un peu. Mais bon, l'essentiel c'est que cette rencontre a eu lieu”. Pourtant, pas tout le monde est aussi facilement d'accord avec la participation de culture-buzz.

Blogdelux vs Blogbuerg

Sur certains blogs, des banners portant des inscriptions comme “Boycott Blogdelux” ou “Blogbuerg not Blogdelux” font leur apparition. Des bloggeurs, pour la plupart des Luxembourgeois germanophones, ont mal pris l'initiative de “culture-buzz” et l'ont critiquée, provocant ainsi de vives polémiques, qui vont de mails très longs à des menaces à peine voilées. Comme cette bloggeuse appartenant au camp Blogdelux qui a laissé un commentaire sur le blog d'un des critiques leur conseillant de faire gaffe s'ils veulent trouver un emploi, car le Luxembourg est petit. Cela laisse rêveur. Toujours est-il que si on parcourt les pages de Blogdelux - qui se veut avant tout un annuaire de bloggeurs luxos - on constate que la grande majorité est franco- voire lusophone. Pour mieux comprendre cela, il faut savoir qu'une grande partie de la blogosphère luxembourgeoise est tenue par des jeunes portuguais qui communiquent en français et parfois dans leur langue maternelle. Ce groupe est beaucoup moins critique à l'égard de Blogdelux que les luxembourgeois. Une raison est sûrement qu'il existe déjà un registre qui regroupe une grande partie des blogs luxos (le site http://blog.egalwaat.lu autrement appelé Blogbuerg). C'est aussi un registre de blogs, certes graphiquement moins attractif que Blogdelux mais sûrement libre de toute ambition commerciale. Et il a existé bien avant Blogdelux, qui d'une certaine manière a usurpé leur idée.

Reste à savoir si l'initiative de culture-buzz est une réussite. En parcourant les adresses de blogs recensées par le site on tombe sur pas mal d'adresses doubles et des sites qui ne sont pas des blogs à proprement parler, genre party.lu, et qui ne présentent pas les mêmes fonctionnalités de base d'un blog. “En fait ils ont démontrés qu'ils n'avaient aucune idée de la complexité de la blogosphère locale”, explique Joël Adami, alias Fireball, un bloggeur critique qui a tout de même fait le chemin jusqu'à Differdange. “Ils ont tout de même réussi à se faire un nom et ainsi ils pourront se représenter comme référence pour des clients potentiels.” Car même si, d'après un des responsables de culture-buzz présent ce jour-là, le Luxembourg ne représente que quatre pourcent de leur marché, ce dernier est toujours en développement. Et mieux vaut avoir été les “premiers”. En tout cas dans la version médiatique.

Blogdelux: Artikel im “Wort”

Saturday, February 3rd, 2007

Es geschen noch Zeichen und Wunder. Das ehemalige “Luxemburger Wort”, jetzt bloss noch “d'Wort” auf diesem Weblog schon mehrmals in den Schlagzeilen hat einen - durchaus kritischen Artikel über Blogdelux geschrieben. Aufgefallen ist mir das erst heute, als ich an einem Ort, wo mehrere Zeitungen rumlagen, die Titelseitenbilder von “Wort” und “Journal” verglichen habe. Beide hatten einen Sonnenuntergang und ein Symbol für Strom/den drohenden Klimawandel. (Kraftwerk/Hochspannungsmast).
Da springt mir folgendes auf der ersten Seite ins Auge:
Blogger treffen mit Polemik - Blogdelux sorgt für Missmut in der Szene.
Auf der angegebenen Seite findet sich auch folgender Artikel:
Artikel über Blogdelux im Wort. - Initative Blogdelux stoesst bei manchen Szenemitglieder auf Misstrauen
Wow, das hat mich sehr überrascht. Vor allem da die Ankündigung im Wort einen ganzen anderen Ton einschlug, nämlich den der Pressemitteilung. Da das Wort “Blogstorm” im Zusammenhang mit Blogdelux soweit ich weiß nur auf meinem Blog gefallen ist, muss “Wort” hier wohl lesen oder zumindest hier recheriert haben. Sehr interessant.
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Blogdelux: Artikel in der “Woxx”

Friday, February 2nd, 2007

Heute ist in der der Wochenzeitung Woxx ein Artikel über das ominöse Bloggertreffen Blogdelux, das letzten Samstag in Differdingen stattfand.
Beide Standpunkte sind erläutert, das Ganze wirkt solide und recheriert. Den Artikel kann man momentan noch hier lesen. Ich werde den Autor fragen, ob es möglich ist, den Text hier online zu stellen, zu Dokumentationszwecken.
Auch der Punkt der doppelten und falschen Einträge auf blogdelux wird erwähnt, was meiner Meinung nach gewisses Mass an Dilletantismus an den Tag bringt. Momentan scheinen die doppelten Einträge verschwunden zu sein, ich sehe aber auf den ersten Blick noch immer einen Eintrag zu einem “One-Post-Blog”.
Wir werden ja sehen, wie es weitergeht, wenn alle Videointerviews von Samstag auf Blogdelux sind. Ob dann irgendwann mal wirklicher Content kommt, der auch Blogger auf die (in meinen Augen sehr hässliche) Seite lockt.
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