Archive for the ‘Musik’ Category

The Shuffle Show

Tuesday, September 4th, 2007

Bei uns im Radio stehen von Zeit zu Zeit obskure Kisten, in denen sich viele viele CDs befinden. An diesen Kisten klebt meist ein Zettel mit den Worten »SERVEZ-VOUS!«, was soviel heißt wie »Bedienen Sie sich!«. CDs umsonst! Musik für lau! »Das ist ja fast wie im Internet!«, denke ich dann und durchwühle diese Kisten. Ich finde meist nichts, was ich irgendwann schon einmal gehört habe, dafür aber oft die eine oder andere Perle, die wohl nie berühmt werden wird. Diese CDs stammen übrigens gerüchteweise von itunes Luxemburg. Ich wähle mir die CDs, da ich keinen Anhaltspunkt habe, nach Cover aus. Da lag zum Beispiel der Soundtrack einer schrecklichen Serie, die auf SuperRTL läuft. Den habe ich nicht genommen. (Das Piratenlied war nämlich nicht drauf!)
Auf jeden Fall, ich blogge jetzt mal live, oder wie die Franzosen sagen würden, en direct, was man beim Anhören alles so erleben kann:

Wir fangen an mit dem symphatischen James Figurine, dessen Album »Mistake Mistake Mistake Mistake« uns hier vorliegt. Die CD liegt in einer grellgelben Papierhülle, die in schwarz, weiß und rosa bedruckt ist. James schreibt einen langen Brief, was ihn inspiriert hat. Mir gefiel aber nur der Satz, der ganz unten auf diesem Zettel stand: »The album is the meat (or tofu) in a tasty Club-Sandwich(…)« Ich hoffe auf Elektrofickmusik.
Na dann, guten Appetit, Mr. CDlaufwerk!
Elektro ist es, aber der gute James singt auch. Und das klingt gar nicht mal so furchtbar übel. Eigentlich klingt er wie der Sänger einer Indieband, aber die Musik ist minimalistischer Techno. Irgendwann singt James nicht mehr und man hört bloss noch eine Frauenstimme. Dann wird es auf einmal sogar noch tanzbar. Aber das Prädikat »Elektrofickmusik« gibts erst, wenn die anderen Tracks noch besser sind.
Die Idee dazu ist dem guten James übrigens gekommen, als er mit seiner Band Figurine durch Deutschland getourt ist. Der Fahrer hatte nur vier verschiedene Kassetten, und das war alles Techno. Und da ist etwas hängengeblieben bei Herr Figurine.
Track 6, der neben Nummer Eins mit dem tollen Titel »55566688833« in der Liste der »recommended listening tracks« steht, hat den etwas zugänglicheren Titel »Apologies«. Und klingt etwa wie folgt: Tanzen, Speed nehmen, Ficken, XTC nehmen, Tanzen, Ficken, Tanzen, Speed und XTC gemeinsam nehmen, fickend Tanzen, melancholische Texte singen. Ich bin gespannt auf Track Nummer Sieben, der nennt sich »One More Regret« und ist ebenfalls ein Anspieltipp.
(2349) Epischer Start. Erfüllt das Lied das auch? Jaahhh… Das klingt wieder nach Tanzen Speed Ficken XTC TANZENTANZENTANZENFICKEN. Und dann kommt wieder Gesang, und das klingt ungewohnt, aber irgendwie cool. Ja doch, Elektrofickmusik!

Die nächste CD habe ich nicht ob des Covers genommen, denn das Bild sieht verpixelt aus. Irgendwann wird die Zeit kommen, wo verpixelte Bilder mit vielen JPEG-Artefakten ihren Charme haben wird. So ungefähr in 25 Jahren. Ein wenig so wie die schrecklichen Sonnenbrillen im Moment. Die Compliation, denn sowas ist es, habe ich wegen ihres Namens genommen. Und weil es eh egal ist, kostet ja nichts, nicht mal Zeit. Die Tracklist von »dance to the Geräusche« ist gedruckt mit iTunes, was ich ja schon mal suspekt finde. Wie will man einen Deal mit iTunes, sollten die CDs tatsächlich von dort stammen, landen, wenn man es nicht einmal fertigbringt, eine Tracklist mit einem Grafikprogramm zu machen? Gerne: Dance. Steht da. Mal sehen. Obwohl ich lieber James Figurine hören würde, aber das bingt uns nicht weiter. Und die erste CD funktioniert nicht in meinem Laufwerk. Na toll -_- (2357) Die zweite geht auch nicht. Ich probier die dritte gar nicht erst.

Also die nächste Silberscheibe vom Stapel gegriffen, wieder eine Complilation, diesmal die des »Red Stripe Music Award 07«, gemacht mit barfly und Musicweek. Was auch immer das sein soll. Ich lese ja keine Musikmagzine, also weiß ich auch nicht, wie die heißen. Wieso auch? Seit ich mal die »Q« quergelesen habe, weiß ich, dass ich das nicht brauche. Auf gar keinen Fall. Die erste Band nennt sich »Camel One« und er Song »Where You Goin To Now« klingt wie tausend andere auch. Macht mich ein wenig nervös. Und wenn gitarrenbasierte Musik mich nervös macht, ist es endweder Ska oder halt einfach Musik, die mich nervös macht. Was solls, man muss ja nicht alles scheiße gut finden.
Wohingegen der nächste Track - er stammt von den City Royals, die ich genausowenig kenne wie ihr, cool klingt. »What Happens Next?« darf man sich wohl oft fragen, und ich frage mich, ob mir gerade bloss eingebildet habe, das Tetristhema zu hören. Hui, Gesangsolo! Hui, Klavier/Keyboardsolo! Aber auch nicht wirklich rund, und der Song entäuscht mich jetzt nach dem Anfang. Vielleicht beim zweiten Hören?
Rosie & The Goldbugs Track »Feeling Final« fängen mit einem Klavierintro an, wo langsam die Gitarre reinkommt, ehe der weibliche Gesang anfängt. Ein ruhiges Stück (bis jetzt auf jeden Fall!), das aber gefällt. Die Stimme erinnert in der Gesangsweise an Muse, ohne dass die Musik dieses einvernehemnde, kitschig-epische hat, was Muse hat. Schönes Stück, aber auch sicher nicht meine Lieblingsmusik.
(0019) »One More Lullaby« klingt nach einem Titel von Alice Cooper. Das Lied stammt aber von Rory McVicar und klingt absolut nicht nach Alice Cooper. Eher nach einem traurigen Gitarrenspieler in einer verrauchten, runtergekommenen Bar mit einer Schönheit am Mikrofon. ja, das würde ein schönes Schwarzweißvideo geben, aber ich vermute mal, Rory wird nie das Geld haben, solche Videos zu drehen. Ich weiß allerdings auch nicht, ob ich solche Lieder länger als 2 Minuten, die das Stück hat, ertragen könnte.
Hair heißt eine Band, die Musik macht, die ich auch schon eine Million Mal gehört habe und nicht gut finde, ausser vielleicht, wenn man mich umsonst auf ein Konzert mit netten Leuten schickt, die mir eine Menge Bier spendieren. Und so klingt die Musik auch. Mit irgendeiner merkwürdigen Orgel im Hintergrund. »Brick Supply« heißt dieses Lied, das in der Musikgeschichte so überflüssig ist wie »The Final Countdown«.
The Runners singen etwas von »I’m wasting my time«. Das Gefühl habe ich auch beim Hören ihrer Musik. Denn die klingt, und das scheint eine Krankheit dieser Compliation zu sein, wie schon hundert Mal gehört. Macht doch mal was Neues!

(0036) Weiter geht es mit High Contrast und einem Cover von »In-A-Agadda-da-Vida«. Das ganze soll wohl eine Single sein. Ich würde es eher eine billig gebrannte CD mit dreckiger Schrift, das ganze in einer billiger Plastikhülle mit einem »Hippiecover« nennen. Techno-Remix von dem altbekannten Lied, allerdings ohne dessen Tiefe und episches Ausmaß. Das Lied dauert auch bloss fünf Minuten. Mal sehen, ob die B-Seite besser ist. Die fängt an wie ein schlechter Symphonic Metal-Track, mit Frauenstimmen, die »OhhOhhOhhOhhh« singen und da ist dann viel Hall drauf. Dann eine Männerstimme und ein Beat, der eigentlich ganz annehmbar klingt. Besser jedenfalls als das Cover von vornhin. Aber eigentlich ist das auch bloss schlechter Techno. Nee, da hör ich lieber die Originalversion von »In-A-Agadda-da-Vida«.
The Shuffle Show wird fortgesetzt. Der Stapel ist noch hoch.

Behringer MS40

Friday, July 27th, 2007


Diese zwei Babies sind mein. Nicht nur, dass sie wunderschön anzusehen sind, sie klingen auch einfach nur geil. Wieso schepperende 2.1 PC-Boxen mit prolligem Subwoofer, wenn man einfach nur geile Monitorboxen haben kann? Einziges Problem könnte der Tinitus sein, den ich mir irgendwann einfangen werde, fürchte ich.

Helle Augen

Tuesday, July 17th, 2007

Die Bright Eyes zu sehen war eigentlich eine logische Entscheidung, mag ich die Band doch sehr, besonderes die ruhigen, mit akustischer Gitarre gespielten Songs. Trotzdem habe ich mir kein Ticket vorbestellt und mich erst am Donnerstag entschlossen, wirklich da hin zu gehen. Keine lange Phase der Vorfreude wegen spontaner Aktion.

Leider hieß das auch ein teureres Ticket kaufen zu müssen, das dann leider 25 statt 20 Euro kostete. Dafür gab es dann auch eine Vorband. Oder eine Vorsängerin. Die nennt sich Jaymay, hatte trotz der unglaublichen Hitze im Atelier eine Mütze auf und stand mit einer akustischen Gitarre auf der Bühne. Und sang über Beziehungen. Und das klang alles sehr schön. Ich habe sofort an New York und diverse Szenen aus “Friends” denken müssen, und ich sollte Recht behalten: Jaymay kommt tatsächlich aus New York und hat ihre Karriere an offenen Mikrofonen begonnen. Sie kann neben wunderschönen Liedern trällern auch noch erstaunlicherweise Blasinstrumente mit ihrem Mund nachmachen. Das klingt täuschend echt, sieht ein wenig merkwürdig aus und gab im Atelier Szeneapplaus.

Soweit ich sie verstanden habe, war dieses Konzert erst das zweite, das sie vor den Bright Eyes gespielt hat. Sie hat sich bedankt, verwirrt ob der vielen möglichen Schreibweisen von “Luxemburg”, wirkte ein wenig aufgeregt und hat irgendwann dann doch ihre Mütze ausgezogen.

(Bild CC by Jacobine)

So langsam begann ich zu ahnen, wie viel ich noch im Laufe dieses Abends schwitzen sollte.
Ich holte mir also schnell ein Getränk, was im Altier nie mehr als 20 Meter Weg bedeutet, denn die Location ist sehr klein, was aber immer für schicke Stimmung sorgt.
Nach längerer Wartepause, Aufbau von Instrumenten, diversen Hockern und Mikrofonen sowie der Dekoration, die aus Blumenkästen bestand, kamen die Bright Eyes dann endlich auf die Bühne. Und wieder einmal wurde mir klar, wie sehr man sich doch beim Hören einer Band verschätzen kann. Ich war der Meinung, die Bright Eyes würden hauptsächlich aus dem Sänger Conor Oberst und seiner Gitarre bestehen, was jedoch nur für die Studioproduktionen so ist, wo dann halt Gastmusiker eingeflogen werden. Zumindest Live stimmt das nicht. Ein Streichquartett, Bläser, Keyboarder, E-Gitarre, Bass und zwei(!) Schlagzeugerinnen standen auf der Bühne. Und ich könnte da auch noch etwas vergessen haben. Ja, Fagott und Querflöte gab es auch noch teilweise.
Alle ganz in weiß. Oberst erzählte nachher, normalerweise würden alle weiße “Wedding Suits” tragen, aber man habe ob der Hitze darauf verzichtet. Nur der Keyboarder trug seinen Anzug, weshalb er von Oberst gelobt wurde.
Ich habe viele Songs nicht wiedererkannt, was wohl teilweise an meinem allgemeinen Songnamengedächniss liegt, wohl aber auch daran, dass ich die neue Platte Cassadaga nicht besonders gut kenne. Auf zwei Songs hatte ich gehofft: Something Vague und First Day Of My Life. Letzterer kam ziemlich am Anfang und ich wurde wieder einmal überrascht ob der gelungenen Instrumentalisierung. Das große Live-Line Up zahlt sich wirklich aus, geben die verschiedenen Instrumente einem Lied doch viel mehr Tiefe.

Tiefe gab der ganzen Performance auch die merkwürdige Videoprojektion, die dauernd über die Musiker projiziert wurde. Also, ich dachte jedenfalls, dass es eine Videoprojektion sei. Bis Oberst seinem Freund dankte, der mit Hilfe eines Overheadprojektors (Manche kennen das vielleicht noch aus der Schule!) und diversen Folien, Super8-Filmen und Farbe sehr spezielle Muster auf und hinter die Musiker zauberte. Er kann somit sofort auf die Musik und das Gesprochene reagieren, was sehr sehr gut aussieht. Vor allem wenn er Farbe in eine wassergefüllte Schüssel (Oder sonst was, ich habe es nicht erkannt) tropfen lässt und die über dem Kopf des Sängers merkwürdige Muster bildet. Außerdem bestimmt billiger als die Lichtshow gewisser Roboterbands.

Während dem Konzert schmiss Oberst die blumige Dekoration in die Menge, bedankte sich mehrmals bei Jaymay und forderte Applaus für sie. Musikalisch rockten die Bright Eyes einfach nur. Die melancholischen Songs waren in einer Frische umgesetzt, die den Songs ihre inhaltliche Tiefe ließen, sie aber von der Einfachheit der akustischen Gitarre befreiten.

Ein gelungener Abend an dem ich, wie in Luxemburg üblich, mal wieder eine Menge alter Bekannter sah. Das Land ist so klein, dass man eigentlich kaum irgendwo hingehen kann, ohne jemanden zu treffen, den man kennt. Aber eigentlich ist das auch schön so, denn nachher fühlt man sich in seinem Musikgeschmack nicht mehr so alleine.
(Last.fm Eventpage)
Bright Eyes Ticket
Dieser Post wurde zuerst hier veröffentlicht.

Rock um Knuedler

Friday, July 13th, 2007

Nein, ich bin nicht tot. Ich war nur sehr beschäftigt, was sich mit den Ferien jetzt ein wenig besseren wird (haha!)
Hier mein Posting über den »Rock um Knuedler«, das hier zuerst veröffentlich wurde:

Luxemburg war diese Woche das Land der Festivals. Nachdem die staatliche Rockhal am Donnerstag und Freitag das Unmögliche möglich gemacht hat und ein Open-Air in eine Halle verlegt hat, war es heute Sonntag dann am dem fast schon traditionellen Rock um Knuedler, das zwischendurch auch mal den Namen eines Mobilfunksponsors trug. Und letztes Jahr relativ viel HipHop bot. Auf jedenfall hat man sich dieses Jahr auf die Wurzeln besonnen und wieder einmal ein rockigeres EintagesOpenairfestival veranstaltet. Organisiert hat das übrigens das Luxembourg City Tourist Office. Da könnte man fast das Gefühl bekommen, es würden hierzulande nur vom Staat aus Konzerte organisiert werden. Dem ist nicht so. Jedenfalls waren ganze 16 Bands auf 3 Bühnen zu sehen und zu hören.

Ich habe mir das nicht alles angsehen und bin auch nicht bis zum Schluss geblieben. Ich fand den Rock um Knuedler immer deshalb schon nett, weil man einen netten Sonntag erleben konnte, wenig Stress mit An- und Abfahrt hatte und das alles auch noch für lau. Die Location ist auch nett: Der Knuedler, ein großer freier Platz mitten in Luxemburg-Stadt, liegt vor dem Rathaus und gegenüber dem großherzoglichen Palast. Es gab auch immer schon eine große und eine kleine Bühne, wobei die große in den letzten Jahren hauptsächlich für ausländische, “große” Bands genutzt wurde. Diesmal gab es dann auch noch eine dritte Bühne, auf der gerockt wurde, die aber ein wenig abseits stand.

Das mit den vielen Bühnen ist auch schon ein kleines Problem. Eigentlich sind die Bands so programmiert, dass man kein Konzert verpassen müßte. Also immer abwechselnd eine Bühne besetzt ist und die andere schon für Soundcheck usw. benutzt werden kann. Leider ist es scheinbar nicht möglich, die Konzerte auch in wahrheit so zu koordinieren, dass man nicht schon die Hälfte des Konzerts verpasst hat, wenn man die 200 Meter von einer Bühne zur nächsten zurückgelegt hat.

Die erste Band, die ich ganz gesehen habe, war Torpid, die in denNeunzigern eine “In”-Band in gewissen Schulen waren. Heute fliegen sie zu Steve Albini ins Studio und mastern in der Abbey Road. So schön das alles klingen mag, so hässlich ist aber auch das Album-Cover. Auch wenn es mit der Ästhetik nicht so klappt, rocken können sie aber.

Etwas verloren sahen die Holy National Victims auf der großen Bühne aus. Der Sänger ist wie ein Irrer herumgesprungen, hat Purzelbäume geschlagen und ähnliche Kunststücke gemacht. Das luxemburgische Publikum wie immer starr, steif. Das ist so eine Eigenart in Luxemburg. Wenn man will, dass die Leute sich zur gitarrenbasierter Musik bewegen, muss man auf ein Metalkonzert in einem Keller eines Jugendclubs auf dem Dorf gehen. Ich fand den Sänger mit der Zeit ein wenig peinlich. Nicht nur seine Bewegungen, sondern auch die Dinge, die er zwischen den Liedern so erzählte. Vielleicht war das aber auch die Aufregung, immerhin spielt man nicht so oft auf so einer großen Bühne, die sehr leer aussah. Es gibt so Verstärker-Attrapen. Das wäre doch was fürs nächste Jahr!

Dann wieder auf der kleinen Bühne eine Band, die es geschafft hat, die Bühne und einen Verstärker in Brand zu setzen. Die haben Orange-Effektgeräte gespielt und französisch gesprochen. War das Mutiny on the Bounty? Hat mich nicht wirklich mitgerissen, war aber nett anzusehen.

Danach habe ich dann Hal Flavin gesehen, deren Name ich in einem Jingle einmal falsch ausgesprochen habe. Was relativ peinlich war, weil ich in diesem Jingle so ziemlich jeden Namen falsch ausgesprochen habe. Komischerweise kam ich trotzdem nachher umsonst rein. Die haben irgendetwas zwischen Elektro und Rock gespielt, was ich interessant fand. ich habe während dem Konzert aber auch relativ viele Flyer verteilt, so dass ich mich nicht wirklich auf die Musik konzentiert habe.

Während Uranami dem schwiergen Publikum, das viele jungen Emo-Leuten zum Anteil hatte, mit Ska und Ähnlichem dann doch ein wenig einheizte, saß ich irgendwo auf dem Boden und ließ mir Geschichten von dem Hallenfestival erzählen. So aus der Ferne klang die Band trotzdem ganz ok. Ska ist eigentlich gar nicht meine Sache, es macht mich nervös, aber ich habe mich gut unterhalten, was schon einiges wert ist.

Dann kam das, worauf die Emos gewartet hatten. Vor allem die Teenie-Mädels unter 16. Eternal Tanga Tango machen (auf) Emo. Selbst nennen sie das ganze “Pop-Hardcore”. Und so sieht es aus, so klingt es. Wie süßer Brei. Hübsche Jungs für die Mädels und mehr oder weniger laute Gitarren für die Jungs. Am Anfang des Konzerts habe ich die Gitarren noch relativ gut gehört, später wurden die vom Bass übertönt und schlußendlich kam nur noch Brei dabei raus. Der Gesang wurde recht treffend von einer Mutter eines Freundes beschrieben: Zuerst schreien sie, dann singen sie wie Mädels. Erinnerte mich an A.F.I, klang aber lange nicht so gut. Überhaupt hatte ich das Gefühl, Bands wie Eternal Tango schon hundertmal gehört zu haben. Nichts neues (eigenes?) eben.
Zu der Musik kann man stehen wie man will, ich mag es einfach nicht, aber andere Dinge sind dann doch schon so sehr Emo-Klischee, dass es eigentlich bloss noch peinlich war:
“Mein Piercing ist gebrochen! Hat jemand zufällig ein zweites dabei, ich brauch das dringend!”
Ich fand es auch nicht gerade cool, sich darüber zu beschweren, dass man auf der kleinen Bühne spielen “musste”. Ok, Eternal Tango mag populär sein, aber die Art, wie man sich ausdrückte, zeugte von einer Arroganz, die mir persönlich sehr unsympathisch ist. Andere Bands bedanken sich, dass sie die Gelegenheit haben, vor so einem großen Publikum spielen zu dürfen.

Danach war ich müde und hatte nicht mehr wirklich Lust auf Musik und habe den nächsten Zug nach Hause genommen.

Blogrockingbeats

Sunday, July 8th, 2007

Es geht los. Ab heute wird hier gerockt!

Luxemburg und die Festivals

Friday, July 6th, 2007

Nur mal ganz kurz ein paar Kommentare zu den Festivals in Luxemburg. Das ist auch nur so Geschmiere, ich habe keine der zwei Veranstaltungen besucht und schreibe nur über die Dinge, die ich aus den Medien weiß. Und teilweise geht es auch bloss um Radiosender.

Ich finde im Allgemeinen ist die Auswahl von Bands eher dürftig, beim Red Rock genau wie beim Rock-a-Field.

Es gibt übrigens zwei Festivals der Rockhal. Einmal das »Red Rock« Festival und dann noch so ein merkwürdiges, das gewisse Radiosender mit roten Logos immer ankündigen. Das nennt sich »Rett Rock«. Ich finde, man darf auch als Hausfrauensender seinen Zuhörern zumuten, ein englisches Wort zu verstehen.

Rockhal: Ihr Luschen! Ihr Warmduscher! Nicht nur, dass ihr keinen Zeltplatz neben dem Festival, sondern irgendwo auf einem Berg weit weit weg organisiert, nein, eine Woche vor dem Festival verwandelt ihr es in ein Indoorevent! Geht's noch? Wo bleibt denn da der Rock?
Ein Festival findet bei jedem Wetter statt. Es sei denn, es stürmt so sehr, dass die Bühne zusammenbricht oder Autos auf die Zuschauer gewirbelt werden. Sonst hat auch jede noch so zickige Band gefälligst auch bei strömendem Regen zu spielen. Und das ist ja gerade der Charme eines Festivals, dass man draussen und bei Regen alles so voller Matsch ist, dass man eine zweite Haut hat und viel Geld für teure Epilationen gespart hat. Ausserdem hällt eine gesunde Schicht aus Dreck und getrocknetem Schlamm warm. (Das wussten schon die alten Spartaner!)

Ach und dip: Lasst das mit »Terres Rouges« sein. Bitte. Das ist doch bloss noch peinlich. Pink als Headliner und ansonsten nur unbekanntes Zeugs.

Man kann nur hoffen. Dass die durchaus positive Entwicklung, die da in Luxemburg zu sehen ist, weitergeht. Und wir bald mal ein richtig geiles Festival hier haben, dass sich auch international sehen lassen kann.

Zeitgeist

Wednesday, July 4th, 2007

Zeitgeist kann man hier vorhören. Und wieder bestätigt sich, was ich der Musikindustrie schon immer sagen wollte: Musik gratis zur Verfügung stellen (und sei es nur als livestream) zahlt sich aus. Denn ich werde mir Zeitgeist sicher kaufen.

Zum musikalischen:
Das neue Album der Pumpkins! OH GOTT! Das neue Album der Pumpkins!
Es ist heiß. Mehr als das. Es beginnt mit Doomsday Clock, das ja länger schon bei Myspace zu hören war. Das Lied geht straight forward, hat geile Gitarren und die Lyrics sind merkwürdig, woran wir ja bei den Pumpkins gewöhnt sind. Billy hat an einer Stelle einen merkwürdigen Effekt auf der Stimme. Ich frage mich, ob das etwas ganz neues ist oder ob es das früher schon mal, evtl. bei TheFutureEmbrace oder Zwan. Vielleicht ist das aber auch bloß der Zeitgeist.
Und dann hört man laut das OH GOTT! neue Album der OH GOTT! Smashing Pumpkins. Und man glaubt es kaum.

7 Shades of Black beginnt fast spanisch, ehe eine singende Gitarre, die Verzerrung und gleich danach der ungewohnt schnelle Gesang einsetzt, der an schnellere Pumpkinslieder vergangener Zeiten erinnert. Und auch die restliche Songstruktur weckt Erinnerungen: Billy, Jimmy, Ginger und Jeff nehmen uns mit auf eine musikalische Achterbahnfahrt zwischen schnell und sehr langsam, und das nicht nur einmal. Textlich geht es, soweit ich das jetzt schon beurteilen kann, um Billys schwarzes Herz, das er später auch noch besingen wird.

Bleeding the Orchid war schon in verschiedenen live-Versionen aufgetaucht und ist für mich so das ziemlich einzigste Lied, das ich sofort wiedererkannt habe, so rein musikalisch. Nicht so schnell wie 7 Shades, aber dafür mit einem beeindruckenden Chorus, der zum Mitsingen einlädt. Und immer wieder Pausen, nur um einmal Luft zu schnappen und wieder loszulegen. Insgesamt aber eher eine Midtempo-Nummer.

That's The Way (My Love is) ist ebenfalls ruhiger, aber sehr schön. Erinnert mich am Anfang persönlich sehr an Tracks von Siamese Dreams, was vor allem an Billys Tonfall liegen mag. Im Mittelteil überraschen merkwürdige Geräusche. Stammen die vom Synthie? Jedenfalls beherrschen die Gitarren den Track, so wie das gesamte Album von Gitarren beherscht wird.

Tarantula ist ja schon länger bekannt und die erste Single, die ebenfalls schon bekannt ist und zu der es auch schon ein Video gibt. Das Video ist sehr spacy und hat einen schicken Retro-Look. Ich hätte mir ja eher eine Geschichte gewünscht, Try Try Try war erzählerisch ja sehr hübsch, auch wenn die Geschichte mich böse mitgenommen hat. Textlich geht es um Sehnsucht und darum, zu existieren, weil Musik da ist. Oder so ähnlich. Ich blicke bei Billy nie ganz durch. Schön verzerrte Gitarren, beherrschender Gesang und die typische Pumpkin-Pause am Schluss, bevor man noch einmal so richtig loslegt.

Dann kommt einer meiner persönlichen Favoriten. Sollte es eine dritte Single geben, bin ich dafür, dass es nach Tarantula und Doomsday Clock der wirklich geile Track Starz wird. Hier klingt alles danach, dass man auf einen epischen Höhepunkt hinarbeitet. Die Gitarre, die Drums, und der Gesang, der verkündet, dass wir alle Sterne am Himmel sind. Und dann beginnt das Lied so richtig. Die Gitarre, die Gitarre! Und wer spätestens hier noch immer nicht glaubt, dass die Pumpkins zurück sind, dem ist nicht zu helfen.

In United States geht es um die Revolution. Ich habe leider noch keinen Text finden können, aber das, was ich heraushöre, klingt sehr interessant. Das Lied dauert länger als mein Lieblingslied der Pumpkins, X.Y.U. Es hat keinen so geilen Untergangsstimmungsound zum schluss, brennt sich ansonsten aber absolut in die Synapsen ein. Verzerrte Gitarren über alles! Hendrix-Klänge und Teile, die wie eine ausuferende Jam-Session klingen. Und dazu immer Billys Stimme mit dem Wort »Revolution«!

Neverlost ist eine eher ruhigere Nummer. Hier schwingt eine Menge bei dem ganzem Rock fast vergessene Melancholie mit. Schöner Track.

Bring The Light
fängt fast genauso ruhig an, beschleunigt dann aber und hat im Hintergrund eine singende, fast sägende Gitarre, die … einfach nur rocken. Das ist einer der Songs, die man am Anfang übersieht, weil man so überwältigt von den anderen ist, und sie erst später entdeckt. Und das ist auch gut so, denn er ist eine echte Perle. Ich bin mal gespannt worum es beim Text geht, ich bin sehr schlecht beim Heraushören.

Bei (Come On) Let's Go! sagt der Titel eigentlich schon alles. Das Lied rockt. Und trotzdem habe ich das Gefühl, dass der Text nicht so locker-leicht ist, wie die Musik vielleicht scheint. Der Mittelteil weckt wieder alte, aber diffuse Erinnerungen. Auf jeden Fall ebenfalls ein Song, den man nicht unterschätzen sollte, auch wenn man vielleicht nach United States erst einmal geplättet ist.

For God And Country fängt mit einem Klavier-Instrumentalintro an, ist aber kein Akustikstück, wie man vielleicht von den Liveperfomances hätte schliessen können, wo das Lied stehts mit der akustischen Gitarre gespielt wurde. Hier kommt der Synthie aber mehr in den Vordergrund.

Pomp And Cicrumstances klingt sehr episch, pompös halt. Und wieder schwingt da Melancholie mit, die mit dem Chorus und wunderbaren Verzerrungen im Hintergrund noch besser klingt.

Fazit: Zeitgeist rockt. Zeitgeist rockt unglaublich. Vor allem die acht ersten Songs lassen es so richtig krachen, und auch nach dem Monstertrack United States geht noch so einiges an Power. Trotzdem scheint die Melancholie weiterhin das Leitbild zu sein, nach dem die Pumpkins agieren. Ich bin gespannt auf die Texte. Und überhaupt, ich will das endlich mal eine kleine silberne Scheibe in der Hand halten. Nur welche der vielen Versionen nehme ich?

Nevermind

Wednesday, June 27th, 2007

Ich weiß nicht mehr wo das war, aber irgendwo habe ich gelesen, dass Nirvanas »Nevermind« als das letzte Album bezeichnet wurde, dass man (ohne sich zu ärgern) ganz durchhören könnte. Ich wage dem zu widersprechen. Nach 1991 kamen noch einige Alben raus, die man ohne Probleme ganz hören kann, auch wenn sie sich vielleicht nicht ganz so toll zum Autofahren eignen als Nevermind. Ausserdem ist nach “Something in the way” und vor dem Bonustrack einige Minuten lang Stille, was eben dazu führt, dass man das Album nicht ganz durchhören kann.
Auf jeden Fall gab es auf dem Cover einen nackten Jungen zu sehen. Und der ist heute 17 Jahre alt. Und sieht so aus. Mal abgesehen davon, dass die Musik wirklich gut ist, ist das Cover »typisch 90er«, vor allem der Effekt auf dem Albumtitel. Eigentlich furchtbar, aber dann auch wieder irgendwie toll.

(via nerdcore)

Ginger und ihr Verstärker

Thursday, June 7th, 2007

Erkennt vielleicht auf diesem Foto jemand, welchen Verstärker und eventuell auf diesem welches Modell Ginger Reyes spielt?
Das ganze wird langsam zur Obsession. Als nächstes ist dann Jeff dran, der musiktechnisch völlig auseinander genommen wird. Und alles nur, damit Mr. Kamikaze sich nocheinmal beschweren kann, wie mies der Ton war (blabla, vor der Bühne war er gut!) Wer übrigens noch nicht genug Konzertberichte gelesen hat, dem kann ich Susis Bericht aus Berlin nur empfehlen.

Ginger, die Smashing Pumpkins und der Bass

Wednesday, June 6th, 2007

In den letzten Tage kommen irre viele Suchanfragen nach Ginger Reyes, der neuen Bassistin der Smashing Pumpkins rein. Ich habe ja nicht nur über ihr merkwürdiges Kleid, sondern auch über ihr Spiel auf dem Bass berichtet.
Was kann man noch so über Ginger erzählen? Man kann sich mittlerweile auf der Wikipedia ein Bild von ihr im Atelier ansehen. Ich finde, sie hatte da eine merkwürdige Frisur. Sie hat in der Pop-Punk Band Halo Friendlies gespielt, was eine reine Mädchenband war. Da allerdings Gitarre. Und sie war auch Solo-Künstlerin und nennt sich da Ginger Sling. Irgendwann hat sie auch mal für die Band Lo Ball gespielt.Da bin ich mal gespannt, wie sie im neuem Pumpkins-Album auftauchen wird. Und jetzt nimmt sie den Platz von D'Arcy ein. Und spielte ein ziemlich geiles Solo im Atelier. Ginger hat momentan 27 Jahre, ist also im Jahre 1980 geboren.
Eine eigene Webseite hat Ginger ebenfalls, die ist allerdings nicht sehr aktuell, ein Verweis zu den Pumpkins findet sich da nicht.
Ich kenne mich mit Bässen und Verstärkern nicht gut aus, sonst könnte ich vielleicht noch sagen, was für ein Modell Ginger so spielt. Aber vielleicht weiß das ja jemand der Google-Besucher oder sonstigen Leser?