Archive for the ‘Meta:blog’ Category

Nomade

Tuesday, July 29th, 2008

Es ist merkwürdig, wieder in Luxemburg zu sitzen. Ich kann jetzt nachvollziehen, wie fremd sich manche Studenten in den Semesterferien hier fühlen, und dabei war ich nur fünf Wochen weg und hatte quasi jeden Tag Kontakt mit Leuten von hier, konnte luxemburgische Medien im Netz lesen (haha! Baut doch endlich mal ordentliche Internetportale, bitte!) und trotzdem ist alles irgendwie fremd geworden. Und das ist sind halt nicht nur die neuen Verkehrsbemalungen in meinem Viertel, sondern auch die fünf Wochen gemeinsame Erlebnisse, die einem fehlen.

A Postcard from Luxembourg cc by Claude Wians

Und das bestätigt mein Gefühl des “Heimatlosen”, dem Wanderer, dem Nomaden, der ständig auf Achse ist und seine Eindrücke ins Netz stellt. Und ich frage mich, ob das Blog dabei hilft. Denn aus dem Schreibwerkzeug, das dem blossen Publizieren von Texten dient, über die dann diskutiert wird, wird ein Mittel zum Kontakt mit den Daheimgebliebenen, Freunden, anderen Reisenden. Das wurde mir deutlicher als sonst, obwohl es keine neue Tatsache ist.

Und dann hat sich auch die Art meines Schreibens geändert. Ich bin, obwohl ich das selbst nicht so wahrhabe, literarischer geworden. Vielleicht liegt das an twitter, dass die skurillen Alltagserlebnisse und -gedanken in 140 Zeichen dorthin verfrachtet werden und somit auf dem Blog mehr Platz für die wirren und die konstuierten Texte ist. Oder aber ich war schon länger so und twitter hat diese Eigenschaft nur polarisiert.

Dann auch die Frage, ob ich nicht gerne mehr politische Artikel schreiben würde, aber das ist stets schwierig. Erstens benötigt das Recherche, für die mir die Zeit fehlt, und zweitens mach ich aus solchen Dingen dann “lieber” Radiobeiträge, weil ich halt auch eine Sendung habe, die ich jede Woche füllen “muss”. Wäre das eine Idee, solche Dinge auch hier zweitzuverwenden oder anders aufzubereiten? Als Podcast oder als Text? Und vor allem: Das funktioniert vielleicht während der Ferien, aber wie sieht es im “normalen” Leben aus?

Ich sitze gerade mit einem Laptop, das nicht meins ist, im heissgeliebten Books&Beans in Luxemburg-Stadt und blogge. Das gefällt mir eigentlich sehr gut, und ich könnte mir durchaus vorstellen, in so einen angenehmen Umfeld zu arbeiten. Die digitale Boheme Luxemburgs, was doch eigentlich schon wieder ein Witz ist, denn damit kann man hierzulande sicherlich nicht leben, oder nur sehr sehr schwer. Aber hip ist es schon.
Würde ein Konzept wie das von spreeblick in Luxemburg funktionieren? Ich könnte mir das schon vorstellen, man müsste halt nur endweder genügend Freiwillige finden, die sich für so etwas begeistern – und das das schwer ist, weiss ich aus der Radioerfahrung – und von der Finanzierung für eventuelle Autoren, die davon leben wollen, reden wir lieber erst gar nicht. Und was das heisst, für Geld zu bloggen, darüber habe ich mir selbst auch noch keine Gedanken gemacht. Ich fände es nur spannend, mein Geld damit zu verdienen, was ich am liebsten mache: in netten Cafés sitzen, mich mit Menschen unterhalten und mehr oder weniger spannende Texte zu schreiben.

Das sind alles nur Gedanken, die mir kommen und die ich nicht so recht einordnen kann. Vielleicht haben meine werten und hochgeschätzten Leser ja Beobachtungen gemacht, die ich von innen nicht sehe?

(Photo cc by Claude Wians)

Streetart

Sunday, May 25th, 2008

Streetart
Unter http://housicker.wordpress.com/ findet sich ein Blog, das sich mit Streetart in Luxemburg befasst. Darüber kann man nun lächeln und meinen, dass es in Luxemburg keine Städte gibt, die groß genung sind, damit sich eine richtige Szene bilden könnte, man kann das Projekt aber auch begrüßen und vielleicht selbst Hand anlegen und die grauen videoüberwachten Häuserreihen der Hauptstadt ein wenig verschönern oder verändern. Ein Blog über das Thema finde ich auf jeden Fall interessant und ich bin gespannt, was sich dort alles so ergeben wird.

(Symbolbild cc by spanaut)

Auf der Suche nach der Maus

Sunday, April 27th, 2008

Ich habe noch nie von Clay Shirky gehört. Offenbar ist er ein Autor, der New Media an einer New Yorker Uni lehrt. Und er hat ein Buch über die digitale Revolution (oder über »das Internet «) geschrieben hat, das sich Here Comes Everybody nennt und in dem Vereinigten Königreich ein sehr hübsches Cover hat. Da fällt mir ein, dass ich schon mal etwas von dem Buch gehört habe, den Namen des Autors aber wohl vergessen habe. Das passiert mich verdammt oft, aber ich habs einfach nicht so mit Namen. Dafür gibt es ja Facebook, da sind Bildchen über den Namen. Das Buch hat natürlich auch ein Blog und da hat Shirky eine wunderbare Rede gepostet, die ich gerne so unterschreiben möchte. Sie nennt sich Gin, Television, and Social Surplus und ist mehr als empfehlenswert.
Ein Zitat zum Appetitanregen:
However lousy it is to sit in your basement and pretend to be an elf, I can tell you from personal experience it’s worse to sit in your basement and try to figure if Ginger or Mary Ann is cuter.

Dieses Posting wäre ohne twitter nicht zustande gekommen. Und ja, es ist Sonntag, und ja, ich bin ein wenig ein Sonntagsblogger. Aber ich könnte das hier auch Vollzeit, würde mich wer dafür bezahlen! :-P

High

Sunday, April 27th, 2008

Bis jetzt habe ich keine Droge entdeckt, die einem auch nur annähernd ein solches High beschert, wie ich es erlebe, wenn ich an meinem Tisch sitze und schreibe, wenn ich versuche, eine Geschichte zu ersinnen, egal wie aberwitzig sie auch immer sein mag [...]

Hunter S. Thompson, im Interview mit William McKeen, März 1990

Aufhören? Wieso, um alles in der Welt?

Saturday, April 26th, 2008

Ich kann ehrlicherweise niemanden verstehen, der einfach so mit dem Bloggen aufhören will. Sicherlich kann es Gründe dafür geben, eine Pause zu machen, aber wenn jemand sein gesamtes Blog löschen will, kann ich das auf keinen Fall nachvollziehen. Ich find brach liegen lassen schon schlimm genug.

Ich weiß, wie ich mich fühle, wenn mein Blog für ein paar Stunden offline ist. Auch, wenn ich überhaupt keine Lust hatte, zu bloggen, beginne ich dann zu twittern, um das plötzlich enstandene Loch in meiner Selbstdarstellungsmaschinerie zu stopfen. Aber vielleicht bin ich das auch nur. Ein egomanisches Monster, eine Rampensau, immer hunrig nach Aufmerksamkeit und ein paar Leuten, die mir zujubeln und ab und an ein paar Kommentare von sich geben. Ich Emo, ich.
Und ich will eigentlich gar nicht wissen, wie sich cold turkey anfühlt. Das Blog löschen. Oh Gott, was für eine furchtbare Vorstellung. Wenn ich nur daran denke, möchte ich nach jedem Posting ein Datenbankbackup machen und es redunant auf 23 Server verteilen.

Könnte ich mir ein Leben ohne Blog vorstellen? Nur noch schwer. Natürlich könnte ich noch immer in mein Heft schreiben, die Texte an Menschen verschicken, deren Meinung ich wirklich hören will, in Ruhe ein Buch schreiben und meine Gedanken ausnahmsweise mal für mich halten. Aber ich weiß, dass es nicht mehr das gleiche sein würde. Und mit jedem Blog, das stirbt, wird das Leben wieder ein Stück ärmer. So ist es mit Sad Autumn, und so wäre es auch mit jedem anderem Blog, das ich momentan lese. (Bis auf einige Ausnahmen, die ich nur aboniert habe, weil dort noch einmal etwas wichtiges kommen könnte.)

Aber sollten jetzt noch weitere Blogs sterben oder nicht wieder aufgemacht werden, habe ich wenigstens etwas, das ich wie mein persönlicher Held, Vorbild und geistiger Vater, Hunter S. Thompson, auf eine Gedenktafel am Ende eines noch nicht existierenden Buches schreiben könnte.

Und morgen mache ich eine Liste mit tollen neuen Blogs aus Luxemburg, um die allgemeine Untergangsstimmung wieder gut zu machen. Und das erinnert mich an eine schöne Geschichte, die meine Mutter mir erzählt hat, die werde ich dann jetzt gleich sofort bloggen.
Fazit: Man kann niemanden dazu zwingen, nicht aufzuhören, aber Fireball würde es wohl nie tun und findet es immer wieder schade, wenn jemand es tut. Das hätte ich ja jetzt auch fast twittern können.

gefffffunden!

Thursday, April 3rd, 2008

Ach, und, weil ich ja ach-so-web 2.0 bin:
Bluemchen
Einen ffffound-Account habe ich jetzt auch. Dank Charel. Und nein, es gibt keine Einladungen mehr. Und sämtliche Bilder sollte es auch bei dem Suppending geben, falls das sich denn irgendwann mal entschließt, zu updaten.

Suppe

Thursday, April 3rd, 2008

Es gibt neue heiße Scheiße im Web 2.0-Land. Also, ich weiß eigentlich nicht, ob es so neu ist, aber es ist mir in den letzten Tagen vemehrt aufgefallen, was heißt, dass die Großen unter den early adopters anfangen, das Ding auch zu benutzen. Ich habe keine Ahnung, wieso sich soup.io so nennt, aber ich finds symphatisch. Der Name ist genauso web2.0ig wie twitter oder flickr, genauso unsinnig, klingt aber irgendwie.. netter.

Auf jeden Fall kann man sich auf soup.io ein Art Mikroblog zusammenschustern, das mal eben ganz locker die verschiedenen Web 2.0-Heimstätten verbindet und gemeinsam ausspuckt. Klar könnte ich mir durch die Yahoo-Pipes ein RSS für all das zusammenflicken, aber wieso sollte ich. Ansonsten funktioniert soup.io genauso wie del.icio.us, dh. man haut da alle möglichen Links, die man sich später ansehen will rein und schaut sie sich niemals wieder an, verlangt aber von anderen Leuten, dass sie das tun.

Auf jeden Fall gibt es postapokalyptische Suppe für meine Hardcorefans, die auf keinen Fall irgendetwas verpassen wollen, jetzt unter jollysea.soup.io
Ich werde allerdings auch immer mehr zum Fan von twitter, merkwürdigerweise. Vielleicht, weil man darüber so herrlich und einfach Blödsinn verbreiten kann.
Für alle, die sich jetzt wundern: Ich bin immer noch Fan großer, langer und schöner Texte mit Bebilderung, am besten sogar in einem ansprechenden Layout. Aber vielleicht mag ich twitter und Dienste wie soup.io ja gerade deswegen!

Metawurm-Update

Tuesday, April 1st, 2008

Habe Night Train passenderweise mit einem Foto versehen. Danke, Georges!

Junk

Saturday, February 9th, 2008

Dass ich ein Blog-Junkie bin, habe ich gestern gemerkt. Der Server ging (mal wieder) nicht, und mein Hoster meinte, es könnte sein, dass die Backups nur bis Ende Dezember reichen würden. Na ja, wie man sieht, ist alles wieder da, auch wenn die letzten drei Postings verloren waren und ich sie aus dem RSS-Reader fischen musste. Wer seine Kommentare nochmal posten will, darf das gerne tun, ansonsten habe ich nicht wirklich Lust, die alle nachzuposten. Obwohl die ja auch ein Verlust sind.

Auf jeden Fall hatte ich gestern Abend dringend das Bedürfniss, zu bloggen. Oder mich mitzuteilen. Nachdem ich sämtliche Gesprächspartner per IM vergrault hatte, habe ich mir einen Twitter-Account zugelegt und die index.php überschrieben, mit einer Seite mit den neusten Twitter-Meldungen. Wer mag, kann die ja nachlesen. Ob ich noch irgendwie weitertwittern werde, muss ich mir überlegen. Ich hab das blöde Gefühl, dass da sehr viel Schwachsinn dabei herauskommt. Und es gefällt mir nicht, mich auf 160 Zeichen begrenzen zu müssen. Da kann ich auch gleich in mein Handy schreiben.

Das nächste Mal

Saturday, January 19th, 2008

wenn ich eine Schreibblockade habe, sage ich ich einfach, ich unterstütze den Streik der WGA damit. [haha.]