Archive for the ‘Gedichte und ähnliches’ Category

Mercy

Wednesday, August 29th, 2007

Lord, have mercy on my soul
tönt es aus den Lautsprechern
grabeskalte Luft steigt aus den Ritzen empor
ich habe das reimen nie gelernt
und auch keinen Gott mehr, der Gnade haben kann
Sehnsucht, Vermissen, desiderium
Und ich schaue zu den Sternen, von der Sonne verdeckt
mein Blick geht gen Süden
Fast rieche ich wieder das Meer
und dann ist es doch bloss Kochsalz
Gedankenkotzen
und einen Zahnstocher für die großen Stücke
Lord, have mercy on my soul

(anregt durch das und das.)

Mischwelt

Friday, July 20th, 2007
Während dem Gewitter
standen wir unter einem Baum
Es war eine Platane
wie sie in der Stadt der Liebe stehen
Wir umarmten uns
unter diesem grünen, feuchten Zelt
Es spielte keine Musik
einzig das stete Tropfen
Doch ich hörte nichts
Blind und taub vom Regen
die Gedanken
Zunge an Zunge
nur in der Mischwelt

(Ist mir eben auf dem Nachhauseweg eingefallen, bei der Platane in meiner Straße. Hat neben der Mischwelt sonst keine reale Inspiration. Das hier ist auch jetzt eher Notiz an mich selbst.)

Tränen

Tuesday, February 20th, 2007
Die Luft war erfüllt mit Tränen
eines explodierten Wales
der sein Ende hoch über der Stadt gefunden hatte
während ich drinnen gesessen und Tee getrunken hatte
Es war kalt und ich spürte
es war kein Engel mehr da, der mich beschützte
Allles war totenstill und ohrenbetäubend
Ich lief wie kalt durch die Stadt
die der Nebel verschluckte
Es war kein Engel mehr da, der mich beschützte

Herbstgedicht II

Thursday, October 6th, 2005
für N.

Der Herbst ist da
tote Blätter fallen als stumme Zeugen eines Sommers
dessen Wind uns Botschaften voneinander gebracht hat
Wir rücken näher zusammen
eng aneinander
Berührungen, wie Blinde tastend
der leichte Hauch des Atems
errinert an die warme Sommerluft
Wenn du den Blick in den klaren Winterhimmel richtest
siehst du die Sterne
die den Sommer bezeugen können
und die Errinerung an ihn
für ewig konservieren

Sehnsucht

Saturday, October 1st, 2005
Ich sehne mich nach dir
deiner Nähe
deiner Wärme
deinem Atem
deinen Händen
deinen Augen
deinem Körper
eng an mir
vermisse dich hier
du mich bei dir
Es hilft nichts
wir sind gebunden
und doch fern

Der Schmerz

Saturday, October 1st, 2005

Der Schmerz sitzt tief
doch er ist
nicht körperlich
tut er doch weh
dann ist das das Resultat
von geistigen Wunden

Dunkelheit umgibt mich
hüllt mich ein
mit schwarzen Schleiern
ich träume von den Sonnenstrahlen
doch gleichzeitig will ich
sie nie wieder sehen

Wo ist das Licht
das ich mir wünsch
das ich verwünsche
das ich liebe
das ich hasse
meine Sehnsucht
und mein Erzfeind

Ranken von Dornengestrüpp
versperren meinen Weg
und mein Schwert ist zu stumpf
sie zu zerschneiden
Glühende Stäbe in meinen Rücken
bereiten mit Höllenqualen
doch ich kann mich nicht befreihen
Doch in meine Augen
scheint die Sonne
und enfacht neu
die Hoffnung

Gefangen

Saturday, October 1st, 2005
für Reba, der ich noch immer eine Widmung schuldete…

Wir sind gefangen in diesem
sterilen Raum
beleuchted durch dieses kalte Licht

Und sterbend stürzt sich ein Feuervogel
in das eisblaue Meer
frostig und schwarz in der Tiefe

Brennend ersticken wir
an den Zungen
mit denen wir diese Sätze sprechen
unser aller ist das Ende

Gedanken

Saturday, October 1st, 2005
für Susi

Gedanken
schwirren in meinem Kopf
so fest, dass es weh tut
so dass ich nur noch hoff
dass es irgendwann wird gut

Gedanken
breiten sich wie Feuer
in meinem Hirn aus
ich werd zum Ungeheuer
sag zu niemandem mehr “Maus”

Gedanken

wie ein Stromschlag so fest
rasen sie durch meine Nerven
ich vergesse den Rest
ich kann nicht mehr denken

Gedanken
sie tun mir weh
ich will Stille
so sehr dass ich mich dreh
das ist nicht mein Wille!

Herbstgedicht

Tuesday, September 20th, 2005
für das Sternenmädchen
Spürst du den Wind
der in der kalten Nacht
Botschaft von mir bringt
flüsterende Gebete der Sterne
lautes Glockenläuten vom Mond
und das leise Wispern der Gedanken
die dir gewidmet sind
Kennst du das Gefühl dieser schlaflosen Nächte
voller Sehnsucht und doch voll Glück
Riechst du die kalte Herbstluft
die vom Abschied des Sommers zeugt
und Gänsehaut verursacht beim Gedanken an den kalten Bruder

Sterne

Tuesday, June 14th, 2005
für Nadine
In einsamen Nächten blicke ich zu den Sternen
und denke an dich, wie du lächelst
Ich stelle mir Dinge vor, die ich mir nie trauen würde
und die Sterne sind meine einzigen Zeugen

Wohin führt mein Weg?

Konzentrische Kreise umgeben mich mit hellem Glockengeläut
ich ziehe mich zurück in den kleinsten Kreis
das erste Rund
ist meine Fliehburg zum Nachdenken
Denn sein ist der Brunnen
der dunkele Schacht
der ins Innerste führt
zum Ursprung, Mutterleib der Seele
in dem die dunklen Schmetterlinge lichtlos umherschwirren
unter dem Grundwasser werden bizarre Kreaturen geboren
Blasen werfend dem Tod geweiht

Die Kreise weiten sich und ziehen sich zusammen
Atem der Seele, seismische Aktivitäten des Geistes
kaum messbar, aber vorhanden
vom Brunnenschacht führt eine Röhre bis zum Himmel
von dem das schwache Licht der Sterne Trost in der Dunkelheit spendet

Ein Schmetterling setzt sich auf meine Finger und leckt meinen Schweiß
ich sehe den Wiederschein der Sterne in seinen Augen
und mein Atem weitet sich aus
ich erahne die Lösung eines unlösbarem Problems
wie ein leiser Luftstoss einer Sommernacht