<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>enjoying the postapocalypse &#187; Freewriting</title>
	<atom:link href="http://www.joeladami.net/category/literarische-spielwiese/freewriting/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.joeladami.net</link>
	<description>(enjoying the postapocalypse)</description>
	<lastBuildDate>Thu, 09 Feb 2012 18:04:21 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Freewriting #9</title>
		<link>http://www.joeladami.net/2007/07/02/freewriting-9/</link>
		<comments>http://www.joeladami.net/2007/07/02/freewriting-9/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 02 Jul 2007 23:56:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freewriting]]></category>

		<guid isPermaLink="false">/?p=1347</guid>
		<description><![CDATA[	2811 W&#246;rter. Ich glaube, das ist der bisherige Rekord. Und das, obwohl ich das Gef&#252;hl hatte, sehr langsam zu schreiben. Merkw&#252;rdig. Jedenfalls, hier ist das Resultat:

Sie hatte einen merkw&#252;rdigen Traum gehabt. Immer wenn sie getr&#228;umt hatte, musste sie danach an Sigmund Freud denken. Konnte man nach dem alten, b&#228;rtigen Mann &#252;berhaupt noch etwas nichts-sexuelles ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>2811 W&ouml;rter. Ich glaube, das ist der bisherige Rekord. Und das, obwohl ich das Gef&uuml;hl hatte, sehr langsam zu schreiben. Merkw&uuml;rdig. Jedenfalls, hier ist das Resultat:</p>
<p>Sie hatte einen merkw&uuml;rdigen Traum gehabt. Immer wenn sie getr&auml;umt hatte, musste sie danach an Sigmund Freud denken. Konnte man nach dem alten, b&auml;rtigen Mann &uuml;berhaupt noch etwas nichts-sexuelles tr&auml;umen? Deutete in der sexuell &uuml;berlasteten Welt des Psychoanalytikers nicht alles auf irgendwelche geheimen Gel&uuml;ste oder sexuellen Traumata in der Kindheit hin? <br />
Sie mochte das nicht. <br />
Ina mochte ihre Tr&auml;ume n&auml;mlich auch, ohne sie sexuell zu deuten. </p>
<p>Sie hatte auch (noch) nie einen feuchten Traum gehabt. Was auch immer daran so toll sein sollte, hatte sie sowieso nie verstanden. Immerhin war Sexualit&auml;t sch&ouml;ner, wenn man sie aktiv erfuhr, anstatt sie blo&szlig; zu tr&auml;umen. Sie tr&auml;umte immer von merkw&uuml;rdigen Landschaften, durch die sie weite Spazierg&auml;nge unternahm und auf bekannte und unbekannte Personen traf. Verzerrte Gesichter und physikalische Gesetze beherrschen diese Traumwelten, in denen sie lange N&auml;chte nach Wegen suchte, die sie manchmal fand, manchmal aber auch nur suchte. Manchmal tr&auml;umte sie auch von Leuten, die sie in der Realit&auml;t nicht gut kannte. Meistens war das irgendein Unsinn, den niemand einen auch nur als Traum geglaubt h&auml;tte, weil man der Ansicht der meisten Leute nach sehr viele Drogen nehmen musste, um auf solche Gedanken zu kommen. <br />
Was Ina nicht davon abhielt, weiter solche Tr&auml;ume zu haben. </p>
<p>Diesmal hatte sie von ihm getr&auml;umt. Sie hatte &uuml;berhaupt nicht lange geschlafen, nur vor einer Stunde, nachdem sie ihr Zimmer fertig aufger&auml;umt hatte, hatte sie sich auf das frisch bezogene Bett gelegt, einen dummen Witz erfunden und war kurz eingenickt. Und da hatte sie, im Halbschlaf, von ihm getr&auml;umt. In ihrem Traum sa&szlig; er auf einem Baum und spielte ein Kartenspiel mit einem Frosch, der ebenfalls auf einer Astgablung sa&szlig;. Sie war im Traum auf den Baum geklettert und hatte ihn gek&uuml;sst, in der Erwartung, der w&uuml;rde sich dann in einen Frosch verwandeln. Statt dessen hatte er eine Erdbeere vom Ast gepfl&uuml;ckt und sie ihr gegeben. </p>
<p>Ina fand den Teil mit der Erdbeere am merkw&uuml;rdigste, wenn sie jetzt dar&uuml;ber nachdachte. Diese kleinen Details machten Tr&auml;ume so surreal. Alles andere kam auch in M&auml;rchen vor. Aber in Tr&auml;umen musste man sich nicht an physikalische oder botanische Gesetze halten. Oder eher: Die Tr&auml;ume hielten sich nicht daran. Sie hatte gelesen, dass es wohl Menschen g&auml;be, die bewusst tr&auml;umen konnte, aber ihr gelang das nicht einmal im Halbschlaf, wenn sie ganz fest an irgendetwas dachte. Meistens tr&auml;umte sie dann &uuml;berhaupt nichts. Auf jeden Fall mochte sie Freud nicht. Einmal war sie ihm auch im Traum begegnet. Er hatte selbst auf einer Couch gelegen und  Mittagsschl&auml;fchen gehalten. Ina hatte ihm im Traum, und vielleicht war das das einzige Mal, dass sie bewusst eine Aktion in ihren Tr&auml;umen beeinflusst hatte, den ausgestreckten Mittelfinger vor die Nase gehalten.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.joeladami.net/2007/07/02/freewriting-9/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Freewriting #8</title>
		<link>http://www.joeladami.net/2007/06/27/freewriting-8/</link>
		<comments>http://www.joeladami.net/2007/06/27/freewriting-8/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 27 Jun 2007 23:58:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freewriting]]></category>

		<guid isPermaLink="false">/?p=1340</guid>
		<description><![CDATA[	Diesmal auf der Hand geschrieben, deshalb "nur" 1563 Zeichen.

Ina wusste nicht so Recht, was sie eigentlich genau vermisste. Ihre Kindheit war gl&#252;cklich gewesen, jedenfalls so weit sie sich erinnern konnte. Immer, wenn jemand das Wort &#187;Kindheit&#171; sagte, musste sie an die Apfelb&#228;ume hinter dem Haus denken. In ihrem Kopf tauchte das Bild von goldener ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diesmal auf der Hand geschrieben, deshalb &#8220;nur&#8221; 1563 Zeichen.</p>
<p>Ina wusste nicht so Recht, was sie eigentlich genau vermisste. Ihre Kindheit war gl&uuml;cklich gewesen, jedenfalls so weit sie sich erinnern konnte. Immer, wenn jemand das Wort &raquo;Kindheit&laquo; sagte, musste sie an die Apfelb&auml;ume hinter dem Haus denken. In ihrem Kopf tauchte das Bild von goldener Herbstsonne, die durch die dicken Bl&auml;tter auf sie und die gl&auml;nzenden &Auml;pfel fiel. Sie hatte ihre gesamte Kindheit auf diesen B&auml;umen verbracht. So jedenfalls war das Sinnbild, das nat&uuml;rlich nicht stimmte. </p>
<p>Sie hatte nat&uuml;rlich eine ganze Reihe von anderen sch&ouml;nen Erinnerungen, die sie nur zu gerne aus dem s&uuml;&szlig;en Einmachglas mit der Aufschrift &raquo;Kindheit&laquo; hervorholte und dabei gl&uuml;ckselig l&auml;chelte.<br />
Vielleicht war es genau das. Sie tat das viel zu oft, um diese unschuldigen Zeiten nicht zu vermissen.</p>
<p>Unschuld, gepaart mit einer naiven Unwissenheit, die die Welt in einem goldgelben Licht erscheinen l&auml;sst. Das war es, was sie vermisste. Das Leben, wenn man sich seiner erst einmal bewusst geworden war, war nicht mehr unbeschwert. Es war nicht einmal mehr einfach, oder gar einfacher. </p>
<p>Das war auch ein Teil von dem, was die Melancholie ausl&ouml;ste. Sie hatte nie wie Peter Pan ewig Kind bleiben wollen, aber sie hatte Versprechungen gehabt. Verschiedene Dinge hatte sie sich selbst versprochen, andere hatte die versprochen bekommen, so wie Erwachsene nun mal Kindern Dinge versprachen, die sie eigentlich gar nicht wissen konnten. Oder sie sagten einfach &raquo;Jaja&laquo; zu dem Gebrabbel des Kindes, ohne zu merken, dass sie damit ein f&uuml;r das Kind g&uuml;ltiges, bindendes Versprechen abgegeben hatten.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.joeladami.net/2007/06/27/freewriting-8/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Freewriting #7</title>
		<link>http://www.joeladami.net/2007/06/25/freewriting-7/</link>
		<comments>http://www.joeladami.net/2007/06/25/freewriting-7/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 25 Jun 2007 22:18:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freewriting]]></category>

		<guid isPermaLink="false">/?p=1336</guid>
		<description><![CDATA[	Was war diese ganze &#187;Liebe&#171; &#252;berhaupt? Konnte man dieses Gef&#252;hl irgendwie beschreiben, in Worte fassen oder auch nur erahnen, was es eigentlich bedeutete? Sie wollte eine Beziehung, aber war das direkt Liebe? War eine engere Freundschaft mit K&#252;ssen und Sex nicht auch eine Beziehung? Und war es wirklich das, was sie wollte? 

Sie wollte ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was war diese ganze &raquo;Liebe&laquo; &uuml;berhaupt? Konnte man dieses Gef&uuml;hl irgendwie beschreiben, in Worte fassen oder auch nur erahnen, was es eigentlich bedeutete? Sie wollte eine Beziehung, aber war das direkt Liebe? War eine engere Freundschaft mit K&uuml;ssen und Sex nicht auch eine Beziehung? Und war es wirklich das, was sie wollte? </p>
<p>Sie wollte ihn vorlesen h&ouml;ren. Sie wollte selbst ein wenig zu dem, was er erz&auml;hlte, kritzeln, vielleicht sogar diesmal Etwas konkretes, sch&ouml;nes zeichnen. Das war doch eigentlich eine sch&ouml;ne Arbeitsteilung: Er schrieb diese wunderbaren Geschichten und Gedichte, sie zeichnete dazu die Bilder, die er in ihren Kopf zauberte. Aber sie w&uuml;rde es bestimmt wieder nicht schaffen, das abzubilden, was er in ihrem Kopf hervorrief. Aber er k&ouml;nnte Liedtexte schreiben, und sie w&uuml;rde sie f&uuml;r ihn spielen. Wenn es sein musste, auch nackt.</p>
<p>Brachte eine gemeinsame k&uuml;nstlerische Bet&auml;tigung zwei Menschen n&auml;her? War es einer Beziehung f&ouml;rderlich, sich auch auf diesem doch sehr pers&ouml;nlichem Gebiet zu erg&auml;nzen? Und vor allem: Machte sie sich nicht zu viele Hoffnungen in ein Gespenst, das sie nicht einmal wirklich kannte? </p>
<p>Sie Strich &uuml;ber ihren glatten Beine, an der Stelle wo ihre Hose auf ihre Socken traf. Da sie im Schneidersitz auf ihrem Bett sa&szlig;, war dort ein St&uuml;ck nackte Haut zu sehen. Sie mochte es, glatte Beine zu haben und diese zu ber&uuml;hren. Ein Gef&uuml;hl von Reinheit, Unber&uuml;hrtheit, ja Jungfr&auml;ulichkeit. </p>
<p>Dabei war Ina doch alles andere als unber&uuml;hrt und jungfr&auml;ulich. Ihr Exfreund hatte mal gemeint, sie w&auml;re versaut, aber das hatte er positiv gefunden. Sie wusste nicht, ob das stimmte. War &#8220;versaut&#8221; nicht nur eine Messlatte, die jeder anders legte? Sie hatte ihre Bed&uuml;rfnisse, ihre Triebe und sie hatte die mit ihm zusammen ausgelegt, und das war sch&ouml;n, und, wie sie fand, richtig. <br />
Aber sie meinte nicht nur ihre sexuelle Unversehrtheit, die ihrer Meinung nach nicht mehr existierte. Es war etwas anderes, ein gro&szlig;er dunkler Fleck tief in dem Brunnen ihrer Seele, der sie st&ouml;rte, den sie eigentlich verabscheute und sie dennoch zu dem Menschen gemacht hatte, der sie heute war. </p>
<p>Hatte jeder einen dunklen Fleck tief in seinem Inneren? Sie stelle sich ihn noch einmal vor. Seine Haare, einen Hintern, eine Augen, sein K&ouml;rper, den sie gutausehend fand, von dem sie aber nicht wusste, ob sie ihn nicht blo&szlig; hochromantisierte zu dem Helden ihrer feuchten Tr&auml;umen, von denen sie in M&auml;dchenzeitschriften immer gelesen hatte, die sie aber nie gehabt hatte. Wie sah sein Inneres aus? Ina glaubte, dass jemand, der so wunderbare und sch&ouml;ne Texte schrieb, nur eine wunderbare und sch&ouml;ne Seele haben konnte, aber was war das f&uuml;r ein Gedanke? Als ob die Sch&ouml;nheit der Seele mit der &auml;u&szlig;eren Sch&ouml;nheit zusammenh&auml;ngen w&uuml;rden! So etwas wollte sie eigentlich nicht denken.</p>
<p>Sie betrachtete noch einmal ihr Zimmer, und ihr Blick fiel auf ihr gro&szlig;es B&uuml;cherregal, in dem nicht nur die verlorenen Tr&auml;ume ihrer Kindheit, sondern auch jene Werke standen, die sie in j&uuml;ngster Zeit beeinflusst hatten, die sie inspiriert und ermutigt hatten, wieder zu tr&auml;umen. War das nahende Ende der Pubert&auml;t der Beginn einer neuerlichen Entdeckung der Magie, eine Wiederverzauberung der Welt und des Lebens? </p>
<p>Ina vermisste das Gef&uuml;hl, das sie in ihrer Kindheit gehabt hatte. Regenbogenfarbene Tagtr&auml;ume waren damals an der Tagesordnung gewesen. Was war heute daraus geworden?</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.joeladami.net/2007/06/25/freewriting-7/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Freewriting #6</title>
		<link>http://www.joeladami.net/2007/06/23/freewriting-6/</link>
		<comments>http://www.joeladami.net/2007/06/23/freewriting-6/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 23 Jun 2007 23:47:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freewriting]]></category>

		<guid isPermaLink="false">/?p=1333</guid>
		<description><![CDATA[	2500 Zeichen heute. Ich bin zufrieden, auch wenn ich teilweise etwas gestockt habe und relativ oft w&#228;hrend des Schreibprozesses an S&#228;tzen gefeilt habe. Aber ich komme da nicht wirklich drum herum.

Sie hoffte, dass er ihr etwas vorlesen w&#252;rde. Zum Beispiel das, was er im Zug geschrieben hatte. Woran er wohl dachte, wenn er unterwegs ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>2500 Zeichen heute. Ich bin zufrieden, auch wenn ich teilweise etwas gestockt habe und relativ oft w&auml;hrend des Schreibprozesses an S&auml;tzen gefeilt habe. Aber ich komme da nicht wirklich drum herum.</p>
<p>Sie hoffte, dass er ihr etwas vorlesen w&uuml;rde. Zum Beispiel das, was er im Zug geschrieben hatte. Woran er wohl dachte, wenn er unterwegs zu ihr war? Was trieb ihn an, sie zu treffen? Und wie war wohl seine innere Reaktion auf ihren Vorschlag, sie bei ihr zu Hause zu besuchen, gewesen? <br />
Sie mochte seine Stimme. Einmal hatte er ihr am Telefon ein Gedicht von sich vorgelesen, und sie hatte gehofft, es w&uuml;rde ewig dauern. Er beruhigte sie, versetzte sie in eine gewisse Stimmung, die sie entspannen lies und sie gleichzeitig fast verr&uuml;ckt machte. Was w&uuml;rde heute Nachmittag passieren?</p>
<p>Ina hatte schon merkw&uuml;rdige Erfahrungen mit solchen ersten Begegnungen gehabt. Einmal war zu heftigen Knutschereien gekommen, andere Male wusste sie danach noch weniger, was sie denken und wollen sollte als vor dem Treffen. Aber diesmal sollten  die Dinge ja auch ein wenig anders sein, immerhin war er nicht irgendein Date, sondern jemand, der sich sie ausgesucht hatte, weil er sie im Bus gesehen hatte. <br />
Er hatte ihr allerdings nie erkl&auml;rt, wieso er gerade ihr diesen Zettel gegeben hatte. Sie war damals nicht sonderlich h&uuml;bsch oder aufreizend angezogen gewesen, noch hatte sie ihn beim Einsteigen angel&auml;chelt oder zu ihm hin&uuml;bergesehen. Sie hatte nur Augen f&uuml;r die Stra&szlig;e, die Welt jenseits der Scheibe gehabt und versucht, sich nicht auf die stumpfen Gespr&auml;che der kaugummikauenden Modeopfer zu konzentrieren. Sie hielt sie f&uuml;r Modeopfer, was aber nicht bedeutete, dass sie nicht selbst irgendeiner schwammigen Mode folgte, die sich gewisse Dinge aus dem Mainstream herauspickte, sie mit mehr oder weniger unpassenden Dingen verband und so etwas kreierte, das man nicht an jedem Menschen sah, jedoch auch nicht v&ouml;llig fremdartig wirkte. Die Kunst, aufzufallen und trotzdem kein Fremdk&ouml;rper zu sein, gelang ihr meist. </p>
<p>Wahrscheinlich war es deshalb gewesen. Sie war ihm aufgefallen und dann hatte irgendeine Eingebung ihn veranlasst, ihr einen Zettel zu geben. Vielleicht, weil er gerade eine Geschichte im Kopf hatte und nicht weiterkam. Eine Muse brauchte. Er hatte das Wort &raquo;Muse&laquo; ein paar Mal verwendet, allerdings nur in Bezug auf andere Leute, die wohl Teil seiner Vergangenheit waren. Suchte er in ihr eine Art Inspirationsquelle, ein Modell f&uuml;r Personen in seinen Geschichten? </p>
<p>Ihr Exfreund hatte sowas &auml;hnliches in ihr gesehen. Sie wusste bis heute nicht, ob ihr das wirklich gefallen hatte. Wollte sie geliebt werden, weil sie jemanden inspirierte, oder wollte sie jemanden inspirieren, weil er sie liebte?</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.joeladami.net/2007/06/23/freewriting-6/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>3</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Freewriting #5</title>
		<link>http://www.joeladami.net/2007/06/22/freewriting-5/</link>
		<comments>http://www.joeladami.net/2007/06/22/freewriting-5/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 22 Jun 2007 00:58:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freewriting]]></category>

		<guid isPermaLink="false">/?p=1331</guid>
		<description><![CDATA[	Eigentlich geh&#246;rt der Text noch zu Donnerstag, jedenfalls zum gef&#252;hlten Donnerstag. Es sind diesmal 2688 Zeichen geworden und ich bin sehr zufrieden damit. Auch wenn mich die M&#252;digkeit dann doch ein wenig gebremst hat.

Trotzdem mochte Ina ihr Buch. So ungl&#252;cklich sie auch &#252;ber den Inhalt war, so sehr war es dennoch ein Teil von ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eigentlich geh&ouml;rt der Text noch zu Donnerstag, jedenfalls zum gef&uuml;hlten Donnerstag. Es sind diesmal 2688 Zeichen geworden und ich bin sehr zufrieden damit. Auch wenn mich die M&uuml;digkeit dann doch ein wenig gebremst hat.</p>
<p>Trotzdem mochte Ina ihr Buch. So ungl&uuml;cklich sie auch &uuml;ber den Inhalt war, so sehr war es dennoch ein Teil von ihr, den sie nicht missen wollte. In den R&auml;ndern waren manchmal kleine Erw&auml;hnungen &uuml;ber ihr Gef&uuml;hlsleben zum Zeitpunkt des Eintrags. Sie dachte daran, was sie an dem Tag geschrieben hatte, als ihr Ex sie verlassen hatte. Bzw. als die Beiden sich getrennt hatten. Wie es genau gewesen war, wusste sie immer noch nicht. Vielleicht war sie auch gegangen?</p>
<p>Der Rand von dem Tag war g&auml;nzlich schwarz, auf den Seiten war jedoch ein Gedicht, &uuml;ber einen kleinen Vogel, der von der Freiheit singt. Es reimte sich nicht. Eigentlich reimte sich nie etwas, was sie aufschrieb,  und wenn, dann hatte es zwar den Charme von lustigen Kinderreimen, nicht jedoch irgendetwas, was sie gerne ver&ouml;ffentlicht oder gar gesungen h&auml;tte. </p>
<p>Er schrieb viel. Jeden Tag, soweit sie wusste. Er hatte, das hatte er auf jeden Fall erz&auml;hlt, ein ganzes Regel voll mit Notizheften, in denen er seine Gedanken, sein Gef&uuml;hlsleben und auch Gedichte aufgeschrieben hatte. Sie stellte sich seine Schrift vor. Gerade und symmetrisch, sehr gepflegt, dabei nie dreckig oder verschmiert, selbst wenn er so schnell schrieb, wie er nur konnte, weil er f&uuml;rchtete, die Gedanken k&ouml;nnten ihm davonfliegen. Nicht so wie ihre Schrift. Ihre Schrift war nicht einmal das, was man eine &raquo;typische M&auml;dchenschrift&laquo; nannte und gemeinerweise durch eine sehr dicke F&uuml;llfederspitze zustande kam. Sie schrieb am liebsten mit einem sehr d&uuml;nnen Fineliner und kritzelte nur. Wenn sie dann doch mal mit der Feder schrieb, verschmierte sie alles, weil sie Linksh&auml;nderin war und besonders bei &raquo;guten Einf&auml;llen&laquo; so hastig schrieb, dass es nachher eine wahre Plage war, die Einf&auml;lle noch zu entziffern. </p>
<p>Er hatte gesagt, er w&uuml;rde sein Heft mitbringen. Er nahm sein Heft sowieso &uuml;berall mit hin und schrieb im Bus oder im Zug. Damals, als er sie zum ersten Mal gesehen und sie ihn zum ersten Mal wahrgenommen hatte, hatte er nicht geschrieben. Die Strecke war ihm zu kurz gewesen, und so hatte er nur einen Zettel an sie geschrieben. Die stammte allerdings aus seinem Heft. Ina glaubte, dass dies etwas zu bedeuten hatte. Jemand wie er w&uuml;rde nicht so leichtfertig seine kostbaren, wenn auch noch unbeschriebenen Seiten abrei&szlig;en, um Telefonnummern auszutauschen. Ein kleines wei&szlig;es Licht blitzte in ihrer inneren Dunkelheit auf. Es war das, was man gemeinerhin Hoffnung nannte. Sie wollte es wieder verdr&auml;ngen, denn sie wollte sich nicht schon wieder mit zu hohen Erwartungen selbst verletzten. Aber vielleicht hatte sie diesmal doch Recht? Vielleicht war er wirklich so perfekt, so wundervoll, wie er manchmal &#x96; wenn auch nur in ihren Tr&auml;umen, schien?</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.joeladami.net/2007/06/22/freewriting-5/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Freewriting #4</title>
		<link>http://www.joeladami.net/2007/06/20/freewriting-4/</link>
		<comments>http://www.joeladami.net/2007/06/20/freewriting-4/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 20 Jun 2007 23:07:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freewriting]]></category>

		<guid isPermaLink="false">/?p=1329</guid>
		<description><![CDATA[	Heute nur 2354 Zeichen. Ich lasse definitiv nach, was die Geschwindigkeit angeht. Ich k&#246;nnte das heute allerdings auch an meine M&#252;digkeit sowie mein allgemeines Gef&#252;hl schieben. Manchmal ist es wohl besser, einen Tag einfach Tag sein zu lassen und auf den n&#228;chsten zu hoffen. Die Geschichte von Ina geht auf jeden Fall wie folgt ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute nur 2354 Zeichen. Ich lasse definitiv nach, was die Geschwindigkeit angeht. Ich k&ouml;nnte das heute allerdings auch an meine M&uuml;digkeit sowie mein allgemeines Gef&uuml;hl schieben. Manchmal ist es wohl besser, einen Tag einfach Tag sein zu lassen und auf den n&auml;chsten zu hoffen. Die Geschichte von Ina geht auf jeden Fall wie folgt weiter:</p>
<p>Sie hatte sich jetzt ein ganz normales T-Shirt angezogen, wohl figurbetont, aber ohne Ausschnitt oder sonst was. Dazu trug sie eine schwarze Hose, in der sie Aussagen zufolge einen sch&ouml;nen Hintern hatte, aber sie konnte das trotz mehrmaligen Besuch der H&amp;M-Kleiderkabinen nicht wirklich nachvollziehen. Was war &uuml;berhaupt ein sch&ouml;ner Hintern? </p>
<p>Er hatte einen sch&ouml;nen Hintern. Obwohl sie den erst sehr viel sp&auml;ter gesehen hatte. Sie hatte mal in irgendeiner idiotischen Frauenzeitschrift gelesen, dass soundsoviele Prozent der Frauen ihren Traummann erst von hinten gesehen h&auml;tten, ehe sie ihn dann angesprochen h&auml;tten und sich dann irgendwann etwas entwickelt hatte.<br />
Sie hatte nur sein Profil gesehen, denn er hatte in der gleichen Sitzreihe im Bus gesessen wie sie. W&auml;hrendem sie versucht, die h&auml;sslichen M&auml;dchen mit dem neusten Modeschick und Kaugummi, die vor ihr standen und sich laut &uuml;ber irgendwelche Beziehungsgesichten von anderen Leuten unterhielten, zu ignorieren, hatte er sie offenbar schon l&auml;nger beobachtet.<br />
Als sie den Bus dann verlassen hatte, hatte sie ein St&uuml;ck Papier auf ihrem Scho&szlig; gehabt. Sie hatte nicht bemerkt, wie er es dahingelegt hatte, aber es war da gewesen und darauf hatten zwei S&auml;tze und seine Telefonnummer gestanden.</p>
<p>Sie hatte ihm eine SMS geschickt und danach telefoniert. Sie wusste noch, wer er war, aber konnte  sich an keine Details mehr erinnern. So lange, bis sie sich durch Zufall noch einmal begegnet waren. An dem Abend hatten sie beide quasi zeitgleich vorgeschlagen, sich doch mal bewusst zu treffen.<br />
Das, was sie bisher von ihm wusste, klang vielversprechend. Er spielte Gitarre, lass sehr gerne und interessierte sich f&uuml;r Kunst. Und er zeichnete kleine, aber feine Bilder, die sie an ihre eigene Kopfwelt erinnerten. Sie konnte selbst nicht zeichnen, stellte sich aber oft Bilder vor und hatte sie einfach im Kopf. All ihre Versuche, das was sie im Kopf hatte, auf ein Blatt Papier zu bringen, waren missgl&uuml;ckt. Die fruchtbarsten Versuche waren noch die Gedichte und Liedtexte, die sie in ein kleines in graues Leinen gebundenes Notizbuch kritzelte, wenn sie mal wieder einen einfallsreichen Tag hatte. Kleine Randkritzelein wie Sternchen und der Versuch, organische Figuren zu zeichnen wechselte sich mit in schmieriger Schrift geschriebenen kurzen Gedichten, Liedtexten und musikalischen Idee f&uuml;r Lieder ab.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.joeladami.net/2007/06/20/freewriting-4/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Freewriting #3</title>
		<link>http://www.joeladami.net/2007/06/19/freewriting-3/</link>
		<comments>http://www.joeladami.net/2007/06/19/freewriting-3/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 19 Jun 2007 23:27:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freewriting]]></category>

		<guid isPermaLink="false">/?p=1327</guid>
		<description><![CDATA[	Heute habe ich exakt 10 Minuten geschrieben, und es sind die folgenden 2587 Zeichen geworden. Ich hatte heute das Gef&#252;hl, dass ich oft irgendwelche S&#228;tze oder Forumlierungen verbessert habe, was man eigentlich sp&#228;ter machen sollte. Trotzdem bin ich einigerma&#223;en zufrieden mit mir. Ich bin mal gespannt was Ina noch so &#252;ber sich verraten wird.

Ina ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute habe ich exakt 10 Minuten geschrieben, und es sind die folgenden 2587 Zeichen geworden. Ich hatte heute das Gef&uuml;hl, dass ich oft irgendwelche S&auml;tze oder Forumlierungen verbessert habe, was man eigentlich sp&auml;ter machen sollte. Trotzdem bin ich einigerma&szlig;en zufrieden mit mir. Ich bin mal gespannt was Ina noch so &uuml;ber sich verraten wird.</p>
<p>Ina wusste nicht wirklich, wieso sie noch immer nackt Bass spielte. Vielleicht war es nur die Macht der Gew&ouml;hnung, aber es konnte auch mehr dahinter stecken. Hatte ihr Exfreund immer noch einen unsichtbaren Einfluss auf sie, der so stark war, dass sie noch f&uuml;r ihn spielte? <br />
Sie hoffte nicht. Diese Geschichte war vorbei, das Buch war fertig geschrieben und lag nun irgendwo in einem Schrank tief unten in ihren Erinnerungen, wo es ruhig verstauben sollte. Sie wollte es nicht herausnehmen. Die sch&ouml;nen Dinge sollte man konservieren, in Einmachgl&auml;ser f&uuml;llen und in eine Vitrine stellen, hatte mal jemand ihr geraten. Sie konnte die sch&ouml;nen Dinge nicht von den ekligen, schlechten Erinnerungen trennen. Teilweise hatten die letzten Tage, dieser Rosenkrieg auch noch einen Schatten auf die sch&ouml;nen Dinge geworfen, den sie nicht korrigieren konnte. Wenn sie den Schatten ausradieren wollte, musste sie alles ausradieren, und das wollte sie nun auch nicht. Besser eine verstaubte Erinnerung als &uuml;berhaupt keine. </p>
<p>Was w&uuml;rde er sagen, wenn es je dazu kommen w&uuml;rde und sie ihm vorschlagen w&uuml;rde, nackt f&uuml;r ihn zu spielen? Sie malte sich schon vage erotische Geschichten aus und schalt sich sogleich selbst daf&uuml;r. Sie hatte gelernt, wie schmerzhaft es sein konnte, wenn man sich zu viele Hoffnungen machte und wollte diesen Fehler nicht noch einmal machen. Sie wollte die Sache diesmal ruhig angehen und sich nicht von voreiligen Fantasien antreiben lassen. Das war nicht gut f&uuml;r sie, und f&uuml;r die Beziehung, sollte je eine daraus werden, ebenfalls nicht. </p>
<p>Sie sa&szlig; nun auf ihrem Bett und betrachtete den Bass, dann den Rest ihres Zimmers. Ihr Kleiderschrank, vor dem sie noch vor einigen Minuten gestanden hatte und sich angezogen hatte, nachdem sie aus der Dusche gekommen war. Sie mochte dieses Ritual. Bass spielen, Duschen, neue Kleider anziehen. Vor allem wenn sie ausging oder wie jetzt, jemand auf Besuch kam, war sie dabei besonders gr&uuml;ndlich und versuchte, jeden Schmutz von ihrem K&ouml;rper und aus ihren Haaren zu waschen. </p>
<p>Ina hatte versucht, sich &raquo;richtig&laquo; anzuziehen. Was war richtig f&uuml;r ein erstes Date im eigenen Zimmer? Gab es unterschiedliche Abstufungen der Gewagheit, je nach Ort, an dem man sich traf? Beim Eisessen durfte es vielleicht ruhig etwas mehr Dekolletee sein, da er ja von anderen Frauen abgelenkt werden konnte, w&auml;hrend er im Zimmer sowieso nicht viel anderes tun konnte, als sie anzusehen und sie nicht k&uuml;nstlich mit tiefem Ausschnitt Aufmerksamkeit erregen musste. Sie hatte das merkw&uuml;rdige Gef&uuml;hl gehabt, ihr h&auml;tte beim Anziehen jemand &uuml;ber die Schulter geschaut.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.joeladami.net/2007/06/19/freewriting-3/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Freewriting #2</title>
		<link>http://www.joeladami.net/2007/06/18/freewriting-2/</link>
		<comments>http://www.joeladami.net/2007/06/18/freewriting-2/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 18 Jun 2007 23:16:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freewriting]]></category>

		<guid isPermaLink="false">/?p=1326</guid>
		<description><![CDATA[	Ich habe heute, wie Thierry es vorgeschlagen hat, die Idee von gestern aufgegriffen und weitergesponnen. Diesmal habe ich ganze 15 Minuten geschrieben, obwohl es eigentlich nur Zehn werden sollten. Allerdings war es eine dumme Idee, das Handy, das beim Ablauf des Countdowns vibrieren sollte, aufs Bett zu legen. Da h&#246;rt man die Vibrationen n&#228;mlich ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe heute, wie Thierry es vorgeschlagen hat, die Idee von gestern aufgegriffen und weitergesponnen. Diesmal habe ich ganze 15 Minuten geschrieben, obwohl es eigentlich nur Zehn werden sollten. Allerdings war es eine dumme Idee, das Handy, das beim Ablauf des Countdowns vibrieren sollte, aufs Bett zu legen. Da h&ouml;rt man die Vibrationen n&auml;mlich nicht. <br />
Anzahl der Zeichen in 15 Minuten: 3569, was statistisch gesehen 2379 Zeichen in 10 Minuten sind, das sind weniger als gestern. Ich bin aber zufrieden mit mir, dass ich den Schreibflu&szlig; auch eine Viertelstunde ohne Probleme aufrechterhalten kann und eigentlich noch Ideen habe. Hier das Resultat:</p>
<p>Zehn Minuten. Freewriting. Diesmal mit einem Glas Cola. Ist trinken erlaubt? </p>
<p>Ina war aufgeregt. Sie hatte ihn ganz spontan zu sich eingeladen, oder eher hatte er sich selbst eingeladen. Das stimmte auch wieder nicht ganz. Sie wollten sich treffen, ohne dass es ganz klar war, von dem der Anfangsimpuls ausgegangen war. Normalerweise wusste Ina bei Dates, ob sie oder ihr Date-Partner das Treffen einberufen hatte, aber diesmal hatte sie es vergessen oder es war nicht wirklich wichtig gewesen. Und dann hatten sie nicht gewusst, wo und wie und was. Das &uuml;bliche Problem. Es fiel Ina schwierig, sich kreative Ideen f&uuml;r erste richtige Treffen einfallen zu lassen. Es gab eigentlich nur paar M&ouml;glichkeiten, die alle Vor- und Nachteile boten. Zum einen Kino, was zum Knutschen ideal war, aber sehr effektiv verhinderte, dass man viel redete und sich auf einer intellektuellen Ebene n&auml;her kam. Was ihr missfiel. Dann gab es das Café, wo immer die Gefahr bestand, dass man jemanden kennen w&uuml;rde, was dem Kennenlernen ebenfalls nicht wirklich zur Gute kam. Ganz kreativ hatte sie die Idee mit dem Eisessen gefunden, auf das sie sich eigentlich geeinigt hatten. </p>
<p>Eis war sexy, wenn es man es richtig a&szlig;. Ihre beste Freundin hatte mal die Theorie aufgestellt, dass es zwei verschiedene M&ouml;glichkeiten gab, ein Eis zu lecken. In Phallusform oder in Busenform. Wobei dabei das pr&auml;ferierte Geschlecht zu sehen w&auml;re. Ina hatte bei mehreren Eiskugeln eher das Problem, dass sie darauf aufpassen musste, dass das Eis nicht herunter tropfte und ihr &uuml;ber die Finger lief. Was sehr wenig sexy war und man bei einem Date vermeiden sollte.<br />
Anderseits stellte sich ihr die Frage, ob sie nicht im Allgemeinen zu viel Eis a&szlig;. Nicht gut f&uuml;r ihre Figur, obwohl ihr immer gesagt wurde, sie w&auml;re auf keinen Fall zu dick, eher im Gegenteil. Sie wusste es einfach nicht. Vielleicht hatte sie &uuml;berhaupt keine Meinung dazu. <br />
Wie merkw&uuml;rdig. </p>
<p>Es war jedoch nicht zum Eisessen gekommen, weil es heute regnete. Eine ganze Woche eitel Sonnenschein und heute, an dem entscheidenden Tag, wo sie ihn treffen und mit ihm ein leckeres Eis essen sollte, regnete es. Aber vielleicht war das gar nicht so furchtbar, wie es schien. Vielleicht w&uuml;rden sich in ihrem Zimmer sehr viel mehr M&ouml;glichkeiten ergeben als in der Eisdiele. <br />
Auf jeden Fall w&uuml;rde er sehr viel mehr &uuml;ber die herausfinden. Er w&uuml;rde merken, dass die merkw&uuml;rdig war. Ina fand das prickelnd. Sie mochte keine Versteckspiele und dennoch fand sie, dass sie gerade dadurch, dass sie diesem Jungen ihr Leben durch ihr Zimmer zeigen wollte, irgendwie versteckend und gleichzeitig exhibitionistisch.<br />
Gab es nicht auch sowas im Fernsehen? <br />
Ina schaute selten fern, und wenn, dann auch keine Musiksender, oder wie es heute wohl eher hei&szlig;en sollte: Jugendsender. Denn Musik lief da eher selten. Oder Ina hatte immer zum falschen Zeitpunkt eingeschaltet. Aber sie mochte eh keinen Pop. Vielleicht brauchte sie auch gar keine Musikvideos, denn sie sah sich ja selbst jeden Tag Musik machen. Sie spielte Bass im Spiegel. <br />
Manchmal auch nackt. </p>
<p>Ihr Exfreund hatte immer gesagt, dass ein Bass eine Frau oder ein M&auml;dchen um 200 Prozent attraktiver mache als eine, die kein Instrument spielen w&uuml;rde. Sie hatte manchmal nackt f&uuml;r ihn gespielt, w&auml;hrend er nur auf ihrem Bett gesessen hatte und ihr zugesehen hatte, voller erotischer Erwartungen. Das war nach und nach zu einem festen Ritual geworden. Sie &uuml;bte wenn er da war, und wenn er da war &uuml;bte sie wegen ihm nackt. Und so hatte sie es sich angew&ouml;hnt, nackt in die Saiten zu greifen. Vorhin hatte sie auch nackt gespielt.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.joeladami.net/2007/06/18/freewriting-2/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>2</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Freewriting #1</title>
		<link>http://www.joeladami.net/2007/06/17/freewriting-1/</link>
		<comments>http://www.joeladami.net/2007/06/17/freewriting-1/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 17 Jun 2007 21:43:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[Freewriting]]></category>

		<guid isPermaLink="false">/?p=1324</guid>
		<description><![CDATA[	Freewriting hat Thiery bei Serge in den Kommentaren erkl&#228;rt. Ich fand das eine geniale Idee und will das jetzt mal ausprobieren. Mal sehen, wie lange ich das durchhalte. Ich habe also eben 10 Minuten lang ununterbrochen geschrieben. Dabei sind die folgenden 2741 Zeichen rausgekommen. Ich habe bloss noch die Rechtschreibung und typographischen Elemente ge&#228;ndert. ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Freewriting hat <a href="http://setuch.com/wordpress/?p=72#comment-179">Thiery bei Serge in den Kommentaren erkl&auml;rt.</a> Ich fand das eine geniale Idee und will das jetzt mal ausprobieren. Mal sehen, wie lange ich das durchhalte. Ich habe also eben 10 Minuten lang ununterbrochen geschrieben. Dabei sind die folgenden 2741 Zeichen rausgekommen. Ich habe bloss noch die Rechtschreibung und typographischen Elemente ge&auml;ndert. Thierry darf das ganze gerne mal kommentieren. Das soll es jetzt &ouml;fters hier geben. Jeden Tag, am besten. Resultat von Versuch Nummer Eins:</p>
<p>Freewriting. Zehn Minuten ununterbrochen schreiben. Wagen wir es einfach. Mal sehen was dabei rauskommt. </p>
<p>Ich sitze in meinem Zimmer, das ich eben neu dekoriert habe. Also eben, das war vor ein paar Stunden, nicht vor 10 Minuten, wie ich gerade schreiben wollte. Und ich tippe wie ein Irrer, vielleicht auch, weil ich die 10 Minuten, so wie mir das kulturell immer nahe gelegt wurde, als Wettrennen sehe, in der es darum geht, so viel wie m&ouml;glich zu tippen. Ich wei&szlig; nicht, ob das der Sinn ist, glaube aber eher nicht. Ich habe meine Wand mit Konzerttickets vergangener Konzerte aufgehangen. </p>
<p>Und irgendwann w&uuml;rden da auch Tickets von Konzerten h&auml;ngen, die sie selbst gespielt hatte, dachte Ina und sah dann wieder zu ihrem Bass, der, metallisch gl&auml;nzend ein Funkeln in ihren Augen ausl&ouml;ste. Sie mochte dieses Instrument, das oft untersch&auml;tzt wurde. Ein Bass macht nicht blo&szlig; &#8220;Bum Bum Bum&#8221;, ein Bass ist sehr viel mehr. Sie mochte ihn wirklich sehr, und &uuml;bte jeden Tag so lange sie Zeit hatte darauf. Obwohl sie ihn gerade wieder in den repr&auml;sentativen St&auml;nder gestellt hatte, kribbelte es ihr schon wieder in den Fingern, noch einmal zu &uuml;ben. Sie wartete aber auf jemanden, und obwohl es irgendwie cool w&auml;re, beim &Uuml;ben unterbrochen zu werden, wollte sie sich von dem Gast, den sie erwartete, nicht unterbrechen lassen. Einerseits, weil sie Angst hatte, ihr Spiel k&ouml;nnte ihm nicht gefallen, und anderseits wollte sie ihm nicht das Gef&uuml;hl geben, dass er sie st&ouml;re. Denn das w&uuml;rde er auf gar keinen Fall tun.</p>
<p>Er wirkte immer so scheu, &uuml;berlegte sie und insgeheim hatte sie sich schon oft gefragt, wieso. Eigentlich hatte er eine blendende Figur, ein sch&ouml;nes Gesicht und wunderbare gr&uuml;ne Augen. Gr&uuml;ne Augen waren etwas seltenes, und es war ein merkw&uuml;rdiger Zufall dass er wie sie welche hatte. Wenn sie es sich recht &uuml;berlegte, war er der erste Mensch, bei dem sie die gr&uuml;ne Augenfarbe sofort und bewusst wahrgenommen hatte. Sie hatte ihn &uuml;berhaupt sehr bewusst wahrgenommen, was bei ersten Begegnungen bei ihr eher selten war.<br />
Liebe auf den ersten Blick? Wohl kaum, denn dann m&uuml;sste sie jetzt verliebt sein, und das war sie nicht. Es kribbelte h&ouml;chstens ein ganz klein wenig an ihren Unterschenkeln, wenn sie ihn sah. Ihre Unterschenkel kribbelten, wenn sie aufgeregt oder verliebt war. Nicht ihr Bauch, wie es das Klischee war. Vielleicht war sie einfach merkw&uuml;rdig.</p>
<p>Sie war schon immer ein klein wenig anders gewesen. Oder sich anders gef&uuml;hlt. Sie konnte nicht wirklich mit dem Finger darauf zeigen, was sie denn genau von anderen Menschen unterscheiden w&uuml;rde, aber irgendwo tief in ihr drin hatte sie das Gef&uuml;hl, dass sie anders war als die anderen Menschen, die um sie herum waren. Was stecke in ihrer Seele, was bei anderen nicht vorhanden war?</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.joeladami.net/2007/06/17/freewriting-1/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>6</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

