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	<title>enjoying the postapocalypse &#187; Fiktive Gespräche</title>
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	<description>(enjoying the postapocalypse)</description>
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		<title>Kälteeinbruch</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Mar 2011 21:13:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fiktive Gespräche]]></category>
		<category><![CDATA[Atombombe]]></category>
		<category><![CDATA[Einsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Kamillentee]]></category>
		<category><![CDATA[Klimawandel]]></category>

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		<description><![CDATA["Ich habe unglaubliche Lust auf Kamillentee.", sagt sie.
Zum Glück versteckt sich in meinem Schrank eine Tüte mit getrockneten Bio-Kamillenblüten, die einen wirklich wunderbaren Tee ergeben. Ich setze Wasser auf, putze meine Brille, während der schäbige Wasserkocher vor sich hin brodelt. 



"Eigentlich wäre es schön", meine ich,  "wirklich Wasser aufzusetzen. In einer Teekanne, die ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Ich habe unglaubliche Lust auf Kamillentee.&#8221;, sagt sie.<br />
Zum Glück versteckt sich in meinem Schrank eine Tüte mit getrockneten Bio-Kamillenblüten, die einen wirklich wunderbaren Tee ergeben. Ich setze Wasser auf, putze meine Brille, während der schäbige Wasserkocher vor sich hin brodelt. </p>
<p><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2011/03/kaelteeinbruch.jpg" alt="Kamillentee" title="Kaelteeinbruch" width="755" height="583" class="aligncenter size-full wp-image-3416" /></p>
<p>&#8220;Eigentlich wäre es schön&#8221;, meine ich,  &#8220;wirklich Wasser aufzusetzen. In einer Teekanne, die auf den Herd kommt und lustig pfeift, wenn das Wasser fertig ist.&#8221;<br />
Sie nickt, sagt nichts. Leider ist das energetisch wohl ziemlich ineffizient. Ich bin nicht der Meinung, dass alles immer möglichst effizient sein sollte, aber Energie sparen ist mir wichtig.</p>
<p>Die Katastrophe, in die wir uns und unseren Planeten stürzen, mag nicht so plötzlich kommen wie beispielsweise ein Atomkrieg, und wahrscheinlich ist genau das ihr Problem – sehenden Auges laufen wir in den Abgrund, weil er gar nicht so tief aussieht – aber verheerend wird sie trotzdem sein. Vielleicht hätte sie sogar das Potential, den eben genannten atomaren Konflikt auszulösen. Ich erzähle ihr das. Nein, ich halte eher eine Rede. Meine eigenen Worte regen mich auf, während dem Sprechen stellen sich mir die Nackenhaare auf, mein Rücken eine einzige Gänsehaut. Zu viel Pathos in meiner Stimme.<br />
Sie hat Gänsehaut auf den Armen und schaut mich schockiert an. Vielleicht ist das einer dieser Momente, die das Leben verändern. Vielleicht ändert sich ihre Sicht auf alles im Leben, weil ich so gefangen von meinen eigenen Worten war, als ich meinen Monolog gehalten habe.<br />
Der atomare Winter, die Gänsehaut: Ironie des Schicksals. </p>
<p>Nachdem sie am Tee genippt hat, öffnet sie den Mund, als ob sie was sagen wollte, schließt ihn wieder.<br />
Dann, endlich: &#8220;Ich fühle mich manchmal unglaublich einsam.&#8221;<br />
Ihre Stimme ist eiskalt.<br />
Ich frage sie, ob sie darüber reden will.<br />
&#8220;Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem es sich nicht mehr lohnt, darüber zu reden, weil es nichts mehr zu reden gibt.&#8221;<br />
Ob es ihr helfe, wenn ich sie umarmte. Ich bin so. Ich stelle solche Fragen genau so dumm und gerade heraus, weil ich Angst habe, etwas Falsches zu tun. Magie des Augenblicks: esoterischer Humbug.<br />
&#8220;Irgendwann bringt auch jede noch so freundschaftlich gemeinte Umarmung nichts mehr, weil sie nur den Schmerz aus einem heraus presst. Diese Momente kommen und gehen. Sie tun weh, aber sie sind nicht dauerhaft. Die Frage ist nur, wann diese Momente keine Löcher mehr sind, aus denen ich raus krabbeln kann, sondern ein Abgrund.&#8221;<br />
Wieder ein Monolog, diesmal von ihr. Mich fröstelt es überall.</p>
<p>Die Probleme im Großen und im Kleinen ähneln sich.</p>
<p><small><span about="http://www.flickr.com/photos/lyre/3336643660/in/photostream/" xmlns:dct="http://purl.org/dc/terms/" xmlns:cc="http://creativecommons.org/ns#"><a href="http://www.flickr.com/photos/lyre/3336643660/in/photostream/" property="dct:title">photo</a> <a rel="license" href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a> <a rel="cc:attributionURL" property="cc:attributionName" href="http://www.flickr.com/photos/lyre/">derya</a> </span></small></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.joeladami.net/?flattrss_redirect&amp;id=3415&amp;md5=a9eea34928fc444fb7b9ee96fc8fdf2c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Lazy on a wednesday afternoon</title>
		<link>http://www.joeladami.net/2007/08/23/lazy-on-a-wednesday-afternoon/</link>
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		<pubDate>Thu, 23 Aug 2007 23:23:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fiktive Gespräche]]></category>

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		<description><![CDATA[	Woher kommt eigentlich das Bed&#252;rfnis, englische Titel benutzen zu m&#252;ssen? Eigentlich bist du gar nicht faul. Du musst diese Tasse Kaffee trinken. Und f&#252;r den Rest bist du einfach nur verr&#252;ckt, glaube ich.
Das Wetter ist alles andere als Sommerwetter. Es ist grau, regnerisch und relativ kalt. Eine Welt ohne Jahreszeiten. Nie wieder den Geruch ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Woher kommt eigentlich das Bed&uuml;rfnis, englische Titel benutzen zu m&uuml;ssen? Eigentlich bist du gar nicht faul. Du musst diese Tasse Kaffee trinken. Und f&uuml;r den Rest bist du einfach nur verr&uuml;ckt, glaube ich.<br />
Das Wetter ist alles andere als Sommerwetter. Es ist grau, regnerisch und relativ kalt. Eine Welt ohne Jahreszeiten. Nie wieder den Geruch von Sommergewittern, weil es einfach keinen Sommer mehr gibt. Das wird der gro&szlig;e Verlust unserer Generation. Einfach, weil es <a href="http://www.joeladami.net/index.php?itemid=1363">keine Jahreszeiten</a> mehr gibt. Zeit ist relativ, &uuml;ber Geschmack l&auml;sst sich streiten, aber ich will nicht in einer immerfeuchten, immergrauen, deprimierenden Welt leben.<br />
<em>Sie ver&auml;ndern das Wetter! Sie bauen riesige <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/HAARP">Antennen</a>, um Wolken zu erschaffen, dicker als Wolldecken!</em><br />
Was f&uuml;r ein Bl&ouml;dsinn. Als ob Autos nicht gen&uuml;gen w&uuml;rden&#8230;<br />
<em>2208071538</em></p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Ich entsage hiermit der Versuchung, zu schreiben, das Halloween und Allerheiligen/-seelen eigentlich das gleiche Fest sind, n&#228;mlich ein Totenkult</title>
		<link>http://www.joeladami.net/2006/10/31/ich-entsage-hiermit-der-versuchung-zu-schreiben-das-halloween-und-allerheiligen-seelen-eigentlich-das-gleiche-fest-sind-naemlich-ein-totenkult/</link>
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		<pubDate>Tue, 31 Oct 2006 21:06:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fiktive Gespräche]]></category>

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		<description><![CDATA[	"Und, was machst du an Halloween?"
"Ich habe eine Flasche Rum und eine Packung Tuc-Salzkekse. Es wird sicher ein lustiger Abend"

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;<i>Und, was machst du an Halloween?</i>&#8220;<br />
&#8220;Ich habe eine Flasche Rum und eine Packung <i>Tuc</i>-Salzkekse. Es wird sicher ein lustiger Abend&#8221;</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Synästhesie deluxe oder: treasures look like common stuff</title>
		<link>http://www.joeladami.net/2006/01/10/synaesthesie-deluxe-oder-treasures-look-like-common-stuff/</link>
		<comments>http://www.joeladami.net/2006/01/10/synaesthesie-deluxe-oder-treasures-look-like-common-stuff/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 10 Jan 2006 19:58:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fiktive Gespräche]]></category>

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		<description><![CDATA[	"Wie w&#228;r es, den Scheiss erstmal zu trinken?"
"Is kein Scheiss."
"Ich wei&#223;.", sagte ich und l&#228;chelte. 
"Jetzt bist du w&#252;tend auf dich selbst, weil du das gesagt hast."
"Du hast Recht."

Es war schwer, das zuzugeben, sofort danach. Wobei das auch wieder nicht stimmte. Es war schwieriger zuzugeben, dass sie meine Charade voll und ganz durchschaut hatte.
Zum ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Wie w&auml;r es, den Scheiss erstmal zu trinken?&#8221;<br />
&#8220;Is kein Scheiss.&#8221;<br />
&#8220;Ich wei&szlig;.&#8221;, sagte ich und l&auml;chelte. <br />
&#8220;Jetzt bist du w&uuml;tend auf dich selbst, weil du das gesagt hast.&#8221;<br />
&#8220;Du hast Recht.&#8221;</p>
<p>Es war schwer, das zuzugeben, sofort danach. Wobei das auch wieder nicht stimmte. Es war schwieriger zuzugeben, dass sie meine Charade voll und ganz durchschaut hatte.<br />
Zum Gl&uuml;ck war auf ihrem Gesicht eins der netteren L&auml;cheln zu sehen. <br />
Auch wenn mir der Stand des Gespr&auml;ches nicht umbedingt gefiel, so mochte ich doch die Atmosph&auml;re, in der wir uns befanden. </p>
<p>Es war mittlerweile dunkel geworden, und der Mond schien durch das gro&szlig;e, vorhanglose Fenster in die K&uuml;che. Wir waren beide zu faul gewesen, aufzustehen, um das Licht anzumachen &#8211; und mir jedenfalls gefiel das Zwielicht, in dem wir sa&szlig;en, und ihr schien es auch nichts auszumachen, soweit ich das beurteilen konnte. </p>
<p>Sie nahm einen Schluck des Rums und warf einen zweideutigen Blick auf mein noch gef&auml;hrlich volles Glas. <br />
&#8220;K&uuml;ss nicht zu viele Engel&#8230;&#8221;<span id="more-858"></span>Ich antwortete, ehe ich verstanden hatte, was sie gesagt hatte: <br />
&#8220;Was?&#8221;<br />
&#8220;Ja doch.&#8221;, antwortete ich grinsend und nahm einen viel zu gro&szlig;en Schluck des leckeren Getr&auml;nkes. </p>
<p>Sie grinste. Unver&auml;ndert, so schien es mir. <br />
Ich wusste, dass sie bemerkt hatte, dass ich ein wenig zu viel Rum geschluckt hatte, versuchte jedoch, es mir nicht anmerken zu lassen. </p>
<p>Ich hatte meine Explosions in the Sky-Cd mitgebracht. Das Klangkonstrukt, getragen von Gitarre, schwoll immer weiter an, ich sp&uuml;re diese Musik wie einen Zoom auf eine DNA-Doppelhelix. <br />
Einen Moment lang machte ich mir ernsthafte Sorgen um meinen geistigen Zustand. <br />
Dann fing mich die Musik wieder. </p>
<p>&#8220;Hast du ne Syn&auml;sthesie?&#8221;<br />
Sie nickte, schmunzelte mich an und fl&uuml;sterte:<br />
&#8220;Und ich wei&szlig;, wie man sowas noch verst&auml;rken kann. Und es nicht der Rum&#8230;&#8221;</p>
<p>Die Musik schwoll wieder ab, aber nichtsdestotrotz zauberte mir jeder Ton ein Bild in den Kopf. Ich konnte sie quasi in der Luft sp&uuml;ren. Meine bisherigen Erfahrungen mit &#8220;Musiksehen&#8221; oder &#8220;Musikf&uuml;hlen&#8221; waren nie so intensiv gewesen.<br />
Ich machte demonstrativ eine Pause, indem ich einen Schluck Rum nahm. </p>
<p>&#8220;Ich wei&szlig;, worauf du anspielst&#8221;, grinste ich sie an.<br />
&#8220;Magst du?&#8221;<br />
Ich r&uuml;ckte das erst halbleere Glas Rum in die Mitte des Tisches. Ich wollte mir die Stimmung nicht durch zu viel Alkohol versauen. Gewisse Lehren hatte ich dann doch schon gezogen &#8211; oder hatte ich leider ziehen m&uuml;ssen. </p>
<p>Ein neues Lied began und die leise Melodie zog sich wie ein d&uuml;nner Faden &uuml;ber den Fu&szlig;boden, stieg empor, teilte sich, schwebte bis &uuml;ber unsere K&ouml;pfe, als sie ohne eine Miene zu verziehen den Joint entz&uuml;ndete. </p>
<p>Alle meine Empfindungen verst&auml;rkten sich. Die Musik schien den Raum zu halten, ihn zu ver&auml;ndern und in einem gewissen Ma&szlig;e auch durch ihn &uuml;berhaupt hervorgerufen zu werden. </p>
<p>&#8220;Sp&uuml;rst du es?&#8221;<br />
&#8220;Die Musik?&#8221;, meinte sie fragend.<br />
&#8220;Ja.&#8221;<br />
&#8220;Es ist einfach nur&#8230; Ich kann es nicht beschreiben. W&ouml;rter w&uuml;rden nie an die gef&uuml;hlte Realit&auml;t heranreichen.&#8221;<br />
Wir sa&szlig;en einige Minuten lang schweigend, ohne uns zu r&uuml;hren, einfach nur dar. </p>
<p>Sie strich sanft mit ihrem Zeigefinger &uuml;ber meine Hand. <br />
Das gen&uuml;gte.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>&#8220;Oh mein Gott, wir sterben!!&#8221; brüllte er, während er das Radio mit einer Axt in kleine Stücke zerteilte und  Tee über die Trümmer goss II</title>
		<link>http://www.joeladami.net/2005/05/29/oh-mein-gott-wir-sterben-bruellte-er-waehrend-er-das-radio-mit-einer-axt-in-kleine-stuecke-zerteilte-und-tee-ueber-die-truemmer-goss-ii/</link>
		<comments>http://www.joeladami.net/2005/05/29/oh-mein-gott-wir-sterben-bruellte-er-waehrend-er-das-radio-mit-einer-axt-in-kleine-stuecke-zerteilte-und-tee-ueber-die-truemmer-goss-ii/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 29 May 2005 00:08:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fiktive Gespräche]]></category>

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		<description><![CDATA[	"Die globale Erw&#228;rumg schl&#228;gt jetzt also zu. Und wir k&#246;nnen nichts dagegen tun, dass ein Gro&#223;teil der weiblichen Bev&#246;lkerung nun allem Anschein nach so viel Haut wie nur irgend m&#246;glich zeigen muss - is das wirklich so angenehm oder f&#252;hlt man sich in gewissen Kleidungst&#252;cken nicht *zu* nackt?"

Anne nahm einen gro&#223;en Schluck des eisgek&#252;hlten ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Die globale Erw&auml;rumg schl&auml;gt jetzt also zu. Und wir k&ouml;nnen nichts dagegen tun, dass ein Gro&szlig;teil der weiblichen Bev&ouml;lkerung nun allem Anschein nach so viel Haut wie nur irgend m&ouml;glich zeigen muss &#8211; is das wirklich so angenehm oder f&uuml;hlt man sich in gewissen Kleidungst&uuml;cken nicht *<i>zu</i>* nackt?&#8221;</p>
<p>Anne nahm einen gro&szlig;en Schluck des eisgek&uuml;hlten Orangensaftes, den ich ihr serviert hatte und wie ich ebenfalls einen trank, bevor sie antwortete:<br />
&#8220;Ich hab dir ja erz&auml;hlt, was f&uuml;r &Auml;ngste ich manchmal habe.&#8221; <br />
Ich l&auml;chelte und drehte mein Gesicht in die Richtung des Ventilators, der in der dr&uuml;ckenden Hitze meines Dachbodenzimmers die einzige K&uuml;hlung darstellte.</p>
<p>Die Musik, die mir wie farbige, gr&uuml;nliche Dunstschleier in der schweren und dicken Luft des Sommerabends, der unter dem Dachboden einfach nicht abk&uuml;hlen wollte, schien, war uns beiden bekannt und passte zu der Hitze. </p>
<p>Ich nippte ebenfalls an dem gro&szlig;en Orangensaft, der herrlich kalt war und mich sehr erfrischte. Trotzdem sp&uuml;rte ich, dass ich komplett durchgeschwitzt war und nichts dagegen tun konnte. Ich sa&szlig; gegen meinen Kleiderschrank gelehnt, die Beine weit von mit gestreckt, phlegmatisch. Anne sa&szlig; mir gegen&uuml;ber, auch auf dem Boden, allerdings gegen mein Bett gelehnt. Sie hatte den Kopf in den Nacken gelegt und beobachtete das rege Treiben der Schwalben &uuml;ber unseren K&ouml;pfen. </p>
<p>Der Ventilator schnitt kaum merklich durch die Musik, jedes Mal, wenn er sich K&uuml;hle spendend zu mir drehte.</p>
<p>Ich erz&auml;hlte Anne von meinem Tag. Dass die luxemburgische Bahn das erste Mal in meiner Bahnfahrerkarriere Versp&auml;tung hatte, und auch gleich noch so heftig, dass ich ne halbe Stunde Versp&auml;tung hatte und die Frau, die ich interviewte, auch noch so lange warten musste. <br />
Nach der Sendung, die meiner Einsch&auml;tzung nach gut geworden war, hatte ich mir ein Eis gekauft.</p>
<p>Eis erschien fast wie ein Luxusobjekt im Anbetracht der Hitze unter dem Dachboden. Gl&uuml;cklicherweise wehte ein wenig laue Abendluft hinein. </p>
<p>Anne fragte mich, wo ich das Eis gekauft hatte, und ich erkl&auml;rte ihr die Stelle. Ich erz&auml;hlte ihr auch von den merkw&uuml;rdigen Gedanken, die ich bei dem M&auml;dchen im Zug hatte, das ich eigentlich nicht kannte. Ich sa&szlig; nur mal mit Ohrst&ouml;pseln in den Ohren neben ihr in der Bibliothek. </p>
<p>Meine Gespr&auml;chspartnerin l&auml;chelte und nahm einen gro&szlig;en Schluck Orangensaft. </p>
<p>Ich mochte diese ruhige, von der Hitze beherschte Stimmung.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Der seltenste Vogel</title>
		<link>http://www.joeladami.net/2005/04/24/der-seltenste-vogel/</link>
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		<pubDate>Sun, 24 Apr 2005 20:14:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fiktive Gespräche]]></category>

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		<description><![CDATA[	Ich sa&#223; mit Anne auf dieser Parkbank in D. und beobachtete ein Blatt, das sich im leichten Wind des grauen Tages hin und her bewegte, so dass ich es f&#252;r einen Vogel hielt. 
Wir redeten &#252;ber den Tag, wie er bisher gelaufen sein. Meine Erz&#228;hlung war recht kurz, immerhin war ich erst sp&#228;t aufgestanden ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sa&szlig; mit Anne auf dieser Parkbank in D. und beobachtete ein Blatt, das sich im leichten Wind des grauen Tages hin und her bewegte, so dass ich es f&uuml;r einen Vogel hielt. <br />
Wir redeten &uuml;ber den Tag, wie er bisher gelaufen sein. Meine Erz&auml;hlung war recht kurz, immerhin war ich erst sp&auml;t aufgestanden und hatte erst um 17 Uhr in D. sein gemusst, wo mich ein merkw&uuml;rdiges Briefing erwartet hatte. Nun war ich auf der Wanderung, um mir die Zeit zu vertreiben, zwichen Briefing und Einsatz.<br />
Einsatz war ein Wort, das milit&auml;risch klang. <br />
Es war ja nur eine Party.</p>
<p>Ich war froh, die getroffen zu haben, denn ansonsten h&auml;tte ich alleine auf dieser Bank gesessen und das Blatt beobachtet, das aussah wie ein Vogel. <br />
Es war grau. Und mit einem Male schien das ganze Leben grau zu sein. Kam &#8220;grausam&#8221; von grau? Das war eine Frage, die niemand von uns beantworten konnte. <br />
Wir sa&szlig;en noch eine ganze Zeit schweigend auf dieser Parkbank, beobachten das Blatt in dem gepflegten Rasen des Parks, starrten in die ewig fliessende Sauer. <br />
Und diese Br&uuml;cke. Mir kamen die Worte &#8220;Die Br&uuml;cke, der Scheideweg. Hier entschied sich einst alles.&#8221; in den Sinn, obwohl ich hierf&uuml;r keine Erkl&auml;rung hatte. </p>
<p>Ich ging wieder, diesmal alleine, denn wir beide hatten verschiedene Dinge zu tun, und trotzdem war es gut, sie getroffen zu haben, dereinst. <br />
Ich errinerte mich an das merkw&uuml;rdige L&auml;cheln dieses Mannes.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Mein Löffel der hat drei Ecken, drei Ecken hat mein Löffel. Mein Löffel der hat drei &#8230; Drei &#8230; hat mein Löffel. Mein Löffel der hat &#8230; &#8230; hat mein Löffel.</title>
		<link>http://www.joeladami.net/2005/04/15/mein-loeffel-der-hat-drei-ecken-drei-ecken-hat-mein-loeffel-mein-loeffel-der-hat-drei-drei-hat-mein-loeffel-mein-loeffel-der-hat-hat-mein-loeffel/</link>
		<comments>http://www.joeladami.net/2005/04/15/mein-loeffel-der-hat-drei-ecken-drei-ecken-hat-mein-loeffel-mein-loeffel-der-hat-drei-drei-hat-mein-loeffel-mein-loeffel-der-hat-hat-mein-loeffel/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 15 Apr 2005 21:35:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fiktive Gespräche]]></category>

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		<description><![CDATA[	Ich sa&#223; mich auf das gro&#223;e Sitzkissen und warf meinen Kopf in den Nacken, w&#228;hrend ich meine Knie zusammenzog. In den H&#228;nden hielt ich eine gro&#223;e Tasse schwarzen Tees, der wunderbar duftete und sehr ges&#252;&#223;t war, das wusste ich. 
Anne nahm auf dem Bett Platz, ebenfalls in Kauerstellung, auch mit dem R&#252;cken zur Wand. ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sa&szlig; mich auf das gro&szlig;e Sitzkissen und warf meinen Kopf in den Nacken, w&auml;hrend ich meine Knie zusammenzog. In den H&auml;nden hielt ich eine gro&szlig;e Tasse schwarzen Tees, der wunderbar duftete und sehr ges&uuml;&szlig;t war, das wusste ich. <br />
Anne nahm auf dem Bett Platz, ebenfalls in Kauerstellung, auch mit dem R&uuml;cken zur Wand. Mein Blick drehte sich und ich fing an zu reden, und die ersten S&auml;tze, die ich von mir gab, klangen wie schlecht nachgemachte S&auml;tze aus einem Film von Quentin Tarrantino. </p>
<p>Die Welt war im Arsch, und wir alle lebten in Wirklichkeit nach dem Weltuntergang. <br />
In wessen Arsch, mochte man sich vielleicht fragen?</p>
<p>In Gottes heiligem Arsch. Ich &uuml;berlegte laut, ob Gott anstatt von Bakterien einen Engel auf jedem geheiligten Milimeter seines Darms hatte. Dann w&uuml;rde mir der Gedanke, mich im Arsch von irgendjemanden zu befinden, zu bl&ouml;de, und nach einem Lachen redeten wir &uuml;ber etwas anderes. </p>
<p>Ich kostete einen gro&szlig;en Schluck des warmen Tees und geno&szlig; es, einfach nur dazusitzen und die Stimmung zu genie&szlig;en. Wir h&ouml;rten AIR, und ein Teil von mir war in &auml;hnlich weit entfernten Sph&auml;ren wie diese Musik. </p>
<p>Ich erz&auml;hlte Anne, dass mir das Wort &#8220;Elite&#8221; nicht gefiele. Vielleicht war es nur Neid, kein Elitebewusstsein zu haben, obwohl ich ganz sicher zu irgendeiner Elite geh&ouml;rte. Vielleicht zur Elite derer Leute, die sich &uuml;ber die abstrusesten Themen in Verbindung mit Gott und in Verbindung mit Verdaungstr&auml;ckten unterhalten konnten. Jedenfalls, und das war der Hauptpunkt, gefiel mir dieses Wort nicht. Ich wusste ausserdem nicht, was dieses fictionpress dot com war, und ich spielte mit dem Gedanken, dort einiger meiner Geschichten reinzustellen. Es gen&uuml;gte, wenn die gelesen wurden &#8211; egal, wo. Und Ef Ef dot net konnte ich ja nicht benutzen, denn ich schrieb ja keine Fanfiction. </p>
<p>Ich erz&auml;hlte Anne, dass niemand auf meine &#8220;Ich liege nackt mit <span class="false">Comme</span> einem braunhaarigen M&auml;dchen im Bett und h&ouml;re Neubauten&#8221;-Anspielungen eingangen ist. Ihr konnte ich das ja erz&auml;hlen, sie bloggte nicht und kannte <span class="false">Comme</span> das braunhaarige M&auml;dchen nur aus Erz&auml;hlungen. </p>
<p>Der Tee schmeckte gut. <br />
Zwichendurch erz&auml;hlte mir Anne von ihrem Leben, ihren Problemen, ihren sch&ouml;nen Momente, und ich nickte, kommentierte, und trank schweigend meinen Tee dazu, nicht ohne aufmerksam zuzuh&ouml;ren. </p>
<p>Wir fragten uns beide, wie es wohl w&auml;re, nicht mehr in der Schule zu sein. Und ich meinte, dass mir ein eigener Herd sehr viel Wert w&auml;re. Mit oder ohne unsichtbares Zeppelin im Garten. <br />
Trotzdem sei Orangengeruch im Aufzug etwas, was nicht umbedingt sein m&uuml;sste &#8211; sowas w&auml;re zu vermeiden. </p>
<p>Ich sah meine Cds durch, denn ich musste noch Musik f&uuml;r den n&auml;chsten Tag zusammensuchen, und das sei keine so leichte Aufgabe, wenn gewisse Leute einen sitzenliessen. Anne grinste und meinte: &#8220;Du kennst sie doch.&#8221;<br />
Ich geno&szlig; den Tee.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Got the blues? oder: Dark grey clouds above Luxembourg-City</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Mar 2005 23:23:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fiktive Gespräche]]></category>

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		<description><![CDATA[	Als ich von ihr kam, erreichte mich ne SMS von Anne, und so ging ich, geb&#252;ckt unter dem grauen Himmel der trostlosen Hauptstadt,  wegen dem Feiertag unbelebt wie ein ausgebrannter Ameisenhaufen, zu ihr, bzw. zu dem ausgemachten Treffpunkt. 

Wieder einmal eine d&#252;stere, verrauchte Bar und wieder einmal bot sie mir eine ihrer selbstgedrehten ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als ich von <i>ihr</i> kam, erreichte mich ne SMS von Anne, und so ging ich, geb&uuml;ckt unter dem grauen Himmel der trostlosen Hauptstadt,  wegen dem Feiertag unbelebt wie ein ausgebrannter Ameisenhaufen, zu ihr, bzw. zu dem ausgemachten Treffpunkt. </p>
<p>Wieder einmal eine d&uuml;stere, verrauchte Bar und wieder einmal bot sie mir eine ihrer selbstgedrehten Zigaretten an, und wieder nahm ich einen Tee. Mir war nicht danach zu Mute, mich zu betrinken, auch wenn es in dem Lokal, das in dunkelen Blau und Graut&ouml;nen gehalten war und dunkele Holztische und -st&uuml;hle als Einrichtung besa&szlig;, offenbar popul&auml;r war, langsam einen Whiskey zu geniessen. </p>
<p>Sie erkl&auml;rte, die Musik gefalle ihr, ich nickte und fragte, ob ich erz&auml;hlen k&ouml;nnte.<br />
Anne meinte, nur zu, dazu w&auml;ren wir doch teilweise in dem Laden, wenn auch nicht nur. <br />
Und ich erz&auml;hlte alles, was ich mit ihr gemacht hatte, das gemeinsame Schmusen, das Fummeln, das Nebeneinander Schlafen, das gemeinsame Fr&uuml;hst&uuml;ck und all die anderen mehr oder weniger unmoralischen Dinge. </p>
<p>Auf der kleinen B&uuml;hne, zu der die meisten Tische gedreht waren, stand, halb im Schatten, was bei der sowieso d&uuml;stern Beleuchtung der Bar nicht viel Unterschied machte, ein etwas dickerer Mann mittleren Alters, der den Blues wirklich beherschte. Er spielte auf der Mundharmonika und sang dazu, w&auml;hrend ein anderer, den ich nicht sofort erkannt hatte, auf dem Saxophon dazu improvisierte. Es war herrliche Musik, und irgendwie traf sie genau meine merkw&uuml;rdige Stimmung zwichen Fr&ouml;hlichkeit und einer sich aus unbekannten Beweggr&uuml;nden anbahnenden Depression &#8211; oder sollte ich es &#8220;den Blues&#8221; nennen? </p>
<p>Was bliebe denn, fragte Anne. <br />
Ich wusste nicht, ob ich wirklich eine Schlussfolgerung ziehen sollte, aber mir fiel etwas ein, das mir in den Sinn gekommen war, als ich &uuml;ber die Br&uuml;cke gegangen war, die &uuml;ber den Luxemburger Hauptahnhof f&uuml;hrt: <br />
Es bleibt, das Gef&uuml;hl, jemanden besiegt zu haben, und das auf in allen Berreichen. Einmal durch dieses Lied und einmal durch die Dinge, die ich mit <i>ihr</i> gemacht hatte.<br />
Letzendlich war es auch der Sieg &uuml;ber mich selbst gewesen, &uuml;ber mein fr&uuml;heres Ich. Und deshalb sei es egal, was W&uuml;nsche, Tr&auml;ume, Vorstellungen und dessen Mischformen gewesen seien, denn das was z&auml;hlte, sei das hier und jetzt. </p>
<p>Anne l&auml;chelte, nahm einen Schluck des Tees und ich dachte daran, dass Stella und Anne auf eine gewisse, merkw&uuml;rdige Art und Weise untrennbar miteinander verkn&uuml;pft waren. Und auf die gleiche merkw&uuml;rdige und seltsame Art und Weise war ich froh dar&uuml;ber.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Und da trat ein achter Engel hervor, herrlicher und schrecklicher als alle vor ihm, und er spielte auf einer von göttlicher Energie angetriebenen Gitarre</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Mar 2005 23:08:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[Fiktive Gespräche]]></category>

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		<description><![CDATA[	Ich sa&#223; in einem dunkelen exotischen Cafe und rauchte eine selbstgedrehte Zigarette und schaute Anne an,w&#228;hrend ich den Duft dieses merkw&#252;rdigen Getr&#228;nkes einatmete. Das Sonnenlicht des sich dem Ende neigenden Nachmittages wurde von den roten und orangen Vorh&#228;ngen abgehalten, und so enstand eine warme Atmosph&#228;re, die d&#252;ster genung war, um mir nicht freundlich zu ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich sa&szlig; in einem dunkelen exotischen Cafe und rauchte eine selbstgedrehte Zigarette und schaute Anne an,w&auml;hrend ich den Duft dieses merkw&uuml;rdigen Getr&auml;nkes einatmete. Das Sonnenlicht des sich dem Ende neigenden Nachmittages wurde von den roten und orangen Vorh&auml;ngen abgehalten, und so enstand eine warme Atmosph&auml;re, die d&uuml;ster genung war, um mir nicht freundlich zu erscheinen. Und dennoch mochte ich diesen d&uuml;stern, verrauchten Ort. <br />
Der Tee roch sehr exotisch, aber gut. Ein bitters&uuml;&szlig;er Duft, wie wenn man in einen Laden mit R&auml;ucherst&auml;bchen geht. Solche brannten auch und vermischten sich mit den dicken Rauchschwaden die von den in kleinen Ecken gestellten Tischen kamen, an denen die G&auml;ste sa&szlig;en. <br />
Wie bereits gesagt, ich schaute Anne an und nahm einen Schluck Tee, dann schaute ich wieder in ihre Augen. Ich wei&szlig; nicht mehr, wie lange, aber es muss l&auml;nger als eine Minute gewesen sein. Dann erst fing ich an zu sprechen und erz&auml;hlte ihr von dem Tag, den ich in einer anderen Stadt verbracht hatte. So schien es mir jedenfalls, denn ich wusste nicht wirklich, wo genau ich jetzt war. Es wirkte unendlich weit entfernt, das &#8220;Jetzt&#8221; damals. </p>
<p>Ich war also damals aufgestanden nach diesem Traum, in dem ich mich im Spiegel gesehen hatte und ausgesehen hatte wie ein Taliban in spe, also mit nem 35-Tage-Bart.<br />
Es war sp&auml;t im Morgen gewesen, oder fr&uuml;h im Nachmittag, jedenfalls, blieb mir nur noch Zeit, ein Glas Orangensaft zu trinken und mangels Fernbedienung Pipi Langstrumpf zu sehen, bevor es zu essen gab. <br />
Danach war ich mit einem Freund, den Anne mit einem Lachen &#8220;der Baum&#8221; nannte, weil er von weitem wirklich aussah wie ein von Kindern gemalter Baum, ins Kino gefahren und wir hatten usn Karten gekauft f&uuml;r einen Filmmarathon und hatten uns dann einen Horrorfilm angesehen, der mich ein paar mal erschreckt hatte. </p>
<p>Anne nickte und erz&auml;hlte mir von ihrem Tag. Es war sch&ouml;n, ihr zuzuh&ouml;ren, mich an dem Klang ihrer Stimme zu erfrischen. Zwichendurch nahm ich immer wieder einen Schluck des stark ges&uuml;&szlig;ten Tees. Der Zucker darin hatte sich noch nicht ganz aufgel&ouml;st, also baggerte ich ihn mit dem L&ouml;ffel herauf und lutsche ihn ab. Ich mochte das Knistern des Zuckers zwichen <br />
Im Hintergrund lief merkw&uuml;rdig ruhige Musik. Exotisch und doch modern, also mit dem, was man &#8220;Techno-Beats&#8221; nennen k&ouml;nnte, aber unendlich langsamer. Chill-Out Musik, aber orientalisch angehaucht, was angesichts dem Laden, in dem wir uns befanden, auch gar nicht wunderte. </p>
<p>Dann fiel mir noch ein, dass ich vergessen hatte, zu erw&auml;hnen, dass an dem einen Dienstag wie prophezeit die 100% ungenutzte Zeit Wirklichkeit wurden, wobei ich den Vorteil hatte, eine Stunde mit meiner Deutschleherin zu diskutieren. Anne l&auml;chelte, als ich das sagte, denn sie kannte die Frau. </p>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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