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	<title>enjoying the postapocalypse &#187; literarische Spielwiese</title>
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	<description>(enjoying the postapocalypse)</description>
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		<title>Wanderungen (II)</title>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 17:09:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[literarische Spielwiese]]></category>

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		<description><![CDATA[
Samstag, irgendwann am frühen Vormittag im späten Februar. 
Ich trage rosa Plüschhasenohren und eine Jogginghose. Ich genieße die verwirrten Blicke der Menschen im Supermarkt, die mich in der Schlange vor sich lassen, weil ich nur eine Packung Eier und ein Glas Oliven kaufe. Es scheint sich niemand zu trauen, mich zu fragen, warum ich ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2012/01/wanderungen.jpg" alt="" title="wanderungen" width="754" height="305" class="aligncenter size-full wp-image-3699" /><br />
Samstag, irgendwann am frühen Vormittag im späten Februar.<br />
Ich trage rosa Plüschhasenohren und eine Jogginghose. Ich genieße die verwirrten Blicke der Menschen im Supermarkt, die mich in der Schlange vor sich lassen, weil ich nur eine Packung Eier und ein Glas Oliven kaufe. Es scheint sich niemand zu trauen, mich zu fragen, warum ich diesen dann doch etwas eigenwilligen Kopfschmuck trage. Vielleicht interessiert es auch niemanden. Ich werde auch sonst merkwürdig angeschaut, wenn ich merkwürdige Zusammenstellungen auf das Kassenband lege. Muss an meinem allgemeinen Erscheinungsbild liegen, ob mit oder ohne Hasenohren.</p>
<p>Die Nacht, die hinter mir liegt, ist voller Verwirrungen, die mit einer Flasche Aperol angefangen haben. Die Tragweite der Ereignisse werde ich erst viel später begreifen, falls ich sie überhaupt je begreifen werde.</p>
<p>Mein erster Gedanke war also die Flucht. Zurückblickend ist das wenig verwunderlich, aber jetzt weiß ich das noch nicht, jetzt stehe ich an der Supermarktkasse und krame nach Münzen, um den Betrag gleich richtig zu zahlen und nicht noch mehr Kleingeld mit mir herumschleppen zu müssen. Und ich stehe hier, weil ich Eier und Oliven kaufen will. Denke ich auf jeden Fall. Warum ich wirklich aus meiner eigenen Wohnung geflohen bin, daran wage ich nicht zu denken. Deshalb denke ich nur an die Eier und das Glas Oliven, nicht an die Gründe meiner Flucht, die sich in kalten Betten herumwälzen, in denen ich keinen Schlaf mehr finde.</p>
<p>Als ich den Supermarkt verlasse und die nächste Person mich merkwürdig anschaut, frage ich mich, ob ich nicht etwas vergessen habe. Vielleicht noch eine Flasche Alkohol, die wieder alles egal macht, die Mattheit in Müdigkeit verwandelt und traumlose Alpträume beschert.</p>
<p>Als ob es am Alkohol gelegen hätte.</p>
<p>Ich gehe zurück zu meiner Wohnung &#8211; aber nur, weil ich nicht weiß, wohin ich sonst soll, mit den Eiern und dem Glas Oliven unter dem Arm. Ein Gefühl, das ich noch viel zu oft erleben werde. Aber das weiß ich jetzt noch nicht und gehe deshalb frohen Mutes nach Hause, ohne mich über den bitteren Geschmack, der mir im Rachen sitzt, zu kümmern. Ich kümmere mich nicht. Noch schauen mich alle nur so an, weil ich Hasenohren trage.</p>
<p><small><a href="http://www.flickr.com/photos/dnorman/2351278974/in/photostream/">photo</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/">cc</a> by <a href="http://www.flickr.com/photos/dnorman/">D&#8217;Arcy Norman</a></small></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.joeladami.net/?flattrss_redirect&amp;id=3398&amp;md5=b3e56aa310e22a872fac68e1b485b4a8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Wetterspitze</title>
		<link>http://www.joeladami.net/2011/12/09/wetterspitze/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Dec 2011 23:37:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[literarische Spielwiese]]></category>

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		<description><![CDATA[

Ich habe versucht, nicht an den Tag zu denken. Den Jahrestag. Aber ich spürte ihn. Etwas anderes wäre ja auch gar nicht zu erwarten gewesen. Ich war kraftlos und zu Tode betrübt. Ob das jetzt jedes Jahr so sein wird? hast du mich so sehr verletzt? Ich mich selbst? 

Ich stehe solchen Fragen ratlos ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2011/12/wetterspitze.jpg" alt="" title="wetterspitze" width="755" height="425" class="aligncenter size-full wp-image-3671" /></p>
<p>Ich habe versucht, nicht an den Tag zu denken. Den Jahrestag. Aber ich spürte ihn. Etwas anderes wäre ja auch gar nicht zu erwarten gewesen. Ich war kraftlos und zu Tode betrübt. Ob das jetzt jedes Jahr so sein wird? hast du mich so sehr verletzt? Ich mich selbst? </p>
<p>Ich stehe solchen Fragen ratlos gegenüber. Hatte ich je Antworten? War das eine gute Zeit, vor einem Jahr? Sie wirkt besser. In der Erinnerung. Aus der Ferne sieht jeder Misthaufen pittoresk aus. Ich kann das nicht beurteilen. Ich schreibe die Dinge auf, die ich in dem Moment für wichtig halte und erinnere mich dann so daran, wie ich sie aufgeschrieben habe. Die Fiktion wird zur Realität und die Realität zur Fiktion. Romanfigur im eigenen Roman. Schreibe dir deine Geschichte, wie sie dir gefällt. Vielleicht geht das in dieser merkwürdigen Dinosaurierdimension? </p>
<p>Die ist gar nicht so schlecht. Ich kann bestimmen, dass Freitagabend ist. Und dann ist einfach Freitagabend, weil ich es bestimmt habe. Ich tue die Dinge, die mir gefallen, lache mit den Menschen, die ich mag und singe die Lieder, die in meinem Kopf klingen. Ich trage Jogginghose und beratende Stimme, manchmal sogar gleichzeitig. Ich bin sogar nicht einmal unproduktiv.<br />
Klingt doch ganz gut.</p>
<p>Wären da nicht die kaltklaren Gedanken, die das Einschlafen schwer machen. Wäre da nicht die Angst vorm Alleinsein. Wäre da nicht die bleierne Trägheit am Morgen, wenn ich kaltgeschwitzt aus vergessenen Träumen aufwache.<br />
Wäre da bloß …</p>
<p>Die Zeit ist vorbei. Im Halbschlaf kann ich wieder an meine Erinnerung von Ruths nackten Brüsten denken, ohne diesen unangenehmen Stich im Kopf zu spüren. Oder: ohne ihn gar so fest zu spüren. </p>
<p>Vielleicht war es auch gar nicht das Datum. Vielleicht nur der Winter, die Dunkelheit und zu wenig Schlaf.<br />
Zumindest würde ich mich daran gerne erinnern. </p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.joeladami.net/?flattrss_redirect&amp;id=3669&amp;md5=9ae40d00e8f91a69c3c76baba9972566" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>das letzte Stück</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Nov 2011 00:27:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[literarische Spielwiese]]></category>
		<category><![CDATA[Schokolade]]></category>
		<category><![CDATA[Sci-Fi]]></category>

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		<description><![CDATA[Das letzte Stück Schokolade im Universum. 



Oder eher: das letzte Stück „echte“ Schokolade im Universum. 
Er wollte gar nicht drüber nachdenken, wie Jasmin in den Besitz dieser Kostbarkeit gekommen war. Sie trieb öfters wertvolle Sachen auf, aber das letzte Stück Schokolade, das aus richtigen Kakaobohnen von der Erde gewonnen worden war, war einer der ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das letzte Stück Schokolade im Universum. </p>
<p><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2011/11/dasletztestueck.jpg" alt="" title="dasletztestueck" width="755" height="341" class="aligncenter size-full wp-image-3659" /></p>
<p>Oder eher: das letzte Stück „echte“ Schokolade im Universum.<br />
Er wollte gar nicht drüber nachdenken, wie Jasmin in den Besitz dieser Kostbarkeit gekommen war. Sie trieb öfters wertvolle Sachen auf, aber das letzte Stück Schokolade, das aus richtigen Kakaobohnen von der Erde gewonnen worden war, war einer der Höhepunkte ihrer Sammlung.<br />
Und gerade jetzt wollte sie es mit ihm teilen. </p>
<p>Die künstliche Gravitation hatten sie ausgeschaltet, um Energie zu sparen. Sie schwebte zu ihm, strahlte ihn mit ihren dunklen Augen an und reichte ihm das Stück, das sie sorgsam abgebrochen hatte. Trotzdem stand ein kleiner Vorsprung aus dem Stück heraus, der Boden der Kammer, die sie in ihrem Mund versinken ließ. Er biss das Stück ab. Nur Schokolade.</p>
<p>Mild. Zartschmelzend. Er hatte die Begriffe gehört, aber nie wirklich etwas mit ihnen anfangen können. Jetzt wusste er, was gemeint war. Die Schokolade war leicht nussig, was die Füllung erahnen ließ. „Mousse auf Chocolat Noisettes“ hatte Jasmin gesagt und dabei gelächelt wie eine der Grinsekatzen von Aldeberan 8.</p>
<p>Das eigentliche Stück lag noch vor ihm. Sie schwebte, offenbar bereits entzückt von dem Geschmack durch das Schiff und hatte die Augen geschlossen. Er biss in die Mitte der gefüllten Kammer. Die Mousse quoll nicht raus, wie er es erwartet hatte, sondern blieb relativ fest. Er zerteilte das Stück in seinem Mund nochmal, nochmal, schmeckte die Mousse, die Schokolade, verstand nun, warum Jasmin die Augen geschlossen hatte. Er versuchte so viel wie möglich von dem Geschmack zu behalten, was ihm nicht gelang, viel zu schnell war das Teilstück zerteilt und seine Kehle runter gerutscht. Ein Nusssplitter bohrte sich sanft in seine Zunge, wie zum Abschied. </p>
<p>Er spürte, wie die zweite Hälfte zwischen seinen Fingern weich wurde. Zu lange konnte er nicht warten. Er öffnete den Mund. Diesmal würde er nicht kauen, er würde den Moment genießen, ihn auffangen für die Ewigkeit – oder zumindest so lange, wie er leben würde. Das letzte Stück Schokolade des Universums. In seinem Mund. </p>
<p>Wieder öffnete er den Mund, ließ das Stück auf seiner Zunge schmelzen. Diesmal funktionierte es. Der harte Kern, auf seiner Zunge wie die Außenhülle eines Raumschiffs, das in eine Sonne flog. Die Mousse, im Geschmack intensiv, aber nicht zu süß. Er versuchte die Masse auf seiner Zunge, am besten in seinem ganzen Mund zu verteilen, um alles zu schmecken, um zu verstehen, was er da im Mund hatte. Die Nusssplitter wie Asteroidenschauer auf seiner Zunge. </p>
<p>Der Moment dauerte viel zu kurz. Die Masse war schon verschwunden, in seinem Mund noch der Geschmack. Er würde ihn nicht vergessen, aber er würde ihn so auch nie wieder schmecken. Er wagte es kaum, Luft zu holen oder seinen Speichel zu schlucken. </p>
<p>Und dann verstand er, dass um ihn herum nur der kalte Weltraum war.</p>
<p><small><a href="http://www.flickr.com/photos/11872189@N00/5101768734/in/photostream/">photo</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">cc</a> by <a href="http://www.flickr.com/people/11872189@N00/">Alex Garcia</a></small></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.joeladami.net/?flattrss_redirect&amp;id=3655&amp;md5=58c3be0bc364627ffa9d430a6a3044e2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Gefühle</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Oct 2011 00:44:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[literarische Spielwiese]]></category>
		<category><![CDATA[Einsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Tanzen]]></category>
		<category><![CDATA[U-Bahn]]></category>

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		<description><![CDATA[

Kennst du das Gefühl, in der U-Bahn zu sitzen und dich von der dunklen Röhre eingesaugt zu spüren? Kennst du das Gefühl, zwischen all den Menschen einsam zu sein? Die Bahn beschleunigt, vibriert, die Schlaufen zum Festhalten wackeln fröhlich im Takt. Und je mehr Menschen einsteigen, umso einsamer wird es? Kennst du das Gefühl ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2011/10/gefuehle.jpg" alt="" title="gefuehle" width="755" height="407" class="aligncenter size-full wp-image-3647" /></p>
<p>Kennst du das Gefühl, in der U-Bahn zu sitzen und dich von der dunklen Röhre eingesaugt zu spüren? Kennst du das Gefühl, zwischen all den Menschen einsam zu sein? Die Bahn beschleunigt, vibriert, die Schlaufen zum Festhalten wackeln fröhlich im Takt. Und je mehr Menschen einsteigen, umso einsamer wird es? Kennst du das Gefühl der Gänsehaut im Nacken, wenn die kalte Stimme in deinem Hinterkopf flüstert, dass du in deinem Innersten immer alleine sein wirst?</p>
<p>Keine guten Gefühle. </p>
<p>Es gibt aber Möglichkeiten, diese Gefühle los zu werden. Aus der U-Bahn aussteigen. Über die Fußballfans grinsen, die ihr Dosenbier öffnen, &#8220;auf die Grünen&#8221; anstoßen und dabei wohl keine politische Partei meinen. In eine andere Dimension reisen. Dinosaurieruntergrund oder Mutantenstadl. Den einen Moment erleben. Sich zum <a href="http://www.joeladami.net/2009/09/29/das-zentrum-des-universums/">Zentrum des Universums</a> wünschen. Im Bett liegen und Musik fühlen, wie seit Jahren nicht mehr. Flugreise mit Synästhesie-Airlines.</p>
<p>Bessere Gefühle.</p>
<p><small><a href="http://www.flickr.com/photos/babywalrus/761554729/in/photostream/">photo</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">cc</a> by <a href="http://www.flickr.com/people/babywalrus/">Bryan Boobooo</a></small></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.joeladami.net/?flattrss_redirect&amp;id=3644&amp;md5=efc75dc87514b5b1262790993d821a9d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>In den Brunnen</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Sep 2011 21:49:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[literarische Spielwiese]]></category>
		<category><![CDATA[Brunnen]]></category>
		<category><![CDATA[Einsamkeit]]></category>
		<category><![CDATA[L.]]></category>
		<category><![CDATA[weinen]]></category>

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		<description><![CDATA[

Gespräche in der Dunkelheit. Bis beide weinen. Einsamkeit hängt nicht davon ab, wie viele Menschen um dich rum sind. Diese Dunkelheit schützt vor nichts. Es ist nicht so dunkel, weil es Nacht ist, sondern weil wir in den Brunnen gestiegen sind, so tief, dass kein Licht der Welt uns mehr erreicht. Ich habe schon ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2011/09/inDenBrunnen.jpg" alt="" title="inDenBrunnen" width="755" height="396" class="aligncenter size-full wp-image-3607" /></p>
<p>Gespräche in der Dunkelheit. Bis beide weinen. Einsamkeit hängt nicht davon ab, wie viele Menschen um dich rum sind. Diese Dunkelheit schützt vor nichts. Es ist nicht so dunkel, weil es Nacht ist, sondern weil wir in den Brunnen gestiegen sind, so tief, dass kein Licht der Welt uns mehr erreicht. Ich habe schon lange keine so lange Reise mehr unternommen. War ich überhaupt schon einmal so tief? Es tut weh. Ich stelle mir vor die Schmerzen seien wie Blutegel, die Wunden reinigen. Jeder Satz hallt in mir nach, lange noch. Wahrscheinlich werde ich mich Jahre später noch an diese Gespräche erinnern, so wie immer, so wie damals, als wir über <a href="http://www.joeladami.net/2006/05/22/pochierte-eier/">pochierte Eier</a><a href="http://www.joeladami.net/2007/09/08/du-hast-heute-nichts-versaumt/"> und Harry Potter redeten</a>. Ohne zu weinen.</p>
<p>Ich träume von Reptilienmenschen und Zügen, in denen zusammengewürfelte Sofalandschaften stehen. Der Zugführer erklärt mir den neusten lokalpolitischen Skandal.<br />
Bald beginnt die Uni wieder und ich weiß nicht, ob ich mich freuen soll. Treffe viele Menschen wieder. Das fühlt sich gut an. </p>
<p>Und es ist noch ein wenig Herzesbrecherkäse im Kühlschrank. So schlimm kann es also gar nicht sein.<br />
 « <em><a href="http://www.joeladami.net/2006/05/29/das-ende-eines-sonnigen-tages/">C&#8217;est tellement mysterieux, ce pays de larmes.</a></em> » </p>
<p>Und plötzlich weiß ich, welches <a href="http://www.youtube.com/watch?v=BdZT2FQJnpg">Lied</a> ich jetzt hören muss.</p>
<p><small>Photo: <a href="http://www.flickr.com/photos/nationaalarchief/2948180251/in/set-72157608110279477/">Kunstschatten in de Sint Pietersberg</a></small></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.joeladami.net/?flattrss_redirect&amp;id=3606&amp;md5=ef58956fa912e956080a20030e92aa39" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Mondschein</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Sep 2011 22:39:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[literarische Spielwiese]]></category>
		<category><![CDATA[Herbst]]></category>
		<category><![CDATA[Mond]]></category>

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		<description><![CDATA[

Der Mond ist so hell in letzter Zeit. Ein milchiges Glasauge, das auf die Erde starrt. Tröstendes, melancholisches Licht in langen Nächten. 

Ich stehe im Gang und suche mit der Hand nach dem Lichtschalter. Einen Moment lang ist es völlig dunkel um mich herum. Ich erlaube meinen Augen nicht, sich anzupassen. Genieße die Dunkelheit. ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img alt="" src="http://farm4.static.flickr.com/3647/3419375267_c974c7d98c_o.jpg" class="aligncenter" width="640" height="450" /></p>
<p>Der Mond ist so hell in letzter Zeit. Ein milchiges Glasauge, das auf die Erde starrt. Tröstendes, melancholisches Licht in langen Nächten. </p>
<p>Ich stehe im Gang und suche mit der Hand nach dem Lichtschalter. Einen Moment lang ist es völlig dunkel um mich herum. Ich erlaube meinen Augen nicht, sich anzupassen. Genieße die Dunkelheit. Pitch black. Fast wie meine Träume.</p>
<p>Der Mond regt meinen Kopf an. Ich stehe auf dem Balkon, auf dem bereits der Herbst wie ein düsterer Lehnsherr mit Knochenzepter herrscht. Die Wolken um unseren natürlichen Satelliten sind gefärbt. Gelb und violett. Vielleicht bilde ich mir das nur ein. Sieht ein wenig aus wie das Cover von &#8220;Dark Side Of the Moon&#8221;, nur nicht ganz so bunt. Die Wirklichkeit bietet weniger als der Traum. </p>
<p>Ich mag die Dunkelheit. Langsam gewöhnen sich meine Augen doch an sie. Das Badezimmerlicht blitzt auf, flackert, noch während ich mein Wasserglas fülle. Ich schaue meinen Kopf an, der im Spiegel viel zu groß wirkt. Ich schneide Grimassen. Hilft nichts, mein Kopf bleibt zu groß, wie bei einer dieser Karikaturen, die Leute in Tourismusorten in einer Viertelstunde auf der Straße von jemanden malen. Vielleicht ist das eine Metapher.</p>
<p>Letztes Jahr hat der Herbst viele Hoffnungen gesät. Und ich habe Sturm geerntet, der wie ein gigantisches Ungeheuer über das Land zog und die Ernte vernichtete. Der Mond greift nicht in kosmische Geschicke ein. Ein neutraler Gesteinshaufen, um die Erde torkelnd. Sein Licht ist nicht wertend. Er ist ein zutiefst demokratischer Fels.</p>
<p>Er hört nicht hin, wenn die Spaßguerilla mit ernster Mine verkündet: &#8220;Wir müssen dafür sorgen, die Albedo der Erde nicht noch weiter herabzusetzen. Mach mit, spucke deinen Kaugummi auf den schwarzen Asphalt oder verschütte einen Eimer weiße Farbe. Besonders jetzt, im Sommer!&#8221; Er kümmert sich nicht einmal. Denn er weiß: seine Einsamkeit trifft alle. Der kalte Wind scheint direkt aus seiner Umlaufbahn zu kommen.</p>
<p>Es ist egal, ob es die Kühle des Herbstes oder die Traurigkeit des Mondes ist, die diese resignierten Erwartungen bei mir aufrufen. Oder ob das alles nur Annahmen sind. In der Dunkelheit ist es angenehmer als im Licht. Sie schützt mich vor Dingen, die ich nicht sehen will. Und, wie ich es mir einbilde, vor Geräuschen, die ich nicht hören will. Zumindest für den kurzen Moment, bevor ich den Lichtschalter gefunden habe.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.joeladami.net/?flattrss_redirect&amp;id=3601&amp;md5=74a79e5d91a48cd6d7d75ab6a29775d2" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Fuckfurt am Main</title>
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		<pubDate>Thu, 01 Sep 2011 21:33:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Balkon]]></category>
		<category><![CDATA[Eis]]></category>
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		<description><![CDATA[

Gestrandet in Frankfurt. Wir sitzen auf dem Boden des Bahnhofsvorplatzes und überlegen, was wir tun sollen. Den Zug nach Wien haben wir gerade davonfahren sehen, es war der letzte an diesem Tag. Eine andere Möglichkeit gäbe es nicht mehr, meinte die freundliche Dame am Schalter, über unser Unglück bestürzt. Mitfahrgelegenheiten gibt es, zumindest auf ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2011/09/fuckfurt01.jpg" alt="" title="fuckfurt01" width="755" height="374" class="aligncenter size-full wp-image-3581" /></p>
<p>Gestrandet in Frankfurt. Wir sitzen auf dem Boden des Bahnhofsvorplatzes und überlegen, was wir tun sollen. Den Zug nach Wien haben wir gerade davonfahren sehen, es war der letzte an diesem Tag. Eine andere Möglichkeit gäbe es nicht mehr, meinte die freundliche Dame am Schalter, über unser Unglück bestürzt. Mitfahrgelegenheiten gibt es, zumindest auf die Schnelle, keine. Der Schalter der eurolines-Buslinien hat nicht einmal einen Fahrplan.</p>
<p>Ich denke laut über die Möglichkeit nach, ein Auto zu mieten. Und stelle mir vor, wie wir durch die Nacht nach Wien brausen, wie die Kilometerzahl auf den Schildern immer kleiner wird. Das Radio würde laufen, weil natürlich niemand CDs dabei hat. Ich würde mir vorkommen wie damals, in dieser Oktobernacht, als ich umgezogen bin. Wien hat mich damals mit leichtem Schneefall begrüßt. Ich stelle mir vor, wie wir erst aufgeregt reden und uns über die Landschaft und die zu sehenden Gebäude an beiden Seiten der Autobahn freuen würden, dann immer müder würden. Es würde still werden im Auto, bis ich schließlich mit dem Kopf gegen der Scheibe einschlafen würde, das Dröhnen des Motors im Hinterkopf, die sanfte Vibration des Fensters als Einschlafhilfe.<br />
Es riecht nach Abenteuer, aber so wirklich begeistert die Idee niemanden. </p>
<p>Am Serviceschalter haben wir unglaubliches Glück. Der Bahnbedienstete drückt laut eigener Aussage durch &#8220;alle Hühneraugen zu&#8221; und macht uns einen Stempel auf die Tickets. Kostenlose Weiterfahrt am nächsten Tag. Bei den Touristeninformationen ein Zettel mit Hostels. Ohne Stadtplan schwierig, denke ich, als uns jemand anspricht. Ob das Luxemburgisch sei, was wir da reden würden. Wir bejahen.</p>
<p>Er ist mit einem Sohn, Skateboardfahrer und begeistert von Hochhäusern, unterwegs. Sie sind aus Düsseldorf, fahren umsonst und brauchten nur eine Stunde nach Frankfurt, deshalb spontan ein Ausflug. Wir erzählen unsere Geschichte. Eigentlich erzählen A. und M. unsere Geschichte, ich bleibe bis auf ein paar Lacher still, entdecke während dem Gespräch das Plakat eines Hostels gleich gegenüber vom Bahnhof.</p>
<p>Der Aufzug ist das einzige fahrbare Spiegelkabinett Europas. Ich sehe tausende müde Gesichter. Das Hostel ist nicht zu teuer für eine Nacht, wir nehmen ein Dreibettzimmer, erholen uns kurz und beschließen nach einem kurzen Blick ins Internet, Frankfurt auf eigene Faust unsicher zu machen. </p>
<p><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2011/09/fuckfurt03.jpg" alt="" title="fuckfurt03" width="755" height="423" class="aligncenter size-full wp-image-3584" /></p>
<p>Wir gehen die Straße entlang, lachen über die Namen der Sexshops und wundern uns über die Hochhäuser. Der Skateboardervater und sein Sohn kommen uns mit einem Eis entgegen und erzählen uns, dass sie auf einem Hochhaus waren. Dort wird jetzt der Wetterbericht gedreht. Die Ampel, die wir überqueren wollen, wird dreimal grün, ehe wir schlussendlich gehen.</p>
<p>Irgendwann stehen wir vor der europäischen Zentralbank. Ein hässliches Eurozeichen aus blauem Kunststoff steht davor. Mit gelben Sternchen. Während dem späteren Verlauf der Reise wird öfters die Frage aufkommen, warum sich reiche Menschen oft schrecklich hässlich kleiden oder schmücken. Ich wage zu behaupten, dass in Banken ganz oft ein bis zwei Menschen mit Geschmack und Sinn für Kunst sitzen, die sich relativ geschmackvolle Werke vor oder in das Bankgebäude stellen. Das blaue Eurozeichen scheint nur für Symbolbilder in den Massenmedien gedacht zu sein. Eurozeichnen vor blauem Himmel. Eurozeichen vor grauem Himmel. An diesem Tag wäre wohl ob der wirtschaftlichen Lage am passendsten: Eurozeichnen wird vom Blitz getroffen, im Hintergrund regnet es Blut. </p>
<p><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2011/09/fuckfurt02.jpg" alt="" title="fuckfurt02" width="755" height="425" class="aligncenter size-full wp-image-3583" /></p>
<p>Wir machen trotzdem Fotos von dem Eurozeichen und der Zentralbank, so etwas kann man immer gebrauchen. Und sei es nur für eine drittklassige Fotomontage, die man in einem sozialen Netzwerk postet.</p>
<p>Wir suchen ein Restaurant und finden den wohl besten Döner der Stadt. Wir essen und reden über Wien, versuchen zu planen, was wir uns so ansehen wollen. Der Inhaber fragt, ob er sich zu uns setzen kann. Wir trinken den Tee, den es freundlicherweise umsonst gibt, rauchen und sprechen Luxemburgisch, was den Mann sichtlich verwirrt. Immer, wenn ein Wort Deutsch klingt, sieht er uns verwirrt an &#8211; zu fragen traut er sich aber offensichtlich nicht. </p>
<p>Richtung Main, irgendeine Brücke, Harndrang. Am anderen Ufer eine Kirmes.<br />
Ein Feuerwerk wird aufgebaut, wir können nicht mehr direkt am Wasser gehen. Also wechseln wir wieder das Ufer, gehen über die Kirmes, die uns nicht interessiert, die uns nichts angeht. Merkwürdiger Anblick: eine bunte Saftbar hinter einem halb abgerissenen Haus. Wir drehen uns um und sehen die Altstadt von Frankfurt. Das, was noch davon übrig ist. Die sprichwörtlichen 180 Grad also.</p>
<p><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2011/09/fuckfurt04.jpg" alt="" title="fuckfurt04" width="755" height="425" class="aligncenter size-full wp-image-3585" /></p>
<p>Wir kaufen uns ein Eis. Im Eisladen gibt es riesige Plasmafernsehschirme, auf denen eine Dokumentation über Luxemburg läuft. Ironie des Schicksals oder nur schlechtes Fernsehprogramm? Aber wir sind ja wegen dem Eis dort. Also, eigentlich sind wir nur dort, weil wir den Zug verpasst haben und jetzt Beschäftigung brauchen, aber jetzt noch der Geschichte herum zureiten bringt ja auch nichts.</p>
<p>Das Maggie-Kochstudio. Oder ein Laden, der das zumindest vorgibt. Ich verstehe das nicht, aber ich verstehe diese merkwürdigen halbfertig-Pulverkochbeutel auch nicht. Manchmal muss es halt schnell gehen. Und im Nobelrestaurant dauert es immer so lange. Wer will das schon, nach einem anstrengenden Börsentag? </p>
<p>In den Sexshops rund um den Bahnhof kennt niemand einen bestimmten Pornodarsteller, nach dem meine Begleiterin sucht. Wir werden an den &#8220;King of Porn&#8221; verwiesen. Er stellt sich als sportlich gekleideter junger Typ mit Baseballcap heraus. Der Name sagt ihm aber auch nichts. Ersatzbeschäftigung: Wir schauen uns Dildos an. Und Plastikvaginas. Es gibt merklich weniger Plastikvaginas als Dildos und Vibratoren. Ich versuche, nicht darüber nachzudenken, welchen Grund es dafür geben könnte. Würde nur in merkwürdigen Klischees enden. Wie in dem Aufklärungsbuch. &#8220;Jungs können viel besser zielen.&#8221; -&#8221;Mädchen können dafür besser zielen&#8221;. Hab ich nie verstanden. Der Sexshop steht direkt neben unserem Hostel. Dennoch rauchen wir noch eine, ehe wir wieder in den psychedelischen Aufzug steigen müssen.</p>
<p><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2011/09/fuckfurt05.jpg" alt="" title="fuckfurt05" width="755" height="262" class="aligncenter size-full wp-image-3586" /></p>
<p>Noch ein Bier in der Bar des Hostels. Es ist voll mit lauten, jungen Menschen. Was machen die in Frankfurt? So viele Leute können doch gar nicht ihre Züge verpassen. Englische Metalfans mit Wacken-Tshirts breiten sich auf dem Raucherbalkon neben uns aus. Wir führen Tagebuch, ich unterschreibe mit &#8220;Mr. Mietzekatze&#8221;.</p>
<p>Auf dem freien Balkon reden wir über Prostituierte. Es regnet. Macht die Stadt auch nicht schöner. Neben uns steht eine junge Frau. Ich frage mich, ob sie uns versteht. Sie lächelt nicht wirklich, aber unsympathisch sieht sie auch nicht aus. Vielleicht hätte sie gerne mit uns geredet. Über Prostituierte.</p>
<p>Im dunklen Zimmer wird ein Text über den amerikanischen Unabhängigkeitskrieg vorgelesen. Ich reise in Gedanken schon nach Wien, als der Schlaf mich überfällt.</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.joeladami.net/?flattrss_redirect&amp;id=3572&amp;md5=884dc5b848cbc255a0292d9b0fa4671f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Astrozoiden</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Aug 2011 23:59:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
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		<description><![CDATA[

Stell dir vor, die Sterne am Himmel hätten kleine Geißeln, wie Bakterien oder Spermatozoiden. Die Sterne würden nicht durch ihre magisch scheinende Mechanik über den Nachthimmel gezogen, sondern bewegten sich aus eigener Kraft mit hypnotischem Geißelschlagen fort.

Die Welt sieht aus wie eine von diesen beeindruckenden Kameraeinstellungen in abendfüllenden BBC-Naturdokumentationen, auf der sie eine Kamera ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2011/08/Eaglefairy_hst_big.jpg" alt="" title="Sterne" width="755" height="373" class="aligncenter size-full wp-image-3566" /></p>
<p>Stell dir vor, die Sterne am Himmel hätten kleine Geißeln, wie Bakterien oder Spermatozoiden. Die Sterne würden nicht durch ihre magisch scheinende Mechanik über den Nachthimmel gezogen, sondern bewegten sich aus eigener Kraft mit hypnotischem Geißelschlagen fort.</p>
<p>Die Welt sieht aus wie eine von diesen beeindruckenden Kameraeinstellungen in abendfüllenden BBC-Naturdokumentationen, auf der sie eine Kamera von tief unten im Meer gen Wasseroberfläche stellen. Tausende Fische, grazile Haie, mystische Rochen schwimmen über einem in Kreis. Und die Sonne zaubert ein freundliches Glitzern auf die sich bewegende Oberfläche. Im Meer fällt sie zerstreut von den vielen Schwebeteilen wie eine von einer esoterischen Modestudentin für IKEA entworfene Gardine. </p>
<p>Was wäre das für eine Welt? Wie würdest du denken und fühlen, wenn du in der Nacht den Eindruck hättest, tief unten in einem schwarzen Meer, in dem Astrozoiden schwimmen, zu leben? Und dennoch Luft zu bekommen. Wärst du die gleiche Person oder würdest du Beton mischen? Ein merkwürdiger Gedanke.</p>
<p>Wer würde Geschichten über solch eine Welt schreiben?</p>
<p><small>photo by NASA [Public domain], <a href='http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Eaglefairy_hst_big.jpg'>via Wikimedia Commons</a></small></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.joeladami.net/?flattrss_redirect&amp;id=3562&amp;md5=4105aeb5b9e1111dc2317a347e964d38" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Schuhkarton</title>
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		<pubDate>Sun, 17 Jul 2011 19:32:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[literarische Spielwiese]]></category>
		<category><![CDATA[E.]]></category>
		<category><![CDATA[Harry Potter]]></category>
		<category><![CDATA[Luxemburg]]></category>
		<category><![CDATA[Melancholie]]></category>
		<category><![CDATA[Schuhkarton]]></category>

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Ich hatte früher oft das Gefühl, in einem Schuhkarton zu leben. Das liegt daran, dass sich   an gefühlten 300 Tagen eine graue Wolkendecke im Zeitlupentempo über meinen Heimatort schiebt. So eine Decke kann einem schon mal auf den Kopf fallen, vor allem dann, wenn der Heimatort eine Kleinstadt in Luxemburg ist, was ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2011/07/schuhkarton.jpg" alt="" title="schuhkarton" width="755" height="425" class="aligncenter size-full wp-image-3559" /></p>
<p>Ich hatte früher oft das Gefühl, in einem Schuhkarton zu leben. Das liegt daran, dass sich   an gefühlten 300 Tagen eine graue Wolkendecke im Zeitlupentempo über meinen Heimatort schiebt. So eine Decke kann einem schon mal auf den Kopf fallen, vor allem dann, wenn der Heimatort eine Kleinstadt in Luxemburg ist, was die Freizeitmöglichkeiten relativ begrenzt.</p>
<p>Heute war wieder so ein Tag. Mein Zimmer in meinem Elternhaus, das ich momentan bewohne, sieht mehr oder weniger so aus, wie ich es verlassen habe. (Gut, aufgeräumter!) Fühlt sich an wie ein Museum meiner Jugend. Und in gewisser Weise ist es das auch, nur dass ich der einzige Besucher bin &#8211; oder gar ein Ausstellungstück.</p>
<p>Und dann sitze ich in diesem Museum, in diesem Schuhkarton und muss an Sonnenstrahlen denken, das durch die Blätter von Bäumen fällt, unter denen ich Äpfel gesammelt habe, um später daraus Saft zu pressen. Ich sitze zwischen all diesen Büchern und möchte zurück nach Hogwarts, nach Mittelerde, wohin auch immer. Ich vermisse die Leichtigkeit, mit der ich einst dieses Zimmer bewohnte. Ich vermisse die Schwere, die ich heute Pubertät nenne. Ich fühle mich fremd in diesem Zimmer, aber es gibt keins, das mit vertrauter sein könnte. </p>
<p>Könnte ich ein Buch, einen Ordner, ein Fotoalbum aufschlagen und ein, zwei Stunden in der Vergangenheit verbringen? Würde die Melancholie verschwinden?</p>
<p>Es gibt keine Rettung vor der Vergangenheit. Jeder Blick ins Regal: Gänsehaut.<br />
Die Dinge um mich herum haben mich zu mir gemacht.<br />
Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich fasse den Plan, zwei Kisten zu machen, eine für Wien, eine für den Mülleimer. Auch das wird nicht funktionieren.</p>
<p>Und wie wird das erst in zehn Jahren sein?</p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.joeladami.net/?flattrss_redirect&amp;id=3552&amp;md5=8ee30b44b9cde4bf91faf661d3437c82" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Sternschnuppe</title>
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		<pubDate>Wed, 29 Jun 2011 22:59:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Joël</dc:creator>
				<category><![CDATA[literarische Spielwiese]]></category>
		<category><![CDATA[k.]]></category>
		<category><![CDATA[Melancholie]]></category>
		<category><![CDATA[See]]></category>
		<category><![CDATA[Sternschnuppe]]></category>

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Ich öffne die Balkontür, eine Grille zirpt mir entgegen und ich fürchte, in der Melancholie, die sich in mir anbahnt, ertrinken zu müssen. Ich muss an die Sommerstimmung Ende Oktober denken als ich in Gersthof auf die Straßenbahn wartete, an den düsteren November, in dem nicht einmal mehr Tee half, an die Hoffnungsschimmer, an ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/uploads/2011/06/Sternschnuppe.jpg" alt="" title="Sternschnuppe" width="755" height="303" class="aligncenter size-full wp-image-3545" /></p>
<p>Ich öffne die Balkontür, eine Grille zirpt mir entgegen und ich fürchte, in der Melancholie, die sich in mir anbahnt, ertrinken zu müssen. Ich muss an die Sommerstimmung <a href="http://www.joeladami.net/2010/10/31/3140/">Ende Oktober</a> denken als ich in Gersthof auf die Straßenbahn wartete, an den düsteren November, in dem <a href="http://www.joeladami.net/2010/11/09/yogaubung/">nicht einmal mehr Tee half</a>, an die <a href="http://www.joeladami.net/2010/12/25/das-kleine-rote-auto/">Hoffnungsschimmer</a>, an die ich mich den ganzen Winter hindurch geklammert habe wie an unsichtbare Strohhalme. Die Ereignisse, Schweißnähte in der Erinnerung, jähren sich, ich hake sie in meinem geistigen Kalender ab. Zum Glück ist das Fensterbrett ein anderes, zum Glück steht ein <a href="http://www.joeladami.net/2011/01/21/fensterbrett-iii/">Avocadobäumchen</a> drauf, zum Glück ist der Winter, vor dem ich mich einst so <a href="http://www.joeladami.net/2010/09/22/krustentier/">fürchtete</a>, längst vorbei.</p>
<p>Ich fuhr über den See, ganz alleine. Nur ich und mein Notizbuch. Über dem grauen See grauer Nebel, über dem grauen Nebel graue Wolken, aus den grauen Wolken grauer Nieselregen. Die Fähre als Eisbrecher, meine ewig kribbelnden Hände als Müller-Geigerzähler und in meinem Kopf nur die Gewissheit, dass dies keine Flucht war. Und ich schaffte es, ohne eine einzige Träne. Ich ließ mich am Ufer nieder, schlief unter den Sternen und wünschte mir, als ich eine Sternschnuppe sah einen so naiven Wunsch, dass er in Erfüllung gehen muss. </p>
<p>Auf dem Balkon, zu meiner Überraschung, keine Melancholie. Ich weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich weiß auch nicht, was ich davon halten soll, dass ich mich ein Stück weniger zu Hause fühle als noch vor einem Monat. Eine Grille zirpt ohrenbetäubend, es klingt wie weißes Rauschen, betäubend, fast schon still in seiner Lautstärke. Alles hat sich geändert und dennoch ist alles gleich geblieben. Der Sommer steht in seiner schwebenden Schwere als Wärme in der Nacht vor dem Balkon und flüstert verheißungsvoll. Ich frage mich, ob ich mich an Schwarzweißfotos erinnern werde, ob ich mir Gerüche merken werde. Ob ich das Meer sehen werde. Ich weiß es nicht. Manchmal ist das vielleicht das Beste.</p>
<p><iframe width="755" height="451" src="http://www.youtube.com/embed/A29cLNtEXBE?rel=0" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p><small><a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Alberi_AlpediSiusi.JPG">photo</a> <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en">cc</a> by <a href="http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Llorenzi">Luca Lorenzi</a></small></p>
<p class="wp-flattr-button"></p> <p><a href="http://www.joeladami.net/?flattrss_redirect&amp;id=3540&amp;md5=1eca3cd2f9ef9e1f6a281e486e1c52e5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.joeladami.net/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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