Archive for the ‘Kultur’ Category

The Marie-Adelaide Complex

Friday, March 6th, 2009

Disneyland copyright by Steve Jakobs

Dieser Artikel ist als Solidaritätbekundung zu Steve Jakobs zu verstehen, dessen Werke (das oben gezeigt Bild sowie eins mit dem Titel dieses Artikels als Schriftzug) vom luxemburgischen Botschaftler in Belgien aus einer Austellung in der Botschaft entfernt, weil sie angeblich Majetätsbeleidigung darstellen. Weshalb ich diese wiederhole.

Mehr Informationen im tageblatt(Das ich ausnahmsweise verlinke, obwohl ich eigentlich auch Lust hätte, über die momentane “Wir schreiben jeden Tag einen nichtssagenden Artikel über Facebook”-Tendenz beim Tageblatt und anderen Blättern zu meckern) und bei rtl. Auf der Seite der konservativen und auflagenstärksten Zeitung Luxemburgs, dem “Luxemburger Wort” ist “erstaunlicherweise” nichts zu finden. Philippe Schockweiler hat ebenfalls einen Artikel über die Mickey-Maus-Monarchie geschrieben.

Kunst muss frei sein und Kunst muss auch Herscher kritisieren können!

an iwwerhaapt, mir hu Kulturjoer, d’Leit solle méi Droge friessen!

Wednesday, December 3rd, 2008

Angscht a Schrecken Liesung
Ich lese also am 10. Dezember 2008 ab 21 Uhr Texte aus Angscht a Schrecken-Folgen im Exit07 in Luxemburg-Stadt. Wer noch nie im neuen Exit07 war, für den gibt es auch eine Anfahrtsskizze.
Es wird übrigens nicht nur über das Kulturjahr gehen, auch wenn alleine der Ort schon bedingt, dass ich das Thema nicht auslassen kann.
Kommt zahlreich und bringt Freunde mit, Eintritt ist frei und die Nächte sind kalt!
Edit: Natürlich ist das Event auch auf Facebook vertreten und ihr dürft auch da gerne helfen, das ganz noch zu verbreiten!
Ansonsten auch vielleicht noch mal ein Hinweis auf die Lesung der les jeunes mélancoliques am 17. Dezember am gleichen Ort mit anderem Programm.

Das Spannungsverhältniss von Kultur, Zensur, Geld und dem Internet

Saturday, April 19th, 2008

Ich habe ja letztens schon von diesem Colloque erzählt, aber ich will darauf jetzt nicht weiter eingehen, weil ich nur für meinen eigenen Workshop da war und sonst nicht ganz viel mitbekommen habe. Was vor allem an meiner Zeit lag. Letzten Samstag war ich nämlich ultra-eingespannt, ganz im Gegensatz zu diesem Wochenende. Obwohl das auch anders hätte sein und verlaufen können, aber ich muss ja nicht immer zu alles Lust haben. Und vor allem tut es auch mal gut, ganz entspannt ein paar schönen Tätigkeiten nachzugehen. Schreiben, und damit ja wohl auch so etwas wie »Kultur schaffen «, gehört ja auch zu meinen Steckenpferden.

Wo fängt Kultur an, und wo hört sie auf? Insbesondere wenn man das Internet betrachtet, ist das eine schwierige Frage, die man kaum noch einfach beantworten kann. Sind YouTube-Videos Kultur? Vielleicht nicht im allgemeinen, aber auch mit einer Handykamera und einem einfachen Schnittprogramm kann man geniale Werke schaffen. Eins der bekanntesten und langlebigsten Webcomics besteht aus immer den gleichen Bildern. Ist das Kunst? Ich sage ja. In vielen Fällen wird etwas geschaffen.

Der Künstler ist, im klassischen Sinne, von Geld abhängig, weil er irgendwie leben muss, will oder kann er nicht einer regulären Beschäftigung nachgehen, ohne seine Kunst zu vernachlässigen. Deshalb muss er seine Werke verkaufen oder einen Gönner finden, der ihn irgendwie finanziert. Und in dem Sinne ist die Künstlerin und damit die Kunst wieder bedroht, weil die finanziellen Mittel möglicherweise nicht unabhängig von dem Output des Künstlers fließen. Die Künstlerin läuft Gefahr, zum Auftragskünstler zu werden und nicht mehr Kunst zu machen, die ihr gefällt, sondern dem Gönner. Und damit ist auch die Kunst in Gefahr, denn dadurch geht ihr in meinen Augen etwas verloren. Ich kann auch gute Artikel über Projekttage in meiner Schule schreiben und dabei all die Dinge erwähnen, die laut Lehrerin und deren Uni erwähnt werden müssen, aber so richtig zufrieden bin ich mit dem Resultat danach nicht, einfach weil es nicht das gleiche ist.

Ein weiterer Faktor ist die Anpassung an den Markt. Sei das ein literarisches Genre, das gerade in Mode ist, eine Musikrichtung, die sich besonders gut verkauft oder eine Form von Kunstwerken, die gerade auf dem Kunstmarkt heiß begehrt ist. Inwiefern kann eine Band, die bei einem großen Label ist, wirklich die Musik machen, die sie machen will und jene Texte singen, die dem Sänger/der Songwriterin in den Kopf gekommen sind?
Ich behaupte: Nicht wirklich. Sonst würden sich nicht so viele Bands von ihren Labels trennen. (Obwohl hierfür wohl auch ein genereller hirnzellenfressender Virus in den Führungsetagen der Musikindustrie verantwortlich sein kann, denn die Verbreitungspolitik, vor allem im Internet, lässt immer noch zu wünschen übrig. Kulturflatrate!) Wie es wohl mit Autoren, Filmemacherinnen oder anderen Künstlerinnen sein mag, weiß ich nicht und kann ich auch nicht beurteilen.

Die Gefahr der Zensur geht aber nicht nur von potentiellen Geldgebern aus, sondern von jeder Macht, die die Kraft hat, zu zensieren, dh. vor allem vom Staat, aber auch von Verlägen, Kunsthäusern, Museen, Zeitungen, usw. Im Internet gibt es diese Form der Zensur nicht, bzw. ist sie hier leichter zu umgehen. Als FlickR vor einigen Monaten deutsche User vor Nippeln schützen wollte, sind die en masse zu anderen Anbietern gewechselt und haben sich dort ihre Nippel angesehen. Eine weitere Form von Zensur ist der Verbot des Benutzens von copyrightgeschütztem Material, wie es zum Beispiel bei MashUps oder Mixtapes der Fall ist. Hier kann selbst das Internet nicht vollständig vor Zensur schützen, da die Urheber solcher Werke von den Anwälten der Rechteinhaber gejagt und heimgesucht werden können.
Hier stellt sich eine ähnliche Frage wie beim Graffiti: Kann auch Kunst, die die Rechte anderer verletzt, legal sein? Und ist das überhaut Kunst? (Oder künstlerisch wertvoll?)

Hier kann man nun allgemein einfügen, dass das Internet eigentlich eine große Kopiermaschine ist und es relativ idiotisch ist, die Kopie verbieten zu wollen, wenn man es mit einem Medium zu tun hat, dessen gesamtes Funktionieren auf dem Prinzip des Kopierens basiert. Ich kann aber gleichzeitig die Rechteinhaberinnen, insbesondere kleine Bands verstehen, die Geld für ihre Kunst haben wollen, weil sie anders nicht überleben können.

Das Internet stellt in allen diesen Bereichen eine Chance dar. Es gibt bereits eine Menge von Webseiten, die es zB. Bands ermöglichen, Geld zu sammeln, um sich beispielsweise eine Album-Aufnahme leisten zu können. Netlabels vertreiben Musik über das Internet. Verlage drucken CC-Bücher von berühmten Bloggern. Ansonsten gibt es Print-On-Demand nicht nur für Büchern, sondern auch für Fotos, Bilder, T-Shirts, Kaffeetassen und ähnliches. CC und ähnliche Lizenzen ermöglichen es MashUp und Mixtape-Künstlerinnen, ohne Gefahr zu Mashen und zu Mixen.
Durch soziale Netzwerke werden Kräfte gebündelt, Autorinnen finden Fotografen und Bassisten Schlagzeugerinnen.

Und dennoch, Geld als Künstler machen ist auch im Internet schwer. Aber wohin wollen wir, was ist gut für die Kunst und was sollte passieren?
Staatlich subventionierte Kunst hat oft nur Eventcharakter (für die Massen) oder ist für die sozialen Eliten gemacht.
Künstlerische Freiräume bringen kein Geld und werden oft schnell wieder aufgegeben, wenn sie denn überhaupt existieren können.
Im Internet liegt die Zukunft, aber es wird uns auch nicht retten.

Was wir brauchen, sind neue Modelle für ein neues Jahrhundert. Neue Ideen und offene Ohren und Herzen, die sie empfangen. Wir müssen uns lösen von der Idee, dass die Kopie etwas böses ist und Zensur notwendig. Wir sollten erkennen, dass wir nicht nur auf der Konsumenten oder der Erschaffer-Seite stehen können, sondern dass es immer mehr Grauzonen dazwischen gibt. Interaktivität wird Teil der neuen Kunst sein, mit in sie einfließen, der Betrachter wird zum Künstler, die Kunst zur Betrachterin, die Künstlerin zur Kunst.
Und das ist erst der Anfang

Kultur, Zensur, Geld

Tuesday, April 15th, 2008

Am Samstag war ich auf einem »Colloque«, das von attac und der europäischen Linkspartei organisiert wurde. Der Name von diesem Diskussionsforum war »Kulture, Argent, Censure «, was ja erst mal interessant klang. Und ich war als Blogger dorthin eingeladen. Sozusagen als Fachmann für den Workshop über die Neuen Medien. Das ganze war recht interessant, vor allem da neben mir auch noch ein Blogger aus Portugal, Daniel Oliveira, anwesend war, der auch interessanten Input und Beispiele aus Portugal brachte. Ich wurde mal wieder auf Angscht a Schrecken angesprochen und traf eine Menge mir wage bekannt vorkommender Leute. Und ich war wahrscheinlich die jüngste Person auf der Veranstaltung, aber sowas sind wir ja mittlerweile gewöhnt.

Und das Tageblatt hat einen Artikel über das ganze geschrieben, in dem ich einmal richtig und einmal falsch zitiert werde. Find ich nett.

Und bei Gelegenheit schreibe ich auch mal was zu dem Spannungsverhältniss von Kultur, Zensur, Geld und dem Internet. Aber momentan habe ich dazu wirklich keine Zeit.

Weinen, Willy und Whiskey

Saturday, January 12th, 2008

Nachdem ich dieses wunderbare Stück der Schauspielkunst gesehen habe, dann bei Sara nach dem Lesen dieses Textes tatsächlich eine Träne vergossen habe, brauche ich jetzt einen Whiskey.
Und dann schreibe ich am Ina-Epos weiter.

Gesponserte Kultur

Tuesday, December 25th, 2007

Weshalb wir neue (junge?) Kunst/Kultur/Literaturbewegungen brauchen: Refeudalisierung des Kulturbetriebes bei Sven Scholz.

Verschiedenes (III)

Monday, December 24th, 2007

Es gibt einen Artikel über uns in der Woxx!
Autor ist der bestbekannte Blogosphärenreporter der Woxx, Luc Caregari. ;-)

Interview auf 100,7 am Donnerstag, gegen halb 12.

Ein neues Studio in Betrieb nehmen ist relativ unspektakulär. Aber es gab zumindest Sekt.

Die Hündin hat die Schnürsenkel meiner Schuhe gefressen. Die Schuhe sind von der Marke Vegetarian Shoes. Aber vielleicht mag die Hündin auch nur auf irgendetwas rumkauen. Was, scheint im Moment relativ egal zu sein. Schnürsenkel, Hände, Eisstücke, Hundespielsachen, Menschenspielsachen, Papier, Schaumstoffbälle – alles mögliche halt. Der Name ist übrigens noch immer Yoda. Wenn der Hund nicht so undifferenziert auf Sachen rumkauen würde, wäre das richtig richtig cool.

Heute gibt es A&S bloß aus der Dose: Angscht a Schrecken leschten Chreschtdaach (hun ech dir main Härz gin)

Eine besinnliche Wintersonnenwende euch allen. Oder so.

Wenn ich eine Zitatserie wie Thierry oder Deef hätte, stünde da jetzt: »Bei de Juden ass daat jo drai Deeg méi frei.«

Kommt am 27. Dezember ins D:qliq. Bringt eure Freunde mit. Das Programm ist wirklich sehr gut. Ausserdem kann man nur ein einziges Mal beim Ersten Mal dabei sein.

Es gibt Menschen, die träumen von mir.
Und es gibt Menschen, die von anderen Menschen träumen, die mit ihren Sexualpartnern Gemüse im Bett benutzen.
Beides macht mir Angst. Besonders, wenn es in Kombination auftritt.

Ich träume hingegen nur von Prüfungssituationen zwischen abstrakt geformten Steinen.

Hier sollte dann ein cooler Abschlusssatz stehen.

Ni vu ni entendu

Monday, December 17th, 2007

Während ich darauf warte, dass Switchpod endlich die neuste A&S-Folge raufgeladen hat, kann ich auch ruhig folgendes Video posten, das bei dem Projekt Flash007 und deren eigenem Online-Schneidprogramm entstanden ist. Die Möglichkeiten sind da leider etwas sehr begrenzt, sonst hätte ich Video und Audio mehr aufeinander abgestimmt, aber immerhin bekommt man einen Einblick, wie es damals da ausgesehen hat. Und vielleicht sieht man Grommel irgendwo als Schatten – was ich allerdings nicht glaube.

Vive d’Republique!

Tuesday, October 30th, 2007

Hier das Interview mit dem Präsidenten der Republique libre de Clairfontaine, das gestern bei Crumble über die Bühne ging:

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.

Wer eine Kopie der gesamten Sendung möchte, einfach hier in den Kommentaren oder auf sonstigen Wegen melden!

Und, was hast du gestern so gemacht?

Saturday, April 7th, 2007

Wenn man diese Frage mit folgenden Wörtern beantworten kann, kann man von sich behaupten, man hätte ein interessantes Leben:
Tunnel unter der Philharmonie
(Symbolbild des Tunnels von Martin Röll Some Rights Reserved)

Ich war auf einem Konzert in einem Straßentunnel. Das betreffende Stück Straße befindet sich zwischen der Philharmonie und dem Mudam. Vor dem eigentlichen Konzert wurde ein merkwürdiger Film, dessen Hauptinhalt leere Ubahnstationen in, das glaube ich jedenfalls, London und merkwürdige Zwischeneinblendungen auf rotem Grund war, an die Wände des Tunnels projeziert. Ich glaubte mich ständig in einem U-bahnschacht und fühlte mich dementsprechend nicht sehr wohl. Die Musik war sehr merkwürdig, bestand sie aus irgendwelchen elektronischen Gerätschaften, einer elektrischen Gitarre und einem Schlagzeug.
Ich denke auch, dass ich den Altersdurchschnitt des Publikums um einiges gesenkt habe. Mit den richtigen Drogen wäre die Musik sicherlich ein Erlebniss gewesen, aber so war sie einfach nur interessant.

Nebenbei: Paradies ist noch heute und morgen Sonntag geöffnet, für all jene, die die virtuellen Gärten noch nicht besucht haben. Es lohnt sich!