Archive for the ‘enjoying’ Category

Tage am Meer

Sunday, August 29th, 2010

Meer bei Ostende
Ich war am Meer. An der belgischen Küste. Ich vermute, ich werde bald nur noch Kachkéis a Bouneschlupp zu mir nehmen. Es ist jetzt eine Woche her, dass die kleine Göttin in Luxemburg war, ich ihr die Standard-Touritour gegeben habe (inklusive fehlende gëlle Fra und wir den Zug nach E. verpasst haben, weil zwei Züge in die gleiche Richtung am Bahnsteig standen und wir in den falschen gestiegen sind.
In Belgien ist Urlaub machen billig, ich habe für die Fahrt (Hin- und Zurück) im Zug gerade mal 55 Euro bezahlt, der Campingplatz kostete 15 Euro die Nacht, war aber dafür nicht sonderlich luxuriös. Aber wir haben gezeltet, da ist es schon fast Luxus, wenn es ein Duschhäuschen mit Strom zum Handyaufladen gibt.

Das Essen ist in Belgien nicht teurer als in Luxemburg, eher noch billiger. Nicht teuer ist auch die Kusttram, die mit 68 km längste Straßenbahnlinie der Welt, ein Dreitagesticket kostet gerade mal 10 Euro. Und dafür kann man mit der längsten Straßenbahnlinie der Welt am Meer entlangfahren! Sonst gibt es nicht so viel zu sehen, wobei Ostende dieses Jahr Kulturhauptstadt von Flandern ist. Und sogar ein Nachtleben hat, das es wert ist, erkundet zu werden. Dann sind auch junge Menschen zu sehen, während am Tag Senior_innen mit kleinen Hunden überwiegen.

Strand bei ostende

Das Wetter war relativ gnädig. Der Wind war zeitweise sehr heftig, aber hey, das ist im Komplettpaket “Atlantikküste ohne Bucht” mit drin. Regen gab es nur am letzten Abend und am Abreisemorgen. Das Zeltabbauen ist nass nicht sonderlich schön und das dumme Gefühl, das Ding zu Hause noch einmal zum trocknen raus nehmen zu müssen, bleibt, aber immerhin beeilt man sich.

Ein paar ruhige Tage zu zweit. Und erste photographische Experimente, mit denen ich euch wohl jetzt öfter quälen werde, denn ich habe mir eine Lumix angeschafft. Braucht es mehr für einen Urlaub? Müssen es immer gleich aufregende Städte oder Abenteuer in der Südsee sein? Ist es nicht manchmal das größte Abenteuer, in das peitschende Angesicht des Meeres zu blicken und sich selbst darin zu sehen?
Flut

Haare über Bord werfen

Friday, August 20th, 2010

Heute Mittag um 17:00 im “Interview”

Heute Abend um 20:00 bei der Grinsekatze zu Hause … (more…)

Gewehre über Bord werfen

Thursday, August 19th, 2010

Ich kann nicht gut schlafen, wenn eine emotional geladene Diskussion unbeendet im Raum steht. Ich fühle mich manchmal eifersüchtig und weiß nicht, was ich mit dem Gefühl tun soll. Gehört das in den Sondermüll? Ich liege gerne mit meinem Netbook im Bett. Ich erinnere mich nur selten an meine Träume, aber manchmal werfen sie mich wochenlang gefühlsmäßig total über den Haufen. Ich vermisse Wien und den Sommer. Ich schreibe Protokolle von besonderen Begegnungen, um keinen Moment zu vergessen. Ich bin unsicher, was meine Frisur angeht. Ich mich habe monatelang nach einer Badewanne gesehnt und saß seit meiner Ankunft in Luxemburg kein einziges Mal in einer. Ich kann mich manchmal überhaupt nicht ausdrücken. Ich vermisse es, dass A. mir alle paar Wochen ein neues Beziehungsdrama auftischt. Und dann auch wieder überhaupt nicht! Ich weiß nicht genau, wie meine Zukunft aussehen soll. Ich lächele jedes Mal, wenn ich an einem Kuchenbaum vorbei laufe, weil ich an Ina denken muss. Ich sehe oft Menschen im Zug, die ich interessant finde, spreche sie aber fast nie an. Ich denke manchmal immer noch, ich würde ein berühmter Rockstar oder Schauspieler werden. Ich werde gerne interviewt, gebe aber meistens schlechte Antworten. Ich habe kein Gefühl für Grammatik.

Ich werfe Gewehre über Bord.

Gen Osten

Saturday, July 17th, 2010

Blick aus dem Fenster, morgens.
Gen Osten, dort wo die Stadt entlang der Donau erstreckt, lassen sich am Horizont bereits die ersten Vorboten des Sonnenaufgangs ausmachen. Mit einem Mal wird die Sphärenartigkeit der Erde mir bewusster. Ich sehe, wie sich mit etwa 1666 km/h um ihre eigene Achse rotiert und mich aus dem Schatten ins Licht schiebt. In einer Stunde wird es wieder taghell sein und ich in den letzten Vorbereitungen für die große Reise.

Im Hintergrund liebliche Musik. Entertainment for the Braindead. Coming home. Das Lied habe ich zum ersten Mal gehört, als ich im Januar, im tiefsten Winter, nach ein paar Wochen im Großherzogtum wieder in Wien war.

Es ist das gleiche Ritual, seit etwa einer Woche. Ich begrüße den neuen Tag aus dem Fenster gelehnt. Die Zeitungsausträger fahren stumm und einsam auf ihren Rädern mit den großen Marktkisten auf dem Gepäckträger vorbei. Kaputte Feierende kehren heim, mühen sich, den Schlüssel zu finden. Taxis brausen vorbei, kaum andere Fahrzeuge. Die Stadt erwacht, ich gehe schlafen. Mir fällt jetzt erst ein, dass es ein Lied der Neubauten gibt, das sehr gut dazu passt. Ironischerweise habe ich es lange zum Einschlafen gehört.

Einen kleinen Moment lang der Gedanke: Ich will hier nicht weg. Die Stadt hat mich an sich gefesselt, ich fühle mich hier dahoam, ohne sie zu kennen, ohne großartige Verbindung. Und ich vermisse den Park, in dem ich gefühlt alle Tag seit es einigermaßen warm ist, verbrachte habe, den großartigen Türkenschanzpark, in dem ich zu meiner Verzückung einen Kuchenbaum gefunden habe, jetzt schon.

Fahre ich nach Hause oder nur zu meiner Sommerresidenz? Es gibt wohl keine gute Antwort auf diese Frage. Wäre Winter und Nebel, ich könnte dem Wetter hervorragende Metaphern für meine Gedankenwelt abringen. Klarheit wird nur die Reise bringen, denn das Ziel und der Weg sind der Weg und das Ziel.
Ein neuer Morgen bricht an. Es verspricht ein klarer, sonniger Tag zu werden.

Das Foto stammt von der kleinen Göttin. Vorzügliches Dankeschön!

Die große Reise

Thursday, July 15th, 2010

Am Samstag ist es soweit.

Europa aus der Luft

Über 1000 Kilometer.
Optimistisch geschätzte 13 Stunden von Haustür zu Haustür.
Ich trete mal wieder die große Reise an. Meine ganz persönliche Nord-Süd-Passage, von der Stadt der Musik hinter den Alpen in das Großherzogtum.
Und soll ich euch was sagen? Ich freue mich. Luxemburg ist genau so ein guter Flecken Erde wie Wien, aber die Menschen die sich auf diesen Flecken aufhalte, sind andere. Und ich freue mich, einige wiederzusehen. Und ganz besonders freue ich mich, dass ich am Montag schon wieder im Radiostudio sitzen werde und _endlich_mal_wieder eine Livesendung fahren werde.

Ich mag mein Leben in Wien derzeit. Ich fühle mich wunderbar wohl in dieser Stadt und ertrage die Hitze mit dem stoischen Rezept: viel Eistee und wenig Bewegung. Ich weiß, dass ich nach einer Woche wieder über “Ferien in Disneyland” und unzureichenden öffentlichen Transport lamentieren werde. Aber in mir drin drängt etwas.

Vielleicht war es nur Jack Kerouac, der meine Reiselust angetrieben hat. Und da tausche ich Kerouacs scheinbare Unendlichkeit des nordamerikanischen Kontinents doch glatt gegen tausend Kilometer durch Europa ein, das auf dem Bild so saftig und waldig aussieht. Auf geht’s!

Es war traurig …

Monday, July 12th, 2010

Es war traurig, seine schmale Gestalt in der Dunkelheit zurückbleiben zu sehen …

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I read some Marx

Friday, July 2nd, 2010

Ich war ja mal in einem Marx-Lesekreis. Es gab ein nur ein einziges Treffen. (via Maj Bootred)

flattr me

Thursday, May 27th, 2010

Ich habe jetzt auch einen flattr-Account. (Was das genau ist, wird in dem Video oben erklärt.) Weil ich das Prinzip, den Menschen, die mich erfreuendes im Internet produzieren, eine kleine Spende zukommen zu lassen, sehr reizvoll finde. Also, selbst flattrn zu können war der Hauptbeweggrund, mich auf die invite-Liste setzen zu lassen. Ob ich das System in mein Blog einbauen würde, wollte ich mir erst noch überlegen. Da Thierry danach gefragt hat, hier auch flattern zu können, habe ich es erstmal eingebaut. Mal sehen, wie erfolgreich der Versuch wird.

Ich freue mich natürlich über jeden flattr, aber ein Kommentar mit einem kurzen Text à la “Das hat mir gefallen!” ist mindestens genau so viel Wert.

Und wer noch keinen Account hat, ich habe zwei Invites, die ich gerne vergebe. Wenn ihr mir per Kommentar Bescheid sagt, schreibt eine richtige Emailadresse in das Feld, damit ich euch den Invite-Code schicken kann.

Ein Herz für Blogs

Tuesday, May 25th, 2010

photo cc by Steven Kay

Es gibt sie mal wieder, die “Ein Herz für Blogs”-Aktion, diesmal ausgeruffen von uarrr.org.

Kobuk.at ist das österreichische Pendant zum wohlbekannten BILDblog. Hier werden alle Medien der, ich wage das Wort kaum zu schreiben, Alpenrepublik auseinander genommen und Falschmeldungen seziert. Wer dachte, die BILD sei schlimm, möge sich mal ansehen, was die Krone sich alles so leistet. Hut ab vor der Arbeit, die sich hier gemacht wird!

Elisabeth Rank
schreibt nicht nur wundervolle Bücher, die ich während einer Zugfahrt verschlinge, sondern auch ein tolles Blog, bei dem ich immer Angst habe, es früh morgens zu lesen, weil mein Gehirn eventuell noch nicht ganz auf Betriebstemperatur ist. Außerdem Erfinderin des tollsten Meme seit den Schallplattengesichtern.

i heart digital life ist “ein Blog über feminismus, queer, politik und das digitale leben. nrrrdiges bloggen in der heterosexuellen matrix”. Und das ist sehr toll, auch wenn es viele viele Links gibt, die sind aber immer lesenswert.

Die kleine Göttin schreibt Texte, die mich an meine eigene Art, Texte zu schreiben, erinnert. Was ich spannend find. Ach, und ich kenn sie, so aus dem realen Leben und so.

Die Grinsekatze und ihre Crew schreiben manchmal Dinge, die ich nicht immer ganz toll finde. Das kommt allerdings selten vor. Meistens geht es um Sex und Luxemburg, wobei der Sex-Teil überwiegt. Es lohnt sich auf jeden Fall, vorbei zu schauen.

Edit: Oh, und wie konnte ich das nur vergessen! on air von Arvina, der europäischen Freiwilligen bei Graffiti, den Jugensendungen des einzigen freien Radios in Luxemburg. Sehr sehr viel hörbar und -enwertens Material!

Der junge Mann und der See

Thursday, May 13th, 2010

Wie sehr ich diesen See vermisst hatte, wusste ich erst, als ich wieder an seinem Ufer stand. Dem einen Ufer. An dem schon so unglaublich viele Dinge passiert sind, dass ich kurz überlegte, ob ich es nicht küssen sollte, weil Pathos doch manchmal etwas unterbewertet wird. Und diesmal konnte ich auch meinen lang gehegten Traum, den See mit dem Schiff zu erkunden, wahr machen. Ich war von den Bergen über den See gekommen. Und nun stand ich an diesem Ufer, das in meiner persönlichen Mythologie ein hochheiliger Ort ist. Und selbst wenn es heute so sehr regnet, dass es scheint als fiele der See selbst vom Himmel, so atme ich dennoch mit jedem Zug den Stoff alter und neuer Legenden ein.

Es ist schön, hier zu sein, nach all der Zeit.Nach all dem Vermissen. Nach all dem Gram um verpasste Gelegenheiten. Nach all den Träumen. Es gibt keinen Ort, an dem ich gerade jetzt lieber wäre. Auf meinem Mobiltelefon ein Anruf in Abwesenheit von Ruth. Ich kümmere mich nicht darum. Ich könnte mir sogar vorstellen, mich irgendwann hier zur Ruhe zu setzen, wie der Nebel gerade über dem See ruht.