Archive for the ‘Bilder’ Category

analog adventures

Tuesday, June 28th, 2011

Belichtungsreihe
Das ist eine Belichtungsreihe. Um abzuschätzen, welche Belichtungszeit für das Bild wohl am Besten wäre.
Ich bin in der glücklichen Lage, Zugang zu einer gut ausgestatteten Dunkelkammer zu haben. Eine analoge Kamera hab ich nicht. Auf dem Türkenschanzparkfestival, das eigentlich nicht für die geschätzten 15 – 20.000 Besucher_innen ausgelegt war, drückte mir Pamina ihre analoge Kamera in die Hand. Analoger Film macht extrem vorsichtig. Ich habe sehr oft nicht ausgelöst, wenn ich mir nicht sicher war, ob Motiv, Lichtverhältnisse, Bildausschnitt und Stimmung passen würden. Und nicht alle Experimente sind gelungen. Lustigerweise sind dann auch die meisten Fotos nicht beim Festival selbst, sondern bei den Aufräumarbeiten entstanden, was die müden Gesichter erklärt.

Das Entwickeln macht unglaublich Spaß, wobei noch nicht alle Fotos so perfekt sind, wie sie werden könnten. Leider ist meine Zeit gerade knapp bemessen, aber bald sind ja Ferien, da lässt sich sicher so einiges machen. Mehr Fotos. Und auch mal den Film selbst und nicht nur die Negative entwickeln.
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Fensterbrett (III)

Friday, January 21st, 2011

Mein Fensterbrett ist nicht mehr leer. Ein kleines Avocadobäumchen sprießt dort.


Und trotzdem fehlt da etwas. Etwas, das ich unglaublich vermisse …

Vorräte

Saturday, January 8th, 2011

Da fiel ihnen plötzlich ein, wie Frederick von Sonnenstrahlen, Farben und Wörtern gesprochen hatte. “Frederick!” riefen sie, “was machen deine Vorräte?”
“Macht die Augen zu” sagte Frederick und kletterte auf einen großen Stein. “Jetzt schicke ich euch die Sonnenstrahlen. Fühlt ihr schon, wie warm sie sind? Warm, schön und golden?” Und während Frederick so von der Sonne erzählte, wurde den vier kleinen Mäusen schon viel wärmer.

sun grass cc-by davedehetre

Wir sollten niemals vergessen, wie weise Frederick die Maus war.

photo cc-by by David DeHetre. Ach, und es ist jetzt auch möglich, das ganze Blog zu flattrn. Auch als Abo. Das Haus dankt.

Soul Zeppelin

Tuesday, December 14th, 2010

Manchmal ist das einzige, was noch hilft, eine Reise mit dem großen Seelenzeppelin.
Das große Seelenzeppelin über London
Manchmal ist alles, was ich brauche, um die Welt wieder klar zu sehen, eine Reise mit dem großem Seelenzeppelin.

Choucroute garnie

Friday, September 3rd, 2010

Fleisch auf dem Gehsteig von E.
Wenn du jetzt gehst, ist mein Sommer vorbei!“, sagst du und schaust mich verzweifelt an. Ich kann aber nicht anders. Ich muss gehen. Ich verlasse die Wohnung, die nur mehr aus zusammengerückten Möbeln und Umzugskisten besteht, ihr winkt noch ein letztes Mal. Ich muss gehen, nicht weil ich es will, sondern weil der letzte Bus kommt, Ökoheiligenschein, Gendapol, blabla.
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Haare über Bord werfen

Friday, August 20th, 2010

Heute Mittag um 17:00 im “Interview”

Heute Abend um 20:00 bei der Grinsekatze zu Hause … (more…)

Die Nacht, in der der Sommer begann

Thursday, June 10th, 2010

Es ist merkwürdig, wie so ein kleines Städtchen wie Tübingen mich immer wieder dazu kriegt, es zu vermissen, wenn ich es verlasse. Aber momentan ist es viel zu heiß, darüber nachzudenken.

Der junge Mann und der See

Thursday, May 13th, 2010

Wie sehr ich diesen See vermisst hatte, wusste ich erst, als ich wieder an seinem Ufer stand. Dem einen Ufer. An dem schon so unglaublich viele Dinge passiert sind, dass ich kurz überlegte, ob ich es nicht küssen sollte, weil Pathos doch manchmal etwas unterbewertet wird. Und diesmal konnte ich auch meinen lang gehegten Traum, den See mit dem Schiff zu erkunden, wahr machen. Ich war von den Bergen über den See gekommen. Und nun stand ich an diesem Ufer, das in meiner persönlichen Mythologie ein hochheiliger Ort ist. Und selbst wenn es heute so sehr regnet, dass es scheint als fiele der See selbst vom Himmel, so atme ich dennoch mit jedem Zug den Stoff alter und neuer Legenden ein.

Es ist schön, hier zu sein, nach all der Zeit.Nach all dem Vermissen. Nach all dem Gram um verpasste Gelegenheiten. Nach all den Träumen. Es gibt keinen Ort, an dem ich gerade jetzt lieber wäre. Auf meinem Mobiltelefon ein Anruf in Abwesenheit von Ruth. Ich kümmere mich nicht darum. Ich könnte mir sogar vorstellen, mich irgendwann hier zur Ruhe zu setzen, wie der Nebel gerade über dem See ruht.

Schönbrunn Shadow

Thursday, April 1st, 2010


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World Press Photo

Sunday, July 19th, 2009

worldpressphoto

Ich habe mir gestern (trotz Müdigkeit) die World Press Photo in der Cité de l’image in Clervaux, die auch die berühmte Family of Man leitet, angesehen.

Die Bilder überwältigen. Viele Fotos stammen aus dem Krieg in Georgien letztes Jahr, an den sich hier jetzt kaum noch jemand erinnert, der aber – wie jeder Krieg – unendlich viel Leid gebracht hat, was man auf den Bildern besonders gut sieht. Gewalt und Trauer sind zu sehen und je mehr man von der Ausstellung sieht, umso beklemmender wird die Stimmung. Manche Bilder schnüren einem regelrecht den Hals zu, wie zB. das Foto einer auf dem Schulweg ihrer Kinder erschossenen Mutter in El Salvador oder die Holzkreuze in Guatemala. Dennoch gibt es auch schönes und erstaunliches zu sehen, so zum Beispiel dieses fantastische Foto eines Schneeleoparden, das mich umgehauen hat. Ebenso genial ist die Serie, die mit Actionfiguren berühmte Kriegsfotografien nachgestellt hat. Auch die Boxer sind eindrucksvoll und erfrischend lustig.

Dann das Gewinnerbild. Zuerst habe ich mich gefragt, was das soll, wieso so ein vermeintlich banales Foto das beste Pressefoto des Jahres sein soll. Und dann habe ich den dazugehörigen Text gelesen und verstanden. Ein Sinnbild ist es, für die Krise, die Menschen aus ihren Häusern vertreibt. Für die Angst, die uns Polizisten mit Waffen in leerstehende Häuser schicken lässt. Für (globales) Versagen.

Mir wurde gestern auch bewusst, dass ich Fotoausstellungen sehr mag. Ich liebe es, die Bilder gut ausgeleuchtet vor mir zu sehen, die Haptik des Fotopapiers erahnen zu können, sie in angemessener Größe zu sehen. Ich werde ruhig dabei, vertiefe mich in die Bilder, wandere im Geiste zu den Orten, an denen sie geschossen wurde, baue eine merkwürdige Empathie für Fotografen und Abgebildete auf.
Man kann die Fotos der Ausstellung auch online sehen. Aber ich rate jedem, der die Chance hat, sich das Ganze nicht nur am Monitor anzusehen. Es macht einen Unterschied.

Aber auch die Frage, unter welchen Umständen verschiedene dieser Fotos gemacht wurden, ist wichtig. Die Rolle des Fotografen ist in Konflikten oft sehr schwierig und oft genug wird die Schwelle der “Berichterstattung” übertreten, weil man eine Sensation will, möglichst blutige Bilder. Natürlich braucht es Mut, sich als Fotograf auf ein Schlachtfeld zu begeben, aber ich finde, die Verpflichtungen der Presse im Krieg sind nur ungenügend geklärt.

(Photo cc by Jean.M)