Haare über Bord werfen
Friday, August 20th, 2010Heute Mittag um 17:00 im “Interview”

Heute Abend um 20:00 bei der Grinsekatze zu Hause … (more…)
Heute Mittag um 17:00 im “Interview”

Heute Abend um 20:00 bei der Grinsekatze zu Hause … (more…)

Es ist merkwürdig, wie so ein kleines Städtchen wie Tübingen mich immer wieder dazu kriegt, es zu vermissen, wenn ich es verlasse. Aber momentan ist es viel zu heiß, darüber nachzudenken.

Wie sehr ich diesen See vermisst hatte, wusste ich erst, als ich wieder an seinem Ufer stand. Dem einen Ufer. An dem schon so unglaublich viele Dinge passiert sind, dass ich kurz überlegte, ob ich es nicht küssen sollte, weil Pathos doch manchmal etwas unterbewertet wird. Und diesmal konnte ich auch meinen lang gehegten Traum, den See mit dem Schiff zu erkunden, wahr machen. Ich war von den Bergen über den See gekommen. Und nun stand ich an diesem Ufer, das in meiner persönlichen Mythologie ein hochheiliger Ort ist. Und selbst wenn es heute so sehr regnet, dass es scheint als fiele der See selbst vom Himmel, so atme ich dennoch mit jedem Zug den Stoff alter und neuer Legenden ein.
Es ist schön, hier zu sein, nach all der Zeit.Nach all dem Vermissen. Nach all dem Gram um verpasste Gelegenheiten. Nach all den Träumen. Es gibt keinen Ort, an dem ich gerade jetzt lieber wäre. Auf meinem Mobiltelefon ein Anruf in Abwesenheit von Ruth. Ich kümmere mich nicht darum. Ich könnte mir sogar vorstellen, mich irgendwann hier zur Ruhe zu setzen, wie der Nebel gerade über dem See ruht.

Ich habe mir gestern (trotz Müdigkeit) die World Press Photo in der Cité de l’image in Clervaux, die auch die berühmte Family of Man leitet, angesehen.
Die Bilder überwältigen. Viele Fotos stammen aus dem Krieg in Georgien letztes Jahr, an den sich hier jetzt kaum noch jemand erinnert, der aber – wie jeder Krieg – unendlich viel Leid gebracht hat, was man auf den Bildern besonders gut sieht. Gewalt und Trauer sind zu sehen und je mehr man von der Ausstellung sieht, umso beklemmender wird die Stimmung. Manche Bilder schnüren einem regelrecht den Hals zu, wie zB. das Foto einer auf dem Schulweg ihrer Kinder erschossenen Mutter in El Salvador oder die Holzkreuze in Guatemala. Dennoch gibt es auch schönes und erstaunliches zu sehen, so zum Beispiel dieses fantastische Foto eines Schneeleoparden, das mich umgehauen hat. Ebenso genial ist die Serie, die mit Actionfiguren berühmte Kriegsfotografien nachgestellt hat. Auch die Boxer sind eindrucksvoll und erfrischend lustig.
Dann das Gewinnerbild. Zuerst habe ich mich gefragt, was das soll, wieso so ein vermeintlich banales Foto das beste Pressefoto des Jahres sein soll. Und dann habe ich den dazugehörigen Text gelesen und verstanden. Ein Sinnbild ist es, für die Krise, die Menschen aus ihren Häusern vertreibt. Für die Angst, die uns Polizisten mit Waffen in leerstehende Häuser schicken lässt. Für (globales) Versagen.
Mir wurde gestern auch bewusst, dass ich Fotoausstellungen sehr mag. Ich liebe es, die Bilder gut ausgeleuchtet vor mir zu sehen, die Haptik des Fotopapiers erahnen zu können, sie in angemessener Größe zu sehen. Ich werde ruhig dabei, vertiefe mich in die Bilder, wandere im Geiste zu den Orten, an denen sie geschossen wurde, baue eine merkwürdige Empathie für Fotografen und Abgebildete auf.
Man kann die Fotos der Ausstellung auch online sehen. Aber ich rate jedem, der die Chance hat, sich das Ganze nicht nur am Monitor anzusehen. Es macht einen Unterschied.
Aber auch die Frage, unter welchen Umständen verschiedene dieser Fotos gemacht wurden, ist wichtig. Die Rolle des Fotografen ist in Konflikten oft sehr schwierig und oft genug wird die Schwelle der “Berichterstattung” übertreten, weil man eine Sensation will, möglichst blutige Bilder. Natürlich braucht es Mut, sich als Fotograf auf ein Schlachtfeld zu begeben, aber ich finde, die Verpflichtungen der Presse im Krieg sind nur ungenügend geklärt.

Ein zersägter Canon-Kopierer. Over the top awesome. Bald können wir das Internet echt schließen, dann habe ich alles gesehen. Mehr zersägtes Zeugs gibt es bei PopPhoto.
(via @n0brain, vielen Dank!)

Noch bis zum 25. April läuft im Rahmen des europäischen Monats der Photographie die Austellung Element 5 des luxemburgischen Photographen Raymond Clement. Holz bzw. Bäume sind das Thema der Austellung, die echt beeindruckende Bilder aus allen Teilen der Welt zeigt, welche die drückende Sonne der kanarischen Inseln genauso verspüren lassen wie die Kälte der öslinger Kuppen.
Auch hier habe ich es mir nicht entgehen lassen, das Mikro zu zücken und den Photographen mit ein paar Fragen zu löchern:
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(Foto von Raymond Clement und mir unterliegt dem Copyright von Jean-Marc Parries)

Am vergangenen Donnerstag habe ich mir zusammen mit meinem Kumpel und Fotographen Jean-Marc das erste Laser-Tagging in Luxemburg vom Graffiti Research Lab angesehen. Und das war ziemlich cool. Das ganze war vorm nationalen Geschichtsmuseum, was nicht sehr weit von Radio ARA entfernt ist (OK, in Luxemburg ist nie etwas “sehr weit weg” von irgendetwas, aber das Radio ist sehr nahe) und war so cool, dass ich mir kurzerhand Mikrofon und Aufnahmegerät schnappen ging und einen der Hacker von hackerspace.lu interviewt habe.
Hier das Interview:
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Bewegtbilder gibt es bei Eveant (für des Luxemburgischen nicht mächtigen auch mit englischen Untertiteln), Fotos von Jean-Marc nach dem Klick
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Reinster Antennenporn kommt von der wunderbaren Seite artificialowl.net. DUGA-3 bzw. Russian Woodpecker heißt das Ding, was ein gigantisches System zur Früherkennung von Raketen war und den weltweiten Funkverkehr störte.
Das Bild oben stammt aus der Wikipedia, aber im artificialowl-Artikel über DUGA-3 gibt es ne Menge Fotos aus allen möglichen Perspektiven, auf Google Earth gibt es auch einige Fotos.
Verlassene gigantische Antennen aus dem Kommunismus bei Prypiat? Kann es noch viel besser werden?