Interview: “Onst GewĂ«ssen” vu Richtung 22

Ein luxemburgisches Interview ĂĽber einen luxemburgischen Film verlangt einen luxemburgischen Text.

Fir de Crumble hunn ech de Lars vun Richtung 22 interviewt. (Spellchecker.lu schlĂ©it mir “intervieft” fir. Ech loosse vill mat mir maachen. “Mä” zum Beispill. Mä domadder hält et op. Pardon.) Mir hunn bal eng hallef Stonn iwwert de nĂ©ie Film “Onst GewĂ«ssen”, Richtung 22, Kulturpolitik zu LĂ«tzebuerg an Filmdistributioun geschwat.

Ech hunn den Interview op knapp eng VĂ©irelstonn geschnidden, hoffentlech ouni eppes essentielles auszeloossen. D’TounqualitĂ©it ass Ă©ischter dauschend wĂ©i berauschend, mä lĂ©iwer en Interview an net-immenser QualitĂ©it iwwer Skype wĂ©i guer keen.

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De Film wäert ab dem 1. Mee op Richtung22.org ze gesi sinn, am Interview sinn keng Spoilern.

Nachhaltige Mobilität in Luxemburg?

Bike Dock in Copenhagen -  Some rights reserved by tomislavmedak

In der größten luxemburgische Tageszeitung, dem “Luxemburger Wort” spricht sich Claude Feyereisen heute gegen das Fahrradleihsystem “vel’oh” in Luxemburg-Stadt aus und bezeichnet es als NischenfĂĽller. NatĂĽrlich geht es in Leitartikeln konservativer Zeitungen, die sich mit Projekten der liberal-grĂĽn-gefĂĽhrten Stadt beschäftigen nie nur um die Sache selbst, sondern auch um Parteipolitik. Ich bin nicht besonders ĂĽberzeugt von den luxemburgischen GrĂĽnen, noch bin ich ein groĂźer Fan der liberalen DP. Ich versuche in den folgenden Zeilen nur die “Sache an sich” zu beurteilen und vielleicht ein paar Denkanstöße zur Mobilitätspolitik zu geben.
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Verschimmelter Aufstrich

Kastor öffnete den Kühlschrank. Verschimmelter Aufstrich. Er war das Wochenende über nicht zu Hause gewesen und der Aufstrich hatte ihm das offenbar übel genommen. Seine Milch war auch verschwunden. Vielleicht hatte er aber auch nur vergessen, dass er sie leer getrunken hatte.
verschimmelter
„Das ist doch ein trauriges Leben, so zwischen verschwundener Milch und verschimmelten Aufstrich.“, dachte sich Kastor.
„Ich sollte einen Lesekreis gründen mit einer brennenden Stehlampe und einer Mikrowelle, in der Kinder gebraten wurden. Wir könnten gemeinsam ganz viel Lasagne essen.“
So etwas dachte Kastor oft, besonders in diesen grauen Wintertagen, die einfach nicht verschwinden wollten. Noch etwas Tee, noch eine Wärmflasche, noch einmal um die Häuser im Cottageviertel ziehen um dort herumstreunende Katzen zu streicheln. Bald würden die ersten Blumen den Frühling ankündigen und die große Müdigkeit würde kommen.
„Im Frühling gähnen alle Menschen, weil sie hoffen, dass ein Vogel sich in ihren Mund setzt.“, hatte seine Großmutter immer gesagt. Kastor hatte das nie geglaubt.

Jetzt stand er in seiner Küche vor dem summenden Kühlschrank, in dem der Aufstrich schimmelte und die Milch verschwand. Schneeregen schien vom strahlend grauen Himmel in den Innenhof, der viel trister nicht hätte sein können. Warum sollte Landschaftsplanung nochmals zugangsbeschränkt werden?

Dies war kein Wendepunkt in seinem Leben. Dies war einer dieser Tage, die in ihrer Zufälligkeit das Grundgefühl für sein Leben nährten. Er war versucht, eine Metapher mit „Boden“ und „Humus“ zu erfinden, aber es fiel ihm keine ein. Er schaffte es nicht einmal, seinen Aufstrich schnell genug zu essen, wie sollte er da sein Lebensgefühl in poetische Worte wickeln?

Beim Schälen der Schwarzwurzel

563px-Scorzonera,_Iduns_kokbokPlastikhandschuhe soll ich anziehen, wird mir per Kurznachrichtendienst mitgeteilt. Ich habe natürlich keine Plastikhandschuhe im Haus. Essen muss ich trotzdem. Also schäle ich die Schwarzwurzeln ohne Handschuhe, bewaffnet nur mit einem Sparschäler.

Sie ist ĂĽberhaupt nicht klebrig. In meiner Erinnerung waren Superkleber nichts gegen Schwarzwurzel und in meiner Vorstellung wurden Tarnkappenbomber aus ultraleichtem Carbon mit Schwarzwurzeln zusammengeklebt.
Nichts von alledem. Offenbar sind die Schwarzwurzeln so bio, dass sie nicht einmal mehr ordentlich kleben. Oder ich bin mittlerweile so gut beim Schälen, dass mir das alles nichts mehr anhaben kann. Kurz überlege ich, ob och meine Schäl-Skills in letzter Zeit gelevelt habe – dann fällt mir wieder ein, dass mein Leben kein Rollenspiel ist.

In Ă–sterreich am KĂĽchentisch sitzen, Schwarzwurzel schälen und Musiksendungen ĂĽber luxemburgische Bands hören. Vielleicht sollte ich noch “Ode an die Freude” summen, um die Europahaftigkeit dieses Lebens kĂĽnstlerisch zu betonen.

Torchwood

Ich habe mir in den letzten Wochen die BBC-Serie Torchwood noch einmal angesehen. Das Doctor Who-Franchise habe ich nach 2008 völlig aus den Augen verloren und dabei einiges verpasst. Inzwischen habe ich das alles nachgeholt, rutsche bis zum 30. März unruhig auf meinem Stuhl hin und her und versuche nicht all zu oft die Who-Titelmelodie zu summen. Die vierte Staffel Torchwood hatte ich bisher noch nicht gesehen, weshalb es sich anbot, die Serie noch einmal von vorne zu anzuschauen. Ein bisschen Whoniverse ist besser als gar keins. (Ab hier könnten Spoiler vorkommen.)
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#uniärgert

(Achtung, Rant.) Mein Studium ärgert mich gerade. Ich habe mein Bachelorstudium immer noch nicht abgeschlossen. Heute beginnt mein achtes Semester. Ich weiĂź nicht einmal, wie lange Andere so an meinem Fach studieren, die sechs Semester Mindeststudienzeit sind es wohl bei den wenigsten. Ich will mich auch gar nicht rechtfertigen mĂĽssen, denn ich bin schon seit einiger Zeit dabei, Fächer abzuhaken statt zu studieren. Ich mache PrĂĽfungen. Die “spannenden” der 62 Fächer, die ich absolvieren muss, habe ich schon gemacht und ich habe das GefĂĽhl, den Rest mindestens schon einmal gehört zu haben. Zwölf PrĂĽfungen bleiben mir noch und ich kann mich kaum dazu motivieren, mich fĂĽr sie anzumelden.

Ich frage mich selbst, ob es nicht besser gewesen wäre, etwas anderes zu studieren, ob ich anders hätte an die Sache herangehen sollen oder ob es nicht so schlecht aussieht, wie es sich gerade anfühlt. Die Lehre an Universitäten (in Österreich) ist kaputt, scheint es mir. Ich habe in drei verschiedenen Prüfungen exakt die gleiche Frage beantwortet. Das nennt sich dann wohl interdisziplinäres Studium. Nicht alle Kolleg_innen finden das schlecht, Wiederholung fördert manchmal den Lernprozess. Studieren sollte in meinen Augen mehr sein als sich in ein paar Tagen Powerpointfolien und ausgearbeitete Prüfungsfragen anzusehen, ein paar Kreuze zu machen und sich in die nächsten Powerpointfolien zu stürzen. (Ein gutes Lehrbuch oder Skript wäre bereits ein Genuss. Gerade lerne ich schief eingescannte Kopien eines Lehrbuches.)

Die studentischen Versuche, dies durch Diskussionen oder Mitarbeit in Gremien zu ändern sind – in meiner Erfahrung – meistens zum Scheitern verurteilt. Ressourcenmangel und interne Machtkämpfe verhindern jede Verbesserung des “Betreuungsverhältnisses”. Gute Lehre ist kein Kriterium fĂĽr die akademische Karriereleiter, so dass de facto jeder Schritt in die Richtung abgestraft wird, denn es ist ja weniger Zeit fĂĽr Forschung und Gremienarbeit vorhanden.

Es nervt und fĂĽhrt dazu, dass ich meine ungeordneten Gedanken blogge, statt zu lernen.

Lasagne und Mikroalgen: Linkdump

Bioreactor - Green algae in a fermenter.  by kaibara87 /  Some rights reserved. Licensed under a Creative Commons Attribution license

Die Lasagnen, die im Vereinigten Königreich fĂĽr Aufregung sorgten, weil sie kontaminiertes Pferdefleisch statt Rindfleisch enthielten, wurden in Luxemburg produziert. Ich wusste nicht einmal, dass in Luxemburg TiefkĂĽhlfertigprodukte fĂĽr halb Europa produziert werden, aber offensichtlich funktioniert das auch nicht so gut wie opake Konten, billiges Benzin und Satelliten. Das Fleisch stammt offenbar aus Rumänien, wo es an einen niederländischen Händler verkauft wurde, der es an einen zypriotischen Händler verkauft hat, von wo aus das Fleisch an die französische Firma kam, die in Luxemburg produziert. Bisher weiĂź noch niemand genau, wer und wann das Etikett gefälscht hat. Ich musste ĂĽber dieses Bild lachen und warte immer noch auf den “Lebensmittelskandal”, bei dem Fleisch durch etwas Pflanzliches ersetzt wurde und niemand es gemerkt hat.

Am Sonntag sind Rechtsradikale der “Wiener Identitären” in die Votivkirche eingedrungen, in denen gerade FlĂĽchtlinge des Refugee Protest Camps unterkommen. Die wunderbare progress hat ein Interview mit Andreas Peham vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands zu den HintergrĂĽnden der “Identitären”, deren luxemburgischer Ableger im braunen FB-Seiten-Sumpf interessanterweise noch fehlt.

Viele Menschen aus Luxemburg denken gerade ĂĽber Jean-Claude Juncker und seine 30 Jahre in der Regierung nach, so gewöhnlich ist das ja nicht. Die Frage, ob es eine “Generation Juncker” gibt, hat einige Blogger (leider keine Frau*!) zum nachdenken gebracht. Max präsentiert eine Zwischenbilanz. Die Geschichte um den luxemburgischen Geheimdienst SREL und die parlamentarische Untersuchungskommission ist mittlerweile so weit, dass sich Menschen fragen, ob Jean-Claude Juncker eben jene Kommission belogen hat.

pianocktail ist wieder da, was mich sehr freut.

In Chicago soll die Luft von zwei Wolkenkratzern mit Hilfe von Mikroalgen gereinigt werden. Das Konzept klingt interessant, aber ich frage mich, wie gut die Mikroalgen auf Feinstaub und andere Luftverunreinigungen, die eine vielbefahrene StraĂźe (bzw. die Kraftfahrzeuge, die darauf fahren) verursacht, reagieren. Algenbioreaktoren klingen fĂĽr mich auf jeden Fall nach einer interessanten Art und Weise der Energieproduktion, die aber sicherlich auch ihre Nachteile hat. Ich wĂĽsste z.B. gerne, ob die Algen in der Fassade im Winter eine besondere Beheizung brauchen, ob es Krankheitserreger gibt, usw. Ein weiteres spannendes Konzept, ĂĽber das vielleicht nicht so oft berichtet wird sind Osmosekraftwerke.

photo: some rights reserved by kaibara87

„D’Politik, Madame, ass kee Spill …“

De Max, de Manuel an den Thierry hunn schonn eppes zu dësem Thema gesot, ech well meng Gedanken dann och lass ginn …

Vladimir Putin in Luxembourg 24 May 2007-18

Eng vu menge éischte Kandheetserënnerungen, déi iergendeppes mat Politik ze dinn hunn ass de Radio an der Kichen, den ausgesinn huet wéi eng Miniaturjukebox a wahrscheinlech och just den RTL empfaangen huet, wou ëmmer méi dacks iwwert den Saddam Hussein geschwat ginn ass. Eisen heitege Premier, Staatsminister, deen och emol Finanzminister an „Mr. Euro“ war (wéi vill Titel huet de Mënsch eigentlech?), hunn ech net wouer geholl – säi Virgänger allerdéngs och net. Wisou grad den Numm vum „Béisen“ bei mir hänke bliwwen ass, weess ech net, mä wahrscheinlech huet et mat der Gedankewelt vun engem Dräijäregen ze dinn, wou gutt/béis Kategorië sinn, déi nach Sënn erginn.

Als EttelbrĂ©cker Kand ass den Jean-Claude Juncker heiansdo als Märchefigur opgetrueden, dĂ©i Famill war mat enger aner Figur, dĂ©i eng komesch, bal scho mythologesch Aura rondrem sech hat: den deemolege Buergermeeschter, den Édouard Juncker, war mam Premier Famill – a seng Enkelen si mat mir oder menge GeschwĂ«ster an d’Spillschoul gaangen. Een ze kennen, deen een kennt, deen e kennt – mĂ©i „lĂ«tzebuergesch“ hätt een am Fong net opwuesse kennen.

Fir grouss gĂ©int den Irakkrich 2003 demonstrĂ©ieren ze goe war ech deemools nach e bĂ«ssen ze jonk, ech hunn allerdĂ©ngs driwwer gebloggt an si mat engem Band mam Peace-Zeechen drop op der Stir ronderĂ«m gelaf. Ech duecht deemools, dat wier impressionant. Et ass gĂ©int Amerika a gĂ©int den Bush gaangen. LĂ«tzebuerg war just esou laang interessant, bis een eng Positioun zum Krich gewuer ginn ass. Wien huet dĂ©i gemaach? De Juncker selwer? Oder d’Madame Polfer, dĂ©i deemools jo Ausseministesch war? (Wat mir net esou bewosst war, als SchĂĽler. Vill mĂ©i wichteg war d’Madame Brasseur, dĂ©i stänneg komesch Reforme gemaach huet an BrĂ©iwer un d’LĂ©ierpersonal geschĂ©ckt huet, si sollten sech gefällegst un d’Unterrichtssprooch halen. Wat meeschtens genee eng Stonn laang funktionĂ©iert huet.)

Et koumen dunn Chamberwahle vum 13. Juni 2004, bei deenen ech nach net hunn dierfe mat wiele, mä ech hat d’Gefill, mech gĂ©if dat mĂ©i interessĂ©iere wĂ©i zum Beispill meng Eltren. Ech erĂ«nnere mech un de Bekannten, dee mech zum Radio ARA bruecht huet, dee gefaart huet, d’DP gĂ©if nach eng KĂ©ier an d’Regierung kommen an seng Dreem vun engem nĂ©ie LycĂ©e näischt ginn. Och hei beuertechenswert: de Juncker, d’CSV an hir Victoire gi net a Fro gestallt. Dat dĂ©i gewannen ass e Naturgesetz, politesche Spillraum bleift just beim Wiele vun engem Koalitiounspartner. E Familljemember vu mir huet um Wahlsonndeg dann och stolz erzielt, de Juncker „fir Europa“ gewielt ze hunn, well do gĂ©if hie jo vill fir eist Land maachen. Ech loossen dat mol sou stoen, mä am Endeffekt sinn ech frou, dat d’Parteien sech mĂ«ttlerweil drop gĂ«eenegt hunn, keng Doubel Kandidat_innen fir National- an Europawahlen op d’LĂ«scht ze setzen.
5 SĂ«tzer huet d’CSV deemools gewonnen. Naturgesetz? Naturgewalt. MĂ©i Setzer hat „de sĂ©chere Wee“ di leschte KĂ©ier deemools, mam Santer, 1984.

Ech ka mech erĂ«nneren, wĂ©i den Jean-Claude Juncker am Radio voller Roserei ugekĂ«nnegt huet, d’LSAP gĂ©if elo den Educatiounsministère krĂ©ien. Well si wĂ©isste jo alles besser, da kĂ©inten se et elo och besser maachen. Ech souz am Auto a sinn bei ee Noexame gefouert ginn.

2005 hat Lëtzebuerg de Virsëtz am Rot vun der EU. Et gouf am Summer eng grouss Demonstratioun dogéint, déi sech awer virun allem géint eng neoliberal, kapitalistesch Ausriichtung
vun der EU an wĂ©ineger gĂ©int de Juncker geriicht huet. 2005 war awer och d’Joer vum Referendum iwwert d’EU-Verfassung. Mat senger Drohung, bei engem Ausgang gĂ©int d’EU-Verfassung, zerĂ©ckzetrieden hunn ech de JCJ als Erpresser an ErĂ«nnerung. Wann een sech seng Aussoen iwwert den Konvent („Der Konvent ist angekĂĽndigt worden als die groĂźe Demokratie-Show. Ich habe noch keine dunklere Dunkelkammer gesehen als den Konvent“) an den Vertrag iwwerhaapt ukuckt, da freet een sech, firwat et da nĂ©ideg war, esou eng Drohung an de Raum ze stellen. Un der RealitĂ©it kann et, no den zwee negative Referenden an Frankräich an Holland, jo net geleeĂ«n hunn. Vläit wollt hien de Poste vum EU-Ausseminister fir sech, vläit hätt hien en deemools och kritt.

De Protest gĂ©int de 5611 huet mech an zwee gesplĂ©ckt, well ech d’Saach an d’Diskussioun doriwwer (dĂ©i mir – an der Ackerbauschoul! – och am Klassesall gefouert hunn) wichteg fonnt hunn, mä dĂ©i massiv Demonstratioun virun allem zum Schluss als Gaudi an „een Dag Schoulfräi“ erlieft hunn. Anerersäits ze gesinn, wĂ©i Membere vun der UNEL eng Propose fir een neit, bessert 5611-Gesetz geschriwwen hunn, dat war beandrockend. Ech hunn meng Reportage vun deemools leider net mĂ©i, mä als „Nowuesjournalist“ – wei ech mech deemools gesinn hunn – hunn ech natierlech d’Protester gĂ©int den Biltgen an den CSV-Staat dokumentĂ©iert. De Juncker huet mat sengem Sproch iwwert den „Hotel Mamma“ eng Roll gespillt, wann och keng esou eng grouss wĂ©i de Biltgen, deen deemools och op myspace seng musikalesch Referenz krut. (AllerdĂ©ngs krut dĂ©i den Jean-Claude Juncker och, an zwar vum Serge Tonnar mat „E Mann, E Wuert“, wou et, esouwäit ech weess, och Ă«m den 5611 geet.)

Dunn ass d’Kris komm, an ech hu mech dobäi erwĂ«scht, wĂ©i ech geduecht hunn, de Juncker a Konsorten, dĂ©i wäerte scho wĂ«ssen, wat se maachen. De Juncker ass Jurist, hien huet net een eenzegen Dag an der Privatwirtschaft geschafft an wouhier hien säin EcoswĂ«ssen huet, well ech haut am Fong guer net mĂ©i wĂ«ssen. Vläit huet hien och e Bofinger doheem (Ech hunn deemools just eng Zesummefaassung gelĂ©iert, mä grondsätzlech hätt ech een Bofinger).

Haut geet mir de JCJ op de Sou. Hien gĂ«tt keng kloer Ă„ntwerten, hie gĂ«tt frech Ă„ntwerten. Hien ass net Member vun der CSV, mä d’CSV sinn „dĂ©i mam Juncker“. Hien hellt sech gären aus Diskussiounen zerĂ©ck, fir da mat enger salomonescher LĂ©isung ze kommen. Ech gĂ©if hie gären eng KĂ©ier interviewen, mä ech gĂ©if wahrscheinlech immens versoen. Um Wahlowend 2009 ass hie mir extrem arrogant eriwwerkomm, virun allem wĂ©i Ă«m dem Här Hoffmann gesot huet, et gĂ©if jo leider net duergoe fir eng Koalitioun. WĂ©i ech ugefaangen hunn, dĂ«sen Artikel ze schreiwen, hunn ech mech gefrot, op den Jean-Claude Juncker riicht, wĂ©i al Leit nu mol richen, oder op hien iwwerhaapt kee Geroch huet. Een Typ, deen sech driwwer opreegt, dat d’SREL-Affaire vill Journalist_innen interessĂ©iert. Am Fong net ze verstoen, wĂ©i hien sech esou laang hale konnt.

Mä hie mĂ©cht jo vill fir eist Land. An Europa. An op der däitscher TĂ©lĂ©. Virun allem do. De Manuel huet Recht: den Jean-Claude Juncker wier e gudde Präsident. O du do uewen, kĂ©inte mir da sangen, wat een elo jo schon heiansdo maache well, esou eng komesch, mystesch Figur ass de Mann, ni richteg do an dach Ă«mmer präsent. An jo, vläit gĂ«tt et eng Generatioun zu LĂ«tzebuerg, dĂ©i haaptsächlech mam Juncker am CSV-Staat opgewuess ass, deen trotz allen Krisen an Affairen net op een Enn ze goe schĂ©ngt. Wäert si d’Kraaft hunn, iergendwann eng nei Regierung ze wielen, eng ouni Juncker?

losgelassener Luftballon

Und plötzlich ist alles weg, was an Gedanken in deinem Kopf so klar war, wie ein Traum, an den du dich noch vor zwei Sekunden glasklar erinnern konntest, wegewischt, nur noch ein unklares Bild, eine Erinnerung an eine Erinnerung an eine Erinnerung. “Man” beginnt keine Sätze mit “und”, aber mir fällt sonst kein Wort ein. Ist euch aufgefallen, dass der Autor in drei Sätzen drei mal die Erzählposition gewechselt hat? Wir nennen dieses literaterische Stilmittel “losgelassener Luftballon”.

"Urban Chaos in Mystery City"  Some rights reserved by Gilderic Photography

In Luxemburg regnete es. Fortwährend. Es gab keinen einzigen Tag, an dem es nicht regnete. Ich mag Regen, vor allem so ständiger, alles aufweichender Regen, leiser Trommelschläge an dem Dachfenster meines Jugendzimmers. Ich mag die Vorstellung, dass es in E. ständig regnet, dass Sonnentage dort überhaupt nicht vorkommen und blauer Himmel eine Photoshopfantasie der nicht gerade sehr großen örtlichen Postkartenindustrie ist. Ein grauer, trister Ort. Aber die Menschen dort geben sich leider nicht geschlagen, decken ihre neuen Häuser nicht mehr mit Schiefer sondern mit roten Ziegeln, bauen eine Fußgänger_innenzone mit rosa Steinen und bestrahlen die nicht sehr sehenswerte Kirche mit orange Licht, so dass die Lichtverschmutzung ständig auf Großstadtniveau bleibt.

Als ich Luxemburg-Stadt das letzte Mal verließ, war es noch keine Großstadt. Das ist wohl etwas, was ich meinen Enkeln, sollte ich je welche haben, was ich mir dann erst einmal erklären muss, erzählen kann. Ich habe erlebt, wie aus Luxemburg-Stadt eine Großstadt wurde. Es hat sich natürlich überhaupt nichts geändert. Ein Weinachtmarkt mit Riesenrad ist dazugekommen, an einer unmöglichen Stelle. Im Nachhinein wundere ich mich, dass es nicht zu einem patriotischen Aufschrei kam, dass jetzt ein Riesenrad mit Weihnachtsmarkt neben der goldenen Frau steht. Mir war das egal. Es regnete. Das ist banal und dennoch sehr wichtig.

Ich treffe mich mit Menschen zum Kaffee. Draußen regnet es. Es wird nur zu früh dunkel, sonst wäre das Wetter genauso wie es im Sommer war, dann hätte sich alles so angefühlt, als wäre ich nie weg gewesen. Objektiv hat sich einiges geändert. Häuser wurden fertig gebaut, Banken umbenannt, die Zahl der Einwohner_innen hat Hunderttausend überschritten. Subjektiv fühlte sich alles an wie immer. Ferien in Disneyland.

Gerne wĂĽrde ich jetzt behaupten, ich hätte ständig “Die Befindlichkeit des Landes” im Kopf gehabt, aber es fällt mir erst ein, dass es ein guter Soundtrack gewesen wäre fĂĽr diesen kurzen Besuch in einem merkwĂĽrdigen Land. Immerhin kam dort der Einfall, dass die CEDIES, der staatliche Dienst, der fĂĽr die Betreuung der luxemburgischen Studierenden zuständig ist, eigentlich kurze Factsheets zum GroĂźherzogtum an alle im Ausland studierenden Luxemburger_innen austeilen mĂĽsste, damit sie auf Partys auch mal ĂĽber etwas anderes als die jĂĽngst entstandene GroĂźstadt reden könnten. Ăśber den Regen zum Beispiel.

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BĂĽcher 2012

buecher2011
Anfang 2012 habe ich mir vorgenommen, 25 BĂĽcher zu lesen. Ich habe das tatsächlich geschafft, was mich dann doh ein bisschen erstaunt hat, denn Ende Dezember sah es eher schlecht aus und ich dachte kurz daran, ein Jugendbuch oder ein Comic auszupacken, um die Reading Challenge auf goodreads dann doch noch zu schaffen. Es war nicht nötig, denn das letzte Buch 2012 habe ich geradezu verschlungen, um die klischeehafteste Umschreibung fĂĽr “Lesen” zu benutzen, die mir einfällt. Drei Comics sind unter den BĂĽchern, aber ich finde, dass die auch zählen. FĂĽr 2013 habe ich mir 27 BĂĽcher vorgenommen; das Wachstumscredo unserer Gesellschaft ist vielleicht das gefährlichste Prinzip, nach dem eine Gesellschaft funktionieren kann, aber gerade was BĂĽcher angeht will ich mir Ziele setzen und nach mehr streben.

Es folgt eine Auflistung und Besprechung der BĂĽcher, die ich 2012 gelesen habe: Weiterlesen