Archive for August, 2008

Kommende Lesungen

Friday, August 8th, 2008

Folgende Daten vormerken:

13. September 2008: Les jeunes mélancoliques, aale Kino, Vianden – 15:30
10. Dezember 2008: “an iwwerhaapt, mir hu Kulturjoer, d’Leit solle méi Drogen friessen” – Angscht a Schrecken zu Lëtzebuerg, Exit07 (CarréRotondes), Hollerich, Luxemburg – 21h
17. Dezember 2008: Les jeunes mélancoliques Exit07 (CarréRotondes), Hollerich, Luxemburg – 21h

Weitere Informationen wird es in den kommenden Tagen geben, aber ihr könnt euch die Daten ja schon mal rot im Kalender anstreichen und eure eventuell gebuchten Ferien stornieren bzw. Tickets für eine Reise nach Luxemburg einstreichen.

Olympiade vorbei.

Friday, August 8th, 2008

Ich freue mich schon auf die nächste!

Überwachung in Luxemburg

Friday, August 8th, 2008

Ich bin normalerweise nicht unbedingt ein Freund von Parteien, was aber auch an dem Wahlsystem liegt, das mir nicht sonderlich gefällt und weil ich oft das Gefühl habe, Machtsterben in Parteien dominiert. Oft bin ich aber von Jugendparteien sehr positiv überrascht. Und so auch dieses Mal von den jungen Grünen Luxemburgs, die eine sehr interessante und sehenswerte Analyse von Überwachungsgesetzen in Luxemburg online gestellt haben. Einbinden des Videos geht leider nicht, sonst hätte ich es hier reingestellt.

Das Video hat mich noch wütender auf CSV und LSAP (Wer, wer, wer hat uns verraten?) gemacht. Und die Grünen sind mir jetzt wieder symphatischer.

And all that could have been

Wednesday, August 6th, 2008

Du sitzt im Zug (mal wieder!) und denkst, dass du wieder etwas schreiben möchtest. Anderseits überwiegt das Gefühl, sich nicht mit der momentanen Situation beschäftigen zu wollen.

Dein Spiegelbild im Fenster wirkt fremd, eine andere Person, die du merkwürdigerweise auch bist. Eigentlich hattest du ein Hörspiel hören wollen, um nicht denken zu müssen und von einer menschlichen Stimme getröstet zu werden. Und dann: iPod auf shuffle, Entdeckungsreise durch die Musikgeschichte.

Bedeutet ein Frisurenwechsel irgendetwas? Vielleicht repräsentiert ein kahler Kopf auch die Leere in dir, unbewusst, unterbewusst, gewusst?
Wobei »leer« vielleicht auch nicht das richtige Wort ist.

Es ist einfach das Gefühl, das da etwas fehlt, die Sophia, die Muse, ein mythologischer Nordpol, zu dem du dich drehen kannst, während du deine atheistischen Gebete sprichst.
Als ob das erstrebenswert wäre. In Wahrheit sind doch da ganz andere Dinge, die sich viel mehr gewünscht werden. Oder? Eigentlich weißt du das selbst nicht so genau. Alles sind lose Enden und Puzzlestücke und Scherben und Blut und Gedärme.

Ich möchte mein Universum wieder aufbauen und lustige, einfache Sci-Fi schreiben, aber ich kann das nicht, weil weil weil…
(Notiz an mich selbst: Zar enthaupten. Vielleicht auch Mond und Sterne.)

Das foucaultsche Pendel im Conservatoire des Arts et Metiers in Paris

Du hast das Pendel gesehen und bist davor zurück geschreckt. Alles, was bleibt, sind grobkörnige Fotos und die Gewissheit, dort gewesen zu sein, es gesehen und gespürt zu haben.

Vielleicht ist das auch der Grund. Nachdem du die allerheiligste Reliquie deiner Mythologie gesehen hast, bleibt da nichts mehr. Es sei denn, du könntest die Welt im Innern eines gigantischen Kampfroboters retten.

Das Gefühl der Ungewissheit ist der Gewissheit des Ungefühlten gewichen. Einsame Autofahrten durch dunkle Wälder, wütend-traurige Gespräche über Sinn und Zweck und Schmerz und Narben und die Dinge, die hätten sein können.

Immer, immer wieder dieses Bild der Wegkreuzung irgendwo am Waldesrand in M., die stellvertretend dafür steht, dass man immer nur einen Weg gehen kann und dir Geschichten, die hätten sein können, Bände in unsichtbaren Universitäten füllen und jedes Mal ein Paralleluniversum bevölkern.

Alle Bibliotheken sind voll mit Büchern, die du nie lesen können wirst, voll mit Geschichten, die dein Herz nie berühren, deine Inspiration nie nähren werden.
Und dennoch möchtest du nur noch welche schreibe, um ein weiteres Regal zu füllen.

Lichter funkeln in der Dunkelheit. Tote Sterne oder weit entfernte Städte? Vielleicht letzten Endes das Gleiche: Orte, die du nie besuchen wirst.

Und dennoch geht die aussichtslose Reise zum Fixpunkt des Lebens weiter.

[0808042250]

Podcast: Angscht a Schrecken an engem Fraizaitpark no bei Freiburg

Tuesday, August 5th, 2008

Ich war in einem Freizeitpark. An einem Samstag. Während den Ferien. Ich bin nicht mit einem Helikopter dort gelandet. Ich habe die Maskottchen im Verdacht, Furrs zu sein. Muss ich mehr sagen?

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MP3-Download Angscht a Schrecken an engem Fraizaitpark no bei Freiburg

Die Musik stammt von Revolution Void und steht unter einer cc-Lizenz.

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The next Mandy

Sunday, August 3rd, 2008

Eigentlich ist sie mittlerweile eine historische Figur geworden, eine Annekdote, wie so vieles in Luxemburg, das halt immer nur fast groß und wichtig war. Die Rede ist von Mandy, dem Mädchen, das letztes Jahr auf Pro7 Topmodel werden wollte. Kurz danach hatte Luxemburg das Mandyfieber, und sie war nicht nur der Star auf Laufstegen von Einkaufzentrumsmodeschauen, sondern posierte auch für eine Austellung der luxemburgischen Pfadfinder. Da das Land klein ist und Mandy das Nachtleben offenbar liebte, hatte wahrscheinlich jeder schon mal das zweifelhafte Vergnügen, der Gestalt zu begegnen. Ich hätte jetzt sehr viel böser schreiben können, aber eigentlich sollte diese Einführung auf das Thema des eigentlichen Artikels hinaus: Luxemburg sucht jetzt eine Miss Luxembourg. Ich weiß nicht, ob es das schon vorher gegeben hat, ich habe nur von der Miss Portugal Luxembourg und ähnlichen eher subkulturellen Phänomenen gehört. Der Seite nach gab es seit 12 Jahren keine Miss Luxembourg mehr.

Und die Kriterien sind hart und zeugen von einer Borniertheit, die ich bis jetzt so noch nicht mitgekriegt hatte. Man muss, um überhaupt antreten zu dürfen, Luxemburgerin sein, weiblich sein, “nahe an seiner Kultur” sein (Was auch immer das heißt, vermutlich muss man die Nationalhymne singen können?), einen Sinn für Ethik haben, akkzeptieren, sich in einer humanitären oder sozialen Sache zu engagieren (“Ich wünsche mir den Weltfrieden…” ?).
Und dann darf man weder verheiratet sein, ein Kind haben, irgendwelche Straftaten begangen haben, nicht für Nacktfotos oder Pornos vor der Kamera posiert haben. Und man darf weder über Piercings noch über Tattos verfügen.

Ich finde es lächerlich, bigott und heuchlerisch und diskriminierend. Schönheit bedeutet also, in jedem Sinne makellos zu sein, damit jeder noch so Konservative sich an der Schönheit der “Botschaftlerin ihres Landes” (sic!) erfreuen kann? Schönheit bedeutet also, sich an Konventionen zu halten, die noch nicht einmal mehr gesellschaftlicher Konsens sind?

Erschreckend, was für ein Weltbild gegenüber Frauen da an den Tag gelegt wird. Und noch viel erschreckender, wieviele berreit sind, sowas zu unterstützen, unter anderem zwei “christliche” Medien (hat jemand “heuchlerisch” gesagt?) und das Rote Kreuz (sic!), was ich absolut nicht verstehen kann.