Archive for May, 2008

Rebell?

Tuesday, May 13th, 2008

[0805081305CET-6, Biosphère. Montréal, Québec, Kanada]
Dass du aber auch immer den Rebellen spielen musst! Eben noch hast du alle Jugendparlamente, -konvente,-komitees als reine Politik- und Demokratieshows verurteilt, und dann nickst du nur, wenn sie dich in ein Hemd stecken wollten. Passt das zusammen? Wolf im Schafspelz? Schaf mit Dreadlocks?

Die Biosphère in Montréal

Erster Tag in Montréal

Tuesday, May 13th, 2008

[0805061816CET-6, Hotel Lord Beri, Montréal, Québec, Kanada]
Alors, Monsieur le Vice-Président, wie gefällt es ihnen in Montréal?
Ich hatte mich auf den Deal eingelassen, mich um 20 vor Sieben mit einer meiner Gastgeberinnen in Valleyfield, Christina, auf dem Hotelflur zu treffen. Sie sah ein wenig aus wie ein Paris Hilton-Lookalike, war aber eigentlich ganz nett. Nachdem ich ihre Mutter und Wohnung gesehen hatte, war mir einiges klar geworden, auch ich nicht alle Zusammenhänge kannte. Nun war es aber gerade mal Fünf, und ich beschloss, die Stadt unsicher zu machen. Das Hotel lag im Quartier latin, was eine seltsame Mischung aus Downtown-Hochhäusern, Kebap-Buden, Krimskramsgeschäften und thailändischen Nuddelsuppenrestaurants war. Und dennoch relativ schick wirkte.

Quartier latin in Montréal

In mir erwachte ein zu tiefst luxemburgischer Trieb: Ich wollte ein Bier. Ich bin nicht der große Biertrinker, ich bin eher ein Fan von Gin-Tonic, Rum, Whiskey, zum Mixen auch gerne Wodka.
Aber heute wollte ich ein Bier. Ich hatte lange keins mehr gehabt und es dürstete mir einfach danach. Aber ich streifte nur libanesische Restaurants, in denen Schilder mit fehlenden Umlauten hingen. Nebenan thailändische Restaurants, die irgendwelche merkwürdigen Suppen verkauften, deren Namen ich noch nie gehört hatte. Auf den Straßen sassen überall Punks, die sehr viel schwärzer und dunkler angezogen waren als in Luxemburg.
Wahrscheinlich gefährliche HC-Leute, denen ich entgegen meiner Gewohnheiten wohl lieber nicht zulächeln sollte.

Vielleicht kann mein Durst nach Bier, den ich im Übrigens nicht stillen konnte, da ich keine Bar fand, die entweder nicht furchtbar teuer wirkte oder seltsam leer war, deshalb, weil ich mir einige Stunden zuvor neue Schuhe gekauft hatte, von denen ich nicht nicht sicher wusste, ob sie mir gefielen. Ich hatte 140 kanadische Gummidollar dafür bezahlt, was je nach Wechselkurs 80-100 harte Euro waren. Das war ziemlich teuer für Schuhe, die ein wenig drückten und von denen ich nicht wusste, was ich von ihnen halten sollte. Anderseits wäre ich auch bereit gewesen, 70 € für Allstars auszugeben, was Stoffschuhe im Wert von höchstens fünf kanadischen Gummidollar waren.

Fires neue Schuhe in Montréal

Ich wollte mich als Journalist vorstellen, sagen, ich würde für die international an- und bekannte europäische Gonzo Times schreiben. »Comment, vous ne connaissez pas les GONZO TIMES? Mais je suis comme même pas en Etats-Unis ici! «
Aber es wird wohl das beste sein, sich mit Deo einzusprühen und den Vice-Président zu spielen.

Irgendwo über den britischen Inseln oder dem Atlanik

Tuesday, May 6th, 2008

[080504~1000CET]
Nun bin ich also an Bord dieser fliegenden Sardinenbüchse, die sie A310-100 PAX nennen. Sie zeigen einen Film mit Jack Nicholson, aber ich habe nicht wirklich Lust, mir so etwas anzusehen - ausserdem war ich zu geizig, mir Kopfhörer zu kaufen. Wenn ich aus dem Fenster sehe, sehe ich eine endlose Fläche aus Wolken, weiß wie Zuckerwatte.
Darüber ein blauer Himmel, der nach oben hin immer dunkler wird. Man kennt das, von den ersten Bildern, die auf Urlaubsfotostrecken auftauchen. Meer, Wolken, ein Flügel, Strahltriebwerke, darüber blauer Himmel. Allenthaben kreuzen wir andere Flugzeuge, die wie Pfeile an uns vorbeischiessen. Die Sicherheitsanweisungen, leider ohne Stewardessenballet waren so dämlich und realitätsfern wie gewohnt. Und trotzdem ist Fliegen eine angenehme Art des Reisens, man wird sehr freundlich behandelt und fast schon verwöhnt. Wahrscheinlich als Entschädigung dafür, dass man mir rund 100 Anderen, auf engstem Raum, der japanische Kapselhotels wie Paläste aussehen lässt, den Atlantik überquert und als einzige Unterhaltungsmöglichkeit Komödien mit Jack Nicholson angeboten bekommt. Und mein iPod ist in Amerika, im Krankenhaus, wo er wahrscheinlich im Schweiß und in der Tränenflüssigkeit von Steve Jobs gebadet wird, um dann auf wundersame Art und Weise wieder zu funktionieren, und damit sind meine persönlichen Unterhaltungsmöglichkeiten auf dieses Heft und drei Bücher von zwei amerikanischen Drogenverrückten begrenzt. Aber was erwarte ich?

Man karrt mich mit dem billigsten Charterflug nach Montréal, weil ich eine nette Mail geschrieben habe, in der groß VICE-PRESIDENT OF THE YOUTH RHINE PARLIMENT stand. Alors, Monsieur le Vice-President, der Tripp ist im vollen Gange. Lehnen Sie sich zurück, geniessen Sie es und nehmen Sie alles, was sie zwischen ihren gierigen, fettigen Wichsgriffel kriegen können!

TGV, kurz nach Metz

Tuesday, May 6th, 2008

Das merkwürdige an so einer Reise, wie ich sie im Begriff bin, anzutreten, angetreten habe, ist, dass man ständig dabei ist, sich vorzustellen, wie alles werden wird, dass man das Reisen an sich quasi vergisst, und durch den nach Vorwärts gerichteten Blick das Erleben der Reise nicht immer bewusst wahrnimmt. Ein gigantischer, unglaublich schneller Metawurm, ein Silberpfeil auf Schienen, befördert mich übers Land in die französische Hauptstadt, in der ich die Nacht verbringen werde und von der aus morgen mein Flugzeug abhebt. Und schon wieder vergesse ich das jetzt, habe den Blick starr nach vorne gerichtet. Am Flussufer stehen Wohnwagen und kleine Hütten im Gebüsch. Es ist schwierig, sich auf so eine vermeintliche “Oase” zu konzentrieren, die jetzt schon mehere Kilometer weit weg ist, wenn der Geist schon fast über dem Atlanik ist. Der Zug beschleunigt. Hochgeschwindigkeit. Ich sitzte im Bauch des Metawurms, der mich dem Pendel immer näher bringt.

Klein-Fire im Quebec, Teil 2

Monday, May 5th, 2008

Es ist sehr merkwürdig, hier zu sitzten, auf die Uhr zu sehen und zu merken, dass es drüben in good old europe schon halb 6 ist. Hier isses halb 12. Heute abend gehts zurück nach Montreal, wo sich mein Host-Mädchen Studentenwohnungen ansieht. Bin ich ja mal gespannt. Die Leute sind hier alle sehr sehr freundlich, was man als Europäer ja nicht unbedingt gewohnt ist, oder nicht in dem Maße. Oder ich bin es einfach nur nicht gewohnt. Gestern “Abend” (für mich hat es sich angefühlt wie tiefste Nacht, aber es war wohl nur so 18, 19 Uhr.) bin ich mit der Mutter meines Hosts-Mädchen rumgefahren und mir den nahegelegenen See und den Kanal angesehen. Valleyfield liegt sehr nahe an der Grenze yu Ontario und auch zu den USA. Ob ich letzteren noch näher kommen will, weiß ich nicht unbedingt.

Hat Fire eine Art Kulturschock? Ein wenig, aber dann auch wieder nicht. Das meiste, was anders ist, sind irgendwelche Kleinigkeit, bzw. einfach der Fakt, dass alles ca. eine Million Mal größer ist, als ich es gewohnt bin. Ich freue mich auf morgen Abend, wo es dann endgültig nach Montreal geht und das offizielle Programm beginnt. Es geht um Wasser, und wahrscheinlich viel um den Sankt-Lorenz-Strom, der für meine Begriffe ziemlich groß war, für die Kanadier anscheinend aber noch relativ klein ist.

Klein-Fire im Quebec

Sunday, May 4th, 2008

Ich sitzte momentan in einer Schule in Valleyfield in Quebec. Ich habe gestern im Zug und im heute im Flugzeug ein wenig geschrieben, habe das Heft aber jetzt gerade nicht dabei, es wäre wahrscheinlich auch ein wenig viel, das jetzt alles abzutippen. In Kanada fährt man auf der richtigen Straßenseite, benutzt das metrische System und hat nicht annähernd so verrückte Tastaturen wie in Frankreich. Ausserdem kauft man Zigaretten in großen Mengen in kleinen Wohnwagenläden, die von Indiandern betrieben werden, welche dort angeblich Schmuggelgut verkaufen.
Anonsten sieht Quebec aus wie ein französisches Amerika, bzw. umgedreht, was es irgendwie ja auch ist. Und die Menschen sprechen eine sehr merkwürdige Sprache, welche sie irrtümlicherweise als Französisch bezeichnen. Ich denke, es ist irgendein abstrubser englischer Dialekt mit französischer Grammatik.
Der Flug war harmlos, ich wurde erstaunlicherweise nicht vom Sicherheitspersonal einer Leibesvisitation unterzogen und musste nur kurz 5 Minuten mit einer netten Zollbeamtin reden.
Und jetzt bin ich in Valleyfield, was irgendwo zwischen Stadt und Provinznest rumtingelt, soweit ich das bis jetzt beurteilen kann.

Kanada

Saturday, May 3rd, 2008

Ich werde für eine Woche in Kanada sein. Die Reise geht heute zuerst nach Paris, von da aus fliege ich morgen nach Montréal. Weil ich nicht weiß, ob ich immer bloggen kann, wird es vorausichtlich erstmal Updates per twitter geben. Ich bin nicht per twitter zu erreichen, jedoch per Mobilfunk. Wenn ich die Gelegenheit habe, werde ich auch bloggen. Ansonsten wünsche ich eine angenehme Woche!

Edit: Hier nun meine gesamten Tweets von der Kanada-Woche. Und damit verschwindet dieser Post auch wieder unter die vier, die ich während meiner Reise gebloggt habe, damit die Chronologie irgendwie eingehalten wird.

Bin endlich zu Hause. about 16 hours ago from web

Muss 30 min auf anschluss warten. Im tgv gedöst. 26 stunden ohne längern schlaf. In paris radgefahren. Hier merkwürdige itl. Gratiszeitung … about 18 hours ago from txt

Hat @blogeescht mich wieder geknipst? Habe bis niemanden gesehen, aber der tarnt sich vielleicht? #paranoia about 18 hours ago from txt

Der TGV ist gerade dabei, auf Hochgeschwindigkeit zu beschleunigen, falls wer Fotos machen will. about 20 hours ago from txt

Da endlich sah ich das Pendel… 11:59 AM May 11, 2008 from txt

Oh gott, ich werde echt das Pendel sehen. Bin im musée des arts et metiers 10:59 AM May 11, 2008 from txt

Eben in Paris gelandet. Und wieder stehen alle im Gang und warten. Sitzenbleiben geht anscheinend nicht. -_- 08:24 AM May 11, 2008 from txt

Oh, Flughafeninternetpanel ist scheisse. Aber so konnte ich meine Mails mal checken. In einer halben Stunde Boarden. Paris, ich komme! 12:12 AM May 11, 2008 from web

Oh Gott! Flug hat anscheinend 2 Stunden Verspätung. Na gut dass mein Zug erst am Nachmittag fährt. Und hier ist nicht mal ein Starbucks! 10:28 PM May 10, 2008 from txt

Bin am Flughafen und schreibe. Will mir morgen in Paris das Pendel ansehen… 08:53 PM May 10, 2008 from txt

Guten Morgen, Bloedsinnsstrom! Konnte doch noch schlafen. Bin mal gespannt, wie fruehstuecken hier in der Hippieherberge funktioniert. 03:10 PM May 10, 2008 from web

Hier ist es uebrigens erst Fuenf, fuer die, die sich wundern. 11:12 AM May 10, 2008 from web

Schlafe, bzw. eben gerade nicht in einem Hippiehotel mittenin vieux Montreal. Sehr klasse. Bis auf meine Schlaflosigkeit. 11:09 AM May 10, 2008 from web

Angekommen in Quebec in einer Bauernhausstil-Herbege. Scheint aber bis auf Flachbildschirm mit Eishockey im Resto in Ordung zu sein. 01:59 AM May 09, 2008 from txt

Schon komisch, dass ich in Montréal weniger Netzzeit habe als vorhin. Bin auf dem Weg nach Quebec. In einem gelben Bus. 09:21 PM May 08, 2008 from txt

Eben Reisetexte gebloggt. In halber Stunde Stadtrundgang in Valleyfield, danach Abfahrt nach Montréal. 05:06 PM May 06, 2008 from web

Habe bisher übrigens keine Waschbären gesehen. Nur ein Grauhörnchen und merkwürdige Vögel 08:45 PM May 05, 2008 from web

@blogeescht Ich mag Waschbären auch. Aber das geniale an dem Waschbärenwitz ist ja, dass es auch welche am Stausee gibt. 08:36 PM May 05, 2008 from web in reply to blogeescht

Ich bin übrigens deswegen im Quebec: http://tinyurl.com/49ptcy Hey, was habt ihr erwartet? Dass ich Waschbären schmuggele? 04:24 PM May 05, 2008 from web

Blog-Updates werden jetzt immer unter dem twitter-post stehen, wegen Aktualität und so. Ich hoffe, das verwirrt nicht zu sehr. 08:37 PM May 04, 2008 from web

Werde jetzt mal kury bloggen. So Statusupdatemäßig, haha. 08:13 PM May 04, 2008 from web

Ich bin echt in Kanada. Die Leute sprechen eine merkwürdige Sprache, die sie Französisch nennen. Sind abgesehen von diesem Irrglauben se … … 07:08 PM May 04, 2008 from txt

Eben gelandet. Die angekündigten Turbulenzen waren langweilig. Und der passagierbrückenführer hat sich verspätet. Wetter: kalt&Regen 04:30 PM May 04, 2008 from txt

Das ist das erste Mal, das ich mich freue, relativ klein zu sein. Das hier ist die reinste Sardinenbüchse. Aber solange sie Transatlanti … … 09:07 AM May 04, 2008 from txt

Die Sicherheitsfuzis halten einen für Deppen, die Polizei war seufzend-freundlich. Es geht alles erstaunlich glatt. 07:19 AM May 04, 2008 from txt

Am Flughafen. Habe eingecheckt und werde in einer Stunde boarden können. Hier gibt es keinen Starbucks, nur einen Haufen Syphilliskranker. 07:01 AM May 04, 2008 from txt

Guten Morgen, blödsinnsstrom. Wieder Metro, diesmal Richtung Gare du Nord (über die seine), dann zum Flughafen. Zumindest nicht verschlafen … 05:34 AM May 04, 2008 from txt

Schlafen, dann fliegen. Wir sehen uns morgen, KANADA. Und ich hasse frz. azerty-tastaturen. 11:14 PM May 03, 2008 from web

Die Webseite des Pariser Transportsystems macht mich kirre. Ich glaub, ich werde so fahren, wie meine Gastgeberin gesagt hat. 11:06 PM May 03, 2008 from web

Bin gerade in Paris, auf mir liegt ein Macbook und ich werde um 5 aufstehen muessen. Ich will den Flug nicht verpassen, oh Gott, nein. 10:52 PM May 03, 2008 from web

@blogeescht Sowas macht mir Angst, irgendwie. Habe in Paris uebrigens sofort Unterkunft und Internet bekommen. 10:42 PM May 03, 2008 from web in reply to blogeescht

In Paris angekommen, sitze in der panaroiden Dunkelheit des metro, der mindestens so schnell rast wie der tgv. 09:41 PM May 03, 2008 from txt

Sitze 2 minuten im TGV und schon fragt man mich Sachen. Sehe ich etwa wie ein TGV-spezialist aus? Ansonsten ist hier alles sehr hip, beq … … 06:59 PM May 03, 2008 from txt

Eben gebloggt, dass ich über meine Kanadareise twittern werde. Verlasse bald das Haus. 05:37 PM May 03, 2008 from web

A-ah-aah-Aufgeregt. Ich meine, TVG! Flugzeug! Kanada! Elche! Waschbären! 05:30 PM May 03, 2008 from web