Archive for March, 2008

Podcast: Angscht a Schrecken op der Präsenatioun vum néien Logo vum Radio ARA

Monday, March 3rd, 2008

Es gibt Dinge, über die spricht man nicht gerne. Ob das jetzt verlorene Abstimmungen, geheime Privatpornos, die trotzdem irgendwie im Internet oder verlorene Schuhe sind. Bei mir ist das das neue Logo meines Senders. Und trotzdem, da mir von einem Mann, der nicht nur eine fabelhafte Sendung macht, sondern auch mit einer gigantischen Bohrmaschine Löcher in die Mauern bohrt und auf unbelegten Telefonleitungen Radio hört, geraten wurde, das Logo in einer Folge A&S zu verwursten, habe ich dies getan. Ganz ohne böse Absichten.


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Die Musik stammt von Revolution Void und steht unter einer cc-Lizenz.

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Badezimmer

Sunday, March 2nd, 2008

Das Badezimmer ist viel zu hell jetzt. Früher waren die Fliesen rosa und das warme, aber schwache Licht über dem Spiegel ließ einem das eigene Spiegelbild wie ein Polaroidfoto erscheinen, wie weich gezeichnet.
Es ist warm, als du herein kommst, einen großen Krug Tee in der Hand, obwohl du sie erst vor wenigen Minuten eingeschaltet hast. Du fragst dich kurz, wieso das Badezimmer so schnell heiß wird, während die Heizung in deinem Zimmer nur blubbert, das Zimmer aber ewig kalt bleibt.

Die Gedanken wirbeln wild durcheinander. Unerfülltes Sexualleben prallt gegen wiedergefundene Gedichte. Du liegst im Bett und wünschst dir, sie würde neben dir liegen, obwohl dort überhaupt kein Platz ist. Merkwürdige Flugblätter über vermisste Hunde. All deine Wünsche bedeuten nichts, denn du wünschst sie nicht wirklich. »Es ist einfach nur langweilig.«, meint sie und du weißt nicht, was du sagen sollst. Dazwischen die Flucht vor den eigenen Eltern, wie aus einem dieser Drogenbücher, die man in der Schule lesen musste. Unwirklich, ihre Stimme am Telefon. Du wolltest vorlesen. Die Sterne verschwinden im Regen, der alles verschluckt. Jetzt ist der Winter schon wieder fast vorbei. Sie spielt mit dem Gedanken, dir Texte zu zeigen. Das ist fast so gut wie Sex. Mit Zwanzig hat niemand mehr Illusionen. Du weißt noch, dass du geträumt hast, aber die einzige Erinnerung ist eine karamellfarbene Pampe, die wie aus einem Fleischwolf gepresst durch deinen Kopf zieht. Ein verwischtes Bild, auf in Großbuchstaben mit eben dieser Pampe »SEX« geschrieben steht. Alles unklar. Vielleicht ging es auch nur um Geld. Der Frühling, der Sommer, er wirkt bedrohlich. Unfälle auf den Vogelfelsen irgendwo am Mittelmeer. Wie lange kannst du dir das alles noch anhören?

Der Spiegel wirkt wie ein scharfes Messer, das die unbarmherzige, haarige Realität hervorzeigt. Vielleicht sehen alle anderen durch deine Kleider hindurch, erkennen das Monster, das sich darunter verbirgt, und das ist der wahre Grund. Das wäre nett, immerhin kannst du wenig dafür und bist dennoch Schuld. Das warme Badewasser lässt dich alles vergessen. Ein Krug voller Tee und ein Buch mit melancholischen Kurzgeschichten.
Dies ist der Himmel. Für kurze Zeit.

Politik ist kein Spiel

Sunday, March 2nd, 2008

Ich hab heute auf dem Klo ein Regionalblatt der christlich (a)sozialen Volkspartei (haha!) gelesen. Ich habe keine Ahnung, wie das in unseren Haushalt gelangt ist, aber es ist nun mal passiert. Da standen dann einige wenige Informationen über all das Gute, das die Partei in den letzten 50 Jahren hier im Ort getan hat und viel Geblubber über nationale Politik, das wohl in jeder Ausgabe auftaucht. Auch praktisch. Man erweckt den Anschein von regional und spricht dann über die Kampfabstimmung über die Euthanasiefrage. Der Schmerz über dieses verlorene Votum muss sehr tief sitzen. Vor allem, da es zeigt, dass das Land auch sehr wohl ohne CSV regiert werden kann. Aber darum ging mir nicht.

Ich saß also auf dem Klo und lass in diesem Käseblatt. Da gab es dann einen Artikel über die Jugendpartei, gewinne einen iPod und chatte mit Parteimitgliedern. Gleich neben einem Veranstaltungshinweis für ein Seminar der CSV-Senioren. Und dieser Artikel begann mit den Worten »Politik ist kein Spiel…«
Ich hörte sofort auf zu lesen. In meinem Kopf ging das hier los und ich konnte mich nicht mehr konzentrieren. D’Politik, Madame, ass kee Spill!

Zugunglück

Saturday, March 1st, 2008

[0802192011] Schwarze Materie verschlingt mich. Was für ein Alptraum.
Der Zug, in dem du sitzt, bleibt auf dem Abstellgleis stehen und bewegt sich nicht mehr.
Mit einem Male fällt dir auf, wie unrasiert du bist. Aber so lange es nicht kratzt, ist alles in Ordnung. Oder es stört dich dann auf jeden Fall nicht.
Netwon schlägt mit all seinen Gesetzen gleichzeitig auf dich ein, was dir das Bewusstsein einimpft, dass Physik ein schwieriger Begleiter für Texte ist. Immer und immer wieder Fahrten durch das Dunkle. Als bestünde das Leben nur aus einem schwarzen Rohr, durch das du ständig hindurch fährst, hin und zurück, hin und zurück, immer wieder. Der Nachtzug als Ersatz für die U-Bahn. Urbanes Leben in der Einöde.
Nachrichten fliegen ratternd durch den Äther, knistern in den Ampliflikatoren und Transistoren unterwegs, während du nur Sender/Empfänger bist. Kommunikation ist niemals selbst reisen. Still beneidest du die elektromagnetischen Wellen für ihre Reisefreiheit.