Archive for January, 2008

Monday, January 7th, 2008

tja..dann erst mal danke für die überaus hilfreichen comments der absatz- und interpunktionsgenies…trotz eines derart hohen wissensstandes, möchte ich die herren trotzdem darauf hinweisen, dass es schon menschen vor der ungehobelten gastbloggerin gegeben hat, die sich beider utensilien nicht bedient haben.. stream of consciousness nannte sich diese richtung…wohl eine ansammlung von leuten wie mir, die es das ein oder andere mal wagten die regeln nicht zu beachten und einfach loszulegen…

mea culpa…werde mich dann wohl doch auf die ästhetik des textes konzentriern müssen..

dass ich nicht lache…

jetzt hab ich bei all diesem irrelevanten zeug auch noch die absolut überflüssige diskussion mit nem menschen,der mir eigentlich schon was wert sein müsste,verdrängen können. wie kann man sich so schnell verliern…das gefühl von familiärer zusammengehörigkeit existierte nie wirklich und trotzdem wundert es mich irgendwie, dass ich mir noch immer ungewollt fragen stelle…fakten…diese art von verbundenheit war nie vorhanden. es tut nur manchmal weh mitzubekommen, dass man weniger als ein geduldeter gast aber dann zeitweise auch wieder mehr ist..fast zuviel…die mutter die ihr kind so sehr liebt, dass sie nie aktzeptieren können wird, dass es zu früh verschwand…doch dieses thema..diese liebe verdrängt man nur all zu oft…auch den weg den die eigenen eltern beschritten haben lernte man kennen, man verkraftete ihn nur nicht…auf der einen seite befreien solche informationen von der illusioun die eigenen eltern seien unantastbar, doch auf der anderen seite macht mir ihre verletzbarkeit die, wie sich herausstellte,überaus grösser ist, als ich es je einzuschätzen gewagt hätte, angst. ( ja wenn man den satz jetzt noch mal lies, ergibt er einen sinn und der syntax ist korrekt..)

hass-liebe passt in diesem kontext schon ziemlich gut und doch fühlt es sich immer wieder für einige minuten so an, als würde ich ersticken, wenn sie von ihrer –>verpflichtung für mich da zu sein sprechen…

in diesen momenten bricht die nacht manchmal unverhofft und zu früh über meinen spaziergang herein…und dann diese blockade, die einfach auf der tatsache basiert, dass gar keine verbindung mehr besteht und doch soviele vorwürfe im raum stehen,was diese stärke anbelangt

..ja..genau die person die sich wünschte, es würde ihr manchmal jemand folgen oder sie zumindest von weitem beobachten,wenn sie ihren weg geht, darf mit keiner hilfe rechnen,da sie anscheinend zu stark ist..wie kann jemand solch eine eigenschaft gegen einen verwenden? geduldet: ja, mit respekt darf man trotzdem nicht rechnen…

es fühlt sich sehr komisch dies hier niederzuschreiben, da man sich schämt hier rumzujammern, und trotzdem gibt es so viele andere menschen die auf diesem niveau auch versagen und es nie verkraften werden..ich werde jedoch versuchen in gemässigten abständen nach hinten zu blicken,tief luft holen, und trotzdem weitergehn…

Podcast: Angscht a Schrecken um eischten Daag am Joer

Sunday, January 6th, 2008

Nach anfänglichen Themensuchschwierigkeiten musste ich mir eingestehen, dass die Neujahrsnacht doch noch einmal ein Thema werden müsste. Und obwohl die ein ruhiger Abend werden sollte, befand ich mich irgendwann mitten in einer Stadt voller Angst und Schrecken…


MP3-Direktdownload Podcast: Angscht a Schrecken um eischten Daag am Joer

Die Musik stammt von Revolution Void und steht unter einer cc-Lizenz.

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eigentlich fängt der spaziergang gerade erst an…

Sunday, January 6th, 2008

wie sich herausstellte habe ich wohl doch etwas abstraktere kompetenzen was die welt der literatur anbelangt..bei diesem satz handelt es sich um einen euphemismus, ein ergebnis unbeholfner auto-manipulation…eigentlich möchte ich mich hier nur ansatzweise eloquent auskotzen..soviel zu meinem schreiberischen talent..schon komisch.. dass man sich die frage stellt ob freundschaft wirklich daraus besteht einem freund einen platz in der virtuellen welt zu schaffen damit jener sich einbilden kann er sei nicht allein.in diesem fall würde ich diese frage mit ja beantworten.einen grossen dank an joel..bin derzeit in einem zustand der teilweise aus professionnellem krampf und einer mir zeitweise unerklärlichen offenheit besteht..liebe deinen nächsten so wie dich selbst..sticht eine gewisse wahrheit dahinter? ich bringe es nicht fertig meine gedanken in einem heft festzuhalten da es mir so sinnlos scheint es nur für mich selbst zu schreiben und doch bin ich in keinsterweise davon überzeugt dass die welt auf meine literarischer ergüsse gewartet hat. eigentlich hab ich nur angst mit mir allein zu sein…wie so oft geht es nicht um die physische präsenz eines zweiten sondern darum zu wissen dass..ja…spaziergang…ein wort das nicht gerade wie massageöl langsam einen wunderschönen weiblichen oberkörper entlangt rinnt..es illustriert trotzallem meiner bildlichen vorstellung des lebens..es handelt sich hierbei auch nicht um das typische gassi ( hätte jemand die güte mir zu verraten wo solche ekelhaften wörter herstammen?) gehn mit dem kleinen kläffer..es geht mir um diesen prozess der kontinuierlichen beobachtung während der fortbewegung. es gibt momente in denen man sich niederlassen sollte..augenblick verweile doch du bist so schön.. goethe war schon n begabter knabe und verhilft mir sogar noch zu na auto-satire da ich mich noch nicht wirklich mit der situation zu recht finde und den schritt noch nicht wage mich selbst ernst zu nehmen.. dieses sich-zeit-nehmen und den moment geniessen bereitet mir im moment grosse probleme..das s-z auf der tastatur zu finden übrigens auch..suche EIGENTLICH ( hätte jemand ein patent für dieses wort, würde ich wohl für jenen die erhabenste geldquelle darstellen, die wörzter passen auch nicht zueinander aber ich bin müde und erlaubs mir halt…) nur einen weg um diese blockade los zu werden..und doch laufe ich sogar hier vor mir selbst weg…die wurzel des ganzen entsprang unintressanterweise leider in der schule..auch wenn ich es lange zu verstecken versuchte bin ich genauso auf der suche nach mir selbst wie alle anderen..und glaubte auch ein gewisses gleichgewicht erreicht zu haben ( gleichgewicht könnte in diesem fall schon fast als wortwitz gehandelt werden, wüsste jeder potentielle leser dieses blogs dass die autorin auf dem gebiet der anorexie gewisse erfahrungen sammelte, ob diese nötig waren oder doch eine weniger tragende rolle spielten sei zu diesem moment dahinn gestellt).wenn man schulisch gesehn zu spät merkt dass man sich in die falsche richtung bewegt und es zu diesem moment leider kein zurück gibt stellen fakten leider eine grosse belastung dar..ein halbes jahr und dann könnte dieser eine schritt getan sein und doch stellt er für mich momentan eine hürde dar deren überwindung sich ausserhalb meiner vorstellungskraft befindet…spielt die ablenkung sich jedoch auch noch in einem bereich ab den man als konstruktiv, produktiv oder was immer bezeichenen könnte wird es kompliziert…das bedürfnis diese einmal noch mal eine kleine etappe zu überspringen scheint zu feigen motiven zu entstammen…ich werde es versuchen..da sind noch viel zu viele wege die ich noch nicht gegangen bin die vielleicht nicht auf mich warten, die ich jedoch beschreiten möchte..womit ich bei einer ganz anderen frage angelangt wäre: woher kommt diese hoffnung oder dieses ständige bedürfnis neu anfangen zu wollen und zu glauben dass da nicht undedingt was grosses und doch was positives auf einen wartet? natürlich kann man keine städte errichten in denen nur gleichaltrige menschen herumlaufenund einem der blick in die zukunft als schutzmassnahme verwehrt wird und doch macht es mir manchmal angst das schicksal einzelner menschen mitzubekommen..ich spreche nicht vom freund des freundes der freundin der an ner überdosis krepierte sondern von jenen menschen die irgendwann verlernt haben zu leben..carpe diem..ja..dieser spruch provoziert einen gewissen brechreiz vor allem wenn jene leute ihn benutzen die weder die bedeutung darin sehen, noch ein einziges weiteres lateinisches wort kennen und trotzdem stolz sind dass sie diese beiden nach häufigem anstarren behalten haben..auf der einen seite hat dieser imperativ einen sehr nervenaufreibenden nachgeschmack und doch kann man ihn mit dem bild des spaziergangs in verbindung setzen..es ist unmöglich jeden tag vollends mit allen sinnen und vorzeigbaren resultaten zu erleben und doch kann man sogar unproduktiv produktiv beim nicht agieren agieren..dies ist mein ziel…es gilt sovieles wahrzunehmen bevor es sich langsam auflöst…

Gastbloggerin

Sunday, January 6th, 2008

Aus aktuellen(?) Anlass hat mein Blog habe ich dann nun endlich, nach Jahren des Wartens, Fragens und des eigentlich schon nicht mehr daran Glaubens dann nun endlich eine Gastbloggerin. Heute Abend wird sie ihr Debüt haben. Der Nick der charmanten Dame: spaziergängerin. Mehr wird zu ihrer Identität von mir nicht verraten. Ich wünsche gute Unterhaltung, faire Behandlung einer bisherigen Nicht-Bloggerin und viele Kekse.

size does matter!

Sunday, January 6th, 2008

Ich habe eben beim Staubsaugen fast einen USB-Stick eingesaugt. Die Dinger werden definitiv zu klein.
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Ina.

Friday, January 4th, 2008

[Der Autor sitzt vor dem Bildschirm, löscht das Licht. Alles um den Text herum ist dunkel. Die Musik, god is an astronaut, vielleicht noch ein wenig lauter. Und dann lehnt sich der Autor zurück, ist mit den Gedanken wieder in der Badewanne. Der Text schreibt sich selbst.]

Wieso hatte sie ihn das alles gefragt? Wieso war sie freundlich, wieso stellte sie ihm solche Fragen? Sollte sie sich nicht bedroht fühlen und eifersüchtig ob seiner bloßen Anwesenheit hier sein? Er wusste, dass er so reagieren würde.
Er mied ihren Blick, schaute stattdessen auf den Grund seiner Teetasse. Ina mochte schwarzen Tee, sie trank nur diesen, in der kalten Jahreszeit oft literweise, hatte sie immer gesagt. Aber auch im Sommer hatte sie ihre Morgen so begonnen, noch vor der Morgentoilette.

Schritte im Treppenhaus. Nackte Füße auf Holzfußboden. Er sah Inas Füße wie in einem Film vor seinem inneren Auge, erinnerte sich genau daran, wie sie aussahen, wenn sie sie über diese Treppe, die er auch kannte, bewegten und wie sie, die hier jeden Quadratmillimeter kannte, alleine durch die Art ihrer Bewegungen die Herrschaft über dieses Haus bewies.

Er wusste, dass er die Konfrontation jetzt nicht mehr herauszögern konnte. Aber wieso war er jetzt noch hier? Wieso saß er mit seiner »Nachfolgerin« an einem Tisch und trank schweigend Tee? Er hätte schreien, toben, fluchen sollen, eine Szene machen, die Ina aus ihren sicherlich wohligen Träumen gerissen hätte - nur um dann wieder zu verschwinden, diesmal mit einer Flasche Tequila auf dem Beifahrersitz.

Das blutige Bild seiner eigenen Leiche in einem Autounfall zuckte für einen Moment vor seinem geistigen Auge. Er schüttelte sich wie nach einem zu großen Schluck hochprozentigem Alkohol.

Inas Freundin sah unschlüssig zu der geöffneten Küchentür. Sie überlegte wohl, ob sie die Überraschung ankündigen sollte oder nicht. Allem Anschein nach entschied sie sich für dagegen. Vielleicht wollte sie, dass Ina ihm eine Szene machte. Ihre Motive waren wie von Nebel umhüllt. Vielleicht hatte sie ihm deshalb Tee gekocht und ihm Fragen gestellt, um selbst wie im Wasserdampfnebel zu verschwinden, vor seinen Fragen zu flüchten. Er hatte ja nicht mal Gelegenheit gefunden, sich nach ihrem Namen zu erkundigen, so sehr hatte sie ihn überrannt.

Das Knarren der zweitletzten Stufe. Oder die zweite, wenn man hochstieg. Die Treppe zum Himmel knarrt auf der zweiten Stufe, hatte Ina ihm einmal während einer seiner ersten Besuche ins Ohr geflüstert. Es muss mitten in der Nacht gewesen sein. Einen Moment lang fragte er sich, was mehr schmerzte: Die Erinnerung oder das langsame Vergessen, bei dem alles neblig wurde, zu einem Brei aus Sätzen, Bildern, Sinneseindrücken, auf die man sich keinen Reim mehr machen konnte, die irgendwann keinen chronologischen Sinn mehr ergaben und schlussendlich zerbröckeltes wie uraltes, vergilbtes Pergament.

wooden stair cc by van Ort

Ina übersprang die erste Stufe nicht, wie sie es in Momenten der Euphorie oft getan hatte. Dann war das Klatschen ihrer nackten Fußsohlen auf den glatten Dielen des Flures deutlich zu hören gewesen. Sie musste noch müde sein. Eine lange Liebesnacht? Wieso war ihre Freundin denn schon auf? Gleich nach diesem Gedanken tat er ihn wieder als dumm weg. Als müsse man als Liebespaar immer gleichlang schlafen.

Er hielt die Luft an. Zählte die Schritte.

»Guten Morgen, Maus!«
Und dann stand sie da, im Türrahmen, mit dem Blick, mit den er so oft in ihrem Gesicht gesehen hatte, den er so geliebt hatte. Es war Hingebung und Verliebtheit, vielleicht sogar ein wenig Libido in diesem Blick.

[Der Autor zündet ein Räucherstäbchen an, löscht wieder das Licht und nimmt sich vor, wie ein Irrer zu tippen. Ob es er schafft, auch den bereits geschriebenen Text zu überarbeiten? Außerdem Husten und ein wenig Halsweh.]

»Wir haben Besuch, Ina.«, antwortete die Angesprochene in einem ziemlich schroffen Tonfall.
Inas Blick änderte sich ziemlich schnell. Es war nicht Wut, sondern eher Trauer, die sich zeigte. Sie sah nicht glücklich aus.

»Was machst du denn hier?«, fragte sie, emotionslos, geradezu kalt, während ihre Freundin ihr Tee ausschenkte und sie sich setzte. Sie trug ein übergroßes T-Shirt und Boxershorts.

Was sollte er antworten? Er wusste ja selbst nicht einmal mehr, wieso er überhaupt noch hier war. Wahrscheinlich, um seine Liebe zu ihr zu gestehen - aber was für eine Liebe war das, und welche Ina liebte er? Denn er wusste, dass sie nicht mehr jene Person war, die in seinen schlaflosen Nächten in seinem Kopf herumgespuckt war, dieser mystifizierte Engel, der nichts mit der Realität zu tun hatte, sondern ein normaler Mensch aus Fleisch und Blut, mit seinen Schwächen und Stärken.

»Ich weiß es eigentlich selbst nicht.«
Seine Stimme zitterte.
»Ich bin die ganze Nacht gefahren, um dich zu sehen. Ich wusste nicht, dass du mittlerweile eine Freundin hast. Tut mir Leid. Ich hätte das nicht tun sollen, ich hätte nicht einfach so hier auftauchen sollen.«

Ina trank Tee, setzte ihre Tasse nieder. Ein Geräusch in der Stille der Küche, beinahe schon erlösend. Mit jeder Sekunde ihres Schweigens verhallten seine Wörter weiter, so, als ob er nie gesprochen hätte.

Schweigen. Zwischen ihm und Ina hatte es manchmal Situationen gegeben, in denen Schweigen wie ein Heilmittel gewirkt hatte. In den seltenen Fällen, in denen sie an das Ende eines Gespräches gelangt waren, alle möglichen Gedankenfäden abgesponnen hatten und alle Diskussionen geführt hatten - das war meistens nur am Ende einer langer Nacht der Fall gewesen, hatten sie sich angeschwiegen. Es war ein durchaus behagliches Schweigen gewesen, ganz anders als das, was jetzt herrschte.

Er erinnerte sich an eine Autofahrt, die mit viel Gespräch begonnen hatte, und dann, als jedes Wort zu schwer und jeder Satz zu lang erschienen hatte, war das Schweigen ihre Medizin gewesen. Sie hatte mitten im Satz aufgehört zu sprechen, als sie gemerkt hatte, dass sie sich nur noch wiederholten, und er hatte nichts mehr gesagt. Nicht einmal mehr Musik war gelaufen. Das Ende der Kassette, das Ende der Wörter, nur noch Stille und Motorenlärm.

Ina hatte später gesagt, sie brauche das Schweigen manchmal, einfach nur, um nicht das Gefühl zu bekommen, reden zu müssen. Und sie wäre glücklich darüber gewesen auch einfach einmal die Stille genießen zu können. Anfangs hatte er das Gefühl nicht uneingeschränkt geteilt, vor allem da ihr Abbrechen mitten im Satz ihn im ersten Moment irritiert hatte. Im Nachhinein hatte er das Gespräch mit sich selbst geführt, sich auf seine eigenen Gedankengänge während der Fahrt geantwortet.
Auf die Frage, woran sie dann während dem Schweigen gedacht hatte, hatte sie damals nur mit einem Schulterzucken antworten können. Sie hatte es nicht mehr gewusst. Wie weiße Flecken auf der Landkarte ihrer Erinnerung. Vielleicht hatte sie sich so sehr auf die Landschaft konzentriert, dass sie überhaupt nicht mehr gedacht hatte.

Sie schwiegen noch immer. Die Geräusche des Frühstücks brachten eine merkwürdige Banalität in die Situation, ohne einen von ihnen in die Normalität zurückzuholen. Während eines kurzen Augenblicks blickte er Ina in die Augen. Sie hielt seinem Blick stand.
Fast kam es ihm vor, als zählte sie innerlich die Sekunden.
Eins, Zwei, Drei, Vier, Fünf.
Dann senkte er wieder seinen Kopf und sah in die Tiefen seiner Teetasse.
Sie biss in ein Brötchen, um sich kurz danach einen Rest Haselnusscreme mit der Zunge vom Mundwinkel zu lecken. Fast hatte er grinsen müssen. Manche Dinge änderten sich nie.

»Du spinnst.«
Das war das erste Wort nach diesem langen Schweigen. Sie sprach es nicht wütend aus, sondern fast liebevoll, als würde sie ihn necken wollen.

Er starrte sie an, unfähig, irgendetwas zu antworten. Zuerst einmal, weil er nicht wusste, wie ihre Worte genau gemeint waren, und auch, weil er keine Ahnung hatte, wie er auf solch eine Äußerung, egal, wie sie gemeint war, reagieren sollte.

[Der Autor hat einen bösen Hustenanfall und denkt sich, er sollte aufhören, ständig seinen Zustand zu beschreiben.]

»Ich weiß überhaupt nicht, was ich sagen soll. Du meldest dich über Monate lang überhaupt nicht, wohl auch, weil wir gesagt haben, wir würden das mit dem Kontakt erst mal eine Weile ruhen lassen, und dann stehst du an einem verregneten Morgen hier in meiner Küche und erzählst mir, du seist die ganze Nacht zu mir gefahren und wüsstest selbst nicht, warum. Du spinnst. Aber ich kann dir nicht einmal wütend sein.«

»Du hättest aber guten Grund dazu. Ich bin einfach hierher gekommen, ohne mich anzumelden, störe euch beide beim Frühstück und erwarte auch noch, dass du mir die Antwort lieferst, wieso ich denn zu dir gekommen bin.«

Ina blickte ihn mit großen Augen an. Er mochte ihre Augen, besonders wenn sie irgendwelche Grimassen damit schnitt. Sie hatte eine besondere Art in der Beherrschung ihrer Mimik, was sie immer besonders ausdrucksstark erscheinen ließ.

»Ich kann dir nur sagen, was ich vermute. Ich denke mal, du bist noch nicht wirklich über diese lange Zeit und ihr abruptes, unschönes Ende hinweg. Genauso wenig wie ich. Und du hast wahrscheinlich keine Arme gefunden, in denen du Zuflucht suchen kannst. Und jetzt bist du gekommen, um mich erneut in den Arm nehmen zu können.«

Mit einem Male fühlte er sich sehr behaglich und zugleich merkwürdig unerwünscht auf diesem Stuhl in dieser Küche, die so voller Erinnerungen und Gewürze war. Er fühlte sich durchschaut und unverstanden zugleich.

(Photo cc by van Ort)

Ach ja

Wednesday, January 2nd, 2008

An alle BloggerInnen, PiratInn/en, LeserInnen, KommentiererInnen, junge/n MelancholikerInnen, HörerInnen, RadiomacherInnen, FeministInn/en, AnarchistInn/en, an alle, die sich nicht in eine Schublade pressen wollen, an die LeserInnen der Netzzeitung, an alle Freunde und Freundinnen, an alle anderen, die das hier lesen:
Auf eine weitere Runde auf dieser Kugel um diese andere Kugel, auf das euch auch diese Fahrt mit dem kosmischen Karusell viel Freude, Hoffnung, Kekse und andere erfreuliche Dinge bringt. Auf dass ihr - oder wir alle zusammen, Neues, Spannendes, Unbekanntes, Unverhofftes und Wunderbares erleben werdet/n.

Podcast: Angscht a Schrecken um Enn vum Joer

Wednesday, January 2nd, 2008

Zwischen verhassten Jahresrückblicken, guten Vorsätzen und Kotze auf den Schuhen gibt es einen Gonzojournalist, der versucht, vor dem Sylvestertumult zu flüchten. Aber eigentlich kommt er nur vom Regen in die Traufe…


MP3-Direktdownload Podcast: Angscht a Schrecken um Enn vum Joer

Die Musik stammt von Revolution Void und steht unter einer cc-Lizenz.

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