Archive for November, 2007

Podcast: Angscht a Schrecken an der enzeger Heichschoul zu Lëtzebuerg

Monday, November 12th, 2007

Oft erkläre ich, wieso man an den Orten sein könnte, an denen ich Angst und Schrecken erlebe und sage dann, dass ich aus einem ganz anderen Grund dort war. Gut, ich war auch nicht zum studieren oder dozieren an der einzigen Hochschule in Luxemburg. Es hatte nicht einmal etwas mit dem Radio zu tun, sondern mit knallharten Geschäften…


MP3-Direktdownload Angscht a Schrecken an der enzeger Heichschoul zu Lëtzebuerg

Zu hören ist das ganze auch heute zwischen 16 bis 17 Uhr in der Sendung Crumble auf Radio ARA auf den Frequenzen 103,3 und 105,2 oder im Internet unter ara.lu.

Die Musik stammt von Revolution Void und steht unter einer cc-Lizenz.

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Google Earth für Arme

Sunday, November 11th, 2007

http://gis.eau.etat.lu/ ist Google Earth für Arme. Bzw. für Gewässerkunde in Luxemburg. Ich weiß, dass der Großteil meiner Leser das niemals brauchen wird, aber wenn man Informationen über Flüsse und Bäche in Luxemburg sucht, wird man hier wohl am ehesten fündig. Die nützen natürlich nichts, wenn man ein Referat über einen Weiher halten muss, aber immerhin kann man sich nette, relativ detailreiche Luftfotos ansehen. Will sagen: Detailreicher als bei Google Maps.

Luftbild

Ja, man sieht mein Haus auf diesem Bild. Wenn man weiß, wo es ist.

Hoffnung.

Thursday, November 8th, 2007

Regen tropft beständig auf mein Fenster. Ich habe ein Dachfenster, aber das habe ich sicherlich schon hundert Mal erwähnt. Ich höre immer und immer wieder »Von« von Sigur Rós‘ CD »Heim«. Es ist ein wunderbar ruhiges, melancholisches Lied. Ich erahne Landschaften, die ich noch nie gesehen habe.

Der leichte Regen störte seine Sicht nicht. Er mochte diese Landstraßen in der Nacht, er hätte ewig auf ihnen entlangfahren können. Und er hatte auch noch eine ganz schön weite Strecke vor sich. Die Musik, die das Radio spielte, entführte ihn in eine andere Wirklichkeit. Alles schien so real und gleichzeitig so künstlich, wie in einem hochauflösenden Film. Die Regentropfen. Er hatte noch nie so schöne Regentropfen gesehen. Ihr Trommeln schien mit der Musik zu harmonieren, ein Ganzes zu bilden. Trotzdem hatte er keine Mühe, sich auf die Straße zu konzentrieren. Am Rand tauchten hin und wieder Bäume auf, ansonsten war das Land leicht hügelig und die einzige Abwechslung von den Viehweiden waren die abgeernteten, stoppeligen Felder, die sich allenthalben abwechselten. Einmal ein einzelner Bauernhof, aber das war vor einer Viertelstunde gewesen, ansonsten keine Häuser.

Was hatte ihn dazu gebracht, mitten in der Nacht wie ein Irrer durch diese gottverlassene Gegend zu fahren?
Ein Mädchen natürlich. Sie. Der Regen trommelte weiter. Es gab hier keine Beleuchtung, die Straße und Umgebung war nur im fahlen Licht der Scheinwerfer zu sehen. Er hatte nicht schlafen können. Sein Körper hatte sich angefühlt wie auf Entzug. Noch immer spürte er die feinen kleinen Stiche auf dem Rücken, die er in solchen Situationen immer verspürte, seit seine Haut einmal nach dem Essen bei einem Italiener eine allergische Reaktion gezeigt hatte. Er hatte nie herausgefunden worauf er eigentlich allergisch war, denn der Arzt hatte ihm abgeraten, einen Test machen zu lassen.
cc by Ahmed Rabea

Seine Zigarette glimmte mit jedem Zug in der Dunkelheit auf. Er erinnerte sich daran, wie sie einmal ein Foto davon gemacht hatte. Das war letzten Sommer gewesen. Nur ein paar Monate her. Damals hatte die Welt ganz anders ausgesehen. Die Nächte waren längst nicht so dunkel, nass und kalt gewesen, sondern voller Blütenduft, Grillenzirpen und Poesie, erleuchtet von den Sternen. Er hatte das Foto noch irgendwo, wahrscheinlich bloß auf dem PC, denn er soweit er sich erinnern konnte, hatte er nur ihr ein Exemplar ausgedruckt. Man sah nicht viel auf dem Bild, nur das orangerote Glimmen seiner Zigarette und seine dunkle Silhouette, aber für sie war es die Erinnerung an eine dieser vielen Nächte gewesen, in denen sie durch diese gottverlassene Gegend gefahren waren, oft bis zum Morgengrauen, um sich gemeinsam den Sonnenaufgang anzusehen.

Er war hier nahe an der Grenze. Nicht nur geographisch, sondern auch in seinem Kopf. Eigentlich hatte er schon »ihr« Gebiet betreten, aber dennoch war die Landschaft hier so uniform, dass er nicht wirklich eine Erinnerung daran hatte, wann und wieso er schon mit ihr hier gewesen war. Er fuhr auch manchmal absichtlich Umwege, um dem Unausweichlichen noch ein wenig zu entgehen. Bald würde er so nahe bei ihr sein, dass die Erinnerungen sich nicht mehr verdrängen lassen würden.
Mit einer schnellen Handbewegung schmiss er die noch glühende Zigarette aus dem Fenster. Während dieses kurzes Augenblicks kam spürte er die Kälte dieser nassen Novembernacht, wie sie nur der Wetter in dieser Gegend hervorbringen konnte. Die Nadelstiche auf seiner Haut wurden deutlicher, als er erkannte, dass er gerade an einer Baumgruppe vorbeigefahren war, die den Eingang zu »ihrem Land« markierte.
Sein Atmen ging für einen Moment schneller, dann beruhigte er sich, stellte das Radio lauter, atmete tief ein und konzentrierte sich wieder auf die Straße.

Für einen Moment war sein Herz voller Hoffnung.

(Image cc by Ahmed Rabea)

Käuflich? Haste gedacht!

Thursday, November 8th, 2007

Ein angeblicher »großer Fan meines Blogs« wollte einen Artikel hier kaufen. Für ein Poster, das 12,85 Euro kostet und wahrscheinlich einen realen Gegenwert von 3 Euro hat. Darüber hätte ich dann auch bloggen sollen. Die Idee ist strunzdumm, besonders wenn man mein Blog kennt. Ich habe also eine nette, höfliche Mail zurückgeschrieben und dem guten Mann die Lage erklärt. Und gefordert, dass er meine Mailadresse löscht. Es zuckte mich dann wieder in den Fingern, das P-Wort unter meinen Namen zu schreiben, aber das ließ ich lieber bleiben.

Leute: Lasst es doch sein. Ich will keine Poster, Energydrinks oder sonst was von dem billigen Kram, den ihr an Blogger verschicken wollt, damit sie Werbung für euch machen. Ich fühl mich nicht einmal geschmeichelt, dass ihr an mich gedacht habt.

Nackt. Essen. Drogen. Nackt.

Tuesday, November 6th, 2007

Schreiben. Du fühlst dich, als hättest du seit Jahren nicht mehr geschrieben. Dabei ist es eher so, dass du keine Zeit hast oder zu müde bist, als dass du nicht schreiben wolltest.
Du hast in Dänemark immer seltsame Träume gehabt. Nacktes Abendessen und die seltsamen Nachwirkungen.
Das Handy macht sich auch nicht mehr die Mühe, merkwürdige Töne in den Boxen zu produzieren. Drecksding.
Mädchenmusik in den Ohren. In meinem Kopf spielt eine Reaggeband. Wenn das wirklich Musik ist?

Ich bin wirr und genieße es. Mein Leben dreht sich um mich herum, und ich versuche mit großen Schritten dem Untergang zu entfliehen. Welcher Untergang, fragst du, und schon schiesst dir jemand in den Kopf. Er schneidet deine Augen mit einem Skalpell heraus und benutzt die Löcher als Toilette. Die Augäpfel werden frisch in dünne Scheiben geschnitten und mit Zwiebeln und Muskatnuss gebraten. Die Pfanne wird zwei Tage im Kühlschrank aufbewahrt, danach mit etwas Milch wieder aufgekocht. Man nimmt die Augenscheiben in den Mund, drückt sie gegen den Gaumen und raucht schnell eine starke Zigarette.
Der Effekt soll wunderbar sein. Visionen und Gefühle, direkt im Gehirn, ohne einen Umweg. Man ist völlig abgeschottet von der Aussenwelt, weshalb niemand es tut.

Jetzt erfindest du schon Drogen, die du selbst natürlich niemals nehmen würdest. Du solltest dich in die Wanne legen und darauf hoffen, dass dein dreckiger, von kleinen feinen Narben übersähter Körper von den heißen Dämpfen gereinigt wird. Du könntest auch ein thailändisches Mantra der Hiatchi-Indianer dazu singen.

Irgendwo übergibt sich ein Mensch hinter seinem Bildschirm. Er wird es nicht wegwischen, sondern auf die Würmer warten

Monday, November 5th, 2007

Ich hab heute Post von den Neubauten UND von Brockdorff Klang Labor bekommen und könnte mir damit jetzt gut die Zeit vertreiben. Aber nee, ich muss ja eine Powerpointpräsentation über einen Teich machen. Hmpf.

Podcast: Angscht a Schrecken am Kannertheater

Sunday, November 4th, 2007

Es gibt verschiedene Gründe, ins Theater zu gehen. Zum Beispiel kann man aus kulturellen Interesse gehen. Oder man täuscht kulturelles Interesse vor, weil man denkt, das käme bei einem Mädchen gut an und Theater sei auch besser als im Kino zu knutschen.
Oder man wird als Gonzojournalist zu so einem Event geschickt.
Ich war aus keinem dieser Gründe im Theater…


MP3-Direktdownload Angscht a Schrecken am Kannertheater

Zu hören ist das ganze auch von 16 bis 17 Uhr in der Sendung Crumble auf Radio ARA auf den Frequenzen 103,3 und 105,2 oder im Internet unter ara.lu. Es gibt in der Sendung ausserdem einen Themenschwerpunkt über alternative Finanzierungsmodelle in der Musik. (Na ja, eigentlich spiele ich ein paar Titel und erzähle was da rundherum.)

Die Musik stammt von Revolution Void und steht unter einer cc-Lizenz.

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Nervensäge

Friday, November 2nd, 2007

Könntet ihr bitte aufhören, in meinem Gefühlen rumzustocheren wie in einer Schüssel, wo ihr die letzten Reste angebackenen Käses herauskratzt?
Hirnsäge - Kopfsäge
Ich hab genung davon, mir von anderen Leuten sagen lassen zu müssen, was ich fühle, was ich denke, was ich will.
Hirnsäge - Bombenalarm
Ich sage, dass es da ein Problem gibt, eine Überlegung, etwas, das mich beschäftigt.
Hirnsäge - Augensäge
Und ihr plant gleich Hochzeiten, Begräbnisse, Terroranschläge.
Hirnsäge - Bombenalarm
Ich weiß, dass ich nichts weiß.
Kopfsäge - Tagesschau
Aber ihr, ihr wollt wissen, was ich fühle?
Hirnsäge - Atemsäge
Ihr sagt mir, gib’s doch zu!
Fleischsäge - Sendeschluss
Und im nächsten Moment: Hat doch eh keinen Zweck
Kopfsäge - Hirnsäge - Bombenalarm
Ja nachdem, wie eure Laune ist.
Hirnsäge - Vitamin
Was bleibt? Bloggen anstatt erzählen.
Hirnsäge - Hirnsäge
(Als ob das ein Ersatz sei!)