Archive for July, 2007

Ehe ich es vergesse

Sunday, July 15th, 2007

Am Montag ist jemand am Bahnhof in Lux/City an mir vorbeigelaufen und mich gefragt »Bist du nicht zufälligerweise Joël Adami?«. Ich bejahte, rief dem Fragesteller hinterher, er solle mir doch sagen, wer er ist. Hat er dann auch. Die Antwort habe ich aber nicht mehr verstanden.

Ich fand das merkwürdig/erschreckend.

Rock um Knuedler

Friday, July 13th, 2007

Nein, ich bin nicht tot. Ich war nur sehr beschäftigt, was sich mit den Ferien jetzt ein wenig besseren wird (haha!)
Hier mein Posting über den »Rock um Knuedler«, das hier zuerst veröffentlich wurde:

Luxemburg war diese Woche das Land der Festivals. Nachdem die staatliche Rockhal am Donnerstag und Freitag das Unmögliche möglich gemacht hat und ein Open-Air in eine Halle verlegt hat, war es heute Sonntag dann am dem fast schon traditionellen Rock um Knuedler, das zwischendurch auch mal den Namen eines Mobilfunksponsors trug. Und letztes Jahr relativ viel HipHop bot. Auf jedenfall hat man sich dieses Jahr auf die Wurzeln besonnen und wieder einmal ein rockigeres EintagesOpenairfestival veranstaltet. Organisiert hat das übrigens das Luxembourg City Tourist Office. Da könnte man fast das Gefühl bekommen, es würden hierzulande nur vom Staat aus Konzerte organisiert werden. Dem ist nicht so. Jedenfalls waren ganze 16 Bands auf 3 Bühnen zu sehen und zu hören.

Ich habe mir das nicht alles angsehen und bin auch nicht bis zum Schluss geblieben. Ich fand den Rock um Knuedler immer deshalb schon nett, weil man einen netten Sonntag erleben konnte, wenig Stress mit An- und Abfahrt hatte und das alles auch noch für lau. Die Location ist auch nett: Der Knuedler, ein großer freier Platz mitten in Luxemburg-Stadt, liegt vor dem Rathaus und gegenüber dem großherzoglichen Palast. Es gab auch immer schon eine große und eine kleine Bühne, wobei die große in den letzten Jahren hauptsächlich für ausländische, “große” Bands genutzt wurde. Diesmal gab es dann auch noch eine dritte Bühne, auf der gerockt wurde, die aber ein wenig abseits stand.

Das mit den vielen Bühnen ist auch schon ein kleines Problem. Eigentlich sind die Bands so programmiert, dass man kein Konzert verpassen müßte. Also immer abwechselnd eine Bühne besetzt ist und die andere schon für Soundcheck usw. benutzt werden kann. Leider ist es scheinbar nicht möglich, die Konzerte auch in wahrheit so zu koordinieren, dass man nicht schon die Hälfte des Konzerts verpasst hat, wenn man die 200 Meter von einer Bühne zur nächsten zurückgelegt hat.

Die erste Band, die ich ganz gesehen habe, war Torpid, die in denNeunzigern eine “In”-Band in gewissen Schulen waren. Heute fliegen sie zu Steve Albini ins Studio und mastern in der Abbey Road. So schön das alles klingen mag, so hässlich ist aber auch das Album-Cover. Auch wenn es mit der Ästhetik nicht so klappt, rocken können sie aber.

Etwas verloren sahen die Holy National Victims auf der großen Bühne aus. Der Sänger ist wie ein Irrer herumgesprungen, hat Purzelbäume geschlagen und ähnliche Kunststücke gemacht. Das luxemburgische Publikum wie immer starr, steif. Das ist so eine Eigenart in Luxemburg. Wenn man will, dass die Leute sich zur gitarrenbasierter Musik bewegen, muss man auf ein Metalkonzert in einem Keller eines Jugendclubs auf dem Dorf gehen. Ich fand den Sänger mit der Zeit ein wenig peinlich. Nicht nur seine Bewegungen, sondern auch die Dinge, die er zwischen den Liedern so erzählte. Vielleicht war das aber auch die Aufregung, immerhin spielt man nicht so oft auf so einer großen Bühne, die sehr leer aussah. Es gibt so Verstärker-Attrapen. Das wäre doch was fürs nächste Jahr!

Dann wieder auf der kleinen Bühne eine Band, die es geschafft hat, die Bühne und einen Verstärker in Brand zu setzen. Die haben Orange-Effektgeräte gespielt und französisch gesprochen. War das Mutiny on the Bounty? Hat mich nicht wirklich mitgerissen, war aber nett anzusehen.

Danach habe ich dann Hal Flavin gesehen, deren Name ich in einem Jingle einmal falsch ausgesprochen habe. Was relativ peinlich war, weil ich in diesem Jingle so ziemlich jeden Namen falsch ausgesprochen habe. Komischerweise kam ich trotzdem nachher umsonst rein. Die haben irgendetwas zwischen Elektro und Rock gespielt, was ich interessant fand. ich habe während dem Konzert aber auch relativ viele Flyer verteilt, so dass ich mich nicht wirklich auf die Musik konzentiert habe.

Während Uranami dem schwiergen Publikum, das viele jungen Emo-Leuten zum Anteil hatte, mit Ska und Ähnlichem dann doch ein wenig einheizte, saß ich irgendwo auf dem Boden und ließ mir Geschichten von dem Hallenfestival erzählen. So aus der Ferne klang die Band trotzdem ganz ok. Ska ist eigentlich gar nicht meine Sache, es macht mich nervös, aber ich habe mich gut unterhalten, was schon einiges wert ist.

Dann kam das, worauf die Emos gewartet hatten. Vor allem die Teenie-Mädels unter 16. Eternal Tanga Tango machen (auf) Emo. Selbst nennen sie das ganze “Pop-Hardcore”. Und so sieht es aus, so klingt es. Wie süßer Brei. Hübsche Jungs für die Mädels und mehr oder weniger laute Gitarren für die Jungs. Am Anfang des Konzerts habe ich die Gitarren noch relativ gut gehört, später wurden die vom Bass übertönt und schlußendlich kam nur noch Brei dabei raus. Der Gesang wurde recht treffend von einer Mutter eines Freundes beschrieben: Zuerst schreien sie, dann singen sie wie Mädels. Erinnerte mich an A.F.I, klang aber lange nicht so gut. Überhaupt hatte ich das Gefühl, Bands wie Eternal Tango schon hundertmal gehört zu haben. Nichts neues (eigenes?) eben.
Zu der Musik kann man stehen wie man will, ich mag es einfach nicht, aber andere Dinge sind dann doch schon so sehr Emo-Klischee, dass es eigentlich bloss noch peinlich war:
“Mein Piercing ist gebrochen! Hat jemand zufällig ein zweites dabei, ich brauch das dringend!”
Ich fand es auch nicht gerade cool, sich darüber zu beschweren, dass man auf der kleinen Bühne spielen “musste”. Ok, Eternal Tango mag populär sein, aber die Art, wie man sich ausdrückte, zeugte von einer Arroganz, die mir persönlich sehr unsympathisch ist. Andere Bands bedanken sich, dass sie die Gelegenheit haben, vor so einem großen Publikum spielen zu dürfen.

Danach war ich müde und hatte nicht mehr wirklich Lust auf Musik und habe den nächsten Zug nach Hause genommen.

Blogrockingbeats

Sunday, July 8th, 2007

Es geht los. Ab heute wird hier gerockt!

Podcast: Angscht a Schrecken an der Grillsaison

Sunday, July 8th, 2007

Es ist jetzt ja so etwas wie »Grillsaison«. Das löst bei mir im Allgemeinen sehr viel Angst und Schrecken aus. Vor allem, wenn sich Gespräche stundenlang um die richtige Kohle, das beste Fleisch und Vor- und Nachteile von verschiedenen Systemen drehen. Oder man sich streitet, wer welchen Salat macht…

Angscht a Schrecken an der Grillsaison (mp3, 4,91 MB)

Zum dreiunddreissigsten Mal: Den gesamten Text gibt es nach dem Klick auf “Mehr!” und die “Vollversion” kann man morgen Montag zwischen 16 und 17 Uhr per livestream auf ara.lu oder auf den Frequenzen 103,3 und 105,2 MHz hören.

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Klima

Saturday, July 7th, 2007

Auch wenn ich mir relativ sicher bin, dass bewiesen ist, das wir Menschen am Klimawandel Schuld sind, ist dieses Video trotzdem interessant. Die Überlegung mag simpel und die Fakten/Annahmen nicht in allen Fällen wirklich realitätsnah, aber dennoch zeigt das Video, wieso es wichtig ist, zu handeln. Und das hat nicht nur mit Al Gore zu tun.

Luxemburg und die Festivals

Friday, July 6th, 2007

Nur mal ganz kurz ein paar Kommentare zu den Festivals in Luxemburg. Das ist auch nur so Geschmiere, ich habe keine der zwei Veranstaltungen besucht und schreibe nur über die Dinge, die ich aus den Medien weiß. Und teilweise geht es auch bloss um Radiosender.

Ich finde im Allgemeinen ist die Auswahl von Bands eher dürftig, beim Red Rock genau wie beim Rock-a-Field.

Es gibt übrigens zwei Festivals der Rockhal. Einmal das »Red Rock« Festival und dann noch so ein merkwürdiges, das gewisse Radiosender mit roten Logos immer ankündigen. Das nennt sich »Rett Rock«. Ich finde, man darf auch als Hausfrauensender seinen Zuhörern zumuten, ein englisches Wort zu verstehen.

Rockhal: Ihr Luschen! Ihr Warmduscher! Nicht nur, dass ihr keinen Zeltplatz neben dem Festival, sondern irgendwo auf einem Berg weit weit weg organisiert, nein, eine Woche vor dem Festival verwandelt ihr es in ein Indoorevent! Geht's noch? Wo bleibt denn da der Rock?
Ein Festival findet bei jedem Wetter statt. Es sei denn, es stürmt so sehr, dass die Bühne zusammenbricht oder Autos auf die Zuschauer gewirbelt werden. Sonst hat auch jede noch so zickige Band gefälligst auch bei strömendem Regen zu spielen. Und das ist ja gerade der Charme eines Festivals, dass man draussen und bei Regen alles so voller Matsch ist, dass man eine zweite Haut hat und viel Geld für teure Epilationen gespart hat. Ausserdem hällt eine gesunde Schicht aus Dreck und getrocknetem Schlamm warm. (Das wussten schon die alten Spartaner!)

Ach und dip: Lasst das mit »Terres Rouges« sein. Bitte. Das ist doch bloss noch peinlich. Pink als Headliner und ansonsten nur unbekanntes Zeugs.

Man kann nur hoffen. Dass die durchaus positive Entwicklung, die da in Luxemburg zu sehen ist, weitergeht. Und wir bald mal ein richtig geiles Festival hier haben, dass sich auch international sehen lassen kann.

Zeitgeist

Wednesday, July 4th, 2007

Zeitgeist kann man hier vorhören. Und wieder bestätigt sich, was ich der Musikindustrie schon immer sagen wollte: Musik gratis zur Verfügung stellen (und sei es nur als livestream) zahlt sich aus. Denn ich werde mir Zeitgeist sicher kaufen.

Zum musikalischen:
Das neue Album der Pumpkins! OH GOTT! Das neue Album der Pumpkins!
Es ist heiß. Mehr als das. Es beginnt mit Doomsday Clock, das ja länger schon bei Myspace zu hören war. Das Lied geht straight forward, hat geile Gitarren und die Lyrics sind merkwürdig, woran wir ja bei den Pumpkins gewöhnt sind. Billy hat an einer Stelle einen merkwürdigen Effekt auf der Stimme. Ich frage mich, ob das etwas ganz neues ist oder ob es das früher schon mal, evtl. bei TheFutureEmbrace oder Zwan. Vielleicht ist das aber auch bloß der Zeitgeist.
Und dann hört man laut das OH GOTT! neue Album der OH GOTT! Smashing Pumpkins. Und man glaubt es kaum.

7 Shades of Black beginnt fast spanisch, ehe eine singende Gitarre, die Verzerrung und gleich danach der ungewohnt schnelle Gesang einsetzt, der an schnellere Pumpkinslieder vergangener Zeiten erinnert. Und auch die restliche Songstruktur weckt Erinnerungen: Billy, Jimmy, Ginger und Jeff nehmen uns mit auf eine musikalische Achterbahnfahrt zwischen schnell und sehr langsam, und das nicht nur einmal. Textlich geht es, soweit ich das jetzt schon beurteilen kann, um Billys schwarzes Herz, das er später auch noch besingen wird.

Bleeding the Orchid war schon in verschiedenen live-Versionen aufgetaucht und ist für mich so das ziemlich einzigste Lied, das ich sofort wiedererkannt habe, so rein musikalisch. Nicht so schnell wie 7 Shades, aber dafür mit einem beeindruckenden Chorus, der zum Mitsingen einlädt. Und immer wieder Pausen, nur um einmal Luft zu schnappen und wieder loszulegen. Insgesamt aber eher eine Midtempo-Nummer.

That's The Way (My Love is) ist ebenfalls ruhiger, aber sehr schön. Erinnert mich am Anfang persönlich sehr an Tracks von Siamese Dreams, was vor allem an Billys Tonfall liegen mag. Im Mittelteil überraschen merkwürdige Geräusche. Stammen die vom Synthie? Jedenfalls beherrschen die Gitarren den Track, so wie das gesamte Album von Gitarren beherscht wird.

Tarantula ist ja schon länger bekannt und die erste Single, die ebenfalls schon bekannt ist und zu der es auch schon ein Video gibt. Das Video ist sehr spacy und hat einen schicken Retro-Look. Ich hätte mir ja eher eine Geschichte gewünscht, Try Try Try war erzählerisch ja sehr hübsch, auch wenn die Geschichte mich böse mitgenommen hat. Textlich geht es um Sehnsucht und darum, zu existieren, weil Musik da ist. Oder so ähnlich. Ich blicke bei Billy nie ganz durch. Schön verzerrte Gitarren, beherrschender Gesang und die typische Pumpkin-Pause am Schluss, bevor man noch einmal so richtig loslegt.

Dann kommt einer meiner persönlichen Favoriten. Sollte es eine dritte Single geben, bin ich dafür, dass es nach Tarantula und Doomsday Clock der wirklich geile Track Starz wird. Hier klingt alles danach, dass man auf einen epischen Höhepunkt hinarbeitet. Die Gitarre, die Drums, und der Gesang, der verkündet, dass wir alle Sterne am Himmel sind. Und dann beginnt das Lied so richtig. Die Gitarre, die Gitarre! Und wer spätestens hier noch immer nicht glaubt, dass die Pumpkins zurück sind, dem ist nicht zu helfen.

In United States geht es um die Revolution. Ich habe leider noch keinen Text finden können, aber das, was ich heraushöre, klingt sehr interessant. Das Lied dauert länger als mein Lieblingslied der Pumpkins, X.Y.U. Es hat keinen so geilen Untergangsstimmungsound zum schluss, brennt sich ansonsten aber absolut in die Synapsen ein. Verzerrte Gitarren über alles! Hendrix-Klänge und Teile, die wie eine ausuferende Jam-Session klingen. Und dazu immer Billys Stimme mit dem Wort »Revolution«!

Neverlost ist eine eher ruhigere Nummer. Hier schwingt eine Menge bei dem ganzem Rock fast vergessene Melancholie mit. Schöner Track.

Bring The Light
fängt fast genauso ruhig an, beschleunigt dann aber und hat im Hintergrund eine singende, fast sägende Gitarre, die … einfach nur rocken. Das ist einer der Songs, die man am Anfang übersieht, weil man so überwältigt von den anderen ist, und sie erst später entdeckt. Und das ist auch gut so, denn er ist eine echte Perle. Ich bin mal gespannt worum es beim Text geht, ich bin sehr schlecht beim Heraushören.

Bei (Come On) Let's Go! sagt der Titel eigentlich schon alles. Das Lied rockt. Und trotzdem habe ich das Gefühl, dass der Text nicht so locker-leicht ist, wie die Musik vielleicht scheint. Der Mittelteil weckt wieder alte, aber diffuse Erinnerungen. Auf jeden Fall ebenfalls ein Song, den man nicht unterschätzen sollte, auch wenn man vielleicht nach United States erst einmal geplättet ist.

For God And Country fängt mit einem Klavier-Instrumentalintro an, ist aber kein Akustikstück, wie man vielleicht von den Liveperfomances hätte schliessen können, wo das Lied stehts mit der akustischen Gitarre gespielt wurde. Hier kommt der Synthie aber mehr in den Vordergrund.

Pomp And Cicrumstances klingt sehr episch, pompös halt. Und wieder schwingt da Melancholie mit, die mit dem Chorus und wunderbaren Verzerrungen im Hintergrund noch besser klingt.

Fazit: Zeitgeist rockt. Zeitgeist rockt unglaublich. Vor allem die acht ersten Songs lassen es so richtig krachen, und auch nach dem Monstertrack United States geht noch so einiges an Power. Trotzdem scheint die Melancholie weiterhin das Leitbild zu sein, nach dem die Pumpkins agieren. Ich bin gespannt auf die Texte. Und überhaupt, ich will das endlich mal eine kleine silberne Scheibe in der Hand halten. Nur welche der vielen Versionen nehme ich?

Freewriting #9

Monday, July 2nd, 2007

2811 Wörter. Ich glaube, das ist der bisherige Rekord. Und das, obwohl ich das Gefühl hatte, sehr langsam zu schreiben. Merkwürdig. Jedenfalls, hier ist das Resultat:

Sie hatte einen merkwürdigen Traum gehabt. Immer wenn sie geträumt hatte, musste sie danach an Sigmund Freud denken. Konnte man nach dem alten, bärtigen Mann überhaupt noch etwas nichts-sexuelles träumen? Deutete in der sexuell überlasteten Welt des Psychoanalytikers nicht alles auf irgendwelche geheimen Gelüste oder sexuellen Traumata in der Kindheit hin?
Sie mochte das nicht.
Ina mochte ihre Träume nämlich auch, ohne sie sexuell zu deuten.

Sie hatte auch (noch) nie einen feuchten Traum gehabt. Was auch immer daran so toll sein sollte, hatte sie sowieso nie verstanden. Immerhin war Sexualität schöner, wenn man sie aktiv erfuhr, anstatt sie bloß zu träumen. Sie träumte immer von merkwürdigen Landschaften, durch die sie weite Spaziergänge unternahm und auf bekannte und unbekannte Personen traf. Verzerrte Gesichter und physikalische Gesetze beherrschen diese Traumwelten, in denen sie lange Nächte nach Wegen suchte, die sie manchmal fand, manchmal aber auch nur suchte. Manchmal träumte sie auch von Leuten, die sie in der Realität nicht gut kannte. Meistens war das irgendein Unsinn, den niemand einen auch nur als Traum geglaubt hätte, weil man der Ansicht der meisten Leute nach sehr viele Drogen nehmen musste, um auf solche Gedanken zu kommen.
Was Ina nicht davon abhielt, weiter solche Träume zu haben.

Diesmal hatte sie von ihm geträumt. Sie hatte überhaupt nicht lange geschlafen, nur vor einer Stunde, nachdem sie ihr Zimmer fertig aufgeräumt hatte, hatte sie sich auf das frisch bezogene Bett gelegt, einen dummen Witz erfunden und war kurz eingenickt. Und da hatte sie, im Halbschlaf, von ihm geträumt. In ihrem Traum saß er auf einem Baum und spielte ein Kartenspiel mit einem Frosch, der ebenfalls auf einer Astgablung saß. Sie war im Traum auf den Baum geklettert und hatte ihn geküsst, in der Erwartung, der würde sich dann in einen Frosch verwandeln. Statt dessen hatte er eine Erdbeere vom Ast gepflückt und sie ihr gegeben.

Ina fand den Teil mit der Erdbeere am merkwürdigste, wenn sie jetzt darüber nachdachte. Diese kleinen Details machten Träume so surreal. Alles andere kam auch in Märchen vor. Aber in Träumen musste man sich nicht an physikalische oder botanische Gesetze halten. Oder eher: Die Träume hielten sich nicht daran. Sie hatte gelesen, dass es wohl Menschen gäbe, die bewusst träumen konnte, aber ihr gelang das nicht einmal im Halbschlaf, wenn sie ganz fest an irgendetwas dachte. Meistens träumte sie dann überhaupt nichts. Auf jeden Fall mochte sie Freud nicht. Einmal war sie ihm auch im Traum begegnet. Er hatte selbst auf einer Couch gelegen und Mittagsschläfchen gehalten. Ina hatte ihm im Traum, und vielleicht war das das einzige Mal, dass sie bewusst eine Aktion in ihren Träumen beeinflusst hatte, den ausgestreckten Mittelfinger vor die Nase gehalten.

Podcast: Angscht a Schrecken an enger relativ versiffter Hippiedisko, déi wéi en Piratenscheff heescht

Monday, July 2nd, 2007

Dieses Mal war ich in einer alten, versifften Hippiedisko, die manchen wohl bekannt sein wird. Man kann dort tanzen, gute Musik hören, merkwürdige Leute sehen und einiges an Angst und Schrecken erleben…

Angscht a Schrecken an enger relativ versiffter Hippiedisko, déi wéi en Piratenscheff heescht (mp3, 7.40 MB)

Den gesamten Text wie immer unter “Mehr!”

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Feuerhimmel

Sunday, July 1st, 2007

Regenboden rechts, links ein goldener Himmel, und in der Mitte sind die Wolken zartrosa. So sieht es aus, wenn ich aus dem Fenster schaue.
Es riecht nach Sommerregen. Vielleicht kommt der Sommer ja wieder?