Ich wollte das hier schon länger schreiben. Eigentlich habe ich es eben angefangen und dann, ohne es zu wollen natürlich, das Tab geschlossen. Ich frage mich, ob größeren Künstlern sowas auch passiert ist. Vielleicht hatte Max Frisch noch einen Roman über Identität und Schweizer auf Lager, aber das Manuskript ist ihm aber dann beim Weg zur Post in einen Fluss oder den Gulli gefallen und damit war alles verloren. Ich hatte das Glück, nur zwei Sätze geschrieben zu haben und motiviert zu sein.
Jungs sind merkwürdige Wesen. Ich spreche von Jungs im eigentlich schon fast postpubertären Alter, dh. zwischen 17 und Oh mein Gott ich werde dieses Jahr Zwanzig 19 Jahren. Und vor allem von Jungs, die sich mehere Tage lang 24 Stunden auf 24 Stunden auf der Pelle sind und wenig Abwechselung haben.
Ich möchte, dass dieser Beitrag als Ergränzung zu Terry Pratchetts Erörterungen in seinem Buch Weiberregiment (bzw. Monstrous Regiment, aber dieser Abfolge von o und u macht mich immer nervös!) betreffend der Thematik “Wie benehmen sich Jungs unter Jungs?” sehen. Terry Prachett hat die Felder des Nasepopels, Rülpsens und Furzens sehr gut beschrieben. Ebenfalls der Fakt, dass Jungs über einen Penis verfügen (Muss ich jetzt politisch korrekt erwähnen, dass es auch Jungs gibt, die keinen Penis haben? Ich gehe von kilscheehaften Jungs aus und möchte kein Genderbending betreiben. Dieser ganze Beitrag ist ironisch zu verstehen und beschreibt keineswegs die Eigenschaften eines ganzen Geschlechts, sondern humuristische Beobachtungen.), hat der Herr Prachett wunderbar beschrieben.
Einge Dinge hat er jedoch vergessen.
So zum Beispiel die Sache mit dem Klo. Ich möchte ebenfalls mit dem Vorurteil aufräumen, dass Jungs nicht gemeinsam aufs Klo gehen würden. Jungs gehen wohl gemeinsam aufs Klo. Und natürlich ist das wahr. Mädels gehen zusammen Pipi machen. Und Jungs gehen zusammen kacken. Das scheint etwas extrem männliches zu sein. Es wird sich während es Geschäfts ausgiebig über die Zusammensetzung, Geruch, Konsistenz, “Herauskommenwollen” und ähnliche wichtige Details des Kotes unterhalten. Das wird offenbar als extrem männlich empfunden. (Lustig ist es allemal. Also, wer beim Betrachten des eigenes Auswurfes auf einem Flachspüler seine Freude hat, wird das gemeinsame große Geschäft sicher sehr interessant finden.)
Ausserdem sind folgende Dinge extrem männlich(edit) bzw. werden so aufgefasst, was keineswegs die persönliche Meinung des Autors wiederspiegelt. I give a shit on “Männlichkeit”(/edit):
1)Über Sex reden, denn man gerne haben würde. Dabei keine Anstalten machen, auch nur irgendeinen Schritt in die Richtung des weiblichen Geschlechts zu machen oder sich irgendwie anzustrengen. Es ist viel männlicher, sich über schwierige Rahmenbedinungen zu beschweren und zu behaupten, die Auswahl an weiblichen Wesen sei nicht schön genung und/oder entspräche nicht irgendwelchen sonstigen Qualitätskritärien Qualitätskriterien. Trotzdem ausgiebig über Standfestigkeit, Ausdauer und überhaupt, ich habe den größten und alle liegen sie mir zu Füßen reden, dabei immer wieder andeuten, dass man wirklich ein Mädchen kriegen könnte und wollte, aber die Rahmenbedinungen wirklich SEHR ungünstig seien.
2)Sich am Hodensack kratzen. Das darf gerne auch schon in Onanie übergehen. Hauptsächlich man zeigt, dass man einen Hodensack besitzt und männlich genung ist, sich in aller Öffentlichkeit daran zu kratzen. Dabei möglichst umständig und offensichtlich vorgehen, damit auch jeder sieht, dass Derallergrößte zuerst zur Seite geschoben werden muss, ehe man sich am Hodensack kratzen kann.
3) Behaupten, das Mädchen, an das man sich letzendlich trotzdem rangemacht hat, sei a) nicht sein Typ b) nett, aber mehr nicht c) natürlich bereit, mit einem zu schlafen und würde a) einem schon den ganzen Tag hinterherlaufen, obwohl das Gegenteil klar sichtbar ist b) sich gerne von einem begatten lassen c) einem hinterherlaufen. Egal wie offensichtlich die Gegenbeweise für diese Behauptungen sind, fest darauf beharren.
4) Über Trinkgelage reden. Stolz darauf sein, betrunken gewesen zu sein, peinliche Dinge getan zu haben und/oder grandios-gigantische Kopfschmerzen wegen Alkohol (gehabt) zu haben.