Archive for February, 2007

A Weekend in the city

Saturday, February 24th, 2007

Ich habe mich ja bisher gefragt, was “alle” so toll an dem neuen Album von Bloc Party, einer mir bis dato unbekannten Band, finden. Jetzt ist mir aufgefallen, dass ich noch gar nicht richtig hingehört habe. Der Opener mag ein wenig seicht beginnen und mich an irgendetwas gehörtetes errinnern, doch er wird dann kraftvoll und verdammt, er rockt!
Hunting for witches ist ebenso musikalisch - sind das elektronische Töne?, wie textlich interessant. Terrorangst in London, gewürzt mit einer Portion allgemeiner “Schaut nicht so viel TV-Sozialkritik”.

Und auch sonst bietet A weekend in the city genung, was man als “hörbar” bezeichnen kann. Ich bin noch nicht restlos überzeugt, aber ich denke, ich sollte das Album noch ein paar mal hören, ehe ich es als “Überzeugt mich nicht wirklich” weglege. Denn das hat es bestimmt nicht verdient.

Playlist

Friday, February 23rd, 2007

Playlisten machen mir ja Spaß. Ich habe schon sehr lange keine mehr für's Radio erstellt, weil ich meistens im Studio selbst entscheide, was ich gerade spiele. Das hat einerseits den Vorteil, dass ich sehr spontan sein kann und gegebenfalls auch mal Therapy? spiele, wenn irgendetwas nicht so hinhaut wie es soll, und anderseits hat es aber auch einige Nachteile.
Man kann sich zB. weiter im Vorraus Überleitungen ausdenken. Wobei die auch wiederum spontan kommen sollen. (Sagen die Experten.) Oder zumindest so klingen sollten.
Was ich am Montag für Musik spielen sollte, weiß ich jetzt noch nicht. Ich habe mir ja vorgenommen ein klein wenig mehr vorbereitet zu sein. Denn Frei Sprechen heißt halt nicht “Nicht vorbereitet sein”.
Heute Nachmittag war mir nach etwas heftigerer Musik zu Mute und dabei ist folgende Playlist herausgekommen:

The Hives - walk idiot walk (3:31)
Therapy - Little Tongues First (4:25)
The Smashing Pumpkins - The Everlasting Gaze (4:00)
Caliban - A small boy and a grey heaven (4:14)
Killing Joke - The Death & Resurrection Show (6:56)
Einstürzende Neubauten - Sie (6:07)
Murderdolls - White Wedding (3:18)
John Mcasskill - revolution kids (5:08)
Nine Inch Nails - Closer (6:13)
Anthrax - What Doesn´t Die (4:09)
Rage Against The Machine - Guerrilla Radio (3:26)

Mit 51 Minuten wäre die für's Radio schon zu lang, da ich nur eine Stunde Sendezeit habe. Und für die Sendezeit zu heftig. Ich versuche ja, Rücksicht auf die Staatsbeamten zu nehmen, die zwischen 16 und 17 Uhr in den Feierabend fahren.

explosion

Thursday, February 22nd, 2007

Heute ist ein Wal explodiert.
Und die Muse ist zumindest nicht mehr vermisst.
Alles wirkt unendlich.

Kapiert jemand das?

Wednesday, February 21st, 2007

Ok, das ist nun sehr merkwürdig. Meine Startseite funktioniert nicht. Die static.php funktioniert. Ich nehme deshalb an, dass das RSS-Feed auch funktioniert. Vielleicht weiß ja jemand was.
Wenn man jemand gehackt haben sollte, dann hat er die Sache so gut gemacht, dass der ftp-server meines Hosters und dessen Seite nicht mehr erreichbar sind.
Anstatt meiner index.php findet sich ein merkwürdiges iframe. Und der Internet Exploder meint da irgendein Sicherheitsrisiko von wegen ActiveX zu finden. Ich wüßte gerne, was los ist. Ich vermute allerdings mal, dass ich nicht schuld bin. Vor allem, da sich meine Statistik-Seite auch nicht öffnen lässt und wie gesagt mein Hoster nicht zu erreichen ist.
Ich hoffe einfach, dass die Jungs und Mädels bei Framecom.net das Problem bald in den Griff kriegen und ich nicht nur für die RSS-Leser schreiben muss.
Wer mich allerdings aufgekratzt erleben will, kann mich ja irgendwie kontakieren.
Edit: Heute morgen ging die Seite meines Hosters wieder, und ich kam auch wieder auf den ftp-server. Ein Auswechseln der index.php brachte das Blog hierhin zurück. Was auch immer das war, ich habe keine Ahnung davon.

Tränen

Tuesday, February 20th, 2007
Die Luft war erfüllt mit Tränen
eines explodierten Wales
der sein Ende hoch über der Stadt gefunden hatte
während ich drinnen gesessen und Tee getrunken hatte
Es war kalt und ich spürte
es war kein Engel mehr da, der mich beschützte
Allles war totenstill und ohrenbetäubend
Ich lief wie kalt durch die Stadt
die der Nebel verschluckte
Es war kein Engel mehr da, der mich beschützte

Podcast: Angscht a Schrecken an der Fuesend

Monday, February 19th, 2007

Ich habe mittlerweile schon Fans auf einem Blog, das sich ganz dem Gonzo-Journalismus gewidmet hat.
Das freut mich natürlich. Und ich hoffe dass sich alle anderen über die neuste Folge von Angscht a Schrecken zu LĂ«tzebuerg freuen:

Angscht a Schrecken an der Fuesend (mp3, 11,6 MB)

Den Text gibt's unter “mehr!”, die vollversion in ner Stunde aufm Radio.

(more…)

Regentropfen auf deiner Nase

Sunday, February 18th, 2007

Thierry hat Recht. Wir brauchen ein Manifest.
Ich verstehe nicht viel von Literatur. Und ich will mich selbst nicht Künstler nennen, weil ich zu sehr fürchte, damit falsch zu liegen. Ich bin doch einfach nur ich.
Ich habe das Gefühl, es werden nur noch Sachbücher und schlechte Romane über Geheimnisse der Kirche geschrieben, die aufregen wollen, es aber nicht wirklich tun. Jedenfalls so lange nicht, bis Hollywood darauf aufmerksam wird.
Nun, das ist jedenfalls das, was ich auf dem Büchermarkt sehe. Vielleicht lege ich vollkommen daneben damit. Aber im Internet, so scheint es, werden die wahren Geschichten geschrieben. Jeder Tag eine neue Perle, die nur darauf wartet, entdeckt zu werden.

Und ich sitze hier und lese die gleichen Blogs. Und jene 36 Feeds, die ich aboniert habe, sind nur ein Bruchteil von all dem, was ich lesen könnte und lesen sollte. Dazu kommen all jene Blogs, die kein Feed haben oder die ich nur sporadisch besuche, immer hunrig, immer auf der Suche nach neuem Lesestoff. Der nicht immer Literatur ist. Der manchmal einfach nur Alltagsgedanken sind.
Aber das ist egal, ein Manifest brauchen wir trotzdem.

Ich will wieder Bettgeschichten schreiben. Und verdammt, ich möchte die wunderbaren Geschichten anderer Leute lesen. Ich will länger aufbleiben wollen, um “nur noch schnell diesen Blogpost” zu lesen. Ich möchte den Stimmen von Bloggern zuhören, wie sie ihre Geschichten vorlesen. Ich möchte junge Autoren lesen. Ich möchte diese Autoren zu bloggen bewegen. Ich möchte Blogger zum Schreiben bewegen. Ich will nicht, dass die wunderbare therapeutische Wirkung von Schreiben in verstaubten Schubladen in einem verschliessbaren Buch endet. Ich will ein Buch drucken lassen, mit Texten aus Blogs und jungen Autoren und Fotos von Menschen, die wenig Gelegenheit haben, ihre Fotos zu veröffentlichen.
Ich will, das eine Bewegung entsteht. Denn die Feder ist stärker als das Schwert, wie es so schön abgedroschen heißt.
Ich will weiter Geschichten schreiben. Ich habe verdammt viele Ideen, die alle nur darauf warten, geschrieben zu werden. Und ich jedes Buch, das ich mir als Kind ausgedacht habe und nicht geschrieben habe, weil ich dachte: “Das machst du später”, und es nicht geschrieben habe. Ich bereue jede Idee, die ich vergessen habe.
Und ich will nicht, dass es so weitergeht. Sei dies mein Manifest! Es ist ein persönliches, und es mag aus einer unbestimmten Wut heraus geschrieben sein, aber es besteht. Kunst wird erst durch Veröffentlichung zur Kunst. Ein Buch, das niemand je liest, könnte genausogut aus leeren Seiten bestehen. (Ein Schicksal, das Telefonbücher einst erleiden könnten!)
Ich will schreiben.

Sternenstaub regnet auf uns herab, unablässig

Saturday, February 17th, 2007

Dies sind die ruhigen Wochenenden am Anfang des Jahres, die ich nie vermisst habe, aber insgeheim gespürt habe, dass ich sie brauche. Ich vermisse L. unglaublich. Wieder, ohne es zu bemerken.
Ich sehe es nur in momenten, als ob meine Vergangenheit sich in kleine Puzzelteile versprengt hätte und ich mich nun auf die Suche nach ihnen machen müsste.
Damals wusste ich nicht, welche Tragweite ein einfacherer Spaziergang hatte. Und genausowenig wissen wir, welche Auswirkungen einfache Sätze von uns haben können.

Rrrrrrrrrrrrrrrrrrr

Friday, February 16th, 2007

Ich kenne nicht viele Dinge, die anstrengder sind, als Bäume zu fällen. Und trotzdem ist es danach ein gutes Gefühl. Müde sein, so müde dass man sich am liebsten ins Bett legen möchte, um die ganze Nacht durchzuschlafen.
Und Douglasien haben einen tollen Duft.
*sich in die Wanne legen geh*

Thursday, February 15th, 2007

Es ist mal wieder Zeit für ein Räucherstäbchen.
Räucherstäbchen an, Licht aus.

Es ist ein wenig wie ein Drogentrip. Obwohl du natürlich nicht weißt, wie ein Drogentrip sich wirklich anfühlt. Das kalte Licht des Monitors kommt ein wenig auf dich zu und nimmst nur noch ihn war, die Dunkelheit um dich herum verschwimmt. Von rechts kommt der Geruch des Räucherstäbchen, der dich beruhigt und auf eine merkwürdige Art und Weise stimuliert.

Da ist der Drang zu schreiben, obwohl du jetzt noch nicht einmal weißt, worüber überhaupt. In deinem Kopf wirken tausende kleiner Zahnräder. Eine große Lorenzmaschine, die dein Unterbewusstsein chiffiert und wieder dechiffiert. Neugestaltung der Realität. Decomposing Composers. Das große Manifest derer, die nicht wissen, was sie schreiben, wenn sie anfangen und nicht zufrieden sind mit dem, was sie nicht geschrieben haben, wenn sie fertig sind.

Duft. Der Geruch von Braten mitten im Wald. Zitronenduft bei 3-Punkt-Hebelentastung. Osmose und die 66 Reiter der Postapokalypse schweben auf einer sanften Brise zurück ins Tal. In welches Tal?
Du bist verliebt in eine Person, die du noch nie gesehen hast, mit der du noch nie kommuniziert hast, von der du nicht einmal weißt, wer sie eigentlich ist. Ein Ideal. Eine Idee, die über allem steht. So lange sie nicht mit der Nase über den Plopschutz reibt und mir meine CDs zurückgibt, wenn ich ihr was leihe, ist alles gut. Where is my Mind hören und sterben.
Als ob allein Sex glücklich machen würde.

Du wirst diesen Text nie wieder entschlüsseln können. Kryptographie des Geistes. Codewort: SEELE. Keel Lorenz ist ein furchbar einsamer Mann, denn er kann nur verschlüsselt werden.
In die Tasten einer Schreibmaschine der 60er Jahre hauen, mit voller Wucht, so dass es klack-klack-klack macht und du hörst, wie Literatur entsteht, unter deinen Fingern, in dem Mechanismus der Maschine. Eine Hermes Baby, wie Faber eine hatte, im Flugzeug in der Wüste. Die ganze Zeit tippend. Klack-klack-klack, und mit jedem Klack entstand ein neues Wort sich ständig wiederholender Literatur unter seinen Fingern, durch den Mechanismus.

Wie kann Literatur denn überhaupt aus Nullen und Einsen entstehen?
Ist sowas denn möglich, wenn es keinen Mechanismus mehr gibt? Als ob Mechanik je Probleme gelöst hätte. Die Zahnräder in deinem Kopf sind nicht geölt.

Ich erwachte nackt neben ihr
. Sie war erstaunlich zärtlich zu mir gewesen, was ich mir von ihr nicht erwartet hätte. Aber eine große Klappe verhindert nicht, dass man auch ein großes Herz haben kann. Sie hat dich von Anfang an angezogen, und je mehr Gemeinsamkeiten du entdecktest, desto mehr hat sie dich angezogen. Wie ein großer Magnet ein nach Licht suchendes Insekt, was eine völlig unzulässige Metapher ist.
Aber auch das ist noch lange keine Literatur, selbst wenn es einen Mechanismus geben sollte.
Mechanik hat noch nie geholfen.

Metamechanik. Du siehst dich selbst als Tröster der Betrübten, obwohl du in den schwiergen Situationen selbst nicht mehr weißt, was du sagen sollst und hoffst, dass es genügt, einfach nur da zu sein. Was letztendlich Quatsch ist, denn du denkst immer mehr und öfters daran, zu umarmen. Als würde eine simple Umarmung alles, was gesagt werden muss, ausdrücken.
Die Wahrheit steckt viel tiefer.

Es gibt keine Liebe in dir?
Woher willst du das wissen? Du bist weder ein Heiliger noch bist du jemand, der sich besser auskennt als alle anderen. Klassenfahrt in den 6. Kreis der Hölle. Kreuzfahrt auf dem Styx.
Und dennoch: Den Blick ständig zum Himmel, zu den Sternen, den Wolken, zu allen Gestirnen und Wetterformationen, denn dort willst du hin. Verrückt anzunehmen, jemand würde das Wetter wegen dir verändern, aber es scheint so.

Keine Rettung für jemanden ohne Maschine. Es ist keine Muse weit und breit. Aber das hällt dich nicht davon ab, zu schreiben.
Einziger Fehler: Du solltest dich vorher betrinken.