Archive for January, 2007

Tief im Innern

Monday, January 8th, 2007

Es brodelt in mir.
Mein Magen schmerzt, und ich weiß nicht wieso. Aber ich kann mir vorstellen dass er, der so vieles an meinen Launen ausbaden oder eher verdauen muss, als erstes merkt, wenn etwas nicht stimmt. Oder wenigstens sofort nach dem Teil von mir, das sich als “ich” bezeichnet.
Etwas stimmt nicht mit mir, und mein Bauch weiß es. Er sendet kleine, kurz andauerende Schmerzsignale an mich. Und ich denke bloss, ich hätte etwas falsches gegessen oder halt an einem Abend zu viel getrunken. Möglicherweise habe ich das auch. Aber irgendwo in mir drin scheint doch etwas zu merken, dass nicht alles mit mir in Ordnung ist, auch wenn ich gerne so tue, als ob. Ich trinke grünen Tee ohne Zucker. Vielleicht sollte ich anfangen, bloss noch rohes Gemüse zu essen. Und entschlacken und sowas.

Arbeiten und sich Beschäftigen hilft, alles andere, was einen so bedrückt, zu vergessen. Aber so bald dann wieder der Alltagstrott einkehrt, kommt alles zurück. Aus der Tiefe. Dem Magen, dem Darm. Wie schlechtes Essen, dass immer wieder hochstößt.
Einsamkeit ist eine gefährliche Sache, wenn man sich nicht wirklich einsam fühlt.

Ich brauche nur ein Stichwort und alles ist wieder da, als hätte nie jemand das Messer aus der Wunde gezogen. Aber ist da überhaupt eine Wunde? Wie kann jemand von sich behaupten, verletzt zu sein, wenn er noch nicht einmal weiß, ob er überhaupt bluten kann?
Seelentherapie für die anderen. Gratis und gerne. Du selbst bist ja belastbar.
Und selbst wenn es das wäre, was dich kaputtmachen würde: Lieber damit sterben und wenigstens die Illusion haben, geholfen zu haben. Es ist ja nicht so, als würden dir diese Gespräche nichts bringen. Vielleicht schliesst ein Unterbewusstsein dadurch schon alle möglichen Fehlerquellen aus und die Alarmglocke schrillt erst dann, wenn es keinen falschen Alarm mehr geben kann.

Vielleicht fehlt auch bloss etwas Sonnenschein…

Podcast: Angscht a Schrecken op enger komescher Versammlung vun engem Konschtprojet am Kader vum Kulturjoer 2007

Sunday, January 7th, 2007

Die allseits beliebte Serie, ohne O-Tonaufnahmen, ohne Hintergrundmusik, ohne Jingle. Dafür einige Stunden früher und für immer. Wer die Vollversion hören möchte, muss morgen zwischen 16 und 17 Uhr MEZ 103,3 Mhz, 105,2 Mhz oder ara.lu einschalten.

Angscht a Schrecken op enger komescher Versammlung vun engem Konschtprojet am Kader vum Kulturjoer 2007

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Unheimlich.

Sunday, January 7th, 2007

Gestern auf der Straße im Zug als Luxemburgs erster Blogger wiedererkannt worden. Ausserdem wusste die Person, welche Schuhe ich tragen würde.
Das wird so langsam unheimlich.

in schimmerenden Gold (grey edition)

Saturday, January 6th, 2007

Und es ist plötzlich, als wäre es wieder möglich, zu träumen. Als ob die Poesie in jenem seltsamen Augenblick wieder bestünde.
Du bist merkwürdig unbewaffnet. Weder Feder noch Mikrophon, und allein dieser Fakt macht dich fast verrückt.
Ich glaube, du bist jemand, der dokumentieren muss. Du kannst wahrscheinlich gar nicht anders, als ständig Bilder und Stimmungen in deinem Kopf zu speichern. 800 000 Millionen Pixel, und im nächste Moment ist alles wieder verblasst.

Du fühlst dich, als wäre es in diesem kleinen Moment zwischen Bahnsteig und den Heroinabhänigen an der Eingangstür möglich, sich zu verlieben.
S war schon immer ein schlechter Buchstabe.
Du lehnst alles ab, allein schon aus Pietätsgründen ist es dir nicht möglich, auf so etwas einzugehen.
Kommt all dein Leid aus dem eigenen Unwillen?

Du siehst dein Leben vor dir, in Braun und Grautönen, wie in einem Film, wo Bewegungen mit Ubahnen und Zügen in Hochgeschwindigkeit gefilmt werden, um die Masse der transportierten Personen zu unterstreichen, die Geschwindkeit hervorzuheben, die letzendlich nicht wirklich schnell ist. Verlorene Zeit auf ungemütlichen Polstersitzen, die bei Feuer eine starke Rauchentwicklung zeigen. Kann überhaupt noch jemand atmen, der je brennendes Polster in den Lungen hatte?
Du liest Bücher oder schreibst Geschichten. Aber die wahren Romane spielen sich in deinem Kopf ab.

Du denkst recht wenig mit dem Muskel, der Blut durch deinen Körper pumpt. Dann eher noch mit dem Bauch oder dem Rückgrad. Ein vielstimmiges Choral im Hinterkopf, der sich ständig erweitert, über seine Grenzen hinaus wächst. Dann wieder Gespräche über Onanie. Und wieso auch nicht?

Immer wieder schreitest du durch diese Halle und bist dir nicht mal dieser Decke bewusst, bis du wieder einmal darauf gestossen wirst. Immer die gleichen Wege, altbekannt, gehetzt, mit dem Gesicht des unschuldigen Massenmörders.
Du denkst an dieses Gefühl, dass du hattest, mit dem du kurz gekämpft hast und dass du dann wieder in eine stille Ecke gedrängst hast, irgendwo zwischen Verdruss und Lustlosigkeit. Um Entäuschungen zu vermeiden.

Der dunkle, gemütliche Dezember ist vorrüber. Man hat uns in ein neues Jahr geworfen, in den kalten, hellen Januar. Aber selbst hier gibt es keinen goldschimmerenden Sonnenuntergang.

Jahresrrückblick

Monday, January 1st, 2007

Zugenommen oder abgenommen?
Wat weiß ich. Zugenommen, glaub ich.

Haare länger oder kürzer?
Länger.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr, schätze ich.

Der hirnrissigste Plan?
“Ich hab genügend Geld, um nach Lyon zu fahren.”

Der beste Sex?
/

Die teuerste Anschaffung?
Gute Frage. Wahrscheinlich das Ticket nach Lyon.

Das leckerste Essen?
Die Nudeln mit Käsesoße gestern? Das selbstgekochte Essen nach sovielen Stunden Dauerkochen auf einem Wagenplatz in Köln? Ich weiß es nicht…

Das beeindruckenste Buch?
Hunter S. Thompson: Fear and Loathing in Las Vegas

Das enttäuschendste Buch?
Muss ich wohl verdrängt haben…

Der ergreifendste Film?
Babel

Die beste CD?
Einstürzende Neubauten - Grundstueck

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Radiomachen

Vorherrschendes Gefühl 2006?
Was für ein unglaublicher Trip

2006 zum ersten Mal getan?
an einem See geknutscht

2006 nach langer Zeit wieder getan?
nach Frankreich gereist

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Tote Tiere, Harddiskersatzkaufenmüssen, Kranksein im Mai

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Da sein, wenn ich gebraucht wurde.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
siehe oben.

2006 war mit 1 Wort…?
einTrip