Um sofort auf die interessanten Dinge zu kommen: federico meint bei Thierry in den Kommentaren, die Schnittchen seien gut gewesen. (Jedenfalls interpretiere ich das so.) Ich hatte keine Zeit, sie zu probieren. Aber die Schnittechen sind auch ein guter Einstieg. Das ist das erste, was ich sah, als ich mich neben einen Journalisten von der Woxx setzte und mir von dem erst mal die Lage erklären liess. Alles in Ordnung, Paulo Lobo sicher kein Fakeblogger, bisher sieht alles relativ cool aus.
Nachdem ich die Schnittchen gesehen hatte und das Macbook von einem mitgebrachten Freund aufklappte und nach dem WiFi-Access suchte, kam Emmanuel Vivier, sah mich überhaupt nicht böse an und fragte mich, ob ich seine Mail bekommen hatte. Ich hatte die letzten 3 Stunden im Zug, im Auto, in einer Bar, in einer Wohnung eines Freundes verbracht. Und Emmanuel Viviers Mail ist nicht nur so groß, dass sie nicht in meine Kommentare passte, sondern auch so groß, dass mein “tolles” “Ich-bin-kein-Blackberry-ich-lad-dir-deinen-imap-per-gprs-runter”-Handy sie nicht hätte lesen können. Was ich in den Minuten, die Vivier brauchte, um mir jemanden zu besorgen, der mir das Passwort mitteilte, auch versuchte. Hey, man will schliesslich im Vorteil sein, nich wahr?
Dann las ich diese Mail und war ein wenig wütend. Weil ich glaube, dass Herr Vivier mich mehr oder weniger absichtlich missverstanden hat.
Ich mach das Frage-Antwortspiel unter “mehr”, weil das sonst den Rahmen hier sprengt. [The Mail from Emmanuel Vivier which he tried to post in my comments can be seen by clicking on "Mehr!" There are also my answers to this!].
Gut, dann habe ich Paulo Lobo kennengelernt und bin mittlerweile davon überzeugt, dass er kein Fakeblogger war. Ebensowenig wie Weytjens. Wieso? “Menschenkentniss”, “Gefühl” ausserdem hat mir jemand, der es wissen muss, Paulos Identität bestätigt. Wobei da auch Dinge gemunkelt werden. Na ja, werden wir sehen. Die beiden haben sich auch entschuldigt für die Anschuldigen und Dinge, die sie gesagt haben, und meinten es habe viele Missverständnisse gegeben. Das schien das Motto des Tages zu sein.
Lola2deluxe hat mit sehr kurz die Hand geschüttelt. Was ihren Arbeitsplatz angeht, habe ich auch einige merkwürdige Dinge gehört, die mir andere Dinge (Stichwort 10.11) wieder merkwürdig oder schleierhafter erscheinen lassen. Aber: Ich habe nicht mir ihr gesprochen, ich kann und will da nichts sagen, was ich nicht irgendwie belegen könnte.
Mit Emmanuel Vivier habe ich dann sehr sehr lange geredet. Über seine Fehler. Über meine ihm nach erstaunlich guten rethorischen Fähigkeiten. Darüber, dass ich nicht glaube, dass Blogmarketing funktioniert. Dass Bombardement mit Werbung nicht funktioniert. Aber funktioniert Bombardement mit Produkten?
Hey, man gibt ne Kinovorstellung für einen Film für 100 Blogger. 50 bloggen negativ, 50 bloggen positiv. Das sind trotzdem 100 Blogs mit einer Art Werbung für den Film. Und Emmanuel Vivier scheint es für eine gute Idee zu halten, wenn Firmen ihre Werbung vemehrt auf solche Dinge konzentrieren. Und da kann ich einfach nur Don Alphonso zitieren:
Man muss Masochist sein, wenn man sein Geschäft mit Blogs machen will.
Hey, ich will keine Blogs lesen, die Kinoeinladungen kriegen und deshalb ins Kino gehen. Wenn jemand seinen Job gut macht, sollte ein Kino schlau genung sein, ihm eine Akkreditierung zu geben. Und ein Veranstaltungsort genauso für jemanden der Konzertkritiken schreibt. Wobei. Wieso auch? Blogger machen subjektive Sachen und müssen deshalb noch lange nichts bezahlt bekommen. Wenn du die Meinung über einen Film wissen willst, lad 100 Leute per Zufall ein und lass die an ner Umfrage teilnehmen. Wegen mir kannst du auch 20 andere dafür bezahlen, dass sie die Leute nach ihrer Meinung fragen. Wegen mir les auch noch die Blogs von Cineasten.
Aber wieso man als Firma Marketingaktionen speziell auf Blogger fokusieren sollte, “nur” um Meinungen zu haben, erschliesst sich mir nicht. Auch nicht nach langer Diskusion mit Emmanuel Vivier. Der übrigens auch glaubt, dass man keine Laptops oder Autos unter Blogger verteilen sollte. Kinoeinladungen schon. Ich find Kinoeinladungen eigentlich schlimmer als ein Auto zu testen. Es ist ja nicht “Wir laden Frau Meier aus Hanneklengweinhäffen ein und die sieht sich nen Film an und sagt uns danach wie sie ihn findet”, sondern “Blogger Meier sieht sich den Film an und bloggt danach”. Ich behaupte einfach mal, dass nur sehr wenige Blogger nach einer Gratisvorstellung zu der nur Blogger eingeladen worden sind überhaupt nichts darüber bloggen. Das war es auch, was ich Vivier als “Manipulation” erklärt habe: Egal wie klein dein “Geschenk” ist, es manipuliert den Blogger trotzdem.
Und über Firmenblogs haben wir gar nicht viel geredet. Vivier hat mir ein Beispiel von einem Tshirthersteller in Frankreich erzählt, der erfolgreich bloggt und damit toll Geld macht. Ja, aber dem hat nie jemand erklären müssen, dass er bloggen soll. Der hat das von ganz alleine ausprobiert. Und das ist ja das schöne: Weil jeder Blogger kann, kann auch jede Firma es ausprobieren. Tja, schade bloss dass man culture-buzz für sowas dann nicht mehr braucht…
Übrigens, was schon mal nich gut aussieht: http://www.unpointdevue.com/. Nee, das is kein tolles Firmenblog. Und meine letzte Brille hatte einen Preis mit einer 3 vorne und hatte ebensoviele Stellen. Vor dem Koma. Das ist keine Kleinigkeit mehr. Falls man da Brillen vergeben sollte. Ich habe das jetzt nicht nachgesehen.
Ich glaube also auch nach 2 Stunden Diskusion immer noch nicht an Blogmarketing in welcher Form auch immer. Auch wenn ich zugeben muss, dass Vivier allem Anschein nach aus Vollpleiten wie die von Edelmann mit Walmarkt gelernt hat. Dass er die Blogger verstehen würde, kann ich trotzdem noch immer nicht so richtig glauben. Ich fand auch wenig “persönliche” Sachen auf seinem Blog. Und ich finds merkwürdig, dass er sich seit 5 Jahren mit Blogs beschäftigt und aber erst seit einem knappen Jahr selbst persönlich bloggt und sehr oft gesagt hat, er wäre schlussendlich auch nur Blogger.
Was für ihn die Freikarte zu sein scheint, um so ein Treffen während mit seiner Firma zu organisieren. Natürlich ist das ganze unkomerziell und all das. Nett.
Ok, ich geb zu, es war nett. Ich wurde nicht rausgeworfen, nicht böse angeschaut (Obwohl ich mir da bei einer gewissen Dame nicht sicher war…), die Stimmung schien so weit ich das beurteilen kann, sehr gut gewesen zu sein. Ich habe sogar zu den luxemburgischen Bloggern gesagt, dass es schade wäre, dass man nicht mehr miteinander hätte reden können. Hey, und das find ich auch noch immer.
Aber. So gut organisiert wie es aussah war es anscheinend nicht. Vivier meinte, die Dinge seien sehr sehr schnell gegangen. Wobei ich mich frage, wieso es ihm im langsamen Luxemburg zu schnell geht, während er in Paris sowas offenbar sehr locker über die Bühne kriegt. OK, er meinte, er habe überhaupt nicht mit einer luxemburgischsprachigen/deutschsprachigen Blogosphäre gerechnet und dass aus am Anfang 60 plötzlich 150 (dazu kommen wir noch!) Blogs geworden wären.
Das mag Ok sein. Aber trotzdem entschuldigt das nicht die völlig verkorkste Kommunikation, die in den letzten 2 Wochen zwischen hauptsächlich mir und culture-buzz bzw. den restlichen Organisatoren abgelaufen ist. Und es entschuldigt nicht, dass culture-buzz nicht von Anfang an ehrlich war. Ok, Emmanuel Vivier hat sich nicht versteckt und gesagt, wer und von wo er ist. Aber wie das “nicht-komerziell” zu verstehen war, hat niemand uns erklärt.
Da hätte doch ein Blogpost mit der ganzen Geschichte, von der ursprünglichen Idee von Vivier Anfang November über Zusammentreffen mit der portugiesisch-französischen Blogosphäre in Luxemburg bis zur Pressemitteilung die zu früh rausging alles drin stehen können. Ich glaube, Vivier hat auch nicht verstanden, dass ich gerne als Blogger die gleichen Informationen, bzw. wenn möglich alle die nicht aus Sicherheitsgründen der Geheimhaltung unterliegen, hätte. Was denken die Blogger wenn da steht, da sind zwei Experten.
Na, das gleiche wie wenn sie es in einer Pressemitteilung lesen müssen. Nur hätte man hier die Gelegenheit gehabt, das ganze zu erklären. Vor allem hätte man das “nichtkomerziell” erklären können.
Dass meine Kritik zu hart war und meine Forderung nach einer offenen Diskusion nicht verstanden wurden, das habe ich auch nicht wirklich kapiert. Kann sein, dass man das aus irgendwelchen Gründen nicht verstehen wollte und auch aus irgendwelchen Gründen erst heute Mittag auf meine konkreten Fragen geantwortet hat.
Die Bar ist sehr nett. Auf dem Klo fand ich keine Spuren von Koks, was mich zugegebenermassen ein wenig verwundert hat. Ein Mann, der es wissen muss, hat mir auch gleich erzählt, dass in dem Zeug, was man heute als Koks verkauft bekommt, höchstens noch 4% Kokain drin ist. Mein Gesprächspartner ist nach unsererm langem Gespräch übrigens relativ lange verschwunden geblieben. Wieso auch immer…
Ja, die Stimmung war nett. Die Präsentation war, nachdem was ich gehört habe, auch ansprechend, auch wenn, und auch das wurde mir bloss zugetragen, einige wichtige Aspekte vom Bloggen, insbesondere was Gesetzeslage und ähnliches angeht, einiges vergessen wurde. Emmanuel Vivier hat mir ein alkoholfreies Bier bezahlt, obwohl ich eigentlich gerne eins mit Alk gehabt hätte, aber na ja, immerhin musste ich es nicht bezahlen.
Und trotzdem. Es bleibt, bei mir zumindest, ein fahler Nachgeschmack. Gerüchte über Anwesende von Buzzfirmen mit der gleichen Geschäftsadressen. (Woran ja auch nichts falsches ist!) Und ich bin mir nicht sicher, ob Emmanuel Vivier mir eingestanden hat, dass dieses Treffen dann doch nicht sooo gemeinnützig war wie man von “nichtkomerziell” erwarten würde oder ob er mir bloss gesagt hat, dass culture-buzz gerade mal 4% ihrer Aufträge in Luxemburg hätte und es somit nicht nötig wäre, die luxemburgische Blogosphäre mit Firmen zu verbinden oder sich da nach willigen Bloggern für Productseedingsdinger umzusehen.
Man könnte ja trotzdem auf die Idee kommen, das Treffen wäre ein prima Anfang für sowas. Blogs sind jetzt in den Medien, und wenn da eine Firma an die Tür klopft für einen Auftrag, wieso es nicht mal in Luxemburg versuchen? Mhmmm. Könnte man sich vorstellen. Ich weiß nicht, ob blogdelux mit dem Hintergrund ins Leben gerufen wurde. Ich könnte mir es vorstellen. Ich weiß es aber wie gesagt nicht. Es wäre eine Möglichkeit. Aber natürlich könnte Emmanuel Vivier auch ein Ausserirdischer sein der es sich in den Kopf gesetzt hat die Welt des Marketing auf dem Planeten Erde zu revolutionieren und fortan mit seinem Helikopter übers Land fliegt und Produktproben auf die Leute herabregnen lässt. Aber das sind ja alles bloss wilde Vermutungen.
Da wird die Zukunft zeigen, was da genau passiert und wo und wie.
Darf ich noch weiter kritisieren? Oder vielleicht ein wenig lachen? Über die, die, wie Don Alphonso es ausdrücken würde, es wollen können? Also, ich fand die Kommunikation der letzten 2 Wochen hier ja nicht gerade ein Zeichen für ein gutes Kennen der Blogosphäre. Dass man da auch auf Kritik stösst, hat Vivier oft genung gesagt. Damit müsste er eigentlich umgehen können, predigt er seinen Kunden doch eigenen Angaben nach, sie müssten auf die Kritik hören. War ich wirklich sooo schlimm?
Und ein weiterer Kritkpunkt ist die Seite/das Blog blogdelux.lu:
Ich find das Design hässlich und die Flagge ist momentan ein relativ heißes Thema, das würd ich doch schon wieder lieber sein lassen. Aber na ja, einige mögen es vielleicht auch. Das habe ich Vivier heute auch erzählt und er meinte, er würde es verstehen. Ich hätte ne Comiczeichnung von der roten Brücke genommen. Das wäre sehr viel mehr besser gut gewesen.
Über Schreibfehler haben sich ja schon andere ausgelassen. Dann hat Benem wirklich exzellente Arbeit geleistet und ist kurz durch die ominösen 150 146 Links zu Blogs aus Luxemburg. Dann sind da viele viele doppelte und Weiterleitungen auf party.lu/hot.lu-Seiten*, so dass sich die Zahl von 146 auf 126 reduziert.
Und unter denen sind auch noch einige, die überhaupt nicht aus Luxemburg oder der Großregion sind oder sehr sehr selten aktualisiert werden/wurden.
Wo blogdelux als Massenblog hinwill, war auch nicht wirklich rauszukriegen und steht auch nirgendwo. Eine meiner Ideen, die ich daraus abgeleitet habe, ist, dass die Macher es selbst nicht so genau wissen könnten. Muss aber nicht sein.
Fazit? Es war interessant. Ich bin von T.TV interviewt worden und konnte die Reporterin überreden, auch meine Meinung sagen zu dürfen. Sie liess durchblicken, dass sie wohl nicht wirklich genung Zeit hätte, das zu senden, aber immerhin habe ich es versucht. Und hey, ich bin im Fernsehn und meine URL ist darunter eingeblendet. Wow! Total viral!
(Wieviel Sendezeit hat T.TV eigentlich? Und wieviel werden täglich ausgefüllt? Ich glaub, die könnten all ihr Rohmaterial senden und müssten sich noch Füllmaterial suchen. Aber na ja, ich weiß nicht mal, auf welchem Programm der Sender auf meinem Fernsehgerät ist.)
Und es bleibt ein merkwürdiger Nachgeschmack.
Mal sehen, was passiert.
Ich würde es bloss nicht toll finden, wenn culture-buzz/VanksenGroup/irgendwer von denen mich als Referenz für dieses Treffen benutzen würde. Ich meine, OK, das wäre ziemlich dumm. Ziemlich sehr dumm, aber je nachdem, ob man bloss beieindruckende Fakten nennen muss oder ob man einen Kunden mit Grips hat, könnte man auch sowas sagen. Und “Nummer 1 aus Luxemburg” wäre bei mir ja auch noch nicht falsch – zumindest historisch gesehen.
Im Nachhinein versteh ich auch nicht wirklich, wieso man “uns” (die luxemburgisch-/deutschsprachige Blogosphäre in Luxemburg) anscheinend nicht gefunden hat. Gibt man bei Google “blog luxembourgeois” ein, findet man zumindestens schon Thierry. Und blog.lu dürfte einem als Blogexperten dann doch ein Begriff sein. Da ist ein Link auf “Blogbuerg”, wo man Links auf alle Blogger der genannten Blogosphäre findet. Nee, versteh ich jetzt wirklich nicht. Ich lasse das mit dem “Es ist alles so schnell gegangen” dann also auch nicht wirklich mehr als Argument gelten. Aber wieso dann all dieser Trouble, wenn man doch alles hätte erklären können?
(Tag: blogdelux)
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*party.lu und hot.lu sind die luxemburgischen Pendants zu beepworld. Falls das noch jemanden was sagt. Das war mal sehr bekannt, zu web1.0-Zeiten. Oh ja. (more…)
Um sofort auf die interessanten Dinge zu kommen: federico meint bei Thierry in den Kommentaren, die Schnittchen seien gut gewesen. (Jedenfalls interpretiere ich das so.) Ich hatte keine Zeit, sie zu probieren. Aber die Schnittechen sind auch ein guter Einstieg. Das ist das erste, was ich sah, als ich mich neben einen Journalisten von ...