Archive for June, 2006

Schwalbenhimmel

Thursday, June 15th, 2006
für Miri

Ich lag auf meinem Bett und sann über die vergangenen Stunden nach. Das Radio dudelte irgendetwas, eine locker-leichte Melodie, massentauglicher Pop. Ich hatte nicht die Kraft gehabt, passende Musik für diesen Moment auszusuchen - was passte auch zu so einem Moment?
Bett
Das Dachfenster war offen und es schwirrten Schwalben, ständig auf der Jagd nach Beute, und es schien als seien sie unersättlich, als bestünde ihr Leben bloß aus der Jagd, über mir, in ständiger Bewegung, den abenteuerlichen Routen ihrer Beute folgend.
Ich blickte also das Blau des Himmels an, der mir charakterlos erschien, ohne Seele, und das wahrscheinlich gerade deshalb, weil er so grenzenlos war. Der Ausschnitt über mir war völlig blau, ohne eine einzige Farbabstufung. Keine einzige Wolke war zu sehen, und dennoch schien der Himmel so flach, ohne Tiefe, als läge eine dichte Wolkendecke über mir.

Es gab, bis auf die kreisenden Vögel, nichts zu sehen. Ich musste meine Augen nicht einmal schließen, um die Geschehnisse der letzten Stunden (Oder waren es Tage gewesen?) vor mir zu sehen. Ein sanfter Luftstoß brachte mir an diesem heißen Tag herrliche Kühlung in der stickigen Hitze des Dachzimmers.

Ein Luftstoß war es auch gewesen, der sie von ihrem Balkon vertrieben hatte. Fröstelnd, mit vor der Brust verschränkten Armen war sie wieder in das spärlich, jedoch warm beleuchtete Zimmer gekommen.
Mir schien, als wäre der letzte Sonnenstrahl eben in jenem Moment, als sie dem Himmel den Rücken drehte, um zu mir zurückzukommen, verblasst und der Tag bloß noch ein mattblauer Schimmer auf der dunkelschwarzblauen Leinwand der Nacht, eine Errinnerung an seinen ehemaligen Glanz.

Ich lächelte, und sie grinste, das lange und viel zu große T-Shirt noch weiter herunterziehend, so dass es ihre Oberschenkel zur Hälfte bedeckte.

Es war schwarz, mit einem gemaltem weißem “X” als Aufdruck. Als sie es straff zog, zeichneten sich ihre Brüste deutlich ab, aber auch das weite T-Shirt konnte ihren Busen nicht verdecken. Dieses T-Shirt, das so wenig wirklich zeigte und so viel erahnen ließ, übte auf mich die gleiche (oder noch viel mehr?) Anziehung aus als ein engeres Oberteil. Das T-Shirt ließ Freiraum für die Fantasie, die ich nicht mehr brauchen sollte. (more…)

Mein Beitrag zur Fußball-WM

Wednesday, June 14th, 2006

Throw away your television
Time to make this clean decision
Master waits for its collision now
Its a repeat of a story told
Its a repeat and its getting old

Throw away your television
Make a break big intermission
Recreate your super vision now
Its a repeat of a story told
Its a repeat and its getting old

Renegades with fancy gauges
Slay the plague for its contagious
Pull the plug and take the stages
Throw away your television now

Throw away your television
Take the noose off your ambition
Reinvent your intuition now
Its a repeat of a story told
Its a repeat and its getting old

Throw away your television
Salivate to repetition
Levitate this ill condition now
Its a repeat

© Red Hot Chili Peppers - Throw Away Your Television

Bodenseeblues

Tuesday, June 13th, 2006

Ich bin übrigens zurück vom Bodensee. Das viel zu heiße Wetter und die viele Arbeit hällt mich momentan noch davon ab, hier mehr als das hier zu schreiben. Aber die Geschichte gibt es bald, sehr bald.

Fire live at Bodensee (revisted revisited) VII

Saturday, June 10th, 2006

Ich bin heute gegen 5 Uhr schlafen gegangen, habe mir dann den Wecker eine Stunde zu früh gestellt und insgesamt 3einhalb Stunden geschlafen. Wenn ich das so überlege und dann auch noch rechne, wie anstrengend und schlafarm die letzten Tage von Mittwoch an waren, wundert es mich, wie wach ich noch bin.

Vielleicht liegt es auch ein wenig an den Mückenstichen, die meinen Körper übersähen. Ich sehe aus wie ein Klingone, da sich allein auf meiner Stirn 4 Mückenstiche sammeln. An den Armen sind es jeweils 4-5, und wo sonst noch überall welche sind, will ich überhaupt nicht wissen. Ach, und es waren hauptsächlich Schnacken und nicht Mücken, grausamerweise, denn Schnackenstiche schwellen besonders schön an. Da über dem Auge ist besonders toll.

Heute Abend ist Party angesagt. Ich weiß nicht, ob es für mich eine Steh oder eine Sitzparty wird und wie lange ich mich auf den Beinen halten kann, aber ich kenn mich ja.

Nix über potentielle Musen heute. Ich geh mich jetzt noch auf die Wiese legen und chille bis zur Party noch ein wenig rum. Oder so. (Hier kommt eh immer alles, wie man denkt, also hat es überhaupt keinen Zweck, Pläne zu schmieden, aber ich tue es trotzdem. Kopfüber in die Hölle.)

Fire live at Bodensee (revisted revisited) VI

Saturday, June 10th, 2006

Der Jingle-Workshop war es dann, in den ich mich gezwungen fühlte und der sich dann besonders am Nachmittag sehr gut entwickelt hat und ein tolles Resultat hervorgebracht hat.

Abends/Nachts hatte Fire dann sehr interessanten Besuch.
(Arghs, müde. Und Beckenschmerzen, ein wenig, beim Aufwachen.)

Fire live at Bodensee (revisted revisited) V

Friday, June 9th, 2006

Die Nacht war kalt, allerdings habe ich davon nicht so viel gespürt, weil ich dem Trugschluss, man müsste halbnackt schlafen, einfach nich erlegen bin. Es geht auch in Klamotten. Vor allem aber half meine mit heißem Wasser gefüllte PET-Flasche, die dann quasi als improvisierte Wärmeflasche diente.

Dann war die Nacht auch wunderschön, jedenfalls der See, der Mond, und die Reflexionen, und überhaupt, ich hab selten einen so goldgelben, fertiggebackenen Mond gesehen wie hier. Ich frage mich, woran das liegt, über den grauen Dächern von E. ist der Mond immer sehr bleich und eher käsig. Und dann die Sterne über dem See, und die glitzerneden Städte auf der anderen Seite, wunderbar.

Fire ist noch sehr müde, besonders vor dem flimmernden Bildschirm und wweil er gerade bequascht wird, in einen bestimmten Workshop zu gehen, und eigentlich will er in einen anderen, aber so richtig sicher ist er sich noch nicht, und überhaupt, ach, die Welt ist so ungerecht und die Auswahl so groß, und ach, ach, ich verfall wieder in Weltschmerz.

Aber: Wieder potentielle Fans gewonnen, gestern Abend. Vielleicht werden ja Groupies daraus.

Fire live at Bodensee (revisted revisited) IV

Thursday, June 8th, 2006

“bloge sex” ist momentan Nummer Eins bei den Suchanfragen die auf mein Blog führen. Die Seite, die dabei herauskommt, ist dennoch sehr sehr unspektakulär. Dass ich “J'ai blogĂ© tout le temps” auch als ResumĂ© meiner Bodenseeaktivitäten verwenden könne, könnte der geneigte Leser vielleicht auch denken, wenn er sich so die reine Produktion ansieht. Jedoch tue ich nichts anderes als bloggen, Mails lesen und ein wenig herumschauen, was sich so in der Blogosphäre tut, nicht, dass noch ein weiter “Opelstreit” entbrennt und ich es wieder nicht mitbekomme.
(Nicht mitbekommen will ich irgendwelche WM-Dinge, darauf habe ich ehrlich gesagt keinen Bock und das einzige Engagement in Punkto Fußball ist für mich das Lesen von Semmels Blog und das Tippen bei ihm, und eigentlich ist schon das viel.)

Heute war dann der theoretische Workshop über Radiogeschichte und die Wahrnehmung des Produzierenden, das ging über NS-Radio-Intendaten über Orson Wells bis hin zu Brecht und dann zu einer philophischen Diskusion der Zukunft des Radios im Allgemeinen und des freien Radios im Speziellen. Teilweise war es etwas ermüdend (was aber auch am Klima gelegen haben kann), aber sehr interessant.

Das Wetter ist wunderbar, es hat sich während ein paar Minuten ein wenig zugezogen, aber mittlerweile ist es schon wieder wunderbar sonnig und die Sonne neigt sich langsam Richtung Horizont. Wo wir schon bei Licht sind: Vielleicht noch nicht gerade Licht am Ende des Tunnel, aber zumindest ein Glitzern ist in Punkto meiner ominösen ja, vielleicht sollte man es wirklich “Softporno, aber sehr literarisch und wertvoll und künsterlich”-Geschichte zu sehen. Dh. mittlerweile sind die Protagonisten nackt, wenn auch noch nicht körperlich miteinander verbunden und auch der Koitus ist noch weit entfernt (was auch immer das heißt, realle Stunden, Zeichen, Seiten?). Und wie ich schon zu der danach recht verwirrt dreinblickenden potentiellen Muse sagte: “Hätte ich eine Muse, ging das Schreiben wesentlich besser und schneller…”

Womit das auch mal gesagt und somit genügend persönlicher Weltschmerz für zumindest diese Woche, vielleicht auch diesen Monat, herausgelassen wäre.

Ich geh jetzt mal das Wetter raus geniessen und, ja!, vielleicht ein wenig weiterschreiben.

Fire live at Bodensee (revisted revisited) III

Thursday, June 8th, 2006

Nur kurz, aber wirklich erwähnenswert:
Schmunzelkontake rocken!

Nicht dazu passend, aber ebenfalls nicht meinem Publikum vorenthaltbar:
Fleisch(fr)esser, esst bitte kein oder nur wenig Gemüse, sonst bleibt nichts für die Vegetarier übrig” (Muss man wohl nicht mehr kommentieren)

Fire live at Bodensee (revisted revisited) II

Thursday, June 8th, 2006

Alte Bekannte sind viele da. Ich kenn keinen mehr beim Namen, aber alle wissen noch so ziemlich, wer man ist und die meisten errinnern sich zumindest daran, dass ich aus Luxemburg bin - kann aber auch daran liegen, dass wir, also die luxemburgische Reisegruppe, die Radiotruppe (haha!) uns ständig auf Luxemburgisch unterhalten und die Leute dann merken, aus welchem Land wir sind und die, die es nicht wissen, uns merkwürdig ansehen und bitten, noch was auf dieser lustigen Sprache zu erzählen. Wieso um Gottes Willen auch immer.

Die Nacht war sehr kalt und der Morgen kam viel zu früh, dh. die Zeit zwischen Einschlafen und Aufwachen war zu kurz und die Zeit zwischen Aufwachen und Frühstücken zu lang. Warmes Wasser habe ich gestern Abend auch nicht mehr gefunden und somit hatte ich auch keine Wärmflasche in meinem eisigen Schlafsack.

Jetzt dann die Workshops. Fire hat sich für die Theorie der Radiogeschichte entschieden.

Fire live at Bodensee (revisted revisited) I

Wednesday, June 7th, 2006

Fire ist heute an den Bodensee gefahren, zwecks, wie angekündigt, Radiocamp. Dh. luxemburgische, französische und die berühmt-berüchtige deutsche Bahn. Alles verlieft problem, obwohl Fire 3 mal umsteigen musste. Was mich dann zu der Frage führt, ob das bloss im Osten so ist, dass die Bahn so katastrophal und furchtbar und ständig Verspätung und Schienenersatzverkehr und Hotelübernachtungen hat.

Jedenfalls, Fire fuhr durch so exotische Landschaften wie den Schwarzwald, wo Berge voller Nadelbäume und Dörfer voller Häuser, die mit roten Ziegelsteinen gedeckt sind, stehen und von mir bestaunt wurden.

DIe Leute sind hier sehr nett, aber das liegt wohl einfach daran, dass die freies Radio machen und damit aber alle zumindest randläufig eher politisch links anzusiedeln sind. Und das Camp ist von der DGB-Jugend, dh. es gibt sehr viele Sticker mit Parolen wie “Gewerschaftler für den Frieden” oder “Boykottiert Bacardi!” (Stabreimparolen also)

Desweitern auch ohne Muse (obwohl die sich ja potentiell unter den Campteilnehmern sein könnte, aber, wollte Fire eigentlich nicht wieder in diese Falle reintappen, aber, aber, Vorsätze sind ja eigentlich zum Brechen da!) an der noch nicht ganz Sex-Geschochte weitergeschrieben und in seiner Reisegruppe, der Radiotruppe (Diesmal ein richtiger Reim!) eine Menge Fans gewonnen, indem er seine frischgeschriebenen Texte sofort an die interessierten Leser weitergereicht hat. Und am Bodensee schriebt sich auch gut, aber man wird dann doch von vorbeilaufenden potentiellen Musen ein wenig im Schreibfluss gestört, aber, es gibt ja noch genung Zeit.

Aber Radiomachen hat Vorang. Und Bekannte treffen. *grins*