Archive for March, 2006

Euroweb

Tuesday, March 21st, 2006

Jens scheint wirklich ein goldenes Händchen zu haben, was die Auslösung von “Blogsphärenerschütterungen” angeht. Das letzte Mal war es die Klowand, Jean-Remy von Matt und die unsagbare Kampagne “Du bist Deutschland”, die bei Technorati ganz oben in den Stichwörterlisten war.

Heute dann ist ein weiteres Schlagwort, ausgelöst hauptsächlich durch ihn, ganz oben bei Technorati: Euroweb. Eine Firma, die nicht nur - subjektiv gesehen - qualitativ sehr schlechte Webseiten “bastelt”, sondern auch mit Vorliebe Forenbesitzer und Blogger abmahnt, um die nicht passenden Meinungen aus dem Netz zu schaffen. Auch Jens hat seine Meinung gesagt, wie übrigens “mittlerweile” viele andere auch. Ich hatte das ganze auch mal irgendwo gesehen und gemeint und in den Kommentare, dass ich verdammt viel Geld ich schon für Webseiten, die ich für lau - und besser als eine gewisse Firma - gemacht habe, “verloren” habe. Deshalb hat er eine sehr unette Mail bekommen. Der Stein des Anstosses.
Jens hat sich mittlerweile einen Anwalt geholt, der in der einzigen Sprache geantwortet hat, die Euroweb zu verstehen scheint.

Ich denke, das wird für abmahnwütige Firmen, so wie für alle Anderen, die sich irgendwie mit Bloggern “anlegen” wollen, eine Lektion sein. Mit uns nicht! Dazu auch Jens Posting über zivilen Kampfgeist - eine Fähigkeit, die immer öfters fehlt!
We will not be silenced!

Der Niedergang des Journalismus, Part II

Tuesday, March 21st, 2006

“Grün ist die Farbe der Hoffnung und des Neubeginns [...] aber auch die Farbe des neuen Frühjahr-Bieres von Bofferding [...]“
So steht es heute auf der Titelseite des Tageblatts, der zweitgrößten Tageszeitung Luxemburgs, heute ganz im “Corporate Design” von Bofferding, dh. das übliche Sozialdemokratischrot ist dem Bofferdinggrün gewichen.

Wieder einmal mehr ein Beweis dafür, dass die Presse anscheinend wirklich nichts mehr zu bieten hat und niemanden mehr lockt, was angesichts dem üblichen Einheitsbrei, den die luxemburgische Presse verzapft, wirklich nicht erstaunlich ist.
Mal sehen, ob demnächst nach der Titelseite und jetzt dem Design bald auch Inhalte an zahlende Kunden verkauft wird.

Manches braucht keinen Titel, da belanglos.

Monday, March 20th, 2006

Mein Stripper Song ist “The Bad Touch by the Bloodhound Gang”. Sagt jedenfalls dieser Test. Ich frage mich, ob das wirklich irgendetwas zu bedeuten hat, und ob ich diesen Test gemacht habe, weil ich mit dem Gedanken spiele, mich öffentlich auszuziehen?

Nun gut, hätte ich das damals gemacht, wäre es wohl zu weniger anderen peinlichen Situationen gekommen - oder aber es wäre bloss eine weiteres Glied in einer Kette von Ereignissen gewesen, die alle ein wenig peinlich waren - oder mutig, je nachdem, wie man es nennt. Jedenfalls gehört das nicht unbedingt hierher. Wahrscheinlich oder vielleicht, später einmal.

Dann finde ich es noch sehr interessant und erstaunlich, was alles mit JavaScript und DHTML (wenn ich das richtig verstanden habe), möglich ist. Browser Quake, kinda.

Und ich habe - durch irgendein Mozillaentwicklerblog - die sehr interessante Software Stellarium gefunden. Damit entfällt der Besuch des Planetariums. Wenn wir jetzt auch noch ein Programm erfinden, dass uns den CD-Brenner in einen Pizzaofen verwandelt, ist das Leben ohne Kontakt zur Aussenwelt quasi fast schon möglich. (Was für eine Horrorvision!)

Spruch des Tages

Sunday, March 19th, 2006

Na, eigentlich von gestern:
Ich bin hier, weil Frieden eine gute Sache ist und die Sonne scheint.
Hach. :)

Frühling

Saturday, March 18th, 2006

Heute hat der Frühling angefangen. Ich war heute auf einer Demo für den Frieden. Das klingt jetzt wieder sehr nach “Ach Fire, was bist du nur für ein Hippie! ✌!”. Soll es ruhig so klingen. Ich weiß ja, was ich bin und wie ich es bin und überhaupt, Schubladen sind was für neokonservative Ordnungsfreaks. :-P

Es ging gegen den drohenden Irankrieg, gegen die Mauer in Palestina und so ganz nebenbei auch noch gegen den Kapitalismus, der zunehmend seine hässliche Seite zeigt, auch in Luxemburg. Müssen wir uns anhand der täglich neuen Meldungen von Schliessungen von Firmensitzen hier in Luxemburg, Villeroy&Boch, TDK, eine amerikanische Panzerwartungsfirma - weitere folgen sicherlich noch, nicht langsam fragen, ob da nicht irgendetwas faul ist? Was tun wir denn mit dem Wachstum, der nicht kommt, wenn er denn kommt? Wo wachsen wir hin? Wir haben jetzt doch schon keinen Platz mehr, die Preise für Bauplätze sind die Dinge, die am meisten wachsen.

Aber zurück zum Frühling. Es war bezaubernd. Die Sonne schien wunderbar, es war einfach nur ein herrlicher Tag, ich war mal wieder so richtig draussen, mit dem Mikro in der Hand und hatte wieder einmal das merkwürdige Gefühl, dass die Leute mich irgendwann nur noch als einen Typen kennen würden, der ihnen bei allen möglichen Veranstaltungen hinterherrennt und sie fragt, wieso sie da sind.

Dann der Abschied. Es ist immer wieder merkwürdig. Erwartet sie, dass du sie umarmst? Will sie, dass du sie umarmst, kurz drückst? Dann der Gedanke, dass du das hier bloggen wirst, und dich öffentlich fragen wirst, ob du sie verrätst.
Und der Gedanke, kurz, wie ein dich durchzückender Blitz, als du hinunter gehst in die Schlucht, von der die ein- und abfahrenden Züge wie dröhende Monster, schwerfällige blecherne Levithane, die die Reisenden ausspucken, um sofort danach die Neuen zu verspeisen, hinunterzuschlingen, als bräuchten sie die Reisenden als Nahrung für ihre ewigen, ratterenden Fahrten:
Du hast sie verraten in Gedanken, Worten und Taten.

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Spontantität als Fluch

Thursday, March 16th, 2006

Wenn man spontan sein will, ist es verdammt schwer, sein Wochenende irgendwie zu planen, um die Gefahr, doch wieder nur zu Hause rumzusitzen, zu dezimieren.
(Nur mal so.)

Begegnung

Wednesday, March 15th, 2006

Davor hatte ich Angst. Sie fast zu übersehen, nur Hallo zu sagen, und sonst nichts. Alles andere wäre weniger schlimm gewesen, aber sie nicht zu ignorieren, nicht ignoriert zu werden, aber auch nicht miteinander reden, nicht einmal fragen, wie gehts dir, wohin gehst du, nur Hallo sagen.
Alles andere wäre nicht so unbefriedigent gewesen, aber das hier war es.

Und ich spürte irgendwie, dass es so kommen würde, kurz nachdem ich diese Halle betreten hatte, dachte ich, das könnte jetzt passieren, und dann passierte es. Aber das sind so Gedanken, die man öfters hat. Die könnte ich jetzt begegnen, ist doch ihr Heim-Terrirtorium. Und es ist aber nur etwas besonderes, wenn diese Gedanke, der manchmal vielleicht auch Wunschvorstellung ist, dann auch tatsächlich eintritt. Dann denken wir daran, dann hat uns unser “Gefühl” nich getäuscht. Ganz rational erklärbar.

Und dennoch ist es merkwürdig, dass es gerade jetzt eintritt.
(Nein, ich bin nicht verliebt oder verliebt gewesen.)

Der Kuss der Muse oder: Wie ich lernte, mich nicht mehr zu fürchten und die Bombe zu lieben oder: Ein Eimer voller Blut ist noch keine flüssige Blutwurst

Tuesday, March 14th, 2006

Manchmal versteh ich die Menschen nicht. Und manchmal verstehen mich die Menschen nicht. Und in gewissen Momenten passiert Beides zur gleichen Zeit.

Ich rede oft von bestimmten weiblichen Wesen. Wahrscheinlich zu oft. Aber das ist ein Zeichen, dass diese Leute mir wichtig sind, ich sie mag und gerne von ihnen höre - wenn das selten vorkommt, freue ich mich umso mehr. Vielleicht sollte ich dazu sagen, dass sehr viele meiner “besten Freunde” weiblich sind. Das ist einfach so, und ich weiß nicht wirklich, wieso.
Ich rede halt gerne über die Dinge, die mich beschäftigen und teile gerne meine Freude. Meistens mit Leuten, die mir etwas bedeuten und mit deren Freude ich auch meist teile.

Und wenn ich öfters von den gleichen Mädels rede, kommt dann irgendwann die Frage:
Bist du eigentlich verliebt in xy?
Oder das ganze wird sofort als Feststellung formuliert:
Du bist aber ganz schön verliebt in xy!

Wenn ich das dann verneine, glaubt mir das fast niemand. Wieso sollte ich eigentlich lügen?

J'ai pour elle une affection que je ne sais pas comment manifester… hieß es irgendwann mal in einem Text in meinem Französischbuch. Es ging um eine Katze, aber es könnte bei mir auch genausogut heißen:
J'ai pour elle une affection que je ne sais pas comment expliquer…
(Das heißt übrigens “Ich habe für sie eine Affektion, von der ich nicht weiß, wie ich sie ausdrücken/erklären soll). Affection ist irgendetwas zwischen “mögen” und “lieben”.
Und das trifft es ziemlich genau, was ich in den meisten Fällen empfinde.

Oh, und dann kommt immer das Killerargument:
“Du hast mal gesagt, du könntest dir vorstellen, was mit ihr zu haben”

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Schatten in der Nacht

Monday, March 13th, 2006

Du wachst auf, mitten in der Nacht, in einem fremden Zimmer, auf einem ausklappbaren und ausgeklappten Sofa.
Du hast schon geschlafen, aber noch nicht lange. Was dich aufgeweckt hat, weißt du nicht, eine Bewegung wars - vielleicht der Hund.

Und du erkennst eine Siluette in der Tür, schärfer als du sie eigentlich ohne Brille sehen dürftest. Und du erkennst sie. Es ist sonst niemand mit der Frisur, der Größe, dem Umriss im Haus. Du bist dir sicher, dass sie es war.

Und du willst etwas sagen, aber es kommt nicht dazu, sie ist schon wieder verschwunden. Siluette im fahlen Gegenlicht des einfallenden Mondlichtes, mehr hast du nicht gesehen.

Du drehst dich wieder um und dich durchzückt ein Blitz falscher Errinnerung. Und irgendwie spürst du, dass es doch wahr sein könnte, so verrückt das auch klingt. Ist Errinnerung wirklich nur ein Bild im Kopf?
In dem Zustand, in dem du bist, ist es zu verstehen, wenn du dich nicht mehr errinnern kannst, obwohl man sich daran doch errinern müsste. Und dennoch kannst du aber auch alles vielleicht nur erfunden haben.

Was bleibt, ist ein Schatten.

The fuck und the hell

Monday, March 13th, 2006

Wie gesagt, das war vielleicht eine Party.
DusiehstausalswürdestdunenBiertrinken. WerwillWein? HeyderMartinisiehtaberauchleckeraus! WertrinktmitmirRum? WodkawerwillWodka?
HeyderSektisaberlecker. WessenGlasisdas?Trinkdus!
NimmeinenkleinenSchluckeshautreinwieSaumachtaberwach. UnddieWirkungistdiegleichewiebeiSpeed. NochnBier?
HeydaisnochRumindeinemGlastrinkdendoch!

Immerhin habe ich mich nicht in Grund und Boden gesoffen. Und immerhin hatte ich es mir nicht vorgenommen. Und auch schon davor Spaß gehabt.

(Ja, ich würde das hier gerne näher beschreiben, aber für gewisse Dinge gibt es eine Grenze. Es war wunderbar, und es folgt gleich noch ein Ausschnitt.)