Archive for January, 2006

Spaziergang

Sunday, January 15th, 2006

Du warst mir ihr im Wald. Nur ihr beide, sie hat die Landschaft genossen und du ihre Anwesenheit.
Jetzt seid ihr auf dem Weg zurück, und man sieht bereits, wie sich die Sonne dem Horizont entgegen bewegt, obwohl es doch noch gar nicht so spät ist.
Es gibt keinen Weg, und so müsst ihr über die Straße laufen. Ein wenig befahrendes Stück Straße in der Idylle rund um E. 5 Minuten Fußweg und schon ist man raus aus dem Ghetto, in der Natur.
Ihr geht hintereinander und somit ist es nicht wirklich möglich, miteinander zu reden. Du brauchst diesen Augenblick der Stille, des Schweigens.

Der Wind ruft dir ins Gedächniss, dass der Sommer immer noch sehr weit entfernt ist und du sehnst dich danach, heimzukommen, und ihr eine große Tasse Tee anzubieten und wieder zu reden, wie damals. Als gäbe es keinen Morgen. Oder so lange, dass es dir egal ist, ob der Morgen anbricht oder nicht.

Und über dem ganzem scheint schon wieder einmal Ben Harpers Stimme zu liegen, der ein Lied singt und jedes Wort in ein Gebet für einen dir unbekannten Gott verwandelt.

Es ist gut, für diesen Augenblick.

Some days have no beginning
And some days have no end
Some roads are straight and narrow
And some roads only bend

Ich besetze Filme in meinem Kopf mit Personen aus der Wirklichkeit

Sunday, January 15th, 2006

“Wir werden uns ne lange Zeit nicht sehen. Keiner von uns weiß genau, obs Wochen, Monate oder gar ein Jahr sein wird. Das ist mir auch egal. Ich will nur dass du mir sagst, du würdest mich lieben, wenn wir miteinander reden, telefonieren, chatten, schreiben, was weiß ich. Du kannst wegen mir mit jedem anderem rumficken - oder jeder anderen, nen großen Unterschied seh ich da nicht. Ich will nur, dass du mich belügst und mir sagst, du würdest mich lieben und du würdest nur mir gehören, so lange du hier bist.”
Sie nickte, küsste ihn und ging dann, ohne sich noch ein einziges Mal umzudrehen.
Der frischgefallene Schnee liess ihre Spuren schnell verwischen.

lost in space…

Friday, January 13th, 2006

Habe ich schon mal erwähnt, dass ich nichts frustriender finde, als 3 Stunden in nem Informatiksaal zu sitzen und die größte Aufgabe, die einem gestellt wird, ist folgende:
“Schickt mir eine Email mit Anhang!”
Ich glaube, ich weiß jetzt, wie sich Marvin, der depressive Roboter aus The Hitchhikers Guide to Galaxy fühlt. So chronisch unterfordert.

An sich würde ich meine Serie von fiktiven Gesprächen bzw. Versuchen auf der literarischen Spielwiese gerne weiterführen, aber irgendwie ist dieses Klassenzimmer (Anstrich: brun socialste)

Oh, jetzt ist die Aufgabe: “Schickt der ganzen Klasse eine Email”. Wie aufregend!
Ich glaube, ich fange an, alles andere zu mögen. Wieso lernen wir nicht in einer vorsinnflutlichen Sprache zu programmieren? zB. mit Pascal? Oder “Emails unter Linux?” Ach, auf diesen PCs hier läuft ja noch nicht mal der Firefox, dafür hängen aber Titelblätter der “Computer Bild” an der Wand. Salto Mortale im Feuerschweif des großen Tieres.

Und hier habe ich nicht mal Musik, die mich trösten könnte…

Das immerwährende Bild

Thursday, January 12th, 2006

Du kommst nach Hause, die Luft ist feucht und der Nebel ist dem noch deprimierenderen unisgrauen Himmel gewichen, der wie ein Schuhkartondeckel auf den Hügeln rund um E. liegt.
Und du durchquerst das Ghetto, wie du den Ort nennst, in dem du wohnst und freust dich auf eine wärmende Tasse Tee, auf das Gefühl von “Zuhause” und ein wenig beruhigende Musik, um den Feierabend so richtig schön zu beginnen.

Und nach der letzten Biegung, als du freie Sicht auf den Heim hast, siehst du, dass dort das Mädchen deiner Träume steht, auf dich wartend. Wie sie in die Slums von E. gekommen ist, weißt du nicht. Von weitem siehst du schon, dass sie lächelt.
Ihre dunkele Kleidung bildet einen Kontrast zu der gelb-beigen Hauswand, gegen die sie gelehnt ist.

Du kommst vor deinem Zuhause an, und ehe du irgendeine verblüffte Frage stellen kannst, fällt sie dir um den Arm. Du brauchst einige Sekunden, ehe deine Arme sie ebenfalls umschlingen.
Du merkst überhaupt nicht, dass du anfängst, zu weinen.

Whole lotta love

Wednesday, January 11th, 2006

Ich erwachte neben ihr und das einzige, was ich wahrnahm, war Ben Harper, wie er Led Zeppelins “Whole Lotta Love” so interpretierte, dass man glaubte, man sei auf einem Drogentrip.
Wobei ich mir gar nicht so sicher war, ob ich nicht auf einem Drogentrip war.

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Synästhesie deluxe oder: treasures look like common stuff

Tuesday, January 10th, 2006

“Wie wär es, den Scheiss erstmal zu trinken?”
“Is kein Scheiss.”
“Ich weiß.”, sagte ich und lächelte.
“Jetzt bist du wütend auf dich selbst, weil du das gesagt hast.”
“Du hast Recht.”

Es war schwer, das zuzugeben, sofort danach. Wobei das auch wieder nicht stimmte. Es war schwieriger zuzugeben, dass sie meine Charade voll und ganz durchschaut hatte.
Zum Glück war auf ihrem Gesicht eins der netteren Lächeln zu sehen.
Auch wenn mir der Stand des Gespräches nicht umbedingt gefiel, so mochte ich doch die Atmosphäre, in der wir uns befanden.

Es war mittlerweile dunkel geworden, und der Mond schien durch das große, vorhanglose Fenster in die Küche. Wir waren beide zu faul gewesen, aufzustehen, um das Licht anzumachen - und mir jedenfalls gefiel das Zwielicht, in dem wir saßen, und ihr schien es auch nichts auszumachen, soweit ich das beurteilen konnte.

Sie nahm einen Schluck des Rums und warf einen zweideutigen Blick auf mein noch gefährlich volles Glas.
“Küss nicht zu viele Engel…”

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Mein LSD und Ich

Tuesday, January 10th, 2006

Semmel fragte, ob es noch LSD gäbe. Ich weiß das nicht einmal. Ich nehm doch mal an, dass die synthetische Form des Mutterkornpilzes nicht einfach verschwunden ist. Irgendwann habe ich mal eine Broschüre der Grünen (oder wars von noch “seriöseren” Leuten?) gefunden, in denen beschrieben war, dass man, wenn man schon LSD schlucken würde, man einen “Tripsitter” haben sollte.

Ich habe allerdings noch nie jemanden mit LSD gesehen, noch hat mich je wer darauf angesprochen, und ich werde oft auf Drogen ansprochen. Das obschon der großen und offenen Drogenszene in Luxemburg. Vielleicht frequentiere ich auch einfach die falschen Partys.

Um Semmel dann auch noch den ganzen Beitrag hier zu widmen, was er sich verdient hat, will ich dann auch noch loswerden, dass die Kommentarkiste auch noch mit einer Auflösung von 800 mal 600 Pixeln in der Breite ganz auf den Bildschirm passt.

Home again - sick again?

Monday, January 9th, 2006

Kaum ist man wieder zu Hause kriegt man auch wieder das erdrückende Gefühl mit, das sich ausbreitet wie der Nebel im Tal oder eher, dem “Loch”, in dem E. liegt. Die Hügel werden zwar von ihm verdeckt, aber dennoch spürt man ihre Anwesenheit, wie sie den Nebel und damit auch die Gedanken im Loch halten.
Aber es hat keinen Sinn, sich von diesem Wetter erdrücken zu lassen.

Trage den Kopf stets hoch erhoben.
Sei stolz auf den Menschen, der du bist, auf deine Leistungen, deine Gedanken, auf deine wunderbare Seele.
Wenn ich eins gelernt habe, dann das.

Scrabble

Sunday, January 8th, 2006

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Home again

Sunday, January 8th, 2006

Wieder da. Von nem “Train-the-Trainer”-Seminar übrigens. Es fühlt sich gut an, und dennoch ist mir kaum ein Abschied - auch wenn der sicher nicht “für immer” ist, so schwer gefallen. Die letzte Umarmung, ein letzter Blick in die Augen und Gesichter von Menschen, die mehr als nur “eine Gruppe” und “ein paar Moderatoren” waren. Und auch wenn ich einige schlechtere und schwierigere Momente hatte, so hat mir wohl kaum eine Woche so viel gebracht wie die letzte. Was sich daraus entwickeln wird, wird sich noch zeigen. Vielleicht sogar etwas, das mein ganzes Leben verändert hat.

Vielen Dank für die Neujahrswünsche. Ich werde keine Fotos von der letzten Woche posten. Obwohl, vielleicht kommt eins rein, aber auf dem sind dann keine Menschen drauf. Vom Partyabend gibts kein Foto von mir. Ganz sicher nicht.
Geschrieben hab ich auch. Mal sehen wann ich das online setze.

Ich habe noch immer die Stimmen der Anderen im Kopf und höre meine Gedanken und auch gerade diesen Text mit ihren Stimmen. Merkwürdig.