Archive for December, 2005

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Monday, December 19th, 2005

Manchmal scheint es Telepathie (doch) zu geben und manchmal tut sie genau das richtige für einen. Merci, ma soeur, simplement pour avoir écrit la bonne chose au bon moment!

Mein Lieblingsweihnachtslied fällt mir momentan immer wieder ein. Es ist London Calling von The Clash. Ich kann eigentlich gar nichts dafür, dass es in dem Lied um atomarte Zerstörung geht. Vielleicht liegt es in der Welt in der ich aufgewachsen bin, an der Tatsache, dass die Kinder nicht mehr zwischen dem Weihnachtsmann und dem heiligen Nikolaus unterscheiden können, an dem Konsumwahn, an der ewigen Fragerei nach Geschenkwünschen, die ich das nächste Mal mit “Wenn du selbst nicht weißt, was du mir schenken willst, dann lass es doch lieber und schenk mir ein wenig Ruhe!” abschmettern will.
Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich das Lied nur deshalb mit Weihnachten in Verbindung setzte, weil ich es vor einigen Jahren zum ersten Mal in der Vorweihnachtszeit gehört habe.

Desweitern bin ich Dritter beim DALI-Award geworden. Ich möchte mich herzlich für diesen dritten Platz bedanken, besonders bei all meinen Groupies, die mich ermuntert haben, zu schreiben - ohne euch hätte ich mich wohl nie dazu aufgerafft, diese nun prämierte Geschichte zu schreiben.
Nen silbernen Löffel zum Zucker im Teeumrühren habe ich damit Don bei der Afterparty stiebitzen müssen immer noch nicht, aber das Leben ist nun mal halt kein Ponyhof.

The Grand Duel (Parte II)

Sunday, December 18th, 2005

Wir haben noch ne Rechnung offen, er und ich, wir beide. Vielleicht liegt es einfach nur daran, dass ich ihm nie verziehen habe, dass er mir eine Cola bezahlt hat und damals den Pixies-Songtext wahrgemacht hat, der da lautet “He bought me a soda“, während es in dem Rest des Liedes um eine Frau geht, die “You're so pretty when you're unfaithful to me” wohl oder übel verdient hat.

Vielleicht weiß er auch, was ich damals mit S. getan habe, dass ich heimlich über ihn triumphiert habe und deshalb hat er mir diese Hoffnung genommen. Immerhin hat es eine gewisse Art der Kontinuität in sein Leben - und damit auch irgendwo in meins - gebracht. Auch eine Kunst.

Jedenfalls begegnet er mir immer wieder, und jetzt, da es scheinbar an mir ist, ihm eins auszuwischen, frage ich mich, ob ich die Punkteliste wirklich genau geführt habe. Er ein Soda, Ich, Ich nochmal, Er S.
2:2.
Und dennoch kann das nicht wirklich stimmen, meins war eigentlich doch nur eine Sache. Also doch 1:2?
Das ganze ist doch kein Fußballspiel. Es ist nur ein merkwürdiger Faktor im Leben.
Man trifft sich immer zweimal. Ich warte darauf.

les images qui s'évolent dans ma tête sont des putes…

Sunday, December 18th, 2005

Ich liege in meinem Bett und nur ein Gedanke drängt sich nach vorne. Aufstehen, sich ein Messer holen und auf die Straße gehen. Die Pulsadern aufschneiden und dann die Arme ausbreiten.

Und ich sehe mich selbst so in der Straße stehen, als gütiger, lächelend Heiland mit aufgeschnittenen Pulsadern, das Blut spritzt wie in einem Anime, im weiten Bogen auf die nasse Straße mit den grauen Resten der weißen Kotze, die gestern vom Himmel gefallen hat. Rund um mich herum die mehr oder weniger frisch renovierten Häuser mit karibischen Farben und grauen Schieferdächern, und über mir der ewig graue deprimierende Himmel, in seiner gottverdammten Schuhkartonfarbe.

Im Hintergrund singt irgendwer. James Blunt, Ben Harper, Tracy Chapman, ist mir egal. Ich will dieses Bild sehen, in einem Film oder wenigstens auf einem Foto, weil es so herrlich deprimierend ist.

Ich glaub, ich geh mir jetzt einen runterholen. Verfilmtmeinundsoweiter.

salto mortale

Saturday, December 17th, 2005

“Mad, Mad, Mad - you're completly mad -, it's simply madness”
“This is the end of all days.”

Der einzige Vorteil des Winters ist es, tolle Mützen tragen zu können.
Ich steige bei diesem verdammten Sauwetter in den Bus und empfange Botschaften auf Englisch und ich glaube mich für einen kurzen Moment einen Propheten. Ich errinere mich an Warhols 5 Minuten Berühmtheit (die mir RTL heute nicht verschafft hat) und an Ecos unendlichen moment, in dem man den Atem des Pendels spürt und setzte mir selbst eine ähnliche Doktrin, die ungewöhnlich spirituell für mich ist, aber wie soll man denn nicht spirituell werden bei all dieser Komerzkacke um einen herum, diesen bunten Weihnachtslichtern und dem Geruch von fettigem Essen und billigem Glühwein? Und ich stelle mir die Frage, ob Gott, falls denn einen gibt, nicht auch für 5 Minuten des Lebens mit jedem spricht und einen sozusagen zu einem 5-Minuten-Propheten macht.

Der Bus fährt durch die schmutzige, nasse Stadt und in dem gegenüberliegendem Fenster spieelt sich das Schloss der Sparkasse, dieser Tempel des Kapitalismus. Und als ich dann nicht mehr nur die Spiegelung sehe ist das Gebäude wegen der Perversion irgendeines Künstlers rosa beleuchtet. Ich halte es für verrückt. Alles ist verrückt. War das die Botschaft, die ich als guter Prophet jetzt aufschreibe und dann auch veröffentlichen werde? Danke Gott, dass die Welt total verrückt ist, wusste ich auch schon vorher.

Ich weiß nichts mehr. Ich errinere mich an die Fakten, an das kranke Gefühl, daran, dass ich den Zug noch bekommen habe, dass ich auf dieses elende Zugklo gegangen bin, und dann, dass ich mich hier in den Zug gesetzt habe und angefangen habe, zu schreiben. Mir tut nichts weh und dennoch leide ich Höllfenqualen. Ich will mit E. reden, eine ganze Nacht lang, und dazwischen Tee trinken, Nudeln essen und rauchen, eine ganze Packung “Gauloise”, oder noch mehr, Hauptsache überhaupt.

(Dieses Posting wurde auf Papier geschrieben und jetzt abgetippt. Nur um das klarzustellen, so große Texte blogge ich nicht übers Handy. Dafür bräuchte ich schon ne 102-Tasten-Tastatur oder nen Schrifterkennungsdingsbums.)

Alle Sterne waren entlegen

Thursday, December 15th, 2005

Am Mittwoch zum ersten Mal im Leben Falaffel gegessen und es für gut befunden. Wie Döner, halt bloss ohne Fleisch. Ich glaub das Fleisch is bei der ganzen Sache eh nicht so wichtig, es zählt mehr das Gemüse und die Soße. Gut, wer es fettig haben will isst halt einen mit Fleisch, und Pommes kann man sich ja auch drauf machen lassen, wenn man umbedingt will.

Dann wird RTL Luxemburg (also, der Ferhnsehsender) am Samstag ne Weiterbildung von “meinem” Radio besuchen und uns filmen und interviewen oder sowas. Na ja, solange mehr herauskommt, als damals, als RTL micht extra für ein Interview nach Lux/City eingeladen und mich über Harry Potter ausgefragt haben. Und ich habe geredet und geredet und erzählt und alles. Und nachher haben sie 10 Sekunden von mir genommen und 3 Minuten von ner Schulklasse, die den “Licht”-Zauberspruch mit nem Lichtschalter nachgezaubert hat. Okay, das war vielleicht spektakulärer als “Joel Adami - Harry Potter Experte”, aber geht es bei Reportagen nicht auch um *Inhalt* ?

Jedenfalls kann ich dann ja mal sagen “Wir sind ein freies Radio und versuchen, im Gegensatz zu anderen Medien, nicht nur Presseerklärungen wiederzugeben. Das geht sogar soweit, dass unsere embedded reporter bei Demonstrationen nicht bei der Polizei, sondern bei den Demonstranten haben. Hoch die antinationale Solidarität!

Na ja, RTL wird mich dann schneiden. Oder auch nicht, wegen Zufall, einem Fehler im Computersystem oder Ermüdung bei unterbezahlten Journalisten. In Luxemburg sind angeblich wie auch im Rest der Welt alle Journalisten unterbezahlt und können sich kaum mal nen Butterbrot leisten. Was sie auch nicht nicht brauchen, denn sie haben eh alle Magengeschwüre. So wird jedenfalls gerüchteweise gesagt.

Podcast mal anders…

Tuesday, December 13th, 2005

So, jeder der mal hören will, was ich so am Radio mache und sich schon die Webseite des A-Teams ansehen hat, darf sich jetzt auch auch die Reportage zum Start des Projektes (mp3, 12 mb) anhören.
Ist auf Luxemburgisch, dh. es besteht die Gefahr, dass manche Leute nichts verstehen. Gut, das ist in diesem Fall dann auch Schicksal. Ich denke, ich rede oft vom Radio und Radio-Machen, da ist es nur mehr als richtig, auch mal was davon online zu stellen und zum Hören zu geben.

Schlaflos?

Monday, December 12th, 2005

Ich würd ja gerne mal nen nächtlichen Insomnia-Eintrag verfassen.
Aber ich bin spätentens gegen Mitternacht so müde dass ich einfach schlafen muss.
Verdammt.

Habe viel zu viel NNNAAAMMM gehört. Ich brabbelle ständig “New No New Age Advanced Ambient Motor Music Machine” vor mich hin und denke “Das Lied schläft in der Maschine!”. Und zu Sci-Fi fällt mir auch immer öfters “Life on other plantes is difficult” ein.
Na, solange ich hier nicht “Ich treibe Inzest mit den Sternen” zum Besten gebe, gehts ja noch. Muss dran denken, Phase III-Supporter zu werden, sonst wirds aber kritisch.

Hydra Raumschiff
Heute im Sonderangebot: Hydra. 140 HT, slipstreamdurchreisefähig(Slipstreamzulassung nicht enthalten). Nur 16 Mio. Credits

Bounty Hounter's Daily

Sunday, December 11th, 2005

“Wo sollen wir anfangen zu suchen? Vielleicht bei der größten Lehmhütte?”, fragte Sora.
“Ich frag mal den Tankwart”, erwiderte Severus und ging zum Tankwart, der ihnen gelangweit zusah, und das mit einer Mine, die ungefähr folgendes bedeutete: “Soll ich euer merkwürdiges Raumschiff nun volltanken oder wollt ihr noch weiter über den richtigen Geschmack diskutieren?”
Nach einem kurzen Wortwechsel kam Severus zurück und meinte: “Er kann uns nicht weiterhelfen, er ist jedoch froh dass der Tyrann nicht länger an der Macht ist.”
“Wie immer. Niemand hat irgendetwas gesehen, aber jeder hat ein Austellungsstück des ehemaligen Kunstschatzmuseums in der Garage stehen. Ich liebe die postrevolutionäre Anarchie!”

(aus CivilWar, das ich immer noch nicht fertig verbessert habe. Schlimm, sowas.)

Fireworks Inc. proudly presents: KAWASSOW Productions

Saturday, December 10th, 2005

Nun schwebt dieses Projekt schon lange in meinem Kopf (und nicht nur in meinem!) und ist auch schon einige Zeit am vor-sich-hin-brüten. Momentan habe ich wieder mal so einen Kreativitätsschub, der sich momentan eher-technisch und zeichnerisch ausdrückt. Mit Inkscape habe ich auch das (für mich) ideale Tool gefunden, um Raumschiffe und dergleichen zu zeichnen.

Mit dem Wort “Raumschiffe” habe ich jetzt auch schon verraten, dass es um das Gerne Sci-Fi geht. Im Allgemeinen gehts um folgendes:
Wir bauen ein Universum. Und zwar mit dem Wiki-Prinzip. Einige Dinge/Ideen sind festgelegt, die großen Vorbilder sind da und werden in manchen Artikeln gehuldigt, manchmal sind auch nur Anspielungen vorhanden. Nun geht es aber nicht nur darum, eine Enzyklopedie für eine nicht (oder noch nicht?) existierende Zukunft zu schreiben, sondern auch um “Literatur”. Hierbei soll es um eine Truppe Kopfgeldjäger gehen - und hier ahnen vielleicht schon manche das Vorbild , an das sich zwar deutlich angelehnt wird, das aber nicht kopiert werden soll.

KAWASSOW Productions

Kawassow klingt ein wenig nach russischer Robotik-Sci-Fi, deshalb mag ich den Namen, der eigentlich komplett sinnfrei bzw. das Akronym des noch sinnfreieren Spruches Killing a Wall and sing songs of war.
Ich lade jeden ein, mitzumachen, Geschichten zu schreiben (übrigens wird niemand erschossen, wenn er seine eigenen Geschichten in dem “Universum” spielen lässt, eher im Gegenteil, das würde mich sehr freuen), Raumschiffe zu erfinden und zu zeichnen, Planeten zu beschreiben, mich mit astronomischen und sonstigen Fachkentnissen zu beeindrucken - kurzum: ein Universum zu erschaffen.

Zum Glück ist ein Universum auch so groß, dass Platz genug für jeden und seine Ideen besteht. Allerdings wäre ich froh, wenn die “Hauptfiguren” und bestehende Planeten- und Völkerbeschreibungen nicht unnötig umgemodelt würden. Die Erde ist übrigens nach dem letzten fehlgeschlagenen Bebauunungsplan in ein gigantisches Sanatorium umgewandelt worden. Urlaub dort ist ebenfalls möglich, wenn man sich von dem stressigen Alltag der 80-Millionen-Hauptstadt auf dem Mars erholen möchte.

Viel Spaß!

* fucker

Wednesday, December 7th, 2005

Alle Gedanken tun weh, auch wenn die Musik schön ist. Vielleicht zu schön, zu traurig.
Ich muss das Licht ausmachen und einen dieser Räucherstäbchen anmachen, die sie mir zum Geburstag geschenkt haben. Welch ein wunderbares Geschenk.

Ja, doch, alle Gedanken tun weh, schmerzen unablässig, und dennoch habe ich heute niemanden angelogen, wenn ich gesagt habe, mir würde es gut gehen, denn mir ging es wirklich gut, bis eben, bis die Musik einsetzte und es anfing, weh zu tun, ohne Grund, ohne Sinn, sinnlos, namenlos, am Boden zerstört, kläglicher Rest des einstigen Bauwerkes.

Es zieht mich in die Tiefe, den Marriannengraben, da, wo selbst Wale eigentlich nicht überleben sollten, aber dennoch muss ich dorthin. Ich muss tauchen. Das Meer ist sowieso vergiftet. Leise trommele ich einen Takt auf einer Getränkedose. Ribosome, Mitochrondrien, Chromoplasten, Leukoplasten, Kernkörperchen, endoplasmatisches Retikulum.

Frühlingsregen im Herbst. Wunderbar. Der tröstende Gedanke, ist es nicht er, der zählt? Ein Blick nach oben, an die Oberfläche, wo sich die Sonne im Wasserspiegel bricht und das alles wirkt unendlich schön. Aber ich, ich kann nicht zurück. Das Senkblei zieht mich nach unten, zum Grund hin.

L. Hatten wir diesen Buchstaben nicht schonmal? Und hat er nicht unendlich viel Entäuschung über uns gebracht? Hatten wir nicht alle diese Gedanken schon einmal, und sind sie jetzt nicht alle Asche im wehenden Wind, verbrannt, nicht mehr benutzbar, nur noch Schatten im Gedächniss, am besten gar nicht daran denken.
Ich möchte vor das Pendel treten, wie einst Jacobo Belbo und Gewissheit haben, das es einen Plan gibt, dass alles einen Sinn ergibt, den es nur zu erforschen gilt. Was muss das für eine herrliche Gewissheit sein, zu wissen, dass es ein Ziel für die Suche gibt, dass man nicht umsonst suchen kann! Und selbst wenn die Suche mehere Leben, tausende von Jahren dauern wird, wenn man weiß, dass es ein Ziel gibt, dann macht selbst das nichts mehr aus! Wenn man es doch nur wüßte!

Dreht sich denn wirklich alles ums Ficken? Geht es wirklich nur darum? Ich möchte mir keine solchen Geschichten mehr anhören müssen. Habt ihr alle zu kleine Schwänze, dass ihr mir erzählen müsst, wer sie geblasen hat?

Und hinter der Tür steht der Sensemann und droht mit dem Finger. Ein kleines Zeichen von ihm genügt, um zu wissen, dass die Annahme, man sei unsterblich, für immer auf Erden, völliger Blödsinn war und das Ende an jedem Ort lauert. Ich möchte nicht in einer Geisterbahn in Disneyland enden.

Was sollen diese wirren Gedanken? Genügt es nicht einfach, ein schönes Gefühl zu haben? Genügt es nicht einfach, Wärme zu spüren? Genügt es nicht einfach, jemanden zu haben, an dem man vor dem Einschlafen denken kann, und sei es nur für eine winzige Sekunde, ein Herzschlag im Angesicht der Ewigkeit, die uns zwar nicht beschert ist, von der wir aber immer noch gerne reden, denn in Wahrheit sind es doch wir, die unsterblich sind, wenn überhaupt jemand es ist.
Wie Vampire.

Meter für Meter stampfe ich durch den Dreck bedeutender Metaphern und zitiere die Einstürzenden Neubauten, nur um des Zitates Willen, weil mir die Zeile gerade in den Kopf gekommen ist. Was ist los? Ich fiele auf die Knie vor dem Pendel, betete es an, um nur die Reflexion der Gewissheit in ihm zu sehen, um nur einmal in meinem Leben eine einzige Schwingung zu sehen, und dann für immer Ruhe zu haben, zu wissen. Mehr als wissen. Spüren. Fühlen. Glauben. Mit erschreckender Sicherheit glauben, es in jeder Zelle stehen zu haben, dass der Körper jedesmal laut schreit, wenn auch nur das Anzeichen eines Gedanken daran aufkommt.

Dies hier hat nichts mit Mut zu tun. Es ist nötig, und vielleicht ist es sogar feige. Aber mit Mut hat es wirklich nicht zu tun. Mut haben andere. Mut hatte Sam, der Frodo tief in Mordor schleppte, Mut hatten die anderen Helder jener vergessenen und ungelesenen Legenden, für die ich weinen könnte, denn so sehr erschüttert mich der Gedanke an die verlorenen Geschichten, an die Gewissheit, nie alles gelesen haben zu können. Da hilft es auch nicht, zu wissen, dass vieles nur zum Klopapier taugt. Der Gedanke, auch nur eine einzige wichtige und wunderbare Geschichte zu verpassen, ist und müsste jedem unerträglich sein, könne genau sie doch den Schlüssel enthalten.

Vor mir tauchen Gesichter und Stimmen im Dunkelen auf, und Phantasien werden beunruhigend real, während mein Gehirn fieberhaft nach dem sucht, was eigentlich mein Herz sagen sollte. Aber ich wusste es ja schon immer: Bei mir sind die Organe an den falschen Plätzen, ich habe nur simulierte Gefühle.
Das Zentrum für Liebe fehlt bei mir, man hat es nach der Geburt entfernt und all die merkwürdigen Dinge, die mit mir passierten, waren weder Zufälle noch Viren sondern Zeichen meiner Herkunft, die ich selbst noch nicht erkannt habe. Doch wenn dem so ist, dann werde ich mich doch wohl bald verwandeln und alles Leben hier hinter mir lassen.
Als ob das erstrebenswert wäre.
Als ob das überhaupt eine Alternative wäre.
Wo liegt mein Schwert?
Als ob es jetzt noch was nützen würde.

Ich versinke in der Tiefe und meine Gedanken steigen mit meinen Luftblasen auf und bringen Kunde vom dunklen Meeresgrund.
Kuscheln, Schmusen, Küssen, Umarmen, Blasen, Lecken, Fingern, Runterholen, Ficken. Wo bleibt das Konzept “L.” ?
But this stays hated to all of human nature it tears down hope almost to the ground.
Reduction à l'absurde…
Was ist die Befindlichkeit des Wassers?
Kein Mut. Keine Feigheit. Keine Antworten.
Que serra, serra, what will be, will be…
Gegrüßest seist du oh Pendel, dein Reich komme, die Frucht deines Leibes
shall rise like a king, like king, like a king

Erased. Over. Out.