Archive for November, 2005

Die Erleuchtung

Thursday, November 10th, 2005

Heute in der Reihe “Bescheidene Sonderwünsche”:
- Rezepte/Ideen für vegetarisches “Fingerfood”
- eine externe Festplatte mit großem Fassunsvermögen und Ethernetanschluss bzw. nen billiger Fileserver
- Evtl. nen Laptop zum “Im Bett Surfen” und zum Hotspots ausprobieren (da boomt es gerade in Luxemburg. Würd gerne mal sehen, wie perfomant die Netze da wirklich sind…)
- neue Klamotten bzw. auch schon nur nen Laden, wo ich sowas in “meinem” Stil finden könnte (ach, wieso is das nur so schwer?)
-usw.

Vielleicht sollte ich ein PayPal-Konto einrichten?

Ach, es ist Zeit für Helden!

Grüße aus der falschen Dimension…

Wednesday, November 9th, 2005

Meine Uhr ist noch immer so furchtbar hellgrau, da wo sie eigentlich dunkelgrau sein sollte - für mich das deutlichste Zeichen dafür, dass *irgendwas* nicht stimmt. Ich hoffe, irgendwann in meine normale Dimension zurückzukehren, denn hier ist das Leben dann doch ein wenig unangenehmer, auch wenn ich meinen PC für die Notstandszeit auch ein wenig heimisch eingerichtet hab - irgendwie muss man ja leben, und auch Robinson Crusoe hat sich auf seiner Insel irgendwie eingerichtet, dass ihm das Leben so angenehm wie möglich war - auch in der ersten Zeit, in der er auf sofortige Rettung gehofft hat.
Nun ist vorhin das SCANDISK-Programm von WinXp beim Neustarten gelaufen und hat gemeint
The volume is dirty
Soll ich jetzt etwa staubwischen?
Dann kam ne ewig lange Liste mit Lesefehlern mit Sektionsnummer, immer 4 beieinander und dann ein Sprung von mal mehr, mal weniger Sektionen (meist über 100.)
Dann war die Überprüfung irgendwann beendet und dann dauerte es ewig lange.
Fire hat seine kürzlich erworbene Ausgabe von “Die Verwandelung” hervorgezogen und den Schluss gelesen. Damit habe ich mein etwas ketzerisches Vorhaben, Kafka zur Klolektüre - denn auf dem stillen Örtchen hatte ich das Buch begonnen - zu verdammen, gebrochen.
Nachdem ich dann noch einen Tee getrunken habe, versucht habe zu Fernsehen (Kinderfernsehen ist nicht immer was für mich, ehrlich nich.) und dann panisch meine Internetsucht am PC meiner Eltern befriedigte, lief wieder alles.
Und irgendwie habsch das Gefühl als laufe es besser als davor. Merkwürdig.

Plottbunny, der mit gestern Abend eingefallen ist:
Du erwachst und hast plötzlich Brüste, e.g. bist ein Mädchen. Obwohl du dir sicher bist, ein Junge gewesen zu sein, als du schlafengegangen bist.

Weihnachtsmärkte sind mobile Geiselnahme!

Tuesday, November 8th, 2005

Also, um das mit Halloween/Allerheiligen/Allerseelen sind das gleiche Fest mal klarzustellen:
Es ist immer das gleiche (keltische) Totenfest. Ob nun amerikanisiert oder christianisiert. Es is immer dieses Totenfest zum Beginn des Winters. Weihnachten liegt nicht umsonst auf der Wintersonnenwende.
Und das mit den Edelsteinen klingt lustig, is aber falsch, da es heißen müsste “Es ist selten, dass man billige Edelsteine zum Verkauf angeboten bekommt!”. Ausserdem versteh ich die Logik von “Alle billigen Edelsteine sind selten” nicht ganz.

Dann stellte ich mir heute angesichts des herrlichen Sonnenwetters die Frage, ob wir in eine Art ewige Jahreszeit hineinrutschen. Und Sommer und Winter merken wir dann nur noch an etwas längeren Temperaturschwankungen. Das wäre blöd, denn dann würden sich Sommerferien und für manche auch Herbstferien entledigen oder man müsste einen neuen Namen für sie finden. In Luxemburg wärs einfach. Die Mitter der zweimonatigen Sommerferien ist Maria Himmelfahrt. Also könnte man die Ferien MariaHimmelfahrtsferien nennen. Nun gibt es an MH keinen komerziellen Feiertag, keine neumodischen Gebräusche, nur gute alte Tradition wie Kräuterbündel, die man “Wësch” nennt und an die Haustür nagelte.
Ausserdem isses wohl ein wenig übertrieben, 2 Monate Ferien zu haben, nur weil MH ist.

Weihnachtsmärkte sind mobile Architektur. Architektur ist Geiselnahme, ergo Weihnachtsmärkte sind Geiselnahme.

Monday, November 7th, 2005

Ich bin richtig traurig darüber, dass ich die vielen Gelegenheiten, die ich vor Halloween hatte, zu erwähnen, dass Halloween und Allerheiligen eigentlich das gleiche Fest sind, nicht genutzt habe. Womit ich selbiges aber nochmal gesagt haben wollte. Man kann es eigentlich gar nicht oft genung sagen.

Dann gibts Krawalle in Frankreich, und ich frag mich, wieso *ich* daran denk, dass man eigentlich nicht als Erstes verkünden sollte, man würde “l'ordre public” mit allen nötigen Mitteln wiederherstellen und die Straftäter bestrafen, sondern vielleicht irgendetwas tun, was das ganze mehr beruhigt als Gummigeschosse und Wasserwerfer. Am Wochenende haben die 312 Leute festgenommen. Wie viele wollen sie eigentlich festnehmen? So lange, bis sie nur nen Draht um die “Ghettos” drumrumbauen brauchen und “Prison” auf nen Tor schreiben müssen?
Jetzt haben sie ja angedeutet, dass man soziale Maßnahmen vor allem für mehr Chancengerechtigkeit in den sozial schwachen Vierteln (sic!) - was auch immer das heißen mag - ergreifen will. Nee, man will sie vorstellen. Oh, und das sollen vor allem Vorsichtsmaßnahmen beim Urbanismus sein. Toll! Dann haben wir in 20 Jahren in neugebauten Städten keine Ghettos! Hilft jetzt aber nich viel.
Was wirklich fehlt, sind konkrete Aktionen, und vor allem die Geste, das man sich endlich dem Problem der “Ghettos” animmt (und das nicht mit Gummigeschossen!).
Vor allem wirkt die Polizeigewalt dem eigentlichen Auslöser der Krawalle sicherlich nicht entgegen. Auch wenn es momentan nicht mehr um die zwei Toten geht.

Und je öfter das Wort “Bürgerkrieg” fällt, desto dramatischer wirds wahrscheinlich werden. Wenn der erste “Einwanderer” erschossen wird, kann man das Wort vermutlich wirklich benutzen.

Ich finds angesichts solcher Bilder irgendwie schon dramatisch, dass dann Bemühungen in Luxemburg um ein autonomes soziales und kulturelles Zentrum von dem Besitzer des Landes, denen übrigens nicht das Gebäude, sondern nur das Land auf dem das Gebäude steht gehört und, der CFL, also die luxemburgische Eisenbahngesellschaft, einfach abgeschmettert wurden.
Es war klar, dass es “deSchapp” nicht mehr für sehr lange geben würde, aber so lange bis die endgültigen Abrissarbeiten beginnen würden hätte man das Zentrum ja bestehen lassen können.
Ja, auch ein autonomes Zentrum schützt nicht vor Ausschreitungen wie sie seit elf Tagen in Paris an der Tagesordnung sind. Aber gewissen Tendenzen setzt man damit sicher einen Dämpfer auf.

Architektur ist Geiselnahme

Sunday, November 6th, 2005

Damit gehen die Halloweenferien Allerheiligenferien auf ihr Ende zu und es beginnt die Wartezeit bis zum 20. Dezember, dem Anfang der Weihnachtsferien.
Mit dem Abklappern bzw. dem “Feiern” von Halloweenallerheiligenkeltischertotenkult sind die Geschäfte jetzt auch frei, um die vielen vielen Weihnachtsartikel zu beherbergen. Das Fest des Konsums und die Zeit der langen Winterabende mit Tee und Keksen nähert sich.
Irgendwie freue ich mich, obwohl ich das Fest Weihnachten oder das, was es heute darstellt, nicht wirklich mag. Wobei es trotzdem schön ist, die Familie wiederzusehen und gemeinsam zu essen. Mal sehen was für Schrecklichkeiten dieses Jahr auf uns zukommen, einen hängenden Weihnachtsmann habe ich schon erblickt. Zu meinem größten Bedauern.

Heute hat jemand nach “meret becker nackt” gesucht und ist dabei auf meine Seite gekommen. Vielleicht sollte ich aufhören, mir Fragen zu stellen und diese Dinge einfach als gegeben akzeptieren.

Manchmal mag ich bestimmte Sätze von mir selbst einfach.

Saturday, November 5th, 2005

Na ja, wenn du stirbst und keine Beine mehr hast, und auch nichts mehr, was dazwischen baumelt, wird es schwer sein, Lust zu haben, das Ding, was zwischen deinen Beinen baumelt, jemand anderem zwichen die Beine zu stecken, oder?

(Gespräch über die Seele, in Arbeitstitel:Bankgespräche)

Überlegt ihr euch eigentlich, über was ihr bloggt, bevor ihr anfangt? Ich halte das für einen fatalen Fehler der Informations- und Kommunikationsgesellschaft.

Saturday, November 5th, 2005

Man beginnt keine Sätze mit “Insofern”, und man beginnt auch keine Blogpostings mit “Insofern”, wobei ich mich frage, ob “In so fern” nicht richtiger oder überhaupt richtig wäre. Google sagt definitiv nein. Also, ich denk 2.650.000 zu 42.900 Stimmen sind eine absolute Mehrheit für “insofern”.
Danke Google, du hast uns wieder einmal gescheihter gemacht. Wobei mich Wikipedia ja öfters schlauer macht als Google, bzw. ich such eher bei Wikipedia nach Wissen als bei Google. Das erzähl ich euch, um euch erzählen zu können, dass meine Mutter mir erzählt hat, dass Wikipedia eine der Quellen von “Wer wird Millionär” sei. Was ich wiederum ein tolles Lob für Wikipedia find.

Ich habe heute geträumt, in E. sei ein mehr oder minder großes Musikfestival, bei dem Tokio Hotel und eine Band namens “Bounty”, die einzige “Bountyrock”-Band der Welt, gespielt haben. Und ich bin durch merkwürdige Zeltlager, in denen die Bands hausten, gerannt, um Tokio Hotel zu finden, um sie zu interviewen und nass zu machen. Und ich hatte überhaupt keine Zweifel an mir selbst, obwohl ich überhaupt nichts vorbereitet hatte.
Mein Unterbewusstsein verarbeitete bestimmt den Ärger darüber, dass Wir sind Helden in Luxemburg waren und ich das erst gestern mitbekommen habe und nur jemand von DNR die interviewt hat und sehr doofe Fragen gestellt hat. Uarghs, und jetzt kommen keine guten Bands mehr nach Luxemburg, ganz sicher.

This post is brought to you by where the dragon flies - your NUMBER ONE SITE for “robby williams nackt”!

Since I've been loving you

Friday, November 4th, 2005

Ich hab es seit Montag nicht fertiggebracht, zu schreiben, dass ich im Kino war und Tim Burton's Corpse Bride gesehen hab. Und ich hab den Film toll gefunden. Ich mag das Figurendesign von Burton und ich mag es auch, wenn die Charaktere alle 15 Minuten anfangen zu singen, weil es einfach passt und cool ist. Ausserdem ist das in einem Trickfilm legitim. Ich find die größte Sünde von Pirates of the Caribean sind diese singenden Skelette, die einfach nicht in einen Film gepasst haben, in dem Johnny Depp Dreadlocks hat.

Ausserdem bin ich verwirrt über merkwürdige Beziehungen von gewissen Leuten und frag mich, ob ich mich noch für das ganze interessieren oder einfach den Versuch, das ganze zu durchblicken, aufgeben und mir stattdessen noch einen Tee mit ganz viel Zucker machen soll, was sicher eine gesündere Wirkung hätte. Ja, Tee ist gesund, und Zucker manchmal auch, jedenfalls für die Seele. Und ohne gesunde Seele kann es keinen gesunden Körper geben.
Wobei ich hier ja schon wieder davon ausgehe, dass ich eine Seele besitze und nicht nur ein Bewusstsein. Da ich aber wieder nicht weiß, wie sich das eine ohne das andere oder das andere ohne das eine anfühlt, gehe ich einfach mal davon aus, dass mein Bewusstsein auch meine Seele ist und nenne das ganze einfach Seele. Wobei das Fehlen einer Seele mich ganz sicher auch nicht vom Teetrinken abhalten würde.

Ich gehe abends an dem Haus vorbei und blicke hoch zu den Fenstern und denke “Vielleicht kopuliert sitzt da ja jetzt C. mit C.” und grinse. Das genügt, mehr brauche ich nicht.

Geschichten von Menschen die ihre Knien aufgeschlagen haben, weil sie Sex im Schrank hatten, heftige Lachanfälle und die Frage, wie man auf so eine Idee kommen kann. ich meine, Sex im Schrank und das fabriziert aufgeschlagene Knie? Ich glaub, ich will einfach nicht weiter darüber nachdenken. Nur werd ich der Person nie wieder in meinem Leben in die Augen sehen können, ohne an meinem Lachen zu ersticken und mein Ego so weit aufzublasen, dass das Universum Risse bekommt und explodiert.

Das wär doch jetzt eigentlich ein schöner Schlusssatz gewesen, nicht?

(more…)

Babe, babe, babe, babe, babe, babe, baby eatin' baby I don't wanna leave you, I ain't jokin' woman, I've got to ramble. Oh, yeah, baby, baby, I'll be leavin' !

Thursday, November 3rd, 2005

Liebe ist ein merkwürdiges Konstrukt, das sich wie ein Spinnennetz zwichen zwei Menschen spannt. Dünn und zerbrechlich und doch sehr sehr reissfest, wenn man nur will. Und ausserdem werden selten nur zwei Menschen eingesponnen. Wenn Person X eine Beziehung mit Person Y hat, fällt Fire zB. nicht nur auf, dass er früher im Alphabet anfangen hätte sollen, sondern es werden alle guten Freunde von Person X und die von Person Y indirekt betroffen. Tief trifft es vielleicht auch ehemalige Partner oder Leute, die sich Hoffnungen auf Person X und/oder Y gemacht haben oder sogar in sie verliebt waren und es dann ja zwangsläufig immer noch sind. Vielleicht nicht mehr lange, aber immerhin.

Bleibt die Frage, wieso Fire so etwas schreibt. Mehere Leute werden bleich, rot oder rosa oder nicken einfach nur wissend mit dem Kopf und grinsen und/oder beginnen, sich merkwürdige Fragen zu stellen und ihr Leben auf den Kopf zu stellen oder öffnen das Fenster und werfen sich hinaus.

Jetzt stellt sich mir die Frage, was denn nun schlimmer und theatralischer klingt, ob man das Fenster nun öffnet und mit einem lockeren Kopfsprung dem Abgrund entgegenspringt oder ob man mit einem kinoreifen Hechtsprung durch das Fenster springt und sich so nicht nur dem Tod in die Arme begibt, sondern der Putzfrau auch noch eine leckere Sauerei aus Scherben und Blutspritzern hinterlässt.
Ich bin für das ungeöffnete Fenster, weil erstens die Hemmschwelle bei diesem sehr viel größer ist und man beim Fensteröffnen sehr viel Dynamik verliert und ausserdem Zeit zum Nachdenken bekommt, was einen weiteren Verlust an Dynamik mit sich bringt.

Ich bin aussserdem der Meinung, dass man mein Ego durch das Lesen dieses Blogs für größer halten könnte als es in Wirklichkeit ist. Wobei das auch wieder relativ ist, denn eigentlich ist mein Ego zu Momenten größer als das Universum, was faktisch unmöglich ist, denn dann hätte ich ein “universe-breaking-ego” (UBE). Ich frage mich heute schon viel zu viele Sachen bzw. ich benutze die Wendung “Ich frage mich” heute viel zu oft, aber da mir momentan nicht besseres einfällt, frage ich mich trotzdem einfach mal, ob man für beide Dinge nicht ein Warn-Button machen sollte. Immerhin will man nachher nicht wegen sowas vor Gericht landen und keinen Anwalt haben.

Ich hab nämlich, entgegen vieler Behauptungen, keinen Anwalt. Ganz ehrlich nicht.

In der stillen Einsamkeit der Nacht erheben sich flüsternde Stimmen der Sterne

Wednesday, November 2nd, 2005

Alles fängt an mit der Frage, wo man denn anfangen soll, und am besten beantwortet man diese Frage nicht, sondern fängt einfach mit ihr an. Ich weiß, dass das hier lang werden wird, ein Einblick in die paar cm³, die meinen Geist, meine Seele oder wie man auch immer das Teil in mir, das “Ich” sagt, nennen mag, enthält.

Es ist eine schwierige Frage, das eigene “Ich” zu definieren. Es gibt Philosophen, so sagte jedenfalls Lisa Simpson in irgendeiner Folge zu ihrem Bruder, die behaupten, dass niemand mit einer Seele geboren würde und man sie sich erst verdienen müsste. Dass man sich sich verdienen muss setzt aber zwangsläufig vorraus, dass das “Ich” unter einer anderen Form vorhanden sein muss als die Seele. Die Frage ist dann aber, wie fühlt sich die neugewonnene Seele an, wie ist der Wechsel von normalen Bewusstsein zur Seele zu spüren?
Oder wird das Bewusstsein einfach nur unsterblich und darf sich deshalb Seele nennen?

Desweitern die Frage, ob man es einen inneren Monolog geben kann, oder ob man nicht immer einem inneren Dialog zuhört oder mitdiskutiert, wie man gerade will. Immerhin sind Monologe einfach nur reden, die jemand alleine hällt. In mir drin reden immer mehere Stimmen, oder mehere Teile meines Ichs gegeneinander. Das errinert mich an den Steppenwolf. Ich frage mich, ob man so eine Geschichte einfach ungefiltert lesen kann, ohne sie irgendwie zu interpretieren, oder ob die Interpreation nicht bereits beim Lesen stattfindet. Die allererste Interpreation ist ja schon die, die die Wörter in Bilder in unserem Kopf verwandelt, aber was passiert danach, was tut ein Text in unseren Köpfen?