Archive for October, 2005

When I Come Around II

Saturday, October 22nd, 2005

Wenn ich dann erst mal berühmt bin und es überall Fireball-Anti-Pickel-Cremes und Fireball-Butterbrotdosen und Fireball-Dreadperlen zu kaufen gibt und in Taiwan die Straßenhändler ganze Wagenladungen voll mit gebrannten DVDs mit “Fireball: The Motion Picture” für 1$ das Stück verkaufen, dann werde ich auch irgendwann einmal sterben.

Und Jahre nach meinem Tod, immer am selben Tag, wenn alle meine Fans die Kaputzenpullover mit meinem Gesicht vorne und hinten einem Auschnitt aus einem meiner Notizbücher drauf anziehen und meinem Tod gedenken, läuft MTV Masters: Fireball. Und da wird ein Diplompsychologe erklären, dass ich mich für eine Mischung aus Jesus und Kurt Cobain hielt, ich mir meiner messiasartigen Psycho-Art also wohl bewusst gewesen wäre. Und dass mein frühzeitiger Tod, welcher Art er auch immer sein wird, auf jeden Fall absehbar gewesen wäre, wenn auch nicht zu verhindern. Hätte ich doch schon bevor ich bekannt geworden war, geschrieben und manchmal auch geschrien: Live fast, die young and leave a perfect and handsome body. So perfekt sei meine Leiche eigentlich nicht gewesen, aber das sei nicht so wichtig.

Dann werden allerlei Stars erzählen, mit denen ich mal gesprochen habe, deren Musik ich gehört habe oder denen plötzlich eingefallen ist, dass sie eigentlich durch mich inspiriert worden sind. So wird dann auch Robbie Williams erzählen, dass er vor dem Fernseher gesessen und geweint hätte, als er erfahren habe, dass ich tot sei. Und dann habe er das Konzert am Abend mir gewidmet, besonders den Titel “Supreme“. Und bei der Zeile
Will you survive/You must survive wäre er dann nochmals in Tränen ausgebrochen und trotzdem hätte er weitergesungen, denn er habe gespürt, wie ich bei ihm sei, wie mein Geist ihm Kraft gebe.

Natürlich hat Robbie mir nie ein Konzert gewidmet. Aber es schraubt seine Plattenverkäufe erheblich in die Höhe, wenn er das bei MTV Masters unter Tränen erzählt. Natürlich kommen auch die Mädels dran, mit denen ich was hatte. S. zB. wird erzählen, wie sie damals Trost bei mir fand.

Oh, und meine ehemaligen Lehrer, soweit wie sie noch leben und noch geistig fähig sind, zusammenhängende Sätze von sich zu geben, werden meine Kreativtität loben und sagen, dass sie damals schon gewusst hätten, dass aus mir einmal ein Held werden würde. Nur einer meiner ehemaligen Mathelehrer, Mr. Z., wird etwas anderes sagen.
Er wird den Zuschauern von MTV Masters das Gleiche erzählen, was er auch meinen Eltern an jenem Elternsprechtag erzählt hat:
Das ich ich sehr engagiert gewesen wäre. Ich hätte mich freiwillig für den Tafeldienst gemeldet und habe so vor jeder Stunde die Tafel saubergewischt.
Eine glatte Lüge. Ich wurde zum Tafeldienst gezwungen, und zwar von ihm, weil er einfach den ersten von der Liste ausgewählt hat.

Podcast - oder wenigstens etwas ähnliches… II

Saturday, October 22nd, 2005

Ich habs wieder getan.
Diesmal war es Henk, der mir den richtigen Beitrag zum Vorlesen vorschlug, als ich schon wieder überlegte, ob ich den Monstereintrag nicht doch vertonen sollte.
Diesmal gibt es dann When I come arround, mit Original falscher englischer Ausprache von “godamend”.

Hier. (mp3, 3,11 MB)

Warte auf weitere Vorlesewünsche ;-)

Podcast - oder wenigstens etwas ähnliches…

Friday, October 21st, 2005

Ich habe meine Drohung wahr gemacht. Dank Frau Poll habe ich nicht diesen Monster-Post vorgelesen, sondern diesen hier, den über das Gothic-Girl.

Ich bin für einen ersten Versuch des Lesens eines Eintrages, der nicht zum Lesen gedacht war, zufrieden. Ich weiß, dass ich das vermutlich mit mehr Zeit und Geduld noch besser hinkriege. Was mich am meisten stört, ist mein luxemburgischer Akzent, aber gegen den kann ich nicht wirklich etwas tun - ausser vielleicht eine gewisse Zeit in Deutschland verbringen und nur Deutsch reden.
Ausserdem bin ich jetzt so weit, dass ich das Wort “Schicksal” nicht nur nicht mehr hören, sondern auch nicht mehr ausprechen kann, ohne irgendetwas unverständliches zu sprudeln.

Hier. (mp3, 1,8 MB)

Kommentare und konstruktive Kritik sind wie immer, sehr willkommen.

Girl, you'll be a women soon…

Friday, October 21st, 2005

Es ist heute überhaupt nicht hell geworden und wird auch nicht mehr hell werden. Eine dunkelgraue, uniforme Wolkendecke lag über E. wie ein Schuhkartondeckel. Man könnte meinen, der Himmel sei depressiv gewesen, heute. Und das Gothic-Mädel hab ich heute auch wieder gesehen. Gestern auch, aber gestern hat sie wenigstens ein bisschen so getan, als würde sie mein Lächeln erwiedern wollen, heute hat sie einfach nur weggeschaut, und ich weiß nicht, ob es ihr peinlich ist, dass ich sie so ungeniert anlächele, ob sie nicht von mir angelächelt werden will, oder ob sie sich einfach nicht traut, zurückzulächeln. Vielleicht ist es auch alles zusammen.

Ich weiß jedenfalls nicht, ob ich mehr will, als dass sie zurücklächelt. Ich glaube, ich will sie gar nicht ansprechen, ich will nicht ihre Handynummer haben und ich will auch nicht wissen, wie sie heißt. Und ich will auch nicht, dass sie mein Blog liest, dh. allenfall aus Zufall, was sehr nett wäre.

Aber ansonsten erscheinen mir andere Bekanntschaften dann doch ertragreicher und verfolgenswerter. Todesengel.
Und niemand hat kommentiert, was schade ist. Vielleicht hat es auch noch niemand gelesen. Wer weiß.

Voice…

Thursday, October 20th, 2005

Nachdem ich die beindruckende Lesung von Wortschnitten gehört habe (nur als Mp3, ich war nicht in Berlin, falls jemand auf diese Idee gekommen ist!), habe ich mich gefragt, ob ich das auch kann. Also, Texte von mir so “gut” gelesen, gefühlsbetont.
Ich hab manchmal schon so meine Probleme, meine vorbereiteten Radiotexte zu sprechen, ohne dass es Scheiße klingt. Aber es würde mich wirklich reizen, einen dieser “mysteriösen” Postings zu sprechen, zB. “My soul fuckin burns…“, was natürlich eine enorme Herausforderung wäre.

Ich frage mich, ob ich in einer Liga spielen kann mit den Leuten, die gestern Abend im fernen Berlin (Nun, eigentlich ist im Netz alles gleich fern und gleich nah. Auch wenn verschiedene Seiten weiter weg scheinen als sie es vielleicht sind.) gelesen haben. Gut, manche Leute werden mich nie linken, es sei denn, ich werde aus eigener Kraft ein “A-list Blogger”, wobei ich mich frage, ob ich das überhaupt will. Es geht überhaupt nich darum, der” Beste” und Bekannteste zu sein und von den meisten gelesen zu werden - es geht darum, sein Ding durchzuziehen, das zu machen, was einem Spaß macht. Klar wird man dabei von anderen beeinflusst. Ich glaube auch noch immer, dass ich keinen eigenen Schreibstil habe, sondern mir einen zusammenkoche, von den Schreibstilen anderer, mehr oder weniger beinflusst von den Büchern, die ich gerade lese oder von meiner Stimmung. Jetzt sind meine Gedanken nüchtern, sie fühlen sich mehr oder weniger klar an, auch wenn ich müde bin.

Vielleicht “spüre” ich meinen eigenen Schreibstil nicht, weil es halt meiner ist, meine Gedanken, die innere “Stimme”. Andere Schreibstile fühlen sich anders an. Ich kann das nicht genau beschreiben, das geht über die Grenzen des Beschreibaren. Vielleicht mag ich deshalb so gerne lesen, weil es sich jedesmal anderes anfühlt. Ich denke, das ist ein Teil meiner Synästhesie, die ich zumindest hier ganz klar zu haben scheine.

Nun, ich stelle euch, meinem Publikum, meinen Lesern, den zufällig Vorbeikommenden, den Stammgästen und denen, die hier angangen, zu lesen (Ich hoffe dass es sie gibt!) meine Anfangsfrage: Soll ich das mit dem Lesen bzw. dem Podcasten mal versuchen? Und wenn ja, was für einen Post würdet ihr vorschlagen?

Uff..

Wednesday, October 19th, 2005

Heute überkam mich Angstschweiß, als ich die Küche betrat. Auf dem Küchentisch lag ein Brief vom Gericht und mein Nich-mehr-Erziehungsberechtige, dem dieser Autoritätsverlust wohl noch nicht ganz klar ist oder war, meinte, ich solle ihn ganz schnell aufmachen, diesen Brief mit dem in fetten, großen schwarzen Lettern gedruckten

Parquet près le Tribunal d'Arrondissement de Diekirch


als Absender, denn er wolle wissen, was da drin steht. Er hat ihn dann auch zuerst gelesen, ehe ich ihn ganz lesen durfte.
Das Schreiben geht um das loi concernant la lutte contre la tocixomanie (propagande en faveur des stupéfiants), also das Gesetz das den Kampf gegen die Toxikomanie regelt (Propaganda zum Vorteil von Rauschmitteln). Also die Sache um Luxgras.
Ich schwitzte immer noch - so sehr, dass sich mein Pullover unter meinen Armen dunkel verfärbte. Ich nahm erstmal ein Badetuch und wischte mir das Gesicht und die Stirn ab, um überhaupt etwas sehen zu können.
Ich las den Text und es stellte sich heraus, dass die Staatsanwaltschaft beschlossen hat, die Affaire ohne Folgen zu klassieren. Uff…
Ich hatte mir schon lebhaft angemalt ausgemalt, wie ich meinen Kampf gegen die Mühlen der Justiz führen würde. Und ich hatte Angst, diesen Kampf trotz all der Lächerlichkeit, die das Ganze in meinen Augen hatte, zu velieren. Dies hätte zB. durch meine Elogen, die ich bereits im Kopf vorbereiten hatte, aber ebenso durch langandauerndes Lachen passieren können.
Nun war das ganze also vorbei. Ich war bzw. wieder ein freier Mann, der sich nicht zu fürchten braucht.
Wobei das nicht wirklich stimmt. Wahrscheinlich wird das Blog hier noch immer gelesen, zwecks Beobachtung verdächtiger Personnen. Wer im Alter von 15 Jahren satirische Homepages aufbaut, ist mit 18 sicher Drogendealer und wird sich auch irgendwann öffentlich dazu auf seiner Homepage bekennen.

Merkwürdig find ich nur die Benennung der Gesetze. “Kampf gegen die Toxikomanie” klingt für mich ein wenig wie “Kampf gegen den internationalen Terrorismus”. Vor allem aber könnte ich mich fragen, was die “Propaganda zum Vorteil von Rauschmitteln” mit der Drogensucht zu tun hat. Klar kann man stupĂ©fiants auch mit “Rauschgift” übersetzten, aber ich versuche populistische Begriffe zu vermeiden.
Wirklich eindeutig sind zumindest die Titel der Gesetze nicht.

Ich las den Brief vorher nochmal. Und da ist mir das wirklich erstaunliche aufgefallen:
Man hat meinen Namen falsch geschrieben.
AdamY anstatt Adami. Ich darf an die URL meiner seite errinern, und daran, dass die Seite, weswegen dieser Brief überhaupt je zustanden gekommen ist, auf der URL http://www.joeladami.net/luxgras lag.
Quo vadis?

Nur nen Spruch (Ich hasse deskriptive Titel. Vielleicht brauch ich einen Zettelkasten?[Ach, und ich zahl das Eis auch!])

Tuesday, October 18th, 2005

Man sollte seiner Seele zuhören, wenn sie singt.

(OT edit:Dieser orange “Stern” beim Mond, is das der Mars?)

Dieser Artikel wäre fast der Menscheit vorenthalten worden. Deshalb sollten wir jetzt alle ein Eis essen gehen.

Tuesday, October 18th, 2005

Ich glaube, es gibt nicht verunsicherendes als die Pause nach einer Mathearbeit. Da wird man von so unterschiedlichen Leuten mit so viel verschiedenen Informationen und Lösungen bombadiert - und vor allem ich, der ich mir nie behalten kann, welche Aufgabe welche Nummer hatte, komme überhaupt nicht mit - so dass man nachher gar nicht mehr so sehr von der Richtigkeit seiner Lösungen überzeugt ist. Dabei wollte Fire eigentlich nur Fragen, wie es denn gelaufen sei. Ein klein wenig Small-talk vor der nächsten Stunde und vor allem um zu hören, dass die Arbeit nicht allzu schwer gewesen ist - das eigene Gefühl bestätigt sehen, also. Wenn jeder sagt, es war einfach und man selbst hat es sehr schwer gefunden, ist das selten ein gutes Zeichen, aber es ist noch ein schlechteres Zeichen, wenn man selbst alles furchtbar einfach gefunden hat und der Rest der Klasse um Genügende Noten betet.Meist geht es dann so aus, dass man selbst der Einzige ist, der in Schwierigkeiten steckt und die Restlichen positiv überrascht von dem Resultat sind.

Fire weiß allerdings noch nicht, was er von Lehrern halten soll, die allen ernstes zwei Punkte von 60 auf “Sauberkeit” verteilen. In der Grundschule gabs mal Noten für Schönschreibschrift, und damals hat man uns ständig erzählt, man müsse eine saubere Schrift haben, um später bei Bewerbungen gut anzukommen. Natürlich haben alle verschwiegen, dass man auch Arzt oder Apotheker werden könnte und sich um so etwas wie Schriftbild überhaupt nicht kümmern müsste.
Der Lehrer des Faches “Wissenschaften” (früher hieß das Heimatkunde, heute ist es Wissenschaften. In der Grundschule, wohlverstanden.) sagte mir immer, ich müsse sauber schreiben, besonders wenn ich, wie er immer glaubte, später Wissenschaftler werden würde, müssten meine Wissenschaftlerkollegen ja lesen können, was ich da so geschrieben habe.
Ich glaube, ich habe nie das Argument des Computers angebracht. Vielleicht war es mir einfach peinlich, in der Materie zumindest manchmal mehr zu wissen als der Lehrer, vielleicht traute ich mich einfach nicht oder es war mir egal, weil ich sowieso nicht in weißen Kitteln herumlaufen wollte.

Das weiße Kittel, das errinert mich an den Chemietrakt in der Schule des Terrorismus. Da hängt ein Poster an der Wand. auf dem steht “Not all chemists wear white coats!”.
Das mag ja stimmen und ist so als Chemikerlobbywerbung auch ganz annehmbar. Allerdings ist daneben ein Bild einer Chemikerin , die mit ihrem Laptop auf einem Bergipfel sitzt, eingehüllt in eine dicke Jacke. Ich meine, will die Chemikerlobby denn, dass wir glauben, die eine Hälfte der Chemiker würde in weißen Kitteln herumlaufen und die andere, weibliche Hälfte würde ihre Arbeitszeit in eremitischer Abgeschiedenheit auf Berggipfel verbringen, wo sie die Eigenschaften von unbekannten Substanzen wie Schnee, Eis und Gestein untersuchen?

Wahrscheinlich gibt es, wie bei den Mathematikern auch eine Chemikerverschwörung, bzw. einen Rat der ältesten Chemiker, die sich in einem geheimen Raum, der wahrscheinlich in Amerika liegt, treffen und schwarze Gewänder, merkwürdige Hüte und noch merkwürdigere Bärte tragen.
Und genau diese Leute entwickeln abstruse, merkwürdige Ideen, mit denen sie die Menschheit und besonders die Schülerschaft traktieren und piesaken. Zum Beispiel kommen sie in ein, zwei Jahren sicher auf die Idee, ein paar neue Elemente dazuzuerfinden. Und deren Eigenschaften werden ausgewürfelt, mit W48-Würfeln.

Den meisten Lehrern an der Schule des Terrorismus ist die Handschrift übrigens mehr oder weniger egal, sofern sie was entziffern können. Ernesto hat auch nicht mit Schönschreibschrift geschrieben…

Geburstagspartyfotos

Monday, October 17th, 2005

Hier dann wie versprochen die grandiosen Fotos zu Fires Geburstagsparty bzw. allem, was so dazugehörte.

(more…)

Dreads kill combs…

Monday, October 17th, 2005

Wer seine Kämme liebt, sollte sich keine Dreads zulegen. Besonders Backcombing der Spitzen hat schon so manchen Plastikkamm getötet. Wenn man allerdings Kammzähne in den Dreads hat, sollte man sich vielleicht die Frage stellen, ob man sich nicht doch einen metallenen Läusekamm für Hunde zulegen sollte.

Wer mal herzlich lachen will, dem empfehle ich Commes heutigen Post, besonders die Passage über Kate Bush. :-)