When I Come Around
Saturday, August 27th, 2005Ist mittlerweile nicht alles zu irgendwas verkommen? Gibt es noch irgendeine Kunst, irgendein Musikstück, irgendein Gedanke, der/die/das noch rein und unverfälscht ist?
Oh, klar, es gibt dieses Blog, meine Bilder, meine eigene kleine Welt, die noch nicht in einer halben Stunde MTV Masters auch dem dümmsten nahegebracht worden ist. Aber darum geht's erst mal nicht, denn wie lange kann es noch dauern, bis ich endweder ganz von der Bildfläche verschwinde oder mir irgendein Martketingfuzi von (AOL) Time Warner anbietet, mein Blog wirklich zu verfilmen oder mich durch eine TV-Show, viel Airplay auf MTVIVA zur “Stimme meiner Generation” machen will und mir ein unschlagbares Angebot macht, am besten mit einer Knarre an meiner Schläfe und/oder der Drohung, sonst den luxemburgischen Geheimdienst/die Scheizergarde/die Musikindustrie (Unzutreffendes bitte streichen!) auf mich zu hetzen und mir das Leben “zur Hölle” zu machen.
Ich könnte natürlich ganz cool antworten, mit 60 Mann Geheimdienstler würde ich schön fertig werden, immerhin hat meine gute Freundin Uma auch verrückte 88 Katana-Kämpfer fertiggemacht, in Kill Bill, Hellebarden würden kein Problem darstellen und die Musikindustrie würde mich eh nie finden. Ausserdem bräuchte meine Generation keine “verfickte” Stimme, weil sie goddamed nochmal überhaupt keinen trockenen Furz zu sagen hätte, ihr ginge es eher darum, zu vermeiden, überhaupt etwas sagen zu müssen. Ob er noch nicht bemerkte habe, dass “meine verfickte Generation” ihre Meinung lieber per SMS kundtue, und zum “SMS-Texter meiner Generation” könne er mich doch mit noch so vielen Shows und noch so viel MTVIVA-Airplay gar nicht hochpushen.
Das würde ich alles eiskalt sagen, und dann würde der Time Warner-Heini seine Knarre eiskalt entsichern und sagen:
“Super. Genau so sollst du auch in deiner Show reden, und die Konsumenten werden dir zu Füßen liegen!”
Er wird “die Konsumenten” sagen. Oder “die hirnverbannten Idioten, die uns ihr Geld zum Hals und zum Arsch reinstecken“, oder “die Kunden“. Auf gar keinen Fall aber wird er “das Publikum” sagen. Nein, das Publikum ist ihm scheißegal. Ihn interessiert nur, wer nachher die tollen Produkte kauft, die die Kreativköpfe bei Time Warner sich ausgedacht haben.
Mit der Knarre im Hinterkopf unterschreibe ich dann Verträge. Alle in 5-facher Ausführung, mit je einer Kopie für den luxemburgischen Geheimdienst. Da werden die Geheimdienstler viel zu lesen haben, denn ich unterschreibe drei Stunden lang Vertäge. Verträge über Fireball-Actionfiguren, Verträge über Fireball-Shows, Fireball-Anti-Pickel-Crems, Verträge über “Fireball: The Motion Picture”.
Und schon bin ich ein Massenmedienprodukt und jeder Teenie im Alter von 11 – 29 in der großen freien westlichen Welt will so sein wie ich. Und “Alternative” war mal alternativ.
Im Untergrund kann man mittlerweile nichts mehr anziehen, weil alles komzerialisiert ist. Nun ist aber nichts mehr komerzialisiert als das Nackt-sein, also zieht man sich ganz normal an und gibt den Kampf gegen das System einfach auf.
Fire hats ja auch getan, und das ist ja eigentlich auch ganz cool so.
Oh, eigentlich wollte ich etwas über meine Gedanken beim Green Day-hören schreiben, aber das hier ist vielleicht sogar besser.







