Archive for July, 2005

Wahlresultate

Sunday, July 10th, 2005

43.48% Nein-Stimmen sind zwar zu wenig, aber immer noch höher, als ich eigentlich erwartet hatte.
Rtl.lu hat ausnahmsweise einmal nette Arbeit geleistet und eine schöne Übersicht gebastelt.

Ich glaub, ich muss das nicht weiter kommentieren - wir werden ja sehen, was die Zukunft bringt.

Der Tag vor der Entscheidung

Saturday, July 9th, 2005

Nachdem morgen also die Luxemburger vor der Wahl stehen, die Welt zu retten (JA) oder sie untergehen zu lassen (NEIN), war denn heute auf der Titelseite des Luxemburger Wortes, das sich selbst mit “Für Wahrheit und Recht” untertitelt, als Titelbild eine Menge Politiker und in großen, Bild-artigen Lettern “Wir wählen JA” zu lesen.
Gut, eine gewisse politische Färbung kann ich jeder Zeitung zugestehen.
Dass sie sich aber zum plumpen Regierungspropagandawerkzeug degradieren lässt, spricht nicht gerade für Qualität - und wie schon mal erwähnt, handelt es sich hier um die meistgekaufte Zeitung in Luxemburg.

Da das Volk, sich selbst als “gute Europäer erster Stunde” sehend, aber eine Horde von feiger Hobbits ist, das, wenn überhaupt, die Faust nur in der Tasche ballt, sich aber so leicht manipulieren lässt, wird unser allseits geliebter verehrter vergötterter Premierminister Jean-Claude Juncker seinen Posten wohl behalten und nach den nächsten Wahlen dann der Obermacker der EU werden, und ach, was werden wir alle stolz sein auf ihn, ein echter Europäer und sollte er jemals abkratzen, benennen wir 93 Straßen nach ihm und bauen ihm ein Denkmal.
Jedenfalls erpresst er die luxemburgischen (Ausländer dürfen ja eh nicht abstimmen!) Bürger mit seiner Rücktrittsdrohung. Neben den apokalyptischen Visionen von wegen “Luxemburg wird aus der EU rausgeworfen, wenn ihr Nein sagt!” (Wieso eigentlich nich gleich “Luxemburg wird nach Afrika verlegt!”?).

Ach, und die Wahlzettel sind auch geschickt gemacht, das Ja ist rechts und das Nein links. Jeder, der mal eine Bildanalyse gemacht hat, weiß ja, wie der Blick wandert: von links oben nach rechts unten. Ich frage mich, wieso überhaupt noch ein Referendum gemacht wird - scheint man dann demokratischer? Will Juncker seinen Homologen zeigen, dass er, im Gegensatz zu den französichen und niederländischen Staatsoberhäuptern, seine Hobbits im Griff hat? Wo die Volksvertreter doch eh nach dem Referendum noch einmal über die Verfassung abstimmen werden - und ich weiß jetzt schon, dass das Wort, für das sie sich entscheiden werden, nur zwei bzw. auf französich drei Buchstaben hat.

Jedenfalls kann man den linken Nein-Kräften, also der linken Partei, den Kommunisten und allen voran das “Komitee für das NEIN” nicht vorwerfen, sie hätten nichts getan - schon seit Monaten sieht man überall, besonders im Süden des Landes und in Luxemburg-Stadt, Plakate und Aufkleber für das Nein, während die Regierung erst viel später mit ihrer Kompagne angefangen hat. Allerdings hat sie auch sehr viel mehr Geld (und Parteien) dafür.
Was die Grünen sich leisten, ist allerdings auch toll: “Ein kämpferisches Ja”
Toll, und was kreuzt ihr morgen an? “Ja, aber…”?`

Zusammengefasst: Ein quasi abgekartetes Spiel. Wobei ich mich irren könnte (Ich hoffe es!), da in den Umfragen die meisten Leute unentschieden oder für das Nein waren. Aber hier darf man ja 6 Wochen vor den Wahlen keine Umfrageergebnisse mehr veröffentlichen, von daher ist das ganze sehr wage. Vielleicht habe ich morgen Abend einen Grund, “stolz” auf meine Nation zu sein. Aber ich fürchte, ich werde eher entäuscht werden.

Wenn ich ein Zyniker wäre

Thursday, July 7th, 2005

was ich nicht bin, würde ich sagen, immerhin lässt sich das Datum der Londoner Anschläge gut behalten.
Man beachte auch die überzogenen Reaktionen (Maschinengewehrpolizisten in Washington!) und freue sich auf “Ja, das zeigt, dass wir Anti-Terror-Kriege durch EU-Verfassung brauchen!”-Kommentare seitens der luxemburgischen Regierungspropaganda zu den Wahlen am Sonntag.

Politiker

Tuesday, July 5th, 2005

Das sind schon komische Menschen. Kaum steht man vor der Tür des Festsaals, in man eigentlich nur ne Handvoll Schüler informieren will, und in dem sie gerade Verfassungspropaganda betrieben haben, schütteln sie beim Herausgehen eifrig Hände - und zwar jedem. Und dann fragte uns der gute Mann noch, wo er die Schule denn am schnellsten verlassen konnte. Es gab dann doch wohl kein Essen mit der Direktion. Und ich soll nun bei den nächsten Jahren jemanden wählen, der mir zwar die Hand schüttelt, sich offenbar aber keine Wege merken kann und auch von der Direktion meiner Schule gemieden wird?

Nachdem ich dann die Schule geschwänzt eine wichtige Informationsversammelung der Schülervertretung über eine Stunde hinweg geleitet habe, um an einer Versammelung teilzunehmen, kamen noch zwei Radioversammelungen. Was bin ich froh, dass es Versammelungsfreiheit gibt!

Oh, und morgen schon wieder welche. Und bald werde ich Versammelungen haben, um andere Versammelungen vorzubereiten, und dann werde ich Versammelungen haben, um Vorbereitungsversammelungen vorzubereiten. Vielleicht werde ich auch einfach Politiker. Man muss ja immer nur schön Hände schütteln und nett fragen, wo sein Auto steht.

Fire hat mal gesagt, sein Feeling so Unholy wäre der einzigste Versuch an mehr oder weniger erotischer Literatur. Nun, da er aber eine Person kennt, die die Funktion der Muse mehr oder weniger übernimmt, schreibt er wieder an einer ähnlichen Geschichte. Und irgendwann werde ich einen Band mit mehr oder weniger erotischen Kurzgeschichten veröffentlichen, mit einem vom Verlag gewählten Titel. Sowas wie: “Das Feuer der Liebe. 5 erotische Kurzgeschichten von Joel A.“, oder etwa: “Sinnliche Berührungen. romantische Kurzgeschichten von J. Adami” oder auch noch “Erotische Augenblicke. Sinnliche Kurzgeschichten von J.A.“. Und auf den Umschlag des Buches kommt ein Schwarz/Weiß Foto, etwa ein Bootssteg, ein nacktes, sich umarmendes Paar, wobei hier der Mann so groß und stark ist, dass man von der Frau nur den Kopf, die Schultern und die Arme sieht, zwei sich küssende Lippen oder aber eine rundliche Hautwölbung, die als Brust erkennbar ist, ohne aber Nippel zu zeigen.
Oh, wenn es sich verkaufen würde, wäre ich damit einverstanden. Und ich würd ein Autorenfoto von mir auf der ersten Seite oder ganz hinten auf der Innenseite des Umschlags sehr lustig finden.

Frosta ist für alle da *sing*

Monday, July 4th, 2005

Gibts eigentlich auch vegetarisches Tiefkühlessen?
Jedenfalls gibt es jetzt ein Frosta-Blog, was eine lustige Marketingstrategie ist.
Find ich. Wobei - wie gehen die mit Kritik in den Kommentaren um?
(via Leicht &Sinnig)

Ich schnitt mir in den Finger, als ich Eiswürfel zerkleinern wollte. Aua.

Sunday, July 3rd, 2005

Wieso sagen die Leute zum “Luxgsm Festival” noch immer “Rock um Knuedler”, wenn der Hauptakt aus Luxemburg ne HipHop-Gruppe ist? Und ebendiese Gruppe hat doch mal nen Song gehabt, der von den öffentlichen Medien gepuscht wurde, weil er die Frage stellte, wieso Raser rasen. Ich glaub, in den Statistiken schlägt sich “Hip Hop zur Verkehrsaufklärung” als nicht sehr erfolgreich wieder.
Jedenfalls blieb ich nicht lange auf dem “Knuedler”, vor allem, weil die angesetzten Bands - unter anderem Lunik und Juli mir nicht zusagten. Ich mein, “Die Perfekte Welle” ist ja nett, aber will ich ein ganzes Konzert von denen sehen? Wobei es mich ja nichts gekostet hätte, ausser meinen Nerven, und das wäre vielleicht schon sogar zu viel gewesen.

Die Sonne scheint wieder. Was auf einen warmen Wochenanfang schliessen lässt. Eigentlich ist es merkwürdig, das das Wetter nun schon im Wochenrhytmus ändert - bis Mittwoch viel zu warm, dann grau und Regen, und am Sonntag wieder Sonnenschein.

Narus Brennesseln sind nicht verbrannt? Also, Fire weiß nämlich, dass viele Brennesseln die Hitze der letzten Tage nicht überlebt haben und verdorrt sind, und so konnten verschiedene Leute keine Brennesselsuppe kochen. Übrigens liegt mir auch ein Rezept für Brennesselspinat vor, und anscheinend sind Brennesseln gesünder als Spinat, was erstaunlich ist. Ich meine, wieso gibt es keine Brenesselfarmen?

Sollte mehr Muffins backen, und verschiedenen Leuten beibringen, dass man die Bananen mit dem Teig zu teigähnlicher Masse verarbeitet. Weil, ich find, so nen riesiges Stück nasse Banane im Muffins schmeckt nicht sehr angenehm.