Archive for May, 2005

are you motherfucking ready?

Saturday, May 7th, 2005

Ich denke, der Vergleich, auf ein Rock/Hard Rock/Metal Konzert zu gehen sei in etwa das Gleiche, wie in eine Schlacht zu ziehen, stimmt. Jedenfalls haben die Vorbereitungen etwas rituelles, mystisches, fast schon metaphysisches. Wie eine spirtuelle Vorbereitung auf die folgenden Stunden voller Chaos und Krieg.

Erst wird alles geklärt, wo wie und wann. Dann wählst du dir ein Ouftitt, nimmst es raus, ziehst dich zur passender Musik an, dann entfernst du unnötigen Schmuck (hauptsächlich Perlen in den Dreads, in meinem Fall)
Und dann die Musik. Man legt schon mal passende Musik auf, um sich gut auf den folgenden Abend vorzubereiten.
Es ist, wie in den Krieg zu ziehen. Mit der Ausnahme, dass die Chance, tot zu sein, ungleich geringer ist.

Ansonsten fühlt sich Fire so, als wären schon wieder Ferien, obwohl die ja für ihn erst am Donnerstagabend beginnen. Und in einem fremdem Land. An einem Grenzsee. Näher als sonst an zwei Bloggerinnen. Die ja dann alle beide keine Zeit haben bzw. überhaupt nicht in der Nähe sind. Egal, der Gedanke zählt.

Fire hat gestern tatsächlich Muffins gebacken, und zwar Rahbarbermuffins, die wirklich sehr gut schmeckten. Ich komme zwar immer noch nur auf 6 statt der versprochenen 12 Muffins, dafür sind die 6 aber ziemlich riesig und das ist denk ich auch gut so.
So, jetzt will ich schon wieder Muffins backen, aber der Backofen ist besetzt, ausserdem muss ich ja in den Krieg, eh, auf nen Konzert gehen und mich so richtig normal fühlen, weil die Leute da alle viel alternativer und weniger Mainstream Metaller sind.

Meine Schuhe aus die aus Yuccapalmenblättern nach einer 100% original Touaregmethode geflochten sind, sind leider kaputt. Deshalb will ich mir ja neue kaufen. Leider gab es weder jemandem, der mich zu nem Schuhgeschäft fuhr, noch einen MD-Player.
Ich war wirklich überall.
Ich habe die Wüste der Fußgängerzone von E. durchquert und sämtliche Geschäfte durchkämmt, wo man mir nur einen MD-Player ohne Mikrophonanschluss anbieten konnte. Ich bin durch den strömenden Regen in D gewandert, und bin nur auf Verkäufer gestossen, denen der Begriff “MD” nicht mal geläufig war.
Aber nen Ramsch-Mp3player hätt ich mir kaufen können, für 25 Euro, und nach drei Wochen den nächsten.

Auf in den Krieg!

Blogchristihimmelfahrt

Thursday, May 5th, 2005

Wenn man mich jetzt fragen würde, was ich an diesem Tag bis jetzt gemacht habe, würde die Antwort wohl relativ eintönig ausfallen. Es ist schon merkwürdig, wie solche Gammltage einfach so vergehen, ohne dass irgendetwas passiert und ohne dass man irgendwelchen kreativen Einfälle oder produktiven Ideen hätte. Man lebt einfach nur vor sich hin und denkt nicht einmal dran, Brot zu backen, was doof is. (Obwohl, ich hätte viel lieber Muffins gebacken, aber daran hab ich auch nicht gedacht. Denk ich überhaupt noch an etwas?)
So, jetzt will ich Muffins backen. Das hab ich dann davon, hier über Unproduktivität und ausbleibende Ideen zu klagen.

Der Terminplan von Fire ist auch immer gut gefüllt, wobei ein weniger umständlicher Stundenplan da schon viel helfen könnte, die Tage ein wenig effizienter zu nutzen.
Wo wir schon bei der Tag-Nutzung sind, die To-Do Liste für dieses Wochende:
*With Teeth kaufen
*Schuhe kaufen
*MD-Player kaufen
*abrocken

Heute in der Reihe “Bescheidene Sonderwünsche“: Ein funktionierendes Mobiltelefon. Dankesehr.

Festgestellt, dass Marilyn Manson eine ganze Reihe von Covern von alten, fast möchte ich sagen “Discoklassikern” gemacht/gesungen hat. Was lustig klingt. Überhaupt fange ich an, das musikalische Werk des oben genannten Künstlers zu mögen. Was nicht “alternativ” ist. Vielleicht sollte ich mir ein Körperteil zur Strafe abschneiden und es Albus schicken?

Fire will Internet in sein Zimmer, und dickere Wände sowieso. Aber keinen Orangengeruch im Fahrstuhl.

FM-TV (Fire Music Television)

Monday, May 2nd, 2005

Top Artisten der letzten Woche:
1 Pixies (104)
2 Einstürzende Neubauten (88)
3 Rage Against the Machine (67)
4 Portishead (47)
5 Nick Cave and the Bad Seeds (28)
6 Wir sind Helden (22)
7 The Wohlstandskinder (21)
8 The Doors (19)
9 Pink Floyd (13)
9 Tool (13)

Top Songs der letzten Woche:
1 Einstürzende Neubauten - Ein seltener Vogel (12)
2 Wir sind Helden - Heldenzeit (8)
3 Pixies - Debaser (7)
4 Einstürzende Neubauten - Paradiesseits (6)
4 Pixies - Gouge Away (6)
4 Pixies - Here Comes Your Man (6)
4 Pixies - Where Is My Mind (6)
4 Pixies - Gigantic (6)
9 Einstürzende Neubauten - Youme and Meyou (5)
9 Einstürzende Neubauten - Ozean und Brandung (5)

Albus sollte unterdessen mal ein eigenes Blog führen. Ich würds nämlich abwechselungshalber mal ganz lustig finden, *ihn* in seinen Kommentaren zu bashen bzw. irgendwelche merkwürdigen Dinge zu kommentierne, die immer so aussehen, als wäre der betreffende Blogpost überhaupt nicht gelesen worden.

Ansonsten war das Wochenende ein schon fast zu warmes Sommerwochenende, und das mittem im Frühling.
Habe meine Deutschlehrerin dazu überedet, Max Goldt zu lesen. Wobei, überedet ist vielleicht das falsche Wort. Die Idee hätte genausogut von ihr stammen können. Jedenfalls hat sie das Krapfen-Buch.
Wobei mir einfällt, ich sollte den neuen Goldt auch mal lesen, anstatt nur Cds darauf zu legen und ihn so auf meinem Schreibtisch liegend zu betrachten.

Ach, ach, ich werde eines Tages eines gewaltsamen Todes sterben.
Ich weiß, dass mich irgendwann ein Laster überfahren wird.
Und zwar an der einzigen Stelle, wo ich auf dem Weg zur Bushaltstelle eine stark befahrene Straße überqueren muss (eigentlich direkt vor der Bushaltestelle) wo jeden Tag ne Menge Lastwagen einen Hügel herunterbrausen.
Eines schönen Tages werde ich, da ich wie immer noch viel zu müde bin, über diese Straße gehen und quasi in einen Laster laufen, der dann über mich hinwegbraust.
Und ich werde eine Delle und eine riesengroße Sauerei im Kühler dieses Lasters hinterlassen.
Ich bedauere den Menschen, der die Reste von Blut, Dreads und Gehirn aus dem Kühlergrill kratzen darf.
Dies wird meine letzte Rache an der Welt sein. Ein verschmutzer Kühlergrill.

Ich stelle mir vor, ich wäre mit S. in der Fußgängerzone von Ettelbrück. Ich spiele Touristenführer und find es selbst ganz grausam, dass ich das tue. Und dann bleiben wir stehen.
Vor dem Gothic-Shop.
Lisa kommt vorbei, wir begrüßen sie und ich mache dreckige Witze auf Luxemburgisch, die S. nicht versteht.
Und trotzdem kommt raus, was ich gesagt habe, und wir alle drei lachen.
Aber vielleicht hab ich auch die Wahrheit gesagt, und sie nur ironisch betont, damit Lisa nicht glaubt, dass ich getan habe, was ich gesagt habe, das ich getan hätte. Oder tun würde.

Eigentlich bräuchte die Welt nur mehr Kekse und größere und trockene Bretzeln, an denen mehr Präsidenten ersticken.