Luftbild

May 10th, 2012 - 1210

Wenn im Hintergrund jemand schreit, sind meine Gedanken nicht so laut.
Das muss nichts Schlechtes sein. Aber kann es etwas Gutes sein?

Ich habe Angst. Angst vor dem Wiedersehen. Überhaupt, Angst vor dem Sehen. Ich könnte einfach meine Brille absetzen und in das schwammige Nichts starren. Vielleicht halte ich mir auch noch die Ohren zu oder setze mir Kopfhörer mit fröhlicher Weltuntergangsmusik auf. Ich habe lange nicht gesehen, was ihr gemacht habt, ich habe mir die Fotos einfach nicht angeschaut. Ich habe Angst davor, angesprochen zu werden, vor der Umarmung von hinten, die aus dem Nichts der Menschenmasse hinter mir kommt. Die Umarmung, die ich mir so lange gewünscht habe, bis der Wunsch nichts mehr wert war. Ich habe Angst davor, euch zuzusehen, euch zu hören, während ich schlaflos auf dem Klo sitze und dort nichts finde, was ich lesen könnte.

Ich wünschte, es wäre dunkel, ich wünschte, es wären nur ich und der Mond und vielleicht ein bisschen schwere Musik ohne Gesang, ohne Geschrei, der Text nur zwischen den Zeilen der ungeschriebenen Notenblätter.

Ich habe Angst vor dem See, der diesem roten Meer, das ich so hasse, viel zu ähnlich sieht. Ein Satellit ist keine Sternschnuppe. Ich habe mir trotzdem etwas gewünscht, vor einem Jahr. Ich weiß nicht mehr, was es war. Das macht nichts.

Vielleicht gibt es irgendwo ein Luftbild, auf dem ich zu sehen bin.
Hoffentlich lächele ich.

photo by havelbaude

Runde Teller

April 12th, 2012 - 1845


Es war eine ruhige Nacht. Es war die ruhigste aller Nächte.
Niemand war in der Wohnung. Niemand außer mir, heißt das. Die Nacht kam durch die offene Tür herein, stand auf dem Balkon. Ich wusste nicht, ob sie neblig war, sterneglitzernd oder wolkenverhangen. Ich spürte nur ihre Kälte, die sich in mein Zimmer schlich. Ich genoss die Einsamkeit und dachte drüber nach, ob an runden Tellern Ecken fehlen können. Zumindest bildete ich mir das ein. Oder eher: Ich redete mir ein, dass ich die Einsamkeit genoss.

Niemand genießt Einsamkeit. Nicht für lange. Eine einsame Nacht, eine einsame Woche, ja, das ist kein Problem. Das nennen manche sogar Urlaub. Aber eine Ewigkeit Einsamkeit? Ich war nicht gemacht für Elfenbeintürme. Nicht nur, dass ich es ethisch bedenklich fand, aus den Hörnern und Zähnen aussterbender Tierarten einen Architektur zu machen. Es machte mir auch zu schaffen, dass ich in diesem großartigen Phallussymbol so verdammt einsam war. Und dennoch schaffte ich es nicht, diesen Turm zu verlassen. Zu laut waren meine Gedanken, die sich immer nur um diese eine Frage drehten. Drehten wie die Teller im Zirkus, hoch oben auf einer Stange, während nervöse Musik die Zuschauerinnen zum Klatschen animierte.
Ich kann nicht im Takt klatschen, vor allem nicht im Zirkus.

Runde Teller, Ecken. In einem runden Kopf kann ich nicht um die Ecke denken. Ist mein Kopf rund? Er ist kopfförmig und ich habe eine lustige Frisur. Meine Augen sind heller als die meisten anderen braunen Augen. Gelb ist keine Augenfarbe, sondern eine Krankheit. Als Neugeborenes hatte ich Gelbsucht. Oder war das mein Bruder? Wie die Hühnereier im Kindergarten lag er unter einer Rotlichtlampe, damit niemand sah, wie gelb er war. Oder wie gelb ich da lag, falls ich auch die Gelbsucht gehabt hatte, was ich nicht mehr weiß, was nicht weiter erstaunlich ist, denn nach meiner Geburt hatte ich anderes zu denken als an die Gelbsucht. Konnte ich überhaupt schon denken?

Meine frühste Erinnerung: in einem Wäschekorb sitzen und mit Spielzeug spielen, für das ich zu alt war. Das kann nicht stimmen, denn ich erinnere mich an Dinge, die sich davor abgespielt haben müssen. Aber Zeit ist keine gerade Linie, auch wenn wir sie so wahrnehmen. Oder: Auch wenn ich sie so wahrnehme. Ich weiß nicht, wie andere Menschen die Zeit wahrnehmen. Ich bin mir ja selbst nicht einmal klar, wie ich sie wahrnehme. Ich erinnere mich: ein “Was Ist Was”-Buch zum Thema Zeit, mit einer Sanduhr und einem Auge auf dem Buchdeckel. Ich habe mich gefürchtet vor dem Buch. Aber vielleicht war ich nicht alleine mit meiner Angst.

Heute bin ich alleine. Damals, als ich mit dem Zeppelin abgehoben bin in die stürmischste aller Nächte, in die dunkelste aller Nächte, habe ich mein Schicksal besiegelt. Ich bin nicht wieder gelandet. Bin ich immer noch hoch oben im Wolkennebel, der alle Sinne betäubt und nur gedämpften Schmerz durchlässt?
Ich war mir sicher, gelandet zu sein. Vielleicht werde ich erst landen, vielleicht ist auf der Erde erst eine Sekunde vergangen, ich kann all meine Gedanken, jahrzehntealt mit hinab nehmen und sie verteilen wie der Nikolaus Geschenke. Aber der Nikolaus hat keine gelben Augen, die habe nur ich und daran werden mich alle erkennen.

“Ich bin nicht Stiller!” ist der lauteste Satz der Literaturgeschichte, völlig umsonst. Ich möchte einen Satz schreiben können, der so lange nachhallt.

Ich bin nicht einsam!
Glaubte Stiller eigentlich sich selbst?

Photo: Some rights reserved by Bernard McManus

Großherzogtum der Angst (II)

April 11th, 2012 - 1254

Im Großherzogtum der Angst1 passieren mal wieder merkwürdige Dinge. Im Januar wurde bekannt, dass es Außenstehenden gelungen war, in die Datenbank des staatlichen sportmedizinischen Dienstes “einzudringen”. Nicht etwa durch einen spektakulären Hack, sondern weil Mitarbeiter_innen ihre Zugangsdaten auf einem Zettel am Bildschirm kleben hatten und der Zugang zur Datenbank im offenen Internet (und nicht etwa in einem VPN oder Intranet) möglich war. Es waren also Daten von knapp 49.000 Personen, immerhin fast 10% der Bevölkerung, einsehbar. Die Person, die das entdeckt hat, hat sich offenbar beim Computer Incident Response Center Luxembourg (CIRCL) gemeldet. Die luxemburgische Piratenpartei hat damals anscheinend mehrmals auf das Datenleck hingewiesen, offenbar wurde aber nichts unternommen. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich gerade Probleme habe, nachzuvollziehen, wie das ganze in die Medien kam: alle Links zur Sache finden sich beim luxemburgischen Chaos Computer Club.

Im Januar also ziemlich viel Wirbel und die Ankündigung, es würde gegen die betreffende Person ermittelt, mit Beteuerungen, die Mitarbeiter_innen des Medico würden nun geschult, wie sie ihre Passwörter schützen sollten. Und jetzt gab es Hausdurchsuchungen. Nicht etwa bei der unbekannten Person, die die “Schwachstelle” entdeckt hat, sondern bei Sven Clement, Präsidenten der Piratenpartei und einem Mitarbeiter des staatseigenen CIRCL. Warum jetzt die Überbringer der schlechten Nachricht verfolgt werden, ist unverständlich. Die Grünen sehen die Hausdurchsuchungen sogar politisch motiviert. Das könnte bei Sven Clement durchaus der Fall sein – auch wenn ich eher dazu neige Dummheit und Inkompetenz statt Verschwörungen zu sehen – bei dem zweiten Beschuldigten jedoch nicht, da dieser (sofern bekannt) kein Parteimitglied2 ist.

Schräge Geschichte. Und halt eins der “klassischen” Hacker_3schicksale: Wer eine Schwachstelle findet und sie meldet, wird kriminalisiert, auch wenn gar keine Daten kopiert wurden. Leider werden gutgemeinte Hinweise endweder so lange ignoriert, bis sie an die Presse gelangen oder Tippgeber_innen werden sofort kriminalisiert, obwohl ihre Intentionen edel sind. Es erschreckt mich, wie in Luxemburg immer noch mit dem Thema Netzpolitik umgegangen wird, obwohl viele große Internetfirmen im Großherzogtum ihren Sitz haben und mächtig Steuern sparen. Da wäre es doch auch vielleicht mal eine Idee, sich entsprechend zu informieren. Vielleicht bräuchte beeSecure eine Rubrik für Politiker_innen und Beamte? Ich habe es schon einmal gesagt: eine Ökonomie alleine auf billigen Zigaretten und Brötchen aufzubauen ist nicht so die grandiose Idee.

Ein wenig Hoffnung sind die grünen, liberalen und linken Oppositionsparteien im Parlament. Ich bin kein sehr großer Fan der Piraten, aber offenbar hat Luxemburg sie nötig. (Es gibt übrigens noch eine weitere Oppositionspartei, die immer brauner wird, wie Sveinn festgestellt hat.)


1(Teil I ist übrigens mein Redebeitrag von einer Freedom Not Fear-Demo, in dem ich mich als Pirat bezeichnet habe. Ich bin und war zu keinem Zeitpunkt Mitglied irgendeiner Piratenpartei, ich habe den Begriff im Sinne von “Piratebayuser” verwendet.)
2Auf jeden Fall keins der Piraten.
3Ich verwende den Unterstrich _ in diesem Fall als Anzeige, dass das Wort “Hacker”, das aus dem Englischen stammt und im Deutschen zwar oft geschlechtsneutral verwendet wird, manchmal aber auch als männlich gelesen wird, als englisches, geschlechtsneutrales Wort zu lesen ist.
Photo: Some rights reserved by kevin dooley

Natur schützen?

April 4th, 2012 - 1729

Nationalpark Hohe Tauern, public domainNationalpark Hohe Tauern, public domain

Ich habe versprochen, mehr zu bloggen. Bisher ist es noch nicht wirklich dazu gekommen. Und ehe ich über die fast zwölftägige Interrailreise im Februar berichte, möchte ich dazu noch Fotos haben, und dazu muss der analoge Film voll werden, und ich mag es nicht, Fotos zu verschwenden. Das sind zumindest in meinem Kopf gute Entschuldigen dafür, nicht mit etwas anzufangen, das Arbeit bedeutet.
Ich habe auch versprochen, mehr über Umweltthemen zu bloggen. Immerhin studiere ich was mit Umwelt und bilde mir deshalb ein, meine “fachliche” Meinung in die Welt posaunen zu müssen.

Und wenn ich über Umwelt- oder Naturschutz rede, dann sollten wir doch mal ganz klassisch mit einer Begriffsbestimmung anfangen. Wovon reden wir denn da alle eigentlich ständig?

Umweltschutz. Oder Naturschutz. Scheint austauschbar zu sein. Was will denn da geschützt werden?

Was ist Umwelt?
Umwelt erklärt sich ziemlich von selbst: die Welt um uns herum. Es braucht aber für die Umwelt immer ein Subjekt, um das die Umwelt herum ist. Das kann die Menschheit oder ein ganz bestimmtes Tier sein. Der Begriff ist ziemlich schwammig und wurde von mehren Wissenschaften mit eigener Bedeutung aufgeladen. Genaugenomen wäre die Stadt für viele Menschen ihre Umwelt. Asphalt, Häuser und Autos sind aber nicht unbedingt das, war wir schützen wollen, wenn wir von Umweltschutz reden.

Was ist Natur?
Natur stammt aus dem Lateinischen Wort natura, von nasci „entstehen, geboren werden“ und wird meistens als “alles, was nicht von Menschen gemacht wurde” bezeichnet. Zumindest in West- und Mitteleuropa gibt es kaum noch Gebiete, die frei von menschlichem Einfluss wären. Das allermeiste, was wir um uns herum sehen, ist Kulturlandschaft. Natürlich entsteht nicht jeder Baum, weil er von Menschen gepflanzt wird. Wenn Natur im Gegensatz zur Kultur steht, dann gibt es nur noch sehr wenige Natur. Ich werde jetzt ab jetzt in diesem Artikel “Kultur” immer als Begriff des Menschengemachten, nicht-Natürlichen verwenden. Kultur stammt ja aus dem lateinischen cultura „Bearbeitung, Pflege, Ackerbau“.
Wir können aber auch noch ein anderes Fass aufmachen und Wildnis zu dem sagen, was ich bis jetzt Natur genannt habe. Die Unterteilung zwischen Natur und Kultur(landschaft) bleibt zwar schwammig, aber wir können eine Reihung machen:
WildnisNaturKultur
UrwaldWaldStadt

Elakala WaterfallsElakala Waterfalls cc by Forest Wander

Mit dem Wald habe ich es mir jetzt sehr leicht getan, denn Urwälder sind das klassische Beispiel für Wildnis. (Die an ihren Grenzen allerdings auch nicht vom Menschen unbeeinflusst ist. Und dass sie heute noch Wildnis ist und das wohl auch bleibt, ist ja auch eine Einflussnahme.) Vielleicht hätte ich statt “Stadt” auch “Plantage” als eine klar zu erkennende Kulturlandschaft setzen können, die nur durch menschliche Aktivität so besteht, während der Wald, obwohl je nach Nutzungsform mehr oder weniger stark beeinflusst, mehr oder weniger so bleibt, auch wenn es keine menschlichen Aktivitäten mehr gibt. Wobei er ja dann nach x Zeit wieder als “Urwald” begriffen würde. (Die Plantage übrigens auch.)

Vielleicht könnte ich Natur dadurch von “Kultur” abgrenzen, indem ich behaupte, dass Kultur immer menschliche Aktivität braucht, um so zu bleiben, wie sie ist. Nur: das ist eine blöde Definition, wenn es um Naturschutz geht. Manche Biotope bleiben ohne menschliche Aktivität nicht so, wie wir das wollen. Trockenrasen zum Beispiel brauchen oft eine gewisse Art und Weise der Pflege. Zum Beispiel eine extensive Beweidung durch gewisse Schafrassen. Wildnis ist das auf keinen Fall, Natur – nach der von mir aufgestellten Definition – auch nicht so wirklich, auch nicht, als Kultur würden die meisten Menschen es wohl auch nicht bezeichnen. So eine Beweidung wird oft als Umwelt- oder Naturschutzmaßnahme gefördert. Kompliziert.

Ich könnte auch versuchen, das Problem von der anderen Seite aufzurollen: Je nach dem, wie anthropozentrisch an den Umwelt (oder auch Natur)-Begriff herangegangen wird, werden Menschen als Teil der Natur gesehen (Stichwort Deep Ecology). Was dann wieder die Frage aufwirft, warum es überhaupt so etwas wie Kultur gibt. Und ob z.B. ein Biberdamm nicht auch so etwas wie ein Kulturbau ist. Der Biber verändert seine “natürliche Umwelt”, um einen Vorteil für sich zu gewinnen, was wir durchaus als Kultur ansehen könnten.
Es gilt also: Auch wenn wir uns als Teil der Natur sehen können, so ist unser Naturbegriff meistens ein Abgrenzungsbegriff. Kultur war erst einmal ein Schutz gegen die Wildnis, bevor wir die Wildnis zähmten, zerstörten und irgendwann drauf kamen, dass wir sie vielleicht dann doch schützen sollten.

Bei meinem Biberbeispiel habe ich die Zusammenlegung beider Begriffe schon verwendet: natürliche Umwelt. Ist das für mich schon der Türkenschanzpark oder erst der Wienerwald? Ironischerweise bin ich ja selbst “Technicien de l´environnement naturel”.

Wir können festhalten: Sowohl der Natur- als auch der Umweltbegriff sind schwammig. Oder zumindest an den Rändern ausgefranst: Zwar ist meistens klar, was wir mit Natur oder Umwelt meinen, aber klar definiert sind die Begriffe nicht. Und was schützen wir dann?

Die Frage lässt sich bessere für einzelne Schutzprojekte (oder Vorhaben) klären und hat oft mit dem “Warum” zu tun.

Biber schwimmt durch einen SeeBiber schwimmt durch einen See im Quebec cc by Declic

Warum Naturschutz?
Es gibt einige Beweggründe, Natur zu schützen. Ich werde im Folgenden versuchen, einige aufzuzählen, will aber vorausschicken, dass es oft auch diffuse Mischungen sind, die nicht unbedingt zu trennen sind. Und natürlich gibt es auch Menschen oder Organisationen, die den einen Beweggrund angeben, aber einen andere Motivation als treibende Kraft haben.

Romantik
Eine romantische Naturvorstellung geht oft von einer “unberührten, wilden” Natur aus, die als Wildniss zu schützen ist. Die Schönheit der Natur reicht als Bewegunggrund zum Schutz. Menschen werden nicht als Teil der Natur gesehen, sondern als hauptsächlich zerstörende Kraft. So eine Motivation führt oft zu einer konservativistischen Haltung. Da die Natur möglichst rein und unberührt bleiben soll, muss sie vor jedem menschlichen Zugriff geschützt werden. Glaskugeln gibt es in ausreichender Größe zum Glück nicht, deshalb steht um Gebiete, die mit so einer Haltung geschützt werden, oft ein Maschendrahtzaun. Ich bin mir selbst nicht sicher, wie sehr diese Form der Schutzgebiete tatsächlich “unberührten” Gebieten wie Regen(ur)wälder oder die Antarktis nicht doch zu Gute kommen. In der Praxis kann es sogar dazu kommen, dass der oben schon erwähnte Trockenrasen verbuscht und die Pflanzen, die eigentlich geschützt werden sollten, nach einigen Jahren oder Jahrzehnten gar nicht mehr vorkommen. Nicht trotz, sondern gerade wegen dem Zaun drum. Das hat aber dann auch damit zu tun, dass ein Trockenrasen in dem Fall eben eine selten gewordene Kulturlandschaftsform ist, die wegen ihrer Schönheit als schützenswert gilt.
Es stellt sich auch die Frage, wessen Schönheitsbegriff angewendet wird, wer diese Gebiete betreten kann und darf, zB. für Erholungszwecke oder für Jagd und Fischerei.

Mitgefühl
Naturschutz aus Mitgefühl kann, muss den Menschen aber nicht in den Naturbegriff einbeziehen. Die Motivation zum Naturschutz ist ähnlich wie sie oft beim Vegetarismus oder Veganismus geäußert wird: Leiden soll vermeidet werden. Welche Handlungsperspektiven das für Naturschutz gibt, finde ich persönlich schwierig zu bewerten, da sich durch menschliche Aktionen immer Leiden an anderen Lebewesen ergibt und manchmal eine Hierarchie erstellt wird, auf der süße oder intelligente Tiere oft ganz oben sind. Mit Steinen hat niemand Mitgefühl, die sind aber auch Teil unserer Umwelt und können sogenannte “Naturdenkmale” bilden. Naturschutzorganisationen nutzen Mitgefühl und die erwähnten süßen Tiere oft aus, um ihre Ziel zu erreichen: der WWF hat sogar eins als Logo. Symboltiere haben durchaus einen Sinn, aber es geht halt auch nicht immer um Fischotter, Wale oder sonstige flauschige Gesellen. Außerdem können andere Gebiete oder Arten, die durchaus auch als “schützenswert” gelten, aber keinen Flausch-Bonus haben, in Vergessenheit geraten oder weniger Geld bekommen. Mitgefühl kann also durchaus ein zweischneidiges Schwert sein.

SchleiereuleSchleiereule © (CC BY-SA 3.0) by Luc Viatour

Ressourcen
Die Natur als Lager von Ressourcen zu sehen, die es zu möglichst effizient zu nützen gilt, ist ein sehr technischer Ansatz. Die Forstwirtschaft ist ja besonders stolz darauf, den Begriff Nachhaltigkeit, der in letzter Zeit so unglaublich oft benutzt wird, erfunden zu haben. Der Ansatz, dass nachwachsende Rohstoffe auch noch für kommende Generationen vorhanden sein sollen, ereicht spätestens an dem Punkt, an dem die Spekulationen über die Bedürfnisse und Beschaffenheit der kommenden Generationen, enorme Schwierigkeiten. Was nicht heißt, dass der Versuch nicht lobenswert ist. Ich will jedoch Zweifel anmelden, ob es immer möglich sein wird, oder ob die Verfügbarkeit für spätere Generationen die einzige Zielfunktion in einer solchen Rechnung sein sollte. Denn jede Ressource ist endlich und auch nachwachsende Ressourcen können nicht ins Unendliche wachsen.
Der Ressourcenansatz ist natürlich meistens sehr anthropozentrisch und kann zu einfach wirkenden technischen (oder marktorientierte monetäre) Lösungen für sehr komplexe Probleme führen. Wer Artenvielfalt als Ressource erhalten will, kann auch zum dem Schluss kommen, dass es reicht, Erbmaterial von den entsprechenden Arten zu sammeln und zu erhalten, vergisst aber vielleicht dass genetische Vielfalt ebenso wichtig sein kann. Außerdem ist es ziemlich unmöglich abzusehen, was einmal als Ressource wichtig sein könnte. Hierarchiebildungen sind aber schon deshalb problematisch, weil einzelne Arten oder Gebiete niemals getrennt von übergeordneten Ökosystemebenen betrachtet werden können.

Überleben
Momentan gibt es in den internationalen Verhandlungen zu einem neuen Klimaabkommen à la Kyoto das Hauptziel, die Klimaerwärmung nicht 2°C im Weltjahresmittel überschreiten zu lassen, da die Folgen davon möglicherweise katastrophal wären und positive Feedbacks auslösen könnten, die die Erwärmung (und ihre Probleme) noch verstärken würden. Das ist ein typisches Beispiel für die Überlebensmotivation. Hier geht es im Diskurs wohl eher um “Umweltschutz” oder “Klimaschutz”, grundsätzlich lässt sich das aber auch auf “Natur” runterbrechen. Auch hier gilt das, was ich bei den Ressourcen zu technischen und monetären Lösungen gesagt habe.
Interessanterweise ist die “Überleben”-Motivation für Naturschutz relativ neu, eine ganz lange Zeit während der westlichen Kulturgeschichte galt die Natur als feindlich. hic sunt dracones usw. Was ja durchaus in manchen Bereichen die Quelle des heutigen Problems und wohl auch mit-Auslöser des “Menschen sind schlecht für die Natur”-Gedankens im romantischen Naturschutzgedanken sind. (Ich würde dem christlichen Konzept der Erbsünde auch Mitschuld an solchen Gedanken geben, aber ich bin kein Psychologe.)
Auch hier gilt wieder: Um wessen Überleben geht es? Die Frage bezieht sich einerseits auf die Menschen, gleichermaßen aber auch für alle anderen Lebewesen. Sehr oft ist mit “die Welt retten” ja eher “die Menschheit im globalen Norden” gemeint. Den Planeten oder auch “nur” alles Leben völlig zu zerstören ist auch sehr schwer, es geht meistens um das Überleben der Menschheit.

Lactarius indigoLactarius indigo cc by Dan Molter

Intakte Ökosysteme
Der Wunsch nach intakten Ökosystemen scheint auf den Erkenntnissen der Ökologie zu fußen und wirkt dementsprechend wissenschaftlich. Wie die Schutzhandlungen hier aussehen, hängt ganz davon ab, wie intakte Ökosysteme verstanden werden. Es gibt (ganz grob) zwei unterschiedliche Theorien, die oft an einem Flugzeug-Beispiel erklärt werden. Das Flugzeug hat eine_n Pilot_in, wenn diese_r stirbt, dann ist das Flugzeug dem Untergang geweiht und stürzt ab. Hier wird davon ausgegangen, dass es in Ökosystem besonders wichtige Arten gibt, ohne die es nicht funktionieren kann. Die andere Idee geht von einem Zusammenspiel aus, in dem die einzelnen Arten als Nieten, die das Flugzeug zusammenhalten, verstanden werden. Löst sich eine Niete, so passiert erst einmal nichts, die Sicherheit ist dennoch gefährdet, es können sich mehr Nieten lösen und das Flugzeug fällt auseinander. (Das Bild hinkt eventuell ein bisschen, ich kenne mich nicht sonderlich gut mit Flugzeugen aus.)
Wahrscheinlich liegt die “Wahrheit” für viele Ökosysteme irgendwo dazwischen und ist wesentlich komplexer. Ökosysteme sind immer komplex (oder eher “chaotisch”), was den Versuch, sie als mechanische oder kybernetische Maschine zu betrachten, abwegig macht. Was ist überhaupt ein intaktes Ökosystem? Wer bestimmt das und wie lässt sich das feststellen? Manchmal spielen Faktoren eine Rolle, die wir gar nicht kennen, bevor sie nicht mehr vorhanden sind und das System zusammenbricht (oder eher: sich verändert). Ein interessanter Aspekt, wie komplex die Materie ist, bietet auch die SLOSS-Debatte.

Und jetzt?
“Is eh ois Wurscht?” mag sich da die eine oder der andere fragen. Die Gründe, Natur (oder Umwelt) zu schützen, sind eher diffus, gründen auf Bauchgefühl oder sind ziemlich schwierig zu bestimmen. Das färbt auf die Handlungsmöglichkeiten ab. Von der Glasglocke bis zum touristischen Ausflugsziel ist so ziemlich jede Abstufung drin. Ich finde es wichtig, die konkreten die Gründe für Naturschutzprojekte jeweils zu hinterfragen, denn es wäre mir lieber, wenn die Debatte anders geführt werden würde. Nämlich mit weniger flauschigen Tieren und vielleicht etwas mehr Ethik. Vor allem aber ist mir das Bewusstsein, dass es fast ausschließlich Kulturlandschaft ist, was wir da schützen wollen. “Natürlichkeit” muss gar nicht gegen Gestaltungsfreiheit ausgespielt werden. “Naturnah” scheint das Schlagwort zu sein, in Verbindung mit Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Bewirtschaftung, Herstellung, Joghurt. Im nächsten Satz folgt meistens “Nachhaltigkeit”.

Der Diskurs um Naturschutz sollte sachlicher und mit der menschlichen Gestaltungsfreiheit im Hinterkopf geführt werden. Wir haben die Landschaft gestaltet und sind fähig, das weiterhin zu tun. Wir sollten uns nur klar werden, wie sie aussehen soll. Insgesamt, nicht nur in ein paar Schutzgebieten. (Wobei Schutzgebiete durchaus eine wichtige Rolle spielen können, Korridore aber mindestens genauso wichtig sind, wenn es zB. um eine großflächige Erhaltung einer Art geht.) Dabei sollten wir auch die Natur in menschlichen Lebensräumen, z.B. in Städten bedenken. Eine der wichtigsten Lektionen meines Studiums war für mich bisher, dass es für Umweltprobleme keine Einheitslösungen gibt.

Back scattering crepuscular raysBack-scattering crepuscular rays cc by Dr. Andrew T. Young

long gone day

March 28th, 2012 - 2250

Isn’t it so strange
How far away we all are now
Am I the only one who remembers that summer

Ich erinnere mich an eine Sommernacht an einer Bushaltestelle in Oberschlesien. Wie verwirrt ich war, obwohl eigentlich alles ganz klar war. Ein guter Abend, zuckersüß im Sonnenuntergang der Erinnerung.

Und sehr gut, ein Blog zu haben, um die Erinnerung an solche Tage zurückzurufen. Ich sollte viel mehr aufschreiben, alles am Besten, jeden Tag. Auch wenn ich die Stunden, die ich vor der Maschine darauf verwende, nie wieder kriege, so ist das besser, als andere anderen nicht wieder erleben zu können.

Wo sind die Tage hin? Wo die Menschen? Kommen bessere? Kommen schlechtere?
Ich glorifiziere Jahre, in denen es mir nicht besser ging als jetzt, in denen ich ein sehr viel weniger umgänglicher Mensch war als ich es heute bin. Und es fällt mir heute kaum noch auf, wie ich damals war, wie schwierig Dinge waren, die mir heute selbstverständlich erscheinen.

Und dennoch vermisse ich diese Zeit.

In den richtig schwierigen Situationen, den tiefen Löchern, in die ich an manchen Tagen stolpere, denke ich zurück, weil ich mich wieder so fühle wie damals. Wusste ich damals, was ich tun musste, um es besser zu machen. Wusste ich, was ich tun konnte, um die Gedanken in meinem Kopf weniger laut werden zu lassen?

Damals hab ich mich hingesetzt und einen Text geschrieben. Scheint, als würde ich das heute ebenso machen.

Es kommt ein neuer Sommer und mit ihm laue Abende und Nächte an Bushaltestellen, auf Balkonen und an Seeufern. Vielleicht verbringe ich sie mit Menschen, die ich lange nicht gesehen habe. Ich darf nur nicht vergessen, sie in irgendeiner Art und Weise zu verschriftlichen.

Die Zeilen in kursiv sind Teile der Lyrics des hier verlinkten Liedes “Long Gone Day” der Band Mad Season. Geschrieben und komponiert wurde das Lied von Martin, McCready, Staley, Lanegan.

Johann Wolfgang von Goethe – Die Leiden des jungen Werther

March 27th, 2012 - 1907

Mein erster Goethe. Ich bin einerseits froh, das Buch nicht als von unerwiderter Liebe gebeutelter Teenager zu lesen, andererseits wäre es vielleicht gerade in so einer Situation an der Zeit gewesen, Sturm und Drang aus erster Hand zu erlesen. Vielleicht sollte ich nochmal lesen, was ich damals, in “ähnlichen” Situationen wie Werther, so gedacht und geschrieben habe.

Die Postmoderne straft mich beim “ersten Eindruck” mal wieder: In der Schule haben wir “Die neuen Leiden des jungen W.” gelesen, das natürlich nicht an den guten alten Johann Wolfgang von herankommen kann und zumindest in meiner Erinnerung auch eher ein Klamaukstück war. Ich finde, da könnten Lehrer_innen durchaus mehr Rücksicht nehmen und eventuelle erste Leseerlebnisse nicht zerstören.

Es ist gut, dass es Reclamhefte gibt, die in die Jackentasche passen. So habe ich den Werther vor allem in der Straßenbahn und im Park gelesen. Ich bin auf jeden Fall begeistert davon, was und wie viel ich bisher versäumt habe. Ein bisschen verwundert haben mich die Reaktionen von Menschen, denen ich erzählt habe, dass ich den Werther gerade lese: “Bei dem schönen Wetter?” oder “Ist dir das nicht zu depressiv?” waren die häufigsten Fragen. Und dabei ist doch gerade der erste Teil sehr lebensbejahend.

Bild von Daniel Chodowiecki, gemeinfrei.

1001 x Silent Running

March 20th, 2012 - 1001

Radio ARA, der freie Radiosender in Luxemburg, bei dem ich jeden Montag meine Sendung Crumble sende, wird im Dezember 2012 zwanzig Jahre alt. Einige Sendungen, die von Anfang an bestanden, gibt es noch immer, so z.B. die Electronica-Sendung Silent Running von Gast. Über 1000 Sendungen von Silent Running wurden schon ausgestrahlt. Die 1001. wurde von Gasts Sohn gefilmt:

So sieht das übrigens nicht während den seltenen Gelegenheiten, zu denen ich Livesendungen fahre, aus. Ich brauche wohl noch mindestens dreizehn Jahre, bis ich so cool und gelassen hinter dem Mischpult sitze.

Daria

March 19th, 2012 - 2040

Ich schreibe gerade an einem längeren Post über Umwelt- und Naturschutz, der sozusagen der Auftakt einer Serie über Umweltthemen darstellen soll. Da ich aber gerade nicht so wirklich vorankomme – überwältigendes Lebensgefühl gerade – will ich euch auf eine Perle des Zeichentricks hinweisen: Daria.

Daria ist Siebzehn, lebt in Lawndale und geht dort zur Schule. Wer Beavis and Butt-head gesehen hat, wird sich eventuell an Daria erinnern. Und Kinder 1990er kennen die Serie wahrscheinlich eh besser. Ich habe sie erst vor kurzem entdeckt. Auf soup.io sind öfters Screenshots von Daria zu sehen gewesen, ich konnte das aber nur so weit einordnen, als dass das Mädchen mit den zynischen Sprüchen wohl irgendetwas mit Beavis and Butt-head zu tun hätte. Irgendwie bin ich dann drauf gekommen, dass MTV auf ihrer Streaming-Webseite Liquid Television, der alternative to reality, alle Daria-Folgen im Stream anbietet. Allerdings sind es die Versionen, die auch auf DVD veröffentlicht wurden – im Fernsehen ist die Serie mit zeitgenössischer Musik gelaufen, deren Lizenzierung für die DVD-Veröffentlichung (und Stream) zu teuer gewesen wäre. Das ist auch etwas, was eins sich mal auf der Zunge zergehen lassen muss: MTV hat nicht genug Geld für Musiklizenzierung.

Ich mag Daria. Sie ist sarkastisch, sie liest gerne Bücher und kümmert sich nicht um Aussehen. Sie schreibt gerne, ihre beste (und einzige) Freundin Jane malt gerne. Was wären das für Rollenbilder für mich gewesen! Ich wünsche mir wirklich, ich hätte Daria als Teenager gekannt. Vielleicht hätte ich keine so große Faszination für Neon Genesis Evangelion entwickelt, aber ich wäre vielleicht früher auf den Geschmack von Grunge gekommen – und das kann ja nun mal nichts schlechtes sein. Vielleicht mag ich die Serie aber auch so sehr, weil mich Daria schon ziemlich an mich erinnert (Die Kontaktlinsendiskussion!) und ich von dieser 1990er-Subkultur ziemlich angetan bin. Warum auch immer. Vor ein paar Jahren hätte ich auf die Frage noch geantwortet: Weil es zu meiner Jugend keine “Bewegung”, keine “Subkultur” gab oder gibt und Grunge das letzte war, bevor es nichts mehr gab. Aber ich weiß nicht mal, ob das stimmt. Wahrscheinlich nicht.

Schaut euch Daria an! Oder: Schaut euch Daria nochmal an. In Zeiten, in denen Jugendliche halbseidenen NGOs hinterherhecheln, können wir ein paar Darias gebrauchen, die uns erden.

(Und als ich auf twitter nach Jahren mich wieder einmal selbst fragte, ob eins sich in Zeichentrickfiguren verlieben könnte, passierten merkwürdige Dinge.)

photo cc by-sa Daniel Schwenn. Und ja, das ist Seattle, weil mir nichts kreativeres eingefallen ist. Aber hey, nichts sagt so sehr Neunziger wie die Stadt!

tief in der Nacht

February 25th, 2012 - 1239

Du hast mich umarmt, tief in der Nacht.
Vor allen Leuten. So fest und so lange es ging. Ich wusste nicht, wie ich das deuten sollte.

Du hast mir ein Geheimnis verraten, tief in der Nacht.
Ein dunkles Geheimnis, ein merkwürdig geformter schwarzer Fleck auf meinem Herzen. Und ich wusste nicht, was ich damit anfangen sollte.

Tief in der Nacht passieren die Dinge, die mich tagelang wach halten. Mein Bett wird grellweiß, mein Kopf eine laute Halle, in der feste Umarmungen und schwarze Flecken zu obszönen Rufen werden.
Ich wälze mich in meinem eigenen Saft, tief in der Nacht. Im Griff meiner Ängste, von dir eingepflanzt in mein Herz. Ungewollt, unschuldig, unbemerkt.
Was hättest du auch anders tun sollen? Was hättest du tun können? Hätte ich sagen sollen: “Ich will keine Umarmung, die sich tief in mein Herz schneidet”? Hätte ich sagen sollen: “Ich will kein dunkles Geheimnis, das einen schwarzen Fleck in der Wunde hinterlässt”?
Wie hätte ich das tun können, tief in der Nacht?

Wir hatten keine Wahl. Du musstest mich umarmen, du musstest mir das Geheimnis anvertrauen, ich musste das alles annehmen. Ich weiß immer noch nicht, was ich anfangen soll mit den tiefen Schnitten und dunklen Geheimnissen, die sie ausfüllen und mein metaphysisches Herz mit schwarzen Adern überziehen.

Aber irgendwann, tief in der Nacht, werde ich es herausfinden.

photo: View of a fire trench, Gallipoli, Turkey, 1915 National Library NZ

Mehr!

February 9th, 2012 - 1904

Ich will wieder mehr bloggen. Ich weiß eigentlich selbst nicht, warum ich in letzter Zeit so selten blogge. Und das so gut wie nur noch in der Rubrik “literarische Spielwiese”. Im Januar habe ich versucht, damit anzufangen, so richtig geholfen hat der Vorsatz nicht. Ich würde auch gerne einige “fundierte” Artikel schreiben, zu Themen, in denen ich mich auskenne oder die mich interessieren. “Umweltpolitik” oder der Themenkomplex “Umwelt und Gesellschaft” wären neben dem öfters schon angedeuteten “Feminismus und Gender” Dinge, über die ich schreiben möchte. Und mittlerweile glaube ich auch, genug Ahnung zu haben, um über diese Themen schreiben zu können. Meine Artikel über die Jagd und über Märchen aus dem Pleistozän wären Beispiele dafür. Wobei ich über Umwelt sicherlich mehr weiß als über Genderthemen, einfach deswegen, weil ich “was mit Umwelt” studiere.

Da ich das jetzt einfach mal so ankündige, muss ich es dann auch machen. Ich weiß natürlich nicht, ob das klappt. Zumindest wisst ihr, dass ich gerne würde und euch nicht nur aus Böswilligkeit nicht unterhalte.

Ein anderes Thema ist das Layout des Blogs, das mir schon länger nicht mehr gefällt. Ich mag zwar das Headerbild noch, aber das war es dann auch schon. 100e2r geht anders. Dann stelle ich mir die Frage, ob ich das Blog nicht unter einer eigenen Domain laufen lassen soll. joeladami.net wäre dann eine Visitenkarte, ein online-Lebenslauf. Ob ich das unbedingt brauche, ist auch so eine Frage, aber repräsentativer als ein Facebook-Account oder ein Blog, das eben nicht auf den ersten Blick über mich informiert, wäre es schon. Ihr merkt, das Mantra “Spätere Arbeitgeber_innen werden dich googeln!!!!11Elf” hat sich eingebrannt. Angriff ist in der Hinsicht die beste Verteidigung und sämtliche Dienste, sei es about.me oder gar facebook, können von heute auf morgen abgeschaltet werden. Besser also, das eigene “Profil” selbst zu hosten. Andererseits reicht vielleicht auch ein “Lebenslauf” auf meiner Autorenseite.

Ansonsten: Meine Radiosendung Crumble lässt sich jetzt auch als Podcast hören. Meine Suppe benutze ich wieder regelmäßiger, da gibt es aber vor allem Bilder, die ich auf irgendeine Art und Weise interessant finde. Ich habe mir außerdem fest vorgenommen, in nächster Zeit Kuchenbaum fertig zu schreiben und Verlagen zur Veröffentlichung vorzulegen. Für Tipps oder Hinweise dementsprechend bin ich natürlich immer offen.

photo cc by Dinukshan Kuruppu